Bodenfilter für Meerwasserbecken

  • Ich hab vorher die "Suchen-Fkt." genutz ja :smiling_face:

    Ist ein Bodenfilter im "reverse" Betrieb für ein Meerwasserbecken, mit "groben" Korallenbruch als Boden, geeignet ?

    "reverse" = durch den Boden ausblasen.

    Ich habe mir ja schon viele Bodenfilter ansehen können, aber bisher hab ich noch kein kaufbares Konzept gefunden, das stabil aussah.

    Aber generell Fände ich den Einsatz eines solchen Filters gut, da ich die angeströmte Fläche gerade zu vertausendfache.

    Oder seht ihr da Probleme?


    MfG Philipp

  • Morgen Philipp !

    Ich denke mal Du wirst hier keine Antworten bekommen !?
    Das wird wohl keiner verwenden, denn das ganze könnte sich zu einer Nitratschleuder entwickeln.
    Genügend und gutes Lg, Abschäumer, dann paßt das ! :winking_face:

    Gruß Gerd

  • Da wirst Du sicher eine Menge Antworten bekommen. Wir machen sowas ja hier auch, wie ich schon schrieb!

    Die Schichthöhe beträgt 20cm, durchströmt wird mit 800 Liter pro Stunde und Quadratmeter, wobei sich das Wasser natürlich immer den Weg des geringsten Widerstandes sucht.
    Wenn ich einen höheren Bodengrunde oder Bodenfilter installieren würde, dann nur auf diese Weise: also das Wasser immer RAUS aus dem Boden, NIEMALS einsaugen.

    Gerd: Nitrat wird natürlich abgebaut, aber Phosphat sammelt sich an, wenn die Strömungsrichtung IN den Boden hineingeht.

    Was natürlich trotzdem nicht passieren darf: Wenn die Durchströmung für längere Zeit ausfällt, löst sich die Biomasse Deines Bodenfilters in Wohlgefallen auf.
    Ich habe eine 5cm Klarwasserschicht darunter, die mit dem Oberflächenwasser verbunden ist, das könnte die Sauerstoffzehrung vielleicht eine Weile verzögern.
    Aber über mehrere Tage darf die Strömung sicherlich nicht ausfallen.

  • Hallo Torsten !

    Mag sein das es funktioniert, aber es wird mit Sicherheit die absolue Minderheit sein die so ein System im Einsatz hat !?
    Ich persönlich halte nichts davon. Meine Becken laufen immer nur mit guten Lg und einem guten Schäumer und so laufen viele gute Becken. Warum also so einen Filter zum Einsatz bringen der eventuelle Gefahren in sich birgt !?

    Warum hast Du diesen Filter im Einsatz ?
    Ich lasse mich ja gerne belehren, man lernt ja schließlich nie aus ! :winking_face:

    Viele Grüße, Gerd

  • HI

    Also solche Filter sind von ihrer Leistung her schon extrem, aber wie Torsten schon schrieb, sie sind nicht ganz so einfach in der Anwendung und brauchen auch etwas Pflege, bzw. einen ordentlichen Besatz an grabenden Tieren. So etwas in einem externen Becken zu betreiben halte ich für eine gute Sache, denn da kann man jederzeit eingreifen und das Teil im schlimmsten Fall auch aus dem Kreislauf nehmen. So etwas in einem normal eingerichteten Aquarium halte ich für eine Zeitbombe, egal wie viel Aufwand man in die Pflege steckt. Hatte ja selber mal 1,5 Jahre so ein System, bis auf eine massive Borstenwurmpopulation die mir eine Muschel gekillt hat gab es keine Probleme. Aber als ich beim Abbau sah wie der Sand an den Stellen aussah an die ich nicht so leicht rankam, da wurde mir schlecht. Noch ein paar Monate, vielleicht auch ein Jahr oder zwei, aber irgendwann hätte ich massive Probleme bekommen.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Zitat

    Original von Korallenwelt
    Da wirst Du sicher eine Menge Antworten bekommen. Wir machen sowas ja hier auch, wie ich schon schrieb!

    Die Schichthöhe beträgt 20cm, durchströmt wird mit 800 Liter pro Stunde und Quadratmeter, wobei sich das Wasser natürlich immer den Weg des geringsten Widerstandes sucht.
    Wenn ich einen höheren Bodengrunde oder Bodenfilter installieren würde, dann nur auf diese Weise: also das Wasser immer RAUS aus dem Boden, NIEMALS einsaugen.

    Gerd: Nitrat wird natürlich abgebaut, aber Phosphat sammelt sich an, wenn die Strömungsrichtung IN den Boden hineingeht.

    Was natürlich trotzdem nicht passieren darf: Wenn die Durchströmung für längere Zeit ausfällt, löst sich die Biomasse Deines Bodenfilters in Wohlgefallen auf.
    Ich habe eine 5cm Klarwasserschicht darunter, die mit dem Oberflächenwasser verbunden ist, das könnte die Sauerstoffzehrung vielleicht eine Weile verzögern.
    Aber über mehrere Tage darf die Strömung sicherlich nicht ausfallen.

    Ich würde das gerne machen, aber ohne DSB sondern mit Korallenbruch ganz grob also,
    so 3-4 cm lange 0,3 - 0,8 cm dicke Korallenäste und dann dadurch ca. 1-2m³/h, bei einer
    Kiesschichthöhe von 3-5 cm, also da es quasi nicht vestopfen kann und KLAR ausströmend
    ins Becken, andersrum ist bekloppt, das ist klar.

    Was hälst Du von sowas Thomas/Jens?


    MfG Philipp

  • Hallo Philipp,

    gibt es einen besonderen Grund das du unbedingt den groben Korallenbruch verwenden möchtest?

    Ich hatte den leider in meinem Seepferdchenbecken, mit dem Erfolg das Futtereste darin verschwinden und schön vor sich hin gammeln. Auch die grabenden Tiere fühlen sich darin nicht besonders wohl, nur die Borstenwürmer schien das nicht zu stören.

    Gruß
    Benjamin

  • Hohe Anstromgeschwindigkeiten und durch die Besiedlung mit Bak's eine hohe
    Denitrifizierungskapazität, da das Material aber sehr grob ist, kommt da immer
    Sauerstoff dran und mir kippt der Boden nicht um.

    Das max. adulte Achaster dann zum Einsatz kommen können, ist mir klar.
    Da ich privat immer mit Spritze oder mit "platziertem" Futter arbeite passiert es weniger.

    Grob über setzt: "Stellt euch den Bodengrund wie Keramikröhrchen vor".


    MfG Philipp

  • Hallo Philipp,
    Benjamin hat das ja schon sehr schön beschrieben, grabende Tiere finden grobes Material nicht so toll, außer Borstenwürmern, denen ist so ziemlich alles egal. Futterreste werden sich mit Sicherheit irgendwo festsetzen und fröhlich vor sich hin oxidieren (und dabei PO4 und NO3 produzieren).
    Hier in Berlin gibt es einen Händler, der felsenfest davon überzeugt ist, dass ein Meerwasserbecken nur dann ordentlich laufen kann, wenn man einen großen Filter viel grobem Korallenbruch hat. Ich habe dem ganzen mal den Namen "Berliner Schlammfilter" gegeben, fanden einige Leute nicht so lustig....die meisten Becken auch nicht.Der gleiche Händler hat mir gegenüber auch mal geäußert, dass älteren Fischen im allgemeinen und Doktoren im speziellen die Schuppen und die Flossenstrahlen abfallen, den Menschen gehen mit höherem Alter ja auch die Haare aus.

    Wenn Du schon einen Unterbodenfilter bauen willst, dann nimm relativ feines Material und pack da ordentlich grabende Tiere rein um den Dreck rauszuholen. Beströmung von unten ist ja klar. Und mach das bitte in einem Extrabecken damit Du im Notfall eingreifen kannst.

    Viel Glück

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Für mich stellen sich 2 Optionen, Flachkiesbett aus Sand oder Grob Boden mit Bodenfilter.

    Ich tendiere auch eher zu dem üblichen Flachsandboden mir passenden Achastern,
    aber ich hab die Idee schon seid Jahren das mit dem Bodenfilter, wenn ihr sagt das
    ist grenzwertig hab ich schon mal einen Meinung mehr, weil DSB ist nicht mein Fall,
    wenn da ein Strom ausfall kommt, wars das.

    Naja ich guck mal :smiling_face:

    Ich finde die Idee trotzdem klasse.

    Ich meine sowas (Skala 1mm)
    http://www.teichratgeber.de/ma_substrate_kb.jpg

    MfG philipp

  • hi,

    bodenfluter sind ja keine erfindung der neuzeit und verschwanden bald wieder von der bildfläche.

    das war zur zeit der fisch- und später scheibenanemonen-weich-/lederkorallenbecken etc.....

    sie verschwanden aufgrund ihrers schlechten handlings.

    aber probieren geht über studieren - gerade in der meeresaquaristik. :smiling_face:

  • Wenn ich das probieren wollte, wie und woraus baut man eine vernümpftige Bodenplatte:

    - V4A
    - ABS
    - PVC
    - ...

    wie hoch sollte die Klarwasserunterspühlzone sein ?

    Bzw. hat wer ein Schema zum bauen irgendwo, wo ich mir das mal anschauen kann ?


    MfG Philipp

  • Hallo Philipp,

    Nitratabbau findet nur in sauerstoffarmen Bereichen statt. Aber in Deinem Kieshaufen hast Du nur sauerstoffreiche Bereiche. Da wird dann Nitrat produziert. Genau so soll es ja auch sein und wird im Suesswasser genau deswegen so gemacht.

    Gruß
    Roger

  • Hallo Phillipp,

    ich habe einen solchen Doppelboden vor 2,5 Jahren im TB installiert. Er dient als Auslauf für den Schwefelnitratfilter, der zwar zunächst durch eine Art Kalkreaktor läuft, aber doppelt gemoppelt hält bekanntlich besser. Außerdem läuft das Wasser aus dem Abschäumer erst durch die Bodenschicht, damit kein freies Ozon ins Wasser kommt. Der Unterkonstruktion besteht aus kleinen geschlitzten Kassetten (ehem. von Eheim glaube ich), die man miteinander verbinden kann und oben drauf liegen 5-6cm grober Korallensplit.

    Ich habe bislang nichts Negatives feststellen können und allen Insassen scheint es gut zu gehen. Ich pflege allerdings keine SPS, sondern eher die "harten Sorten", die natürlich auch den einen oder anderen Fehler anstandslos wegstecken.

    Gruß,
    Gerold

  • Phillip, ich dachte Du wolltest das UNBEDINGT machen, so habe ich es aus dem anderen Fred verstanden.
    Letztendlich macht es eigentlich keinen Sinn, gegenüber einer normalen 2cm Sandschicht mit grabenden Tieren darin.
    DENN: Du verlierst ja mindestens 10cm Beckenhöhe, die Dir am Ende für ein schönes Riff fehlen.
    Grobes Sediment geht natürlich nicht, weil es, trotz Gegenströmung eine ordentliche Phosphatfalle ist.
    Feiner Sand mit Tieren wäre in Ordnung, aber bringt eigentlich nichts, außer in einem Filtriererbecken, wo schnell und oft sehr viele Nährstoffe anfallen.
    Für einen Normalaquarianer erschließt sich mir der Sinn nicht.

    Gerd: Warum hast Du diesen Filter im Einsatz ?
    Ich lasse mich ja gerne belehren, man lernt ja schließlich nie aus !

    Gerd, Du hast den anderen Fred scheinbar nicht verfolgt:

    Es ist ja relativ unmodern geworden, ein Aquarienbuch zu lesen und sich in der Einfahrphase eines Aquariums etwas mit biologischen und chemischen Grundlagen zu befassen und zu begreifen, was da eigentlich passiert.
    Stattdessen wird "geschüttet" was das Becken aufnehmen kann. Wir als Dekohersteller sind dann immer mal die Leidtragenden :thup

    Seit einiger Zeit werden ja, neben diversen Wundermittelchen und Bakterien in Ampullen (Mein Mikrobioprof würde sich schütteln vor Lachen!) auch wunderbare Schlammpackungen und ähnliche Produkte an den Mann und die Frau gebracht.

    Ich will hier nicht ketzerisch werden und akzeptiere gern, daß engagierte Aquarianer oder solche mit "salzigem Daumen" damit auch gute Resultate erzielen können, keine Frage.

    Die entscheidende Frage für mich ist:

    Bekommt der Aquarianer für dasselbe Geld vielleicht etwas deutlich Besseres, was man auch wirklich als lebenden Sand bezeichnen kann?

    Nach zwölf Monaten intensiver Versuche, kann jeder für sich das Ergebnis im Geiste eigentlich schon vorweg nehmen!
    Ich glaube einfach nicht, daß feuchter Sand in bunten Plastiktüten biologisch sinnvoller ist, als wirklicher Korallensand in dem der geneigte Käufer schon große Mengen Tiere mit bloßem Auge erkennen kann, von dem was er nicht sieht ganz zu schweigen!
    Wenn man dann noch bei der ausgelieferten Ware sogar die Abbauleistung beziffern kann und der Kunde diesen frischen Sand innerhalb von 12-24 Stunden in den Händen hält, hat er vielleicht etwas, was eine Menge Geld für lebende Steine oder diverse Wundermittel einsparen kann.

    Allerdings habe ich mir das wesentlich einfacher vorgestellt, als es in der Praxis funktioniert und habe daher mit der Uni Rostock und der Uni Hamburg eine Kooperation vereinbart, wo genau diese Dinge durch Diplomanden über einen längeren Zeitraum untersucht werden soll.
    Darüber wird zu berichten sein, im September geht es im großen Maßstab los.

    Das Pilotbecken hier hat 2 Quadratmeter Oberfläche und 20cm Schichthöhe. Darin verschwindet ein mittlerer Dorschkopf innerhalb von einer Woche bis auf die Knochen.

    Wer mit solchem Bodengrund sein Becken startet und keine großen Fehler macht, könnte einigermaßen erfolgreich sein. Das ist zumindest mal meine theoretische Meinung. Ob es in der Praxis funktioniert, wird das kommende Jahr zeigen!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

    Einmal editiert, zuletzt von Korallenwelt (15. Juli 2009 um 16:03)

  • Zitat

    Original von Korallenwelt Darin verschwindet ein mittlerer Dorschkopf innerhalb von einer Woche bis auf die Knochen.

    Buaaahh, das nennt man dann wohl "semiquantitatives Verfahren", oder? Geile Idee um die Aktivität der Borsties und der Krebse zu testen, für einen Test der bakteriellen Aktivität solltest Du Walknochen nehmen und dann vorher und nachher den Fettgehalt der Knochen messen. Frag doch mal bei Deinen Kumpels im Ozeaneum, vielleicht haben die noch was rumliegen

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Das ist leider nicht vergleichbar Philpp, denn im Meer kommen auf jeden Quadratmeter Bodenfläche hunderte Kubikmeter Wasser und immer absolute Sauerstoffsättigung!
    Wenn man zumindest Letzteres immer hundertprozentig garantieren kann, wäre es einen Versuch wert.

    Wenn Du mit einem Spaten in´s Watt stichst und schaust, was Du da in nur 30cm Tiefe findest, dann gehe mal davon aus, daß Du sowas nicht wirklich in Deinem Aquariensystem haben willst (oder zumindest Deine Fische nicht!) :thup

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  • Da ich aus gezielten Sammelaktionen weiss wo der Wattwurm wohnt,
    stimm ich Dir da vollkommen zu :smiling_face:

    Aber ich möchte das mit der Sauerstoffsättigung halt versuchen in einem Testbecken.

    Ich würde einen relativen Durchfluss von 2-3m³ pro m² durch losen groben Korallenbruch
    ausblasen und dann im Filterbecken die Denitrifizierung durchführen, mittels Caulerpabecken,
    ohne "Mirical Matsch".

    Ich bräuchte nur mal einen Bauvorschlag und ein paar Tipps :smiling_face:

    Was ich als Bodenplatten nutzen kann, ich würds ja mal Testen.


    MfG Philipp

  • Hi Philipp,

    ich würde Lichtrasterplatten benutzen, die sind biegesteifer. Darauf ein Fließ? und oder groben Korallenbruch, so wie bei Jaubert glaube ich auch. Darauf kommt bei Jaubert dann allerdings feiner Grund.

    Gruß
    Benjamin

  • Ich habe einfach eine Lichtrasterplatte genommen und darauf Teichfließ gelegt, geht wunderbar und kostet nicht viel.

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