Wie Weißkehldoktor haltbar?

  • Hallo Salzfreunde!

    Keine Angst, ich habe nicht vor mir einen Weißkehldoc zu halten, bzw. nicht in diesem Becken.
    Habe vor mir ein größeres Becken anzuschaffen, hab so an ca. 500-1000L gedacht je nachdem.
    Kann auch noch Jahre dauern bis es soweit ist, das weiß ich jetzt noch nicht genau. Aber der Fisch weckt in mir großes Interesse, vielleicht auch gerade, weil er so schwer haltbar ist.


    Meine Frage ist:
    Der Weißkehldoc ist bei manchen gar nicht haltbar und bei anderen sehr gut haltbar.
    Bei einem Händler starben 6 Fische und der 7. überlebt und ein anderer meint, er habe im Laufe der Jahre in seinem 1000L Becken schon locker 20 Weißkehldocs gehabt und alle nach max. 6 Monaten tot.

    Sollte man den Doc als einzigen Doc halten oder brauch er besonders gute Wasserwerte? Wer würde mir von Erfahrungen berichten bzw. was viele falsch bzw. richtig machen!? Wenn man das so sagen kann.

    Habe großer Interesse an dem Fisch und würde ihn irgendwann gerne halten, wenn das entsprechende Becken eingefahren ist usw.

  • Alle Doktorfische der Gattung Acanthurus sind schnelle Schwimmer und benötigen viel Platz. Auch wenn sie ein ausreichendes Nahrungsangebot haben, so ist der Drank zum schwimmen vorhanden. Bei der Kraft die solche Tiere haben ist selbst ein 2m Becken in Sekunden durchschwommen.

    Da die Tiere meistens mit zu wenig "auslauf" gepflegt werden, sind viele Verhaltensgestört und schwimmen dann entweder immer die gleichen Strecken, oder werden sehr Aggressive. Zusätzlich führt diese meist zu Stress bedingten Krankheiten, und es sind Fälle bekannt wobei man dann den ganzen Fischbestand verloren hat.

    Mein Meinung ist daher ganz klar: Fische der Gattung Acanthurus nur in Becken ab 6m Länge und vielen Tausend Litern.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • @ Claudia
    Danke für den Link, hatte ganz vergessen da nachzuschauen.

    @ Peter
    Alles klar. Dann kommt das meistens wohl von dem zu geringen Platz, den das Tier hat.


    Der Fisch bekommt ja oft die Pünktchenkrankheit. Jedoch besteht diese Krankheit ja aus Parasiten, die man bei richtiger Behandlung auch aus dem Becken verbannen kann bzw. wenn man Glück hat und sich diese nicht durch einen Fisch einfängt Wie kann es sein, dass das Tier diese Krankheit bekommt, obwohl man z.B. gar keine Erreger der Krankheit im Becken hat??

  • Zitat

    Wie kann es sein, dass das Tier diese Krankheit bekommt, obwohl man z.B. gar keine Erreger der Krankheit im Becken hat??


    die Erreger sind in jedem Becken immer latent vorhanden. Ein gesunder Fisch mit intaktem Immunsystem hat aber genügend Resistenzen gegen die Schwärmerstadien der Krankheitserreger.
    Es gibt nur einige wenige Kandidaten an Paracanthurus und Acanthurus, bei welchen die empfindliche Fisch-Psyche über Ausbruch der Krankheit entscheidet.

    Für Leucosternon würde ich jetzt nicht gleich unbedingt die Beckengröße wie von Peter gedacht, vorschlagen. Allenfalls, wenn andere Freßkonkurrenz in Form anderer Doktoren vorherrscht. Ansonsten sehe ich für einen Weißkehl ab 1500Ltr. aufwärts als ausreichend an. Sie haben zwar Bewegungsdrang; im Gegensatz zur Schwimmaktivität eines Palettendoktors aber eher unterentwickelt.

    Servus
    Stefan

  • Ich habe so viele davon sterben gesehen....

    Schade um die wirklich schönen Tiere! Laß es!
    Im Fischbecken haben die ganz gute Überlebenschancen, aber im Korallenbecken ist die erfolgreiche Haltung die Ausnahme, leider!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Zitat

    Im Fischbecken haben die ganz gute Überlebenschancen, aber im Korallenbecken ist die erfolgreiche Haltung die Ausnahme, leider!


    ich sehe es genau anders herum.
    Fischbeckenhaltung ist purer Streß für die Tiere!
    Vor noch nicht all zu langer Zeit glaubte man auch noch, dass Leucosternon empfindlich auf Nesselgifte der Korallen reagierten,- absoluter Käse.
    Meine beiden Weisskehls nun im bereits 5.Jahr, ohne UV, Ozon nur in homöopathischer Dosis alle 8 Wochen vielleicht. Beide seit Anfang an im Riffbecken.

  • Zitat

    Original von Stefan C.


    ich sehe es genau anders herum.

    hi,

    sehe ich auch so....also andersherum :]

    gerade in korallenbecken mit grossem korallenbesatz, strukturiertem aufbau und passendem "beifisch"-besatz
    sind sie putzmunter und gesund.

    UV lampe halte ich auch nicht für unbedingt notwendig - ist m.e. eher ne beruhigung für den pfleger.

    evtl. dann nützlich, wenn die beckenparameter sonst nicht ganz im lot sind.

  • Bei dem Händler, bei dem jetzt der 6. Doc überlebt hat, der hat ein SPS Becken mit anderen Doc's. Er hat nur einen bestimmten Doc rausgenommen und es dann probiert und der 6. hat es dann geschafft. Ob es jetzt wirklich nur an diesem anderen Doc lag weiß ich nicht, weiß leider auch nicht mehr welcher das war den er rausgenommen hatte.

    Sollte man den DOC gleichzeitig mit anderen Docs einsetzen, oder geht auch nachträglich? Vertragen sie sich mit Palettendocs?
    Also alle Fragen nur interessehalber, nicht, dass ihr denkt ich setze jetzt in meine 130L Pfütze ne Herde Doktoren!!!
    Aber ein "großes" Becken soll irgendwann kommen.


    @ Stefan C.

    1.
    In deinem Bild ist ganz rechts der Kopf eines Prachtkaisers zu sehen, ist glaub ein Prachtkaiser, oder?
    Geht der denn nicht an deine Korallen ran? Welche Korallen hast du? Eher SPS, LPS oder Weichkorallen? Sieht auf dem Bild nach SPS aus.

    2.
    Torsten Sause schrieb mir mal in einem anderen Thread, dass die Erreger immer durch Fische eingebracht werden und nicht dauerhaft im Becken sind. Nur bei manchen Becken überleben sie so lange, dass man meint, dass die in jedem Becken seien. UV hilft auf jedenfall diese abzutöten.
    Was stimmt jetzt?

  • Hai,
    in dem Becken mit LPS, SPS, Weichkorallen etc. leben neben dem Navarchus auch noch ein Imperatoren-Paar. Keine Probleme....; ausser Krustenanemonen und Glasrosen, beides nicht haltbar.
    Das Wasservolumen beträgt 5m³ netto.

    Wie in den Haltungsbedingungen beschrieben, sind auch nur aus gewissen Fanggebieten und zu gewissen Jahreszeiten die Weisskehls zur langfristigen Aquarienhaltung geeignet. Leider wissen das oft nicht einmal die Fischverkäufer. :O
    Einen Weisskehl in ein vorhandenes Becken mit Fischbesatz ohne Probleme einzusetzen, ist meist ein Glücksfall. Ich habe mich jahrelang gegen eine Haltung verwehrt, bis ich einen betagten Weisskehl geschenkt bekam. Der war rund und gesund bis zu seinem wohl natürlichen Tod.
    Hört sich vielleicht überheblich an, ist aber nicht so gemeint: man braucht das nötige Händchen und Feingefühl, wie die Fischgesellschaft und Hierarchie im Becken zusammengestellt ist. Das Gefühl dafür lernt man nur durch Beobachtung. Sind die Chef-Rollen schon an Zebrasoma (Hepatus ist auch ein Leitfisch, genau wie Veliferum etc. ) vergeben (je nach Beckengröße) , -gibt es bereits ab und zu Reibereien zwischen den Leitfischen, braucht man sich über einen nachzusetzenden Weisskehl keine Sorgen mehr machen; denn das ist dann von vorne herein ein Todeskandidat.

    Zitat

    Bei dem Händler, bei dem jetzt der 6. Doc überlebt hat, der hat ein SPS Becken mit anderen Doc's. Er hat nur einen bestimmten Doc rausgenommen und es dann probiert und der 6. hat es dann geschafft. Ob es jetzt wirklich nur an diesem anderen Doc lag weiß ich nicht, weiß leider auch nicht mehr welcher das war den er rausgenommen hatte.


    das ist wieder ein Beispiel eines 'es-muß-doch-endlich-einmal-funktionieren' Fisch-Verheizers :angry_face: , der nichts vom Metier versteht. :face_with_rolling_eyes:
    Torsten Luther hat in gewisser Weise schon recht: es sterben einfach zu viele der Fische, -die meisten aber an falschem Ehrgeiz durch die Halter.

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (14. März 2009 um 21:10)

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