Hilfe! Totgeglaubter Bipartitus-Lippfisch halbtot wieder aufgetaucht

  • Hallo!

    Puh, es eilt. Das Wichtigste steht ja schon oben.

    Vor mittlerweile 9 Tagen haben wir zu unserer doch etwas einsamen Bibi zwei weitere M.bipartitus Lippfische gekauft. Beide deutlich kleiner und ebenfalls Nachzuchten. Sie verschwanden natürlich gleich im Sand. Am nächsten Tag konnten wir kurz beide neuen Bibis sehen, danach tauchte nur noch einer regelmäßig auf. Er wurde zunächst von mehreren Fischen gejagt, scheint aber seit ein paar Tagen akzeptiert zu sein, frisst und ist den ganzen Tag auf.

    Den dritten Lippi haben wir seit dem ersten Tag nach dem Einsetzen nicht mehr gesehen - bis jetzt. Ich gucke gerade ins Becken, und da liegt sie hechelnd und ganz schwach am Boden :winking_face_with_tongue: Was mache ich denn jetzt mit dem armen Fisch? Bibi 3 hat seit über einer Woche nicht fressen können (vermute ich), weil sie ja nie aus dem Sand hervorgekommen war. Jetzt ist sie super schwach und liegt nur in der Ecke

    Hat jemand noch eine Idee, wie ich Kalorien in den kleinen Fisch bekomme? Oder was sonst helfen könnte?

    Vielen Dank!
    Christiane

  • hi christiane,

    seid wann gibts denn lippis als nachzucht?

    nun, entweder "sie" frisst oder.....

    eigentlich fressen lippfische alles mögliche an tierischem meeresfutter.

    was hast du denn bislang versucht ?

    gibts ein foto?

    wird er von den anderen in ruhe gelassen?

  • Hallo, Joe,

    laut der Aussage unseres Händlers werden in den USA schon deutlich mehr Fische nachgezüchtet als hier. Er bestellt dort regelmäßig (er importiert auch für andere Händler, ist also eine Art Zwischenhändler) und bekommt nicht nur verschiedene Lippfische, sondern z.B. auch Zwergkaiser oder Mirakelbarsche als Nachzuchten.

    Unsere "Bibi 3" hat es jedenfalls hinter sich. Nach zwei Krampfanfällen innerhalb weniger Minuten war es endlich vorbei :frowning_face: Wir hatten zwar nicht mehr damit gerechnet, den Fisch noch mal wiederzusehen, aber dass er so lange im Sand versteckt war (lebend!) und jetzt doch gestorben ist, ist schon traurig. Vor ein paar Tagen habe ich vorsichtig jede Stelle Sand, an die ich drankam, durchpfügt, aber nichts gefunden.

    Ein Chance hatten wir wohl eben nicht: Zwischen dem Auftauchen des Fisches und seinem Tod sind nicht einmal eineinhalb Stunden vergangen. In der Zeit lag er schwer atmend auf dem Boden und guckte natürlich das Frostfutter nicht mal an.

    Trotzdem danke für deine Antwort,
    Christiane

    p.s. Kennst du mich eigentlich? Wir waren schon ein paar Mal in der Korallenfarm, wir sind die zwei aus Kassel :winking_face:

  • Zitat

    Original von Azalee
    p.s. Kennst du mich eigentlich? Wir waren schon ein paar Mal in der Korallenfarm, wir sind die zwei aus Kassel :winking_face:

    ...

    ach, ihr seid das :]

    das mit dem fisch tut mir leid, aber manche dinge sind nicht zu steuern und nachzuvollziehen. :frowning_face:

  • Christiane,

    glaube nicht alles was dir dieser Händler erzählt, denn es ist Unsinn.

    Es werden noch keine Lippfische Gewerblich gezogen und auch keine Zwergkaiser. Nur eine Firma in Hawaii hat mal einige Zwergkaiser nachgezogen.

    Was kommerzielle gezogen wird sind einige Großkaiser (asfur, maculous etc) diese sind schön und haben eine erstklassige Qualität. Meist kommen diese aus Taiwan. Daneben gibt es natürlich natürlich das bekante NZ Programm aus Anemeonenfischen, Riffbarschen, Pseudochromis, Mirakelbarschen und Grundeln.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo, Peter,

    das wäre ja ein Ding, wenn diese Info gar nicht stimmen würde. Bislang hatte ich allerdings noch nie Grund, an den Aussagen dieses Händlers zu zweifeln. Einmal ging es um Zwergkaiser (C.ferrugata), von denen er bei einem Besuch noch zwei Nachzuchten hatte. Die beiden vertrugen sich aber nicht wirklich, so dass wir ein Pärchen bestellten. Als es endlich kam, sagte er uns, es seien allerdings keine NZn, sondern Wildfänge, weil er diese besagte USA-Bestellung seltener macht.
    Was ich sagen will: Wäre das alles Unsinn mit den Nachzuchten, dann hätte er doch bei unseren bestellen Zwergen das gleiche erzählen können...? Und es war klar, dass wir sie so oder so nehmen würden.

    Ich weiß ja (leider auch aus eigener Erfahrung), dass viele Händler einem alles erzählen würden, damit man bei ihnen kauft. Aber so krass? Kann ich das irgendwo nachforschen wegen der US-Nachzuchten? Beim nächsten Besuch bohre ich da auf jeden Fall mal nach...

    Viele Grüße,
    Christiane

  • Christiane,

    ich bin selber Züchter und im Kontakt mit Züchtern der ganzen Welt. Glaube mir, wenn jemand in kommerziellen Mengen Lippfische und Zwergkaiser gezüchtet hätte würde ich das Wissen - du wirst da leider verarscht :winking_face:

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo!

    Ich muss euch noch mal um Hilfe bitten, diesmal geht es um den zweiten der beiden nachgekauften Bipartiti.
    Vor ein paar Tagen sah ich ihn plötzlich verkrümmt schwimmen. Das hat sich seither nicht mehr verändert. Er gerät immer wieder in eine senkrechte Lage, trudelt regelrecht, legt sich immer wieder lange Zeit (zum Verschnaufen?) auf den Boden, der Rücken ist s-förmig verdreht/verkrümmt, und er paddelt wie irre mit den Brustflossen, um sich fortbewegen zu können. Trotzdem allem frisst er gierig und zeigt auch sonst keine weiteren Symptome, wie Pünktchen, Verletzungen, Verblassungen etc. Insgesamt sind es exakt die Symptome, die hier beschrieben werden. In dem Thread betraf es auch einen Lippi, der sich zum Glück erholen konnte.

    Kann jemand etwas zu diesem Krankheitsbild sagen? Können wir etwas für den Fisch tun? Sind die anderen Fische (sehen alle gesund aus) in Gefahr, weil es vielleicht etwas Ansteckendes ist?

    Danke für eure Hilfe,
    Christiane

  • Hallo Christiane,

    da muss ich Peter leider zustimmen. Auch wenn in dem alten Beitrag andere Schlussfolgerungen getroffen wurden. Ich kenne dieses Krankheitsbild nur mit folgender Ursachen:

    1. Der Fisch versteckt sich beim Händler während des Fangvorgangs im Sand und wird von ihm mit dem Kescher herausgebuddelt und dabei an der Wirbelsäule verletzt. Habe ich zig mal erlebt, dass die Lippis danach bleibende Schäden erlitten haben.

    2. Der Besitzer "schaufelt" im Sand, um seine Lippis zu finden. Auch hier sind mir mehrere Fälle bekannt, wo bei noch sehr kleinen Fischen das Aufstöbern im Sandversteck zu Wirbelsäulenschäden geführt hat.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hi,

    ich finde die Begründung über die Fangmethode und folgender Wirbelsäulenverletzung prinzipiell einleuchtend, aber warum schwamm der Fisch dann ca. anderthalb Wochen völlig normal und ohne irgendeine Auffälligkeit bei uns herum?

    Wäre eine andere Erklärung, dass der Lippi sich beim Eintauchen in den Sand selbst verletzt hat? Es täte mir ja furchtbar leid, aber durch unsere zwei fleißigen Wardiis ist der Sand nunmal nicht immer überall hoch, sondern es gibt (wandernde) flache Stellen.

    Übrigens - vielleicht ist es in meiner Hoffnung nur Einbildung - sieht es im Verlaufe des Tages so aus, als wäre die Krümmung nicht mehr so ausgeprägt, die Schwanzflosse wird aber nach wie vor nicht bewegt. Vielleicht koordiniert der Fisch mittlerweile auch besser und stellt sich quasi auf die neuen Umstände ein. Wenigstens lassen ihn die anderen Fische in Ruhe, die hätten ja derzeit ein leichtes Spiel...

    Viele Grüße,
    Christiane

  • Hallo Christiane,

    sicher gibt es auch Fälle, ohne jetzt die Geschichte zu sehr zu vermenschlichen, dass sich ein Lippfisch in irgendwelchen Einrichtungsgegenständen im Sand untergetaucht einzwängt und dann mit kräftigen Bewegungen befreit und sich dabei u.U. die Wirbel verletzt. Da es darüber keine "Krankengeschichten" gibt, ist das reine Spekulation - aber gerade im begrenzten Raum eines Aquariums passieren manchmal merkwürdige Dinge.

    Entsprechende Schleimhautverletzungen von vorübergehend eingeklemmten Fischen sind mir schon bekannt. Das ist dann aber immer über dem Sand passiert. Wenn er vorher normal geschwommen ist, dann wird es wohl keine fangtechnische Läsion sein.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hi!

    Ich lege zwar allgemein recht viel Wert auf die Empfehlungen, die hier gegeben werden, aber in diesem Fall bin ich total froh, es nicht getan zu haben :grinning_squinting_face: "Bibi 2" geht es nämlich deutlich besser! Sie schwimmt mittlerweile fast wieder normal, d.h. sie kann auch die Schwanzflosse wieder bewegen, krümmt sich nicht mehr und bewegt sich sehr sicher durchs Becken. Das einzige, was noch darauf hindeutet, dass sie eine schlechte Phase hinter sich hat, ist, dass sie sich ab und zu kurz ausruht und hinlegt. Die meiste Zeit schwimmt sie aber frei umher.

    Soviel kurz als Rückmeldung. Zum Glück haben wir ihr die Chance gegeben sich zu erholen und es ertragen, sie einige Tage wirklich stark angegriffen zu sehen. Trotzdem vielen Dank für eure Hilfe!
    Christiane

  • Hallo Christiane,

    vielen Dank für die Rückmeldung. Alle guten Ratschläge aus der Ferne ersetzen natürlich nicht die eigene Entscheidung.

    Zitat

    Übrigens - vielleicht ist es in meiner Hoffnung nur Einbildung - sieht es im Verlaufe des Tages so aus, als wäre die Krümmung nicht mehr so ausgeprägt, die Schwanzflosse wird aber nach wie vor nicht bewegt.


    Wenn dann noch gute Beobachtungsgabe (keine Einbildung!) hinzu kommt und evtl. doch noch etwas Hoffnung besteht, dann gibt es manchmal auch gute Nachrichten. Hoffentlich erholt sich "Bibi2" wieder vollständig - viel Glück!

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

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