Bedenken bei Verwendung von Leitungswasser

  • Ich habe hier mal in bezug auf mein Leitungswasser zu hören bekommen: "ihr habt ja fast destiliertes Wasser!" Nun frage ich mich ob dieses nicht auch ohne Umkehrosmose, welche ich z. Zt. Nutze für den 14 tägigen, 10% igen WW in meinem ca. 400 Liter Becken geeignet ist. Hier die Angaben des Lieferers:


    Gesamthärte (GH) [°dH] 2,8

    Summe Erdalkalien (mmol/l) 0,496


    Spektr. Absorptionskoeffizient 436 nm [1/m] 0,08


    Trübung (FNU) 0,04


    Spektr. Absorptionskoeffizient 254 nm [1/m] 4,3


    pH(-) 8,8

    elektrische Leitfähigkeit bei 20°C [µS/cm] 160

    elektrische Leitfähigkeit bei 25°C [µS/cm] 177

    D (Calcitsättigung) [mg/l] 0,2

    Sättigungsindex (Calcit) [-] -0,17

    Chlorid (mg/l) 14,2

    Fluorid (mg/l) <0,1

    Sulfat [mg/l] 23,1

    Nitrat [mg/l] 7,6

    Nitrit [mg/l] 0,009

    Phosphor, ges. [mg/l P] <0,005

    Silicium(mg/l Si) 1,9

    Eisen, ges. [mg/l] 0,006

    Mangan, ges. [mg/l] 0,02

    Calcium [mg/l] 12

    Magnesium [mg/l] 3,1

    Ammonium [mg/l] 0,025

    Blei [mg/l] <0,002

    Kupfer [mg/l] 0,002

    Zink [mg/l] <0,03

    Kalium [mg/l] 1,6

    Natrium [mg/l] 11,2

    Cadmium [mg/l] <0,0002


    Aluminium, ges. [mg/l] 0,031

    Chlor, frei (CL2) [mg/l] 0,1

    Chlor, gesamt (CL2) [mg/l] 0,18

    Chlordioxid [mg/l] 0,12

    Chlorit [mg/l] 0,1

    Sauerstoff (O2) [mg/l] 10,9

    Sauerstoffsättigungsanteil [% O2] 101,1

    TOC [mg/l C] 2,0

    TIC [mg/l C] 6,4

    Permanganat-Index (Oxidierbarkeit) [mg/l O2] 0,8

    Karbonathärte (KH) [°dH] 1,7

    Säurekapazität Ks8,2 [mmol/l] 0,028

    Säurekapazität Ks4,3 [mmol/l] 0,634

    Clostridium perfringens [in 100 ml] 0

    Coliforme-TTC [in 100 ml] 0

    E.coli-TTC [in 100 ml] 0

    Enterokokken [in 100 ml] 0

    Koloniezahl 20 °C [in 1 ml] 0

    Koloniezahl 36 °C [in 1 ml] 0

    Chlorophyll a [µg/l] <0,2

    Ich habe hier den Mittelwert angegeben. Probleme mit Phosphat (gerade noch nachweißbar) oder Nitrat (unter 10) habe ich keine.

    Wenn ja, welche Parameter sollte ich noch einem Tropftest unterziehen?

  • Hallo (Jailwarrior?),
    ich habe in meiner früheren Stadt, das Wasser anfangs aus der Leitung genommen und Silikat Probleme gehabt. Also hatte ich umgestellt auf Osmose. Seit 3 Jahren wohne ich in einer anderen Stadt und habe auch ein neues Aqua aufgebaut. Jetzt habe ich wieder umgestellt von Osmose auf Leitnug, da ich mit den Cyanos und Nitrat 0,0, Po4 =0,0 zu kämpfen hatte. Gut Cyanos sind immer noch da aber alles andere hat sich eingependelt. Mag zwar nicht unbedingt was damit zu tun haben aber die Werte sind alle stabil und mit Silikat habe ich keinerlei Probleme. Ich würde es austesten, da siehst Du ja was auf deinem Bodengrund usw. abgeht. :winking_face:
    Ist aber nur meine persönliche Erfahrung. Jedes Wasser ist da anders aber zwingend notwendig ist für Wasserwechsel das Osmosewasser nicht.

    Viele Grüße
    Björn

  • Danke für die Antwort. Ich warte noch darauf, bis einer von den Cracks mir sagt, der Wert x oder x geht gar nicht oder auch nichts bedenkliches feststellt. Dann wollte ich es ausprobieren.

    Gruß Dirk

  • moin,

    das ist so eigentlich überhaupt nicht zu beantworten.

    außer bei nitratlimitierung würde ich sicher kein wasser mit dem nitratwert benutzen.

    und der wichtige silicatwert fehlt auch.

    mfg
    michael

  • Hi MBB,
    silikat mißt eignetlich kein Wasserwerk nach, da für Trinkwasser nicht relevant. Bei uns wird im Winter sogar noch Silikat dem Wasser zugesezt. Ich weiß jetzt aber nicht warum. Ist aber so.

    Gruß Micha

  • Zitat

    Original von Micha W.
    silikat mißt eignetlich kein Wasserwerk nach,

    ist schon klar.

    silicat und auch phosphat werden soweit ich weiß dem wasser zugesetzt, um die bildung von kesselstein zu verhindern.

    trotzdem ist es messbar und der wert fehlt.

    außerdem kann er stark schwanken, ganz sicher ist man also nie.

    mfg
    michael

  • Also wenn ich Euch nun richtig verstehe sollte ich zumindest mal unser Leitungswasser auf Silikat, Nitrat und Phosphat testen.

  • Moin,

    da gibt es wie immer keine genaue Antwort. Wenn Du ein Fischbecken hast, erscheinden mir die Werte gar nicht schlecht...wenn Du ein SPSD/LPS Becken fährst, kann es funktionieren.

    Du weißt eben nie, ob die Waserwerken nicht z.B. Silikat kurzzeitig beimischen....wir fahren unsere Becken seit über 2 Jahren mit Leitungswasser und haben jetzt erstmals Kieselalgen....

    Hinzu kommt noch, dass Du nie weißt, was aus dem Wasserhahn kommt....da können die Werte deutlich anders aussehen.

    Wenn wir nicht bereits eine KH von 10 (aus dem Leitungswasser) hätten, müßten wir extremes Balling betreiben. Trotz 10 % Wasserwechesl haben wir im Becken eine KH von 8-9.

    Leitungswasser ist ein Risiko, bei uns funzt es zumindest seit zwei Jahren.....

    M.f.G

    Markus

  • Also das Becken ist ein LPS/Weichkorallenbecken mit geplantem dichten Fischbesatz, daher starke Abschäumung. Denke, ich werde es zumindest mal ausprobieren, nachdem ich nochmal selbst getestet habe.

  • hi,

    in der alten korallenfarm haben wir auch bestes dortmunder pur verwandt.

    die organismen des systems haben alles verarbeitet, was an no3, po4 und silikaten ( 7mg im jahresmittel) eingebracht wurden.

    ab und an mal n klecks rotes wurde von uns geflissentlich übersehen und war nie von dauer.

    wenn ein becken startetet, halte ich es jedoch für sinnvoll, erst mal mit osmosewasser zu beginnen, um zusätzliche belastungen zu vermeiden.

  • Habe meine Becken bisher halt mit UO Wasser betrieben. Auch mein neues, was nun vier Monate läuft wurde komplett mit UO Wasser gefüllt und bisher auch nachgefüllt. Da ich aber etwa 5 Liter je Tag wegen Verdunstung nachfüllen muss und etwa im Monat 80 Liter beim WW tausche, sind das fast 1000 Liter die ich durch die UO Anlage schleuse um diese 230 Liter zu erhalten. Der Einfacherheit halber wollte ich daher mal unser Leitungswasser verwenden.

  • Zitat

    Original von jailwarrior
    Der Einfacherheit halber wollte ich daher mal unser Leitungswasser verwenden.

    moin,

    das ist wie lotto, allerdings mit größerer gewinnaussicht :winking_face:

    bei vielen klappt es, andere haben schlimme probleme.

    und das liegt nicht nur am wasser, sondern jedes becken läuft anders ( ja, ich weiß, immer wieder dieser blöde spruch ;))

    aber in meinem alten becken gab es 20j keine probleme, auch mal ww mit leitungswasser zu machen, wenn nicht genug osmosewasser vorhanden war.

    im neuen gibt es sofort massive probleme.

    am leitungswasser hat sich nichts geändert, es sind immer noch die gleichen kommunalen quellen.

    mfg
    michael

  • Moin,

    Zitat

    Original von Joe
    in der alten korallenfarm haben wir auch bestes dortmunder pur verwandt.

    ...jetzt weiß ich auch warum mir die Weichkorallen von anderen Händlern immer abnippeln und die von der Korallenfarm sich bei mir behaupten....die fühlen sich wie zu Hause :winking_face:

    Zitat

    Original von mbb
    das ist wie lotto, allerdings mit größerer gewinnaussicht :winking_face:

    bei vielen klappt es, andere haben schlimme probleme.

    und das liegt nicht nur am wasser, sondern jedes becken läuft anders ( ja, ich weiß, immer wieder dieser blöde spruch ;))

    ...obwohl alle unsere Becken das gleiche Wasser (Leitungswasser) bekommen, laufen sie doch sehr unterschiedlich....der Spruch ist zwar wirklich alt, passt aber!

    Zitat

    Original von mbb
    aber in meinem alten becken gab es 20j keine probleme, auch mal ww mit leitungswasser zu machen, wenn nicht genug osmosewasser vorhanden war.

    im neuen gibt es sofort massive probleme.

    am leitungswasser hat sich nichts geändert, es sind immer noch die gleichen kommunalen quellen.

    Zumindest in den letzten 20 jahren, hat sich die Qualität des Leitungswassers verändert. Sonst wären Grenzwerte nicht nötig. Silikat zum spülen der Leitungen wird vornehmlich im Winter von den Wasserwerken zugemischt! ....aber eben nicht immer (weil zu teuer) und das vergeht wieder! Grundsätzlich versuchen die Wasserversorger aber eine gleichbleibende Qualität zu produzieren!

    Wir haben sogar die Erstbefüllung mit Leitungswasser vollzogen und hatten bisher keine negativen Auswirkungen....(abgesehen davon, dass wir seit zwei Wochen im mittleren Becken ein kleines Fleckchen Kieselalgen haben)....
    Ich würde es ausprobieren. Du kannst zur Not (bei negativen Veränderungen) wieder mit Osmosewasser die Wasserwechsel durchführen.

    M.f.G

    Markus

  • Hallo Dirk,

    bei den von dir angegebenen Werten fällt mir zuerst Silicat negativ auf. 1,9 mg/l si sind 4 mg/l Silicat, das ist viel.
    Auch die 7,6 mg/l NO3 finde ich nicht optimal.

    Wie schon gesagt wurde: Das kann klappen mit diesem Wasser, das Risiko, dass es nicht klappt ist allerdings groß.

    Ich persönlich würde eine abwasserarme Umkehrosmose verwenden, die läuft sehr lange mit deinem weichen Wasser.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,
    danke für die Deine Aussage. Damit kann man was anfangen. Habe heute mal mein Leitungswasser getestet. Phosphat war beim Salifert 0,03 mg/l, also das kleinste was mir mein Test anzeigt, heißt Wasser war etwas verfärbt. Silikat hatte ich <0,25 mg/l (Red Sea Test), auch o. k. Aber Nitrat war dann mit Salifert zwischen 15 und 25 mg/l. Das ist mir dann doch ein wenig hoch.
    Mit der abwasserärmeren Osmose Anlage ist ne Maßnahme. Kann jemand eine empfehlen? Habe z. Zt. eine AquaMedic, ich glaube easy line 90 oder so.
    Habe auch schon über einen Ionenaustauscher nachgedacht. Werde mich dazu aber erstmal etwas einlesen, da ich mich damit und seinen Folgekosten noch nie auseinandergesetzt habe. Da mein Wasser nicht besonders hart ist, könnte das auch ne Alternative sein. Die Gesamthärte werde ich aber auch dann selbst noch mal gegen messen, da oben nur die Mittelwerte angegeben wurden.
    Brauche ja etwa 230 l im Monat.

    Einmal editiert, zuletzt von jailwarrior (31. Dezember 2008 um 17:43)

  • Hi Armin,
    ich glaube diese Einstellung kann ich bei mir machen. In der Bedienungsanleitung ist jedenfalls von einem Durchflussregler die Rede. Jedoch soll das Verhältniss Reinwasser: Abwasser 1:4 eingestellt werden. Kann ich das problemlosauf 1:2 oder so regeln?

  • servus

    ich denke mal der durchflussregler is nen spülventil.das verhältnis kann man soweit ich weiß nur verkleinern indem man den druck der hauptwasserleitung steigert,zb durch ne druckpumpe.oder vor den druckminderer im haus geht is bei uns aber leider nich möglich da dort kein anschluß mehr is leider.

    haben nämlich normal 6,5 bar nach dem druckminderer sinds aber nurnoch 4bar reicht aber noch.

    gruß marko

  • Hallo Dirk,

    das Spülventil ist normalerweise gleichzeitig der Durchflussregler: Ventil auf = Spülen, Ventil fast zu = Betrieb.

    Ein Reinwasser/Abwasserverhältnis von 1:4 entspricht nicht mehr der heutigen Technik und der ökologischen Vernunft.
    Ich habe unter ungünstigsten Bedingungen (sehr hartes Wasser und 4. Stockwerk=geringer Wasserdruck) meine
    alte UO mit 1:2 betreiben können. Inzwischen, mit Boosterpumpe, ist das Verhältnis 1:0,5.

    Überprüfen kannst du den Betrieb deiner UO-Anlage mit einem Leitwertmessgerät: Wenn der Leitwert des Ausgangswassers
    höchstens 5% des Leitwerts des Leitungswassers beträgt, ist die Einstellung oK.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin und @ all,
    irgendwie kann ich an dem "Durchflussregler" nichts einstellen. Jedenfalls habe ich noch nicht rausgefunden wie. Vielleicht weiß ja jemand ob und wie man an den AquaMedic UO Anlagen was einstellen kann.

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