C.ferrugata - Hautabschürfungen

  • Hallo!

    Unser Ferrugata-Männchen hat auf einer Seite - vermutlich wegen Scheuerns aufgrund von Pünktchen in den ersten Tagen nach dem Einsetzen (jetzt sind nur noch minimal welche zu sehen) - etwas Hautabschürfungen. Sie scheinen ihn zu jucken, jedenfalls scheuert er sich dort manchmal noch und drängte sich neulich unseren Putzergarnelen fast schon auf.

    Kann ich außer vitamin- und knoblauchreichem Futter noch etwas tun, um den Heilungsprozess zu beschleunigen? Ektozon soll ja beispielsweise geeignet für die Anwendung im Meerwasser sein, oder? Ist das eine Möglichkeit? Oder vielleicht Easy Life oder Tetra Aqua Safe?

    Danke für eure Tipps!
    Christiane

  • Hi,

    okay, kein Aqua Safe. Aber vielleicht gibt's sonst eine Möglichkeit, die Heilung zu beschleunigen?

    Hier sind noch zwei Fotos. Allerdings sieht es in Wirklichkeit ein kleines bisschen schlimmer aus - etwas größer und "deutlicher" als es auf den Fotos rüberkommt.

    Viele Grüße,
    Christiane

  • Hallo Christiane,

    statt Ektozon kannst Du auch Sera ectopur geben, welches ich persönlich für etwas wirksamer halte (=gleiche Wirkstoffe, aber etwas höher konzentriert). Allerdings darfst Du von diesen "korallenverträglichen" Mitteln keine Wunder erwarten.

    Wenn aktuell die Pünktchen gerade abgenommen haben, solltest Du die Geschichte weiter gut beobachten. Evtl. kommen sie in größerer Zahl zurück. Hast du eine UV-Anlage mitlaufen ?

    Mit Ektozon bzw. Ectopur kannst Du evtl. verhindern, das die Wunde verpilzt oder sich übermäßig mit Bakterien infiziert.

    Zu den Pünktchen kannst Du dir die folgenden Artikel durchlesen. Dort steht am Ende auch, was man noch zur Unterstützung machen kann. Eine wertvolle Unterstützung ist Beta Glucan, ein Immunstimmulanz aus der Apotheke (Kapseln). Man kann damit Frost- oder Trockenfutter anreichern. Ist allerdings nicht ganz billig.

    Weißpünktchenkrankheit
    Herstellung von Medizinalfutter

    Zu Aqua Safe hat Peter schon was geschrieben - und EasyLife bringt hier auch nichts.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo, Thorsten, danke für deine Antwort. Die Pünktchen sind tatsächlich wieder sichtbar, nachdem einige Tage Ruhe war. Das entspricht ja auch dem Erregerzyklus.

    Die Artikel kenne ich. Das Anreichern des Futters mit Malachitgrün macht ja leider nur Sinn, wenn man die betroffenen Fische gezielt füttern. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich verhindern kann, dass unsere beiden Lippis und drei Grundeln mitfressen.

    Eine starke UV (36W bei 300l) läuft seit ca. 2 Monaten.

    Leider weiß ich nicht, warum überhaupt die Pünktchen ausbrechen. Wir hatten das schon einmal bei neu eingesetzten Fischen (Gramma loreto), die letztlich nicht nur selbst starben, sondern auch drei weitere Fische mitrissen. Damals lief allerdings noch keine UV. Von der erhoffe ich mir, dass sie zumindest die Übertragung auf andere Fische verhindert. Trotzdem wüsste ich wirklich gerne, wie wir das in Zukunft verhindern könnten. Es ist ja quasi immer eine Zitterpartie, wenn neue Fische kommen...

    Die Vermutung unseres Händlers ist ja übrigens, dass unsere Dichte zu hoch ist. Näheres dazu habe ich unter "Wasserchemie" in meinem Refraktor-Thread gepostet.

    Ich gebe jetzt also Ektozon ins Becken (das Mittel haben wir hier). Da passiert dann aber nichts, gell? Also, an den Wirbellosen :winking_face:

    Danke und viele Grüße,
    Christiane

  • Zitat

    Original von Azalee
    Das Anreichern des Futters mit Malachitgrün macht ja leider nur Sinn, wenn man die betroffenen Fische gezielt füttern. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich verhindern kann, dass unsere beiden Lippis und drei Grundeln mitfressen

    In dem sehr begrenzten Raum des Aquariums sind eigentlich immer alle Fische mitinfiziert. Auch wenn man es optisch nicht immer und bei jeder Spezies sofort wahrnimmt. Eine selektive Infektion nur von einigen Fischen gibt es so nicht. Evtl. reagieren einige Fischarten besonders empfindlich auf C. irritans. Daher führt auch nur die Therapie letztendlich zum Ziel, die alle Fische des Beckens mit einbezieht.

    Zitat

    Original von Azalee
    Leider weiß ich nicht, warum überhaupt die Pünktchen ausbrechen. Wir hatten das schon einmal bei neu eingesetzten Fischen (Gramma loreto), die letztlich nicht nur selbst starben, sondern auch drei weitere Fische mitrissen. Damals lief allerdings noch keine UV. Von der erhoffe ich mir, dass sie zumindest die Übertragung auf andere Fische verhindert. Trotzdem wüsste ich wirklich gerne, wie wir das in Zukunft verhindern könnten. Es ist ja quasi immer eine Zitterpartie, wenn neue Fische kommen...

    Die Pünktchenkrankheit kommt nicht wie oft vermutete mehr oder weniger aus dem "Nichts". Sie kommt immer mit ihren Wirten (Fisch) und in seltenen Fällen auch über eingebrachte Korallenableger oder eingebrachte Gegenstände, die aus infizierten Becken mit Fischbesatz stammen.
    Die meisten Aquarianer nehmen diese Krankheit leider nicht sehr ernst und verlassen sich auf die "Verdünnungsmethode" mittels UV-Anlage. Die entwickelten Schwärmer werden mit der Zeit immer mehr ausgedünnt und irgendwann ist im besten Falle der Infektionskreislauf unterbrochen und die Krankheit erlischt von selbst. Aber immer wenn es nicht optimal gegen den Erreger läuft, dann gewinnt er die Oberhand und es tritt ein plötzliches Fischsterben auf.
    Verhindern kann man diese ständig wiederkehrenden Infektionen nur mit drei einfachen Regeln:

    1.
    Das Hauptbecken muss vollständig saniert sein und absolut parasitenfrei sein, bevor neue Fische zugesetzt werden. Also eine gute UV-Anlage im Dauerbetrieb und es sollten mind. 6 Monate keine Pünktchen mehr aufgetreten sein.

    2. Alle neuen Fische kommen zunächst für 6-8 Wochen in ein ausreichend dimensioniertes Qurantänebecken und werden dort prophylaktisch gegen Ektoparasiten wirksam behandelt (z.B. mit Tetra Marin Oomed). Erst dann dürfen sie ins Hauptbecken, auch wenn es schwerfällt. Kein Händler kann absolut parasitenfreie Fische garantieren - auch wenn er es gerne möchte. Der dazu notwendige Aufwand mit längerer Quarantänehaltung und Prophylaxe ist bei ständigen Wechsel und Neuzugängen im Handel nur sehr schwierig zu erreichen. Und ob die Kunden diesen Mehraufwand bezahlen wollen, ist ebenfalls zweifelhaft.

    3. Es werden keine Gegenstände aus anderen Fischbecken eingesetzt. Korallen verbleiben ebenfalls einige Wochen in einem fischfreien Becken in Quarantäne - hier allerdings ohne Behandlung. Ohne die Anwesenheit eines Fischwirtes sind die Korallen dann nach 6 Wochen parasitenfrei.

    Du siehst, es ist ein ziemlicher Aufwand ein Becken parasitenfrei zu halten. Bei einem großen Becken mit einem entsprechend wertvollen Fischbestand ist der Aufwand aber sicher vertetbar.


    Zitat

    Original von Azalee

    Die Vermutung unseres Händlers ist ja übrigens, dass unsere Dichte zu hoch ist. Näheres dazu habe ich unter "Wasserchemie" in meinem Refraktor-Thread gepostet.


    Die Veränderung der Dichte beeinflußt lediglich die Zyklusrate der Parasiten, verhindern kann man sie damit nicht.

    Zitat

    Original von Azalee
    Ich gebe jetzt also Ektozon ins Becken (das Mittel haben wir hier). Da passiert dann aber nichts, gell? Also, an den Wirbellosen :winking_face:

    Es gibt inzwischen viele Aquarianer, die Ektozon ständig einsetzen. Es wurden bisher keine Schäden an Korallen beobachtet. Es wird bei Ektozon eine geringe Menge Phosphat mit eingebracht. Bei höherer Dosierung und längerer Anwendung sollte man das mit berücksichtigen und den Phosphatgehalt regelmässig überwachen.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo, Thorsten, vielen Dank für die Antwort.

    Ich habe vorhin Ektozon ins Wasser gegeben (1 TL auf 50l, also 5 TL). Laut Anleitung kann es alle 24 Stunden nachdosiert werden, in welcher Höhe - speziell bei MW - steht dort aber nicht. Gibt es da eine Empfehlung? Die erste Dosis entsprach der Angabe für Becken mit Wirbellosen.

    Malachitgrün haben wir ebenfalls noch hier (Costapur). Das füttere ich jetzt einmal täglich, also nur in einem Teil der Fütterung. Derzeit gibt es hier morgens in Knoblauch eingeweichte Flocken, ebenso zwei-, dreimal am Nachmittag und abends mit Vitaminen angereichertes FroFu. Eine Nachmittagsmahlzeit wird dann durch Flocken mit Malachitgrün ersetzt.

    Die Kaiser sind munter wie seit Beginn und balzen auch miteinander. Zumindest halte ich ihr Verhalten für eine Balz (umkreisen und dabei Wechsel von einer Schräglage in die andere). Die Pünktchen haben nicht zugenommen, die aufgeschürfte Stelle sieht unverändert aus. Ich hoffe, dass man in den nächsten Tagen eine Besserung erkennen kann.

    Danke für deine und eure Hilfe,
    Christiane

  • Moin Christiane,

    Ektozon die ersten drei Tage voll, die nächsten drei Tage halbe Dosierung. Dann wöchentlich.....

    Hier steht es auch noch einmal...Drück mich

    Zusätzlich wäre es noch günstig, wenn Du die Dichte auf 1.018 absenkst und die Beleuchtung runterfährst!

    P.S.: Ich glaube, Deine "Dori" schwimmt bei mir! Die erfreut sich übrigens bester Gesundheit!

    P.S.S. in den nächsten Tagen wird durch das Ektozon dein Phosphatwert in exorbitante Bereiche schnellen....zum einen eine Fehlmessung zum anderen steigt Phophat wirklich an. Laß Dich davon nicht verwirren oder abhalten. Den bekommst Du später wieder leicht in den Griff!

    M.f.G

    Markus

  • Hallo Chhristiane,

    stimmt, habe Dich tatsächlich verwechselt....tut mir leid.

    Hast Du einen Händler deines Vertrauens?....ist bei uns in Nordhessen nicht so einfach?!

    Wie sieht es denn jetzt bei Dir und den Fischen aus?

    M.f.G

    Markus

    Einmal editiert, zuletzt von Fischsuppe (11. November 2008 um 22:41)

  • Hi!

    1. zu Händlern: Direkt in Kassel ist wenig los in Sachen MW. Meistens fahren wir deshalb (für Fische) etwa eine Stunde (Frankenberg), wo ein guter Händler ansässig ist.

    2. Dem Zwergkaiser geht es wieder gut. Die Abschürfungen sind kaum noch zu sehen und die Pünktchen schon seit mehreren Tagen komplett verschwunden. Das Mädel hatte in der Hinsicht sowieso deutlich weniger Probleme. Beide fressen wie die Scheunendrescher, vertragen sich mit allen anderen und balzen regelmäßig. Schaut also alles gut aus :smiling_face:

    Das Ektozon habe ich an zwei Tagen hintereinander in der vollen Dosis gegeben. Man weiß ja nachher nie, ob es auch so besser geworden wäre, aber nach der ersten Zugabe des Mittels sah das Ferrugata-Männchen schon am nächsten Tag besser aus ("glattere" Haut).

    Danke für die Hilfe und viele Grüße,
    Christiane

  • meinen fische hat aqua dna geholfen :smiling_face: plus futter mit knobi und vitaminen :smiling_face:

    und der abschäumer läuft auch nicht über bei dem aqua dna :winking_face:

    aqua safe hatte ich auch probiert und ich hatte paar std zu tun mim AS*puuh

    also meine empfehlung ist Aqua DNA

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