Kanarienlippfisch verletzt ?

  • Hallo Fischspezialisten ,

    weiss hier jemand woher dieser Lippfisch diese Verletzung hat ? Vor ein paar Monaten ist der Lebensgefährte mit gleichen Anzeichen innerhalb einer Woche gestorben .

    Ich betreibe zwar 5 Streams ohne Schutzgitter; aber ich habe das Gefühl ,dass die Verletzung nicht mechanisch entstanden ist. Auch wurde der Fisch nicht gebissen oder angeknabbert, da die Wunden auch auf beiden Seiten gleichzeitig und sehr ähnlich auftraten. Aufgefallen sind mir die Symptome am Montag, Dienstag habe ich sie fotografiert, und heute Nacht ist er nach ca.2-3 Jahen in den Fischhimmel gepaddelt


    Gruss
    Dietmar

  • Hallo,

    für mich sieht das wie Vibrio spec. aus. Die Schnelligkeit spricht auch dafür.
    Vibrio vermehrt sich mit jedem Grad Wassertemperatur (ab etwa 20° C) überproportional.

    Viele Grüße
    Elena

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

  • hi,

    insgesamt ist der fisch recht abgemagert.....

    hatte vor jahren mal einen ähnlichen fall.

    der lippi war für zwei wochen im sand verschwunden und tauchte danach gesung wieder auf, allerdings mit einer rückgradverkrümmung.

    was ihn aber weiter nicht störte.

    hilft hier akut nicht weiter, aber es gibt noch wunder..... :smiling_face:

  • Hi Elena,

    vielen Dank für das Zauberwort.

    über VIBRIO spec. gibt es ja interessante Threads.


    Hallo Joe !

    Mein Lippi war auch ein paar Tage nicht zu sehen. Aber nach unserem Urlaub- vor drei Wochen- sah er noch gesund aus.

    Danke für Eure Antworten
    Dietmar

    283x130x87

  • Ja, sehr interessant. Eine Rückradverkrümmung konnten wir schon bei zwei Lippis beobachten in den vergangenen Jahren. Weiß jemand, wie das zustande kommt ?

    Und das eine Vibrioneninfektion solche Löcher macht, ist wirklich interessant, das wusste ich noch nicht. Unser neuzugegangener Doktor (mimikri-doc) ist neulich innerhalb von 2-3 Tagen mit solchen Verletzungsanzeichen und schneller Atmung eingegangen. Die Wunden sahen exakt so aus wie auf dem Bild oben. :frowning_face: Meint Ihr, was waren auch Vibrionen ? Dann muss sich mein Händler bei der Diagnose doch stark vertan haben, darüber werde ich nochmal mit ihm sprechen *grummel*

  • Dietmar,

    so wie du es beschreibst, hört sich da nicht nach Vibrio an. Vbrio hat die typischen Blut unterlaufenen Stelle, die mir hier fehlen. Das sind entweder mechanische Verletzungen (große Krabbe) oder ein Geschwür etc das von innen durchbricht. Gegen Krabbe etc spricht der schlechte Allgemeinzustand es Fisches (Flossenschäden, stark abgemagert etc), Ich bin kein Vet und kann auch nicht sezieren, aber Vibrio war das nicht.

    Sollten die Tiere nicht so lange bei dir sein, kann es Organschäden durch Übermedikation beim Transport zu uns sein, auch ein Infektion durch Bakterielle Versuchtes Futter könnt ich mir vorstellen. Da reagiert jeder Fisch anders drauf. Ist der Fisch schon viele Jahre alt gewesen, kann es auch einfach Alter sein.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo allerseits,

    klar, dass eine Ferndiagnose schwierig ist.

    Ich hatte genau diese Symptome und Sterben von fast allen Fischen innerhalb weniger Tage mit offenen weißen Wunden.

    Vibrio (vermutlich vulnificus) wurde neben Cryptocarion als Hauptursache erst nach meinem Suchhinweis bei der tierärztlichen Hochschule als starker Befall (Abstrich von der Haut) diagnostiziert.
    Was zuerst da war, war nicht mehr nachvollziehbar.

    Auf wundersame Weise hatten die Seenadeln und die Grundeln keinerlei Anzeichen und erfreuen sich nun, fast zwei Jahre später bester Gesundheit.

    Ein Teil der nach etwa einem halben Jahr neu zugesetzte Fische bekamen sofort die gleichen Symptome und es ging sehr schnell, der andere Teil schabte sich ein bis zwei Tage und dann war das Thema erledigt und sie schwimmen froh und munter herum.

    Jetzt ist das alles Erinnerung an einen Spuk.

    Vibrio sind nach meiner Information auch Bakterien. Also haben alle recht, denn es ist eine bakterielle Infektion.

    Viele Grüße
    Elena

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

  • Hallo,

    solche Bilder sind typisch für schwer verlaufende bakterielle Infektionen. Bei Süßwasserfischen spielen dann häufig auch Viren die Hauptrolle (Frühjahrsvirämie), bei den Seewasserfischen sind es eher Bakterien. Ob es nun Vibrionen oder Pseudomonaden oder andere Bakterien waren/ sind, spielt letztendlich für das Ergebnis keine große Rolle. Wenn sich erst einmal offene Geschwüre gebildet haben, hat der Fisch neben der massiven bakteriellen Infektion über die Wundöffnung auch noch ständig Probleme, sein osmotisches Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Der Lippfisch war sicher über seinen schlechten Allgemeinzustand sehr geschwächt und daher ein typisches Opfer.

    Allgemein ist die Prognose für derart infizierte Fische i.d.R. eher schlecht und würde einen erheblichen diagnostischen und therapeutischen Aufwand erfordern. Voraussetzung wäre eine gesicherte Diagnose mit Antibiogramm und dann eine zielgerichtete Antibiotikatherapie über das Futter und Wasser. Diese Therapie müßte dann über mehrere Wochen fortgeführt werden.

    Solche Geschwüre können sich über kleinere Hautläsionen nach Fangaktionen und entsprechend disponierten Fischen ausbilden, sie können aber auch als "Endstadium" nach schweren inneren Orgasninfektionen nach außen aufbrechen und dann erst sichtbar werden.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!