Osmosewasser mit Mineralsalz - kH ist 0°dH

  • Hallo miteinander,

    ich habe vor einiger Zeit damit angefangen mein Osmosewasser mit Mineral pro von Grotech zu remineralisieren. Das habe ich in der Hoffnung getan, dass damit der Karbonatverbrauch meines Beckens "ausgeglichen" wird. Da ich bis zum jetzigen Zeitpunkt nur sehr wenig Besatz habe, und ein Betreiben eines Kalkreaktors oder anderer Methoden erst für später in Erwägung gezogen habe.

    Nachdem ich jetzt schon seit einigen Wochen bemerkt habe, wie die Korallen immer schlechter dastehen, und vor allem die Xenien, die vorher wucherten und rasant wuchsen, wie Eis wegschmolzen dachte ich mir, jetzt muss ich mir das mal genau ansehen. Da ich für vier Wochen im Urlaub war, wollte ich das ganze auf danach verschieben, weil weder Kalkreaktor noch andere Methoden hätte ich vorher noch zuverlässig in Gang gebracht.

    Nach meiner Rückkehr habe ich jetzt mal verschiedene Wasserwerte gemessen, und vor allem ist mir aufgefallen, dass mein KH-Wert bei 3,5°dH liegt! Das ist wohl schon etwas sehr niedrig! Ca liegt bei 510 mg/l und Mg bei 1090 mg/l - werde das aber nochmals nachmessen! PH bei 7,5 (ist aber nur mittels Farbskala bestimmt).

    Da ich davon ausging, dass Mineral Pro (Grotech) mir wenigstens ein wenig meinen Alkalinitäts-Haushalt rettet, bevor ich eine endgültige Lösung gefunden habe, habe ich das restliche Salz Stück für Stück ins Becken gegeben. Außerdem zwei Wasserwechsel von je 10 % binnen 3 Tagen.
    Aber: kH - keinerlei Veränderung!

    Dann wurde ich stutzig - weil ich der Ansicht bin, dass mein geringer Besatz doch nicht gleich so viel verbrauchen würde, dass diese Maßnahmen keinerlei Wirkungen auf meinen Härtegrad besäßen.
    Deshalb habe ich jetzt auch mal frisches Osmosewasser und mein Wasser im Nachfüllbecken, welches entsprechend Anleitung mit Mineral Pro (Grotech) versetzt wurde gemessen: Siehe da: beide besitzen einen kH-Wert zwischen 0 und 1! Mein Tröpfchentest indiziert bereits beim ersten Tropfen nur gelb!

    Das bedeutet wohl, dass dieses Mineral Pro KEINERLEI aufhärtende Wirkung besitzt - gehe ich da Richtig in meiner Schlußfolgerung?

    Würde mich sehr freuen, wenn ihr mir etwas bei meinen Wasser-Korallen-Problemen helfen könntet!

    Schönes Wochenende

    Grüße

    flexistone

  • Hi,

    also die KH hat immer mit Kohlenstoff zu tuen! Beim Kalkreaktor z.B. entsteht mittels Kohlensäure Calciumkarbonat.

    Osmosewasser hat so gut wie kein CO2 drin! Würde man etwas Kohlensäure zugeben (Selters)... wäre sicher die KH durch Mineral pro von Grotech deutlich höher!

    Deinem Ca-Wert nach ist ein Mangel an CO2 im Becken.

    Aber für eine Erhöhung der KH würde ich Balling-Salz, ...speziell Natriumhydrogenkarbonat empfehlen.


    Gruß Sven

  • ...wenn du was auf die Schnelle suchst?!

    TRIPLE-BUFFER von Tropic Marin sollte dazu geeignet sein! :wink


    Gruß Sven

  • Hallo!

    Das Mineral pro ist wohl eher für Süsswasserbecken gedacht.

    Von der Grotech Page:

    Mineral pro instant - Das Mineralsalz für Umkehrosmosewasser


    Da oftmals die Leitungswasserqualität für den aquaristischen

    Einsatz nicht ausreichend ist muß oft eine Osmoseanlage oder

    ein Ionenaustauscher eingesetzt werden.

    Dabei werden dem Wasser auch alle Mineralien und Spurenelemente entzogen.

    Durch die Zugabe von 1 Esslöffel Mineral pro instant auf 10 Liter Wasser wird dieses remineralisiert, das heißt, dem vollentsalzten Wasser werden die lebenswichtigen Mineralstoffe und Spurenelemente wieder zugeführt.

    Enthält: Magnesium, Calcium, Kalium, Bor, Bicarbonat, Carbonat, Kalium, Strontium, Fluor, Aluminium, Eisen, Jod, Kobalt, Kupfer, Lithium, Mangan, Molybdän, Nickel, Silicium, Vanadium, Zink, Wolfram .

  • Zitat

    Original von Reinhard Seidl

    Enthält: Magnesium, Calcium, Kalium, Bor, Bicarbonat, Carbonat, Kalium, Strontium, Fluor, Aluminium, Eisen, Jod, Kobalt, Kupfer, Lithium, Mangan, Molybdän, Nickel, Silicium, Vanadium, Zink, Wolfram .

    Danach müsste das Zeug auch den KH erhöhen, ist vielleicht einfach zu wenig drin.

    Ich würde es einfach mal mit Natriumhydrogencarbonat versuchen anstatt mit solchen "Mittelchen"
    und mich schleunigst in die Materie einlesen!

  • Zitat

    Original von Steffen Schwarz

    solchen "Mittelchen" und mich schleunigst in die Materie einlesen!

    Tja, wie gesagt, ich bin kein Chemie-Professor und möchte auch keiner werden! Ich verliess mich aber auf die Angaben des Händlers der mir das "Mittelchen" verkauft hat. Wie dem auch sei - ich frag mich zwar weshalb ein reiner Meerwasserladen dann sowas im Angebot hat - ist auch müssig darüber zu debattieren - denn die Messung des frisch angesetzten Nachfüllwassers ergab jedenfalls, einen kH von 0° dH!

    Welchen Ansatz soll ich denn für eine Lösung Hydrogenkarbonat wählen - bei ca. 850 l und einer Härte von 3,5 °dH um auf einen angestrebten Wert von ca. 8 zu kommen - ohne, dass es mir das gesamte Becken aus dem Gleichgewicht wirft?
    Genügt es also aus, wenn ich die entsprechende Menge an Lösung ansetze und portionsweise zugebe?

    Vielen Dank für konstruktive Hilfe!

  • Hi,

    Zitat

    Tja, wie gesagt, ich bin kein Chemie-Professor und möchte auch keiner werden! Ich verliess mich aber auf die Angaben des Händlers der mir das "Mittelchen" verkauft hat. Wie dem auch sei - ich frag mich zwar weshalb ein reiner Meerwasserladen dann sowas im Angebot hat - ist auch müssig darüber zu debattieren - denn die Messung des frisch angesetzten Nachfüllwassers ergab jedenfalls, einen kH von 0° dH!

    ...nun welchen Test verwendest du?

    So schlecht kann das Zeug nicht sein! Außerdem habe ich schon gesagt... in Osmosewasser ist erstmal kein CO2 mehr!!! OHNE dieses wird Karbonat ausfallen!

    Also mache doch mal den Test... UO-Wasser, ein Schluck Selters rein und dann das Zeug dazu.

    Gut umrühren und nun mal Messen!!!


    Gruß Sven

  • Hallo Sven,

    naja, das kann ich ja jetzt nun nicht mehr, da ich das Mineral-Pro komplett verbraucht habe! Werd´ mir auch sicherlich keines mehr anschaffen!

    Ich dosiere ja jetzt alle möglichen Flüssigkeiten über die Dosieranlage zu! :smiling_face:

    Grüße

    flexistone

  • Hallo Flexistone

    Nun ja, ein Chemie Professor braucht niemand zu werden und ist hier auch niemand, aber eine grobe Vorstellung was man da eigentlich ins Becken schuettet sollte man schon haben....oder sich nicht wundern wenn mal was schiefgeht.
    Was mich extrem wundert ist die Tatsache, dass nach der Zugabe von dem Grotech Zeug die KH bei NULL (!) war. Selbst wenn in dem Zeug wenig Karbonat drin ist, dann sollte die KH wenigstens bei 1 oder 2 sein. Kann es sein, dass Dein Test nicht funktioniert? Immer wenn solche extermen Werte oder Nullwerte gemessen werden kommen bei mir ein paar Zweifel hoch. Wie Sven B. schon geschrieben hat, mess mal MIneralwasser. Wenn dann immer noch NUll angezeigt wird, dann brauchst Du erstmal einen neuen Test.

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens,

    nun, ich denke schon, dass ich eine gewisse Ahnung von Chemie habe - aber das hilft mir nichts, wenn auf der Dose von dem Mineral-Zeugs NICHTS draufsteht - ist auch nicht so eine Packung wie die im Internet dargestellte von GroTech - evtl. auch schon eine ältere Charge - keine Ahnung! Mein Händler hat mir das Zeugs seinerzeit mitgegeben, um damit mein Osmosewasser aufzuhärten. Darauf verlasse ich mich und stelle da keine großen chemischen Untersuchungen bzgl. des Inhalts an.

    Der kH-Wert des Mineral-Pro-Wassers lag schon um 1 herum - das lässt sich mit den Tröpfchentests bei der geringen Menge nicht exakt messen. Aber eben wesentlich niedriger als erwartet! Deshalb habe ich auf eine großvolumigere Testreihe verzichtet - da für meinen Fall nebensächlich ist, ob die Lösung kH 0,8 oder 1,5 hat - da ich meine kH von 3,5 auf 8 (Schrittweise) erhöhen möchte und das mit dem Mineral-Pro ja nur eine Schnelllösung war, bis ich eine endgültige Lösung des Problems gefunden habe.
    Der Test funktioniert eigentlich sehr gut - habe es nämlich mit unserem Leitungswasser überprüft - da stimmen die Werte vom Wasserwerk - oder die verwenden den gleichen schlechten und falschen Test wie ich es tue! :smiling_face:

    Das mit dem Mineralwasser probiere ich morgen mal aus - muss erst im Keller einen neuen Kasten holen - gut das ihr mich daran erinnert! :smiling_face:

  • Hallo Flexistone,

    oder nimm mal ganz einfaches Backnatron aus dem Küchenschrank. Wenn du da keine kH drin findest,
    dann hast du ein Messproblem.

    Wenn du kein Messproblem hast, dann hat dir vielleicht jemand eine falsche Packung untergejubelt. In GroTech
    muss auf jeden Fall kH nachweisbar sein.

    Kohlensäure muss dazu übrigens keine ins Wasser, denn es ist nur ein altes Aquarianermärchen, dass Kohlensäure
    Karbonathärte erzeugen würde.

    Wer's nachrechnen will:

    kH = [HCO3-] + 2[CO3--] + [OH-] - [H+]

    H2CO3 = 2 H+ + CO3--

    2 - 2 = 0

    Gruß Armin

  • Hi Armin,

    Zitat

    Kohlensäure muss dazu übrigens keine ins Wasser, denn es ist nur ein altes Aquarianermärchen, dass Kohlensäure...

    ...nun im Kalkreakor wohl schon oder???

    Aber davon abgesehen... eine Ausfällung wenn kein CO2 drin ist halte ich nicht für ein Märchen. Und CO2 ist in UO-Wasser sehr wenig vorhanden und selbst beim Meersalz zugeben kann Kalk ausfallen... oder liege ich da falsch?

    Gruß Sven

    Einmal editiert, zuletzt von Sven B. (4. Juli 2007 um 20:29)

  • Hallo Sven,

    die Carbonathärte im Kalkreaktor wird nicht durch die Kohlensäure gebildet, sondern durch das gelöste Carbonat.
    Würdest du den Reaktor beispielsweise mit Kochsalz statt Calciumcarbonat füllen, wäre der kH-Gewinn = 0.
    Kohlensäure hat nur die Funktion, die Löslichkeit des Carbonats zu gewährleisten.

    Insofern kann sie tatsächlich auch die Löslichkeit einer Mineralsalzmischung erhöhen bzw. Ausfällungen verhindern.
    Aber das ist nur nötig, wenn die Konzentration zu hoch gewählt wird oder die Mischung falsch zusammengesetzt
    wäre.

    Gruß Armin

  • Hi Armin,

    Zitat

    Würdest du den Reaktor beispielsweise mit Kochsalz statt Calciumcarbonat füllen...

    ...hee so wollte ich das nicht betrachtet wissen! :wink

    Ich dachte da an das "Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht"!!!

    Kalk >CaCO3< wird doch zu Calciumkarbonat bei CO2 Überschuss >Ca(HCO3)2< und bei CO2 Mangel wieder Kalk wenn Wasser beteiligt ist... oder nicht?


    Gruß Sven

  • ...Kalk ist die feste Form und Karbonat die gelöste Form.

    Das ist da meiner Meinung nach der WICHTIGE Unterschied!

    Gruß Sven

  • Hallo Sven,

    1. Kalk IST Calciumcarbonat
    2. Calciumcarbonat löst sich in Anwesenheit von Kohlendioxid, weil dieses Kohlensäure bildet und diese den pH senkt.
    Du kannst die Kohlensäure beispielsweise durch Salzsäure ersetzen, dann löst sich das Calciumcarbonat auch.

    Das "Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht" ist besser als "Calciumcarbonat-pH-Gleichgewicht" zu betrachten .

    Gruß Armin

  • Hi Armin,

    ok nur wenn es als krümel am Boden liegt kann ich es doch im Wasser nicht mit einem Tröbbeltest messen.

    Es müßte sich erst mal lösen und dazu bräuchte man z.B. Kohlensäure... oder sehe ich das falsch.


    Gruß Sven

  • Hallo!

    Es entsteht aber ein chemisches Gleichgewicht. Der Stoff ist niemals völlig in Lösung oder liegt niemals komplett als Ausfällung auf dem Boden!

    Gruß

    Flo

  • Hallo Sven,

    natürlich kannst du Calciumcarbonat nicht messen, wenn es ausgefallen ist. Dann musst du, wie ich bereits erwähnt habe,
    den pH senken, damit es sich wieder löst. Ob mit Kohlensäure, Essigsäure oder Salzsäure ist dabei egal.

    @Flo

    Ein Lösungs-/Feststoffgleichgewicht liegt erst vor, wenn das Löslichkeitsprodukt überschritten ist.
    Bis dahin liegt ein Stoff tatsächlich komplett in Lösung vor.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    ja und genau das habe ich ja auch gemeint. (Auf das Thema bezogen.)

    Unbelüftetes Osmosewasser kann durchaus einen pH-Wert über 7 haben.

    Wenn in den "Mineral pro von Grotech" nun Karbonat als Pulver ist... dann löst es sich nicht und ist dadurch auch nicht messbar mit dem KH-Test. 1 Löffel auf 10 L ist ja nicht viel und wird auch nur wenig trüb werden.

    Vorzugsweise CO2/Kohlensäure bei UO Wasser (0-1 KH) würde selbiges sofort einen niedrigen pH-Wert annehmen. Die Karbonate gehen in Lösung und sind jetzt Messbar.

    Was anderes hab ich nicht gemeint. :yrf


    Gruß Sven

  • Hallo Sven,

    da muss ich dich korrigieren: Unbelüftetes Osmosewasser kann HÖCHSTENS einen pH von 7,0 haben.
    Real wird er zwischen 7,0 und 5,6 liegen, da du dieses Wasser niemals vollkommen kohlensäurefrei halten kannst.

    Eine sinnvolle Zusammensetzung für ein Aufhärtungssalz enthält außer einem leicht löslichen Calciumsalz (zB CaCl2)
    auch Natron. Das hat die Eigenschaft, dass es den pH der Lösung zunächst senkt, da es einen Kohlensäureüberschuss
    erzeugt.

    Das Belüften wirkt sich daher genau umgekehrt auf die Aufhärtungslösung aus: Es wird CO2 ausgetrieben, der pH
    steigt, es fallen mehr Carbonate aus und die KH geht zurück.

    Gruß Armin

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