Ozon vs UV

  • Ich hab da mal ne Verständnissfrage:

    Was kann ein UV-Wasserklärer was ein Ozonisator nicht kann ?

    Und ich meine jetzt nicht die UV-Strahlen :face_with_rolling_eyes: !!

    Wenn ich mir sämtliche Beiträge so durchgelesen habe, dann erreiche ich mit dem Ozonisator das was ein UV-Wasserklärer auch kann (reduzierung der Keimbelastung) und sogar noch ein bissl mehr (Gelbstoffe entfernen).

    Einziger Nachteil beim Ozon: die Dosierung und damit die Handhabung, was evtl. etwas schwierig sein kann !!

    Ich frage das deshalb, weil ich eben vor der Wahl stehe und ich keine großen Vorteile bei dem Einsatz eines UV-Klärers sehe.

    Für Mein Becken (500l) bräuchte ich nämlich mal mindestens einen 18 W (noch besser 25W) UV-Klärer der zum einen deutlich teuerer ist als ein Ozonisator und zum anderen noch ne Menge Strom verbraucht. Außerdem ist einmal im jahr ne neue Lampe fällig.

    Danke für eure Tipps !

    cu

  • so jetzt hab ich mir mal die Gegenüberstellung von UV/ozon aus Sanders Buch Aquarientechnik angeschaut.

    Keimtötung im Reaktionsgefäß: UV ja; Ozon ja
    Keimtötung im Aquariumwasser: UV nein, Ozon ja
    Abbau organischer Substanz: UV nein, Ozon ja
    Abbau von Nitrit: UV nein, Ozon ja
    Abbau von Ammonium/Ammoniak: UV nein, Ozon ja
    Unterstützung der Filterbakterien: UV nein, Ozon ja
    Spezielle Produkte wie organische Säuren oder organische Peroxide: nur gemeinsam

    Kann natürlich sein das der Herr Sander es etwas "Zu" freundlich mit seinem Ozon meint :winking_face: , aber ich denke die TechnikProfis werden sich nochmal melden........

  • Zitat

    Original von Oliver K.

    Keimtötung im Aquariumwasser: UV nein, Ozon ja

    :winking_face_with_tongue:

    das würde mich jetzt echt wundern.....

    Grüßle Jochen

    „I want to know God's thoughts - the rest are details.“ Albert Einstein

  • Eigentlich möchte man vermeiden, dass Ozon sich im Aquarienwasser befindet und schaltet daher einem Abschäumer z.B. immer Aktivkohle nach um das restliche Ozon heraus zu holen.

    Ein weiterer positiver Apsekt ist sicher auch die Kontrolle des Redoxpotentials durch Ozon.

    Die Keimabtötung von Ozon soll allerdings mit der von UV keinesfalls vergleichbar sein. Wenn es primär um den Effekt der Entkeimung geht, dann würde ich eine UV-Anlage einsetzen. Wenn es primär darum geht Gelbstoffe zu entfernen dann Ozon in "homeopathischer Dosis" d.H. 1-2x wöchentlich in geringer Konzentration bis das Wasser klar ist.

  • Ich glaube persönlich nicht an eine nennenswerte Keimtötung durch Ozon. Bei mir zumindest hat das noch nie funktioniert.

    Eine kräftige UV (55W oder so) holt dagegen meiner Meinung nach alles raus.

    Die UV-Lampe läuft bei mir immer, das Ozongerät nur zu Ostern an ungeraden Schaltjahren.

    Gruß
    Stefan

  • Zitat

    Ein weiterer positiver Apsekt ist sicher auch die Kontrolle des Redoxpotentials durch Ozon.


    das würde mich aber dann doch interessieren, was am Redoxwert kontrolliert verändert werden sollte....

    Bedingt zutreffen mag das vielleicht bei biologisch instabilen Becken.
    Ich habe nach praktischen Erfahrungen noch nichts in irgendwelchen Pegel-Ausschlägen, sei es nach oben oder unten, feststellen können.

    Servus
    Stefan

  • Zitat

    Original von Jochen

    :winking_face_with_tongue:

    das würde mich jetzt echt wundern.....

    Grüßle Jochen

    Wie gesagt, ist nur aus dem Buch übernommen und nicht unbedingt meine Meinung...........

    Ich kann aber sagen das mein Paletti nach Umräumaktionen immer mal wieder Pünktchen hatte und diese mitunter sehr hartnäckig waren...........
    Aber mit Ozoneinsatz sind sie nach etwa 2 Tagen idR weg..........muss nicht bei jedem funktionieren, bei mir klappt's jedenfalls........


  • Hallo,
    im Prinzip kann man das so stehen lassen, allerdings müßte 1. lauten:
    im Reaktionsgefäss ist UV-Licht wesentlich effektiver, d.h. im Krisenfall sollte man zu UV greifen.
    Was 2. meint, verstehe ich nicht so ganz.
    Grüße, Rainer

  • @Stefan: Das mit dem Redoxpotential habe ich auch nur der Literatur entnommen und es basiert nicht auf eigenen Erfahrungen. Es wird immer gesagt, dass das Redoxpotenzial im Aquarium eher zu niedrig ist und man es mit Ozon auf ein erstrebenswertes höheres Niveau heben kann.

  • Also hab ich durch Ozon noch keine nennenswerte Änderung des Redoxwerts gesehen. Kann natürlich gut an meinem Becken liegen und an der etwas indirekten Anordnung der Redoxelektrode.

    Aber ist denn ein bestimmter Redoxwert ein erstrebenswertes Ziel? Der Wert ist sagt doch gar nichts aus, wenn er nur durch künstliches Ozon-pushen entstanden ist, oder? Der "natürliche" Redoxwert soll doch ein Indikator für die Beckenbiologie sein. Wenn man da Ozon drüber bügelt, hat das doch gar keine Aussagekraft mehr.

    Gruß
    Stefan

  • Zitat

    Original von Der_Stevie
    Aber ist denn ein bestimmter Redoxwert ein erstrebenswertes Ziel? Der Wert ist sagt doch gar nichts aus, wenn er nur durch künstliches Ozon-pushen entstanden ist, oder? Der "natürliche" Redoxwert soll doch ein Indikator für die Beckenbiologie sein. Wenn man da Ozon drüber bügelt, hat das doch gar keine Aussagekraft mehr.
    Gruß
    Stefan


    Hallo Stefan,
    den zu oxidierenden Substanzen in deinem Becken ist es völlig Schnuppe ob du ein "natürliches" hohes Redox-Potential vorliegen hast, oder ob Du es "künstlich" (mit Ozon) aufputschst.
    Grüße, Rainer

  • Zitat

    Original von Der_Stevie
    Ich glaube persönlich nicht an eine nennenswerte Keimtötung durch Ozon. Bei mir zumindest hat das noch nie funktioniert.

    Eine kräftige UV (55W oder so) holt dagegen meiner Meinung nach alles raus.

    Die UV-Lampe läuft bei mir immer, das Ozongerät nur zu Ostern an ungeraden Schaltjahren.

    Gruß
    Stefan

    Irgendwie kann ich das nicht ganz glauben.... Ozon wird z.B. auch für die Wasseraufbereitung vonTrinkwasser sowie auch im Schwimmbad eingesetzt.... und zwar für die Entkeimung !

    Was allerdings sein kann, ist das die Dosierung von Ozon entscheidend ist. Um allein den Gelbstich im Wasser zu entfernen kann bereits eine Geringe Menge ausreichend sein.... für die Entkeimung benötig man evtl. eine höhere Dosis.

    Das Problem bei Ozon ist, dass man höllisch aufpassen um eine Überdosierung zu vermeiden bzw. es darf nicht mit den Fischen und Wirbellose in Kontakt kommen. In dieser hinsicht ist wohl UV etwas einfach zu handhaben.

    Der Preis dafür sind aber ganze 55W Energie für 24h :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue:
    Da kann ich mir nen zusätzlich T5-Doppelbalken (2x80W) einhängen :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue: :winking_face_with_tongue:

    Hat noch jemand irgendwelche Aussagekräftige Informationen bezüglich entkeimung durch Ozon im Seeaqua ?

    Bitte nicht falsch verstehen.... bis jetzt sind das doch alles nur Vermutungen ohne irgendwelche fundierte Aussagen.

    Meine Informatione mit der Entkeimung von Trinkwasser und Schwimmbäder stammen z.B. aus Wikipedia !

    Ist zwar keine 100%ige Sicherheit.... aber auch keine reine Vermutung :winking_face:

    cu

  • Zitat

    Original von Rainer
    Hallo Stefan,
    den zu oxidierenden Substanzen in deinem Becken ist es völlig Schnuppe ob du ein "natürliches" hohes Redox-Potential vorliegen hast, oder ob Du es "künstlich" (mit Ozon) aufputschst.
    Grüße, Rainer

    Hallo Rainer,

    das ist richtig, wenn man das Ziel hat, mit dem Ozon gezielt etwas zu oxidieren. Dagegen ist ja auch gar nichts zu sagen, wenn man weiss was man will und es so erreichen möchte.

    Der Redoxwert wird aber oft zur Überwachung eingesetzt, ob mit der Beckenbiologie alles in Ordnung ist. Und diese Überwachung hat man eben nicht mehr, wenn man den Wert per Ozon stützt. Das wollte ich damit sagen. Von irgendwelchen zu oxidierenden Substanzen hatte ich nicht gesprochen.

    @Pinuccio: in der Trinkwasseraufbereitung leben aber ausser Nemo normalerweise keine Riffbewohner. Daher kann man mit Ozon ordentlich reinhauen. Im Aquarium wäre ja das Ziel, im Abschäumer tödliche Ozondosen zu erreichen, die im Becken völlig abgebaut sind. Das ist halt etwas heikler als in der Trinkwasseraufbereitung. Die UV Lampe ist garantiert in der Wirkung auf ihr Gehäuse beschränkt.

    Auch ein Ozonisator braucht übrigens Strom (die gängigen Sander z.B. 12 bis 85W) und zusätzlich dann noch Aktivkohle.

    Gruß
    Stefan

  • Zitat

    Original von Der_Stevie
    Auch ein Ozonisator braucht übrigens Strom (die gängigen Sander z.B. 12 bis 85W) und zusätzlich dann noch Aktivkohle.

    Gruß
    Stefan

    Na also ein C50 von Sander brauch ja nur 3,6 W lt. Angabe lt. Hersteller !! :winking_face_with_tongue:

    Der große mit 85W ist für Anlagen bis 20000l gedacht.... also ich denke schon dass da ein Unterschied ist.

    Wir wollen keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Das ist auch der Grund warum in der Trinkwasseraufbereitung eben Ozon verwendet wird, da günstiger vom Energieverbrauch als mit UV !!

    Allerdings ist der Eintrag von Ozon in der Trinkwasseraufbereitung wie du schon richtig erwähnt hast, sehr hoch.... so hoch könnten wir in unserem Aquarium gar nicht fahren, außer man baut sich so was wie einen Ozonreaktor.

    In der Teichtechnik wird so ein Ozonreaktor verwendet. Dabei werden im Reaktor große Mengen an Ozon eingesetzt. Dass Ozonangereichete Wasser wandert dann durch durch einen nachgeschalteten Aktivkohlefilter, damit kein Ozon im normalen Wasserkreislauf gelangt.

    Somit hätte man eine richtige Entkeimung mit Ozon die "wahrscheinlich" auch energitsch günstiger wäre als mit UV.
    Nachteil dieser Idee ist der kompliziertere Aufbau und den damit verbundenen Aufwand eines entsprechenden Ozon-Reaktors. Außerdem müsste man dauerhaft Aktivkohle einsetzen und obwohl viele Aktivkohle im Dauereinsatz haben finde ich es etwas umstritten. Da ich ohnehin sehr nährstoffarm fahre, hatte ich mit dem Dauereinsatz von Aktivkohle schon sehr negative Erfahrungen gemacht.

    Aus diesem Gesichtspunkt ist sicherlich eine UV-Anlage deutlich unproblematischer.

    Welche Leistung würdet Ihr empfehlen...

    Von De Bary gibt es ein UV-Klärer (AN-15E) mit 15W-Strahler und elektronischem Vorschaltgerät. Dieser ist lt. Hersteller für eine Beckengröße von 750l empfohlen. Der Hersteller macht allerdings keine Angabe ob dieser Wert für Süss- oder Seewasser gilt.

    Das nächst größere Modell mit 25W ist für eine Beckengröße von 1500l empfohlen.... eigentlich schon etwas überdimensioniert.

    Gruß

    3 Mal editiert, zuletzt von Pinuccio (27. Juni 2007 um 14:48)

  • Zitat

    Original von Pinuccio
    Na also ein C50 von Sander brauch ja nur 3,6 W lt. Angabe lt. Hersteller !! :winking_face_with_tongue:

    Mit dem 50er habe ich bei meinem alten 400er Becken aber auch keinerlei Eindruck gemacht. Da würde ich wohl eher 2-3 Nummern mehr nehmen. Die 12-85W waren zu hoch, stimmt. Waren die einzigen, die ich bei Claude auf die flotte gefunden hatte. Eine 36W hw-UV hatte damals allerdings auch keine erkennbare Wirkung.

    Gruß
    Stefan

  • Hallo

    Zur Entkeimung durch Ozon kann ich nur antworten, dass die Zugabe von Ozon ( übern Abschäumer ) bei mir offensichtlich etwas gebracht hat. Hatte starken Befall der " Pünktchenkrankheit ", welche fast alle Fische dahinraffte trotz Zugabe von Knoblauch, Vitaminen, etc.
    Es blieben nur noch ein Paletti und ein Bleeni übrig, so stark befallen, dass beide das Futter nicht mehr fanden ( Augen waren weiss durch die Pünktchen ). Setzte dann einen Ozonisator ein ( 30 mg/h ), pro Tag etwa 4 - 5 Stunden. Bereits nach wenigen Tagen führte dieses zu einer bemerkbaren Besserung. Die Fische sind jetzt ohne Befall. Hatte übereilt einen Kaiser eingesetzt. Resultat: Pünktchen. Erneuter Einsatz von Ozon. Kein Befall mehr.
    Vielleicht auch nur Zufall, ich weiss es nicht. Möchte Ozonisator aber z. Z. nicht mehr missen.

    Viele Grüße von der Nordseeküste

    Wolfgang :wink

  • Zitat

    Original von Falterfisch
    Hallo

    Zur Entkeimung durch Ozon kann ich nur antworten, dass die Zugabe von Ozon ( übern Abschäumer ) bei mir offensichtlich etwas gebracht hat. Hatte starken Befall der " Pünktchenkrankheit ", welche fast alle Fische dahinraffte trotz Zugabe von Knoblauch, Vitaminen, etc.
    Es blieben nur noch ein Paletti und ein Bleeni übrig, so stark befallen, dass beide das Futter nicht mehr fanden ( Augen waren weiss durch die Pünktchen ). Setzte dann einen Ozonisator ein ( 30 mg/h ), pro Tag etwa 4 - 5 Stunden. Bereits nach wenigen Tagen führte dieses zu einer bemerkbaren Besserung. Die Fische sind jetzt ohne Befall. Hatte übereilt einen Kaiser eingesetzt. Resultat: Pünktchen. Erneuter Einsatz von Ozon. Kein Befall mehr.
    Vielleicht auch nur Zufall, ich weiss es nicht. Möchte Ozonisator aber z. Z. nicht mehr missen.

    Viele Grüße von der Nordseeküste

    Wolfgang :wink

    hast (hattest) du auch UV im Einsatz ?

  • Hallo Pinuccio

    Nein, einen UV-Klärer hatte ich nicht im Einsatz.

    Viele Grüße

    Wolfgang

  • Zitat

    Original von Der_Stevie
    [Der Redoxwert wird aber oft zur Überwachung eingesetzt, ob mit der Beckenbiologie alles in Ordnung ist. Und diese Überwachung hat man eben nicht mehr, wenn man den Wert per Ozon stützt. Gruß
    Stefan


    Hallo Stefan,
    naja, Du kannst natürlich "überwachen" und dann Ozon zugeben, wenn der Red.-Wert abstürzt. Das kann man sogar automatisieren. Oder, und das mache ich seit es Ozonisatoren gibt, man hält durch eine permanente Ozonzugabe den Red.-Wert hoch.
    Grüße, Rainer

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