Niedere Tiere sterben. Labortest?

  • Hallo zusammen,

    ich habe zur Zeit keine niederen Tiere im Becken. Alles was ich nachsetze geht gleich ein. Zuletzt hatte ich es mit einem Kenia Bäumchen und ein Lederkoralle versucht, im Abstand von einigen Wochen. Lagen gleich am nächsten Tag umgeknickt da. Scheibenanemonen halten sich eine Weile, verkleinern sich aber mit der Zeit. Früher war das alles ganz ok.
    Nach einem Unfall vor einiger Zeit und damit verbundenen schlechten Wasserwerten hatte ich keine niederen Tiere mehr im Becken. Jetzt sind die Werte, die ich so messen kann ok.
    Ammonium und Nitrit und Phosphat sind so gut wie nicht nachweisbar, Nitrat 10-15 (alle Tropic Marin). pH, kH waren auch normal, Kupfer ist auch nicht nachweisbar.
    Den Fischen geht es gut.

    Was könnte der Grund sein? Könnten evtl. Schwermetalle ins Wasser gelangt sein? Benutze keine Osmose.
    Ist ein Labortest sinnvoll? Auf was sollte man testen lassen?

    Viele Grüße,
    Ralf

  • "Was war das für ein Unfall?"

    Im Urlaub letzten Dezember ist gleich vom ersten Tag an die Futtermaschine ausgefallen. Als ein Freund das nach etwa einer Woche entdeckte, ist ihm beim Versuch die Fische zu füttern gleich die ganze Maschine mit Futter für 2 Wochen ins Becken gefallen. Danach hatten wir nicht ganz überraschend erhabliche Probleme mit den Wasserwerten: Ammoniak, Nitrit, Nitrat. Nitrat war auch vorher schon hoch, über 50. Daher hatten wir eh nur wenige Korallen. Das war aber nach der Einrichtung eines DSB auf 10-20 gesunken.
    Ich habe dann halt auch größere Wasserwechsel gemacht. Evtl. ist das Leitungswasser das Problem, vielleicht auch ein Teil des Lebendgesteins?

    Mich würde halt jetzt interessieren, welche Stoffe zur Folge haben können, das niedere Tiere sterben, während die Fische keine Probleme zu haben scheinen.

  • Ist die Maschine im Becken geblieben? Das Futter sollte eigentlich kein so großes Problem darstellen. Aber durch die Maschine können Schwermetalle wie Kupfer, Zink oder Cadmium (Batterien) ins Becken gekommen sein. Wenn die Maschine für längere Zeit im Wasser gelegen hat, dann würde ich sofort 100% Wasserwechsel machen. Falls noch Fische oder ähnliches im Becken sind solltest du diese natürlich vor so einem Eingriff heraus nehmen. Anschließend eine Zeitlang über Kohle filtern und weiter große Wasserwechsel machen. Nach 2/3 Monaten kannst du es dann mal wieder mit Korallen versuchen.

    Dieses Vorgehen macht nur Sinn, falls Schwermetalle ins Wasser gekommen sind und sich evtl. im Lebendgestein angesammelt haben. Wenn der Futterautomat kurz unter Wasser war (vielleicht 5 Minuten) sollte das egal sein. Wenn es jedoch einige Stunden oder Tage waren...

    Lass dir mal vom Wasserwerk deine Wasserwerte geben. Dein Leitungswasser bei dir zu Hause könntest du evtl. auch auf Schwermetalle testen lassen, insbesondere Kupfer und Zink (Wasserleitungen). Hier kann es auch helfen eine Osmoseanlage mit Kohlefilter und Reinstwasserfilter zu verwenden. Der Kohlefilter holt dann das meiste heraus, muss aber ständig erneuert werden.

  • Nein, die Maschine selber ist nicht komplett reingefallen, nur der komplette Inhalt.
    Da können keine Schwermetalle reingekommen sein. Leitungswasser hatte ich mal mit nem Sera Test auf Kupfer getestet. War damals null, aber ich weiß natürlich nicht inwiefern da Schwankungen autreten können.

    Ich habe auch daran gedacht, das Leitungswasser auf z.B. Blei testen zu lassen. Allerdings sind die Tests ja recht teuer und daher wollte ich hier gerne in Erfahrung bringen, welche Tests noch Sinn machen. Möchte da ungern alle 2 Tage einen neuen Test für ein bestimmtes Element machen.

    Also, ich halte mal fest, dass das Testen von Blei und Kupfer Sinn macht. Was könnte es noch sein?

    Einmal editiert, zuletzt von Fischstäbchen (26. April 2007 um 10:35)

  • Zuerst würde ich mir mal die Werte von den Wasserwerken besorgen. Diese sind zur Auskunft verpflichtet. Wenn die Werte in Ordnung scheinen, dann kann man überlegen wo das Problem liegt.

    Wohnst du in einem Altbau oder in einem Neubau?

  • Ich wohne in einem sanierten Altbau.

    Die angegebenen Wasserwerte vom Wasserwerk sind für meine PLZ:
    -------------------------------gemessen-------Grenzwert
    Natrium----------------------22 - 45----------200
    Blei----------------------------<0,005----------0,025
    Nitrat-------------------------1,90 - 5,20-----50
    Fluorid------------------------0,09 - 0,25----1,5
    Gesamthärte---------------14,8 - 19,6
    Karbonahärte--------------8,2 - 11,5
    pH-Wert---------------------7,3 - 7,6--------6,5-9,5

    Mehr Werte kann ich zwar von einem einzelnen Wasserwerk einsehen, allerdings wird das Wasser in Berlin von vielen Wasserwerken in ein Netz gepumpt, so dass ich ein Mischwasser von wechselnder Zusammensetzung habe.

    Kupfer ist aber z.B. in allen Wasserwerken mit <0,01 angegeben.

    Ab welcher Konzentration ist denn Blei im Meerwasser relevant? Nach was sollte ich noch schauen?

  • Hi Fischstäbchen,

    magst Du mal nen bisschen mehr zu Deinem Becken schreiben?
    Ich hab da irgendwie im Hinterkopf, dass Du erst vor relativ kurzer Zeit nen DSB im Technikbecken einrichten wolltest
    und die Beleuchtung umgestellt hast. (Wie stark beleuchtest Du denn auf was fuer ne Beckengroesse?).
    Wie oft wechselst Du Wasser, mit was für ner Salzsorte.
    Welche Salinitaet hast Du? Wie misst Du die? Gerät?

    Kohlefilter gegen Schwermetalle/Chlor etc. ist natürlich schon mal gut, allerdings bringt zu viel Kohle im Beckenkreislauf
    auf Dauer evtl. auch wieder die Niederen um.

    Auch wenns weh tut, hast Du mal nen Foto von dem Becken? Ich würd gern mal den Bewuchs auf den Lebenden Steinen
    sehen.

    Gruesse, Ralf

    Einmal editiert, zuletzt von Ralf Prehn (26. April 2007 um 14:14)

  • HI Fischstäbchen

    Ralf hat so ziemlich den gleichen Katalog an Fragen gestellt, den ich stellen würde. Außerdem würde ich Dir mal raten, Kupfer mit einem anderen Test als Sera zu messen. Sera Tests haben in der Meeresaquaristik einen (vorsichtig ausgedrückt) nicht gerade guten Ruf, was wohl auch berechtigt ist.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Das Berliner Wasser ist definitiv für Meerwasseraquas geeignet, da gibt es keine Ausnahmen. Immer wieder passieren kann es allerdings, das Kupfer und andere Schwermetalle durch Wechseln von Leitungen oder Umschalten auf andere Pumpstationen ins Wasser komme. Das ist dann noch in den erlaubten Grenzwerten aber für Aquas manchmal fatal. Ein bekannter Händler hat sich so mal ein komplettes Diskusbecken geplättet. Deswegen haben wir nun auch eine Osmoseanlage.

    Verbessert sich denn der Zustand der Tiere, wenn du einen großen Wasserwechsel >20% (am besten mit Osmosewasser) machst ?

    edit: achso, wenn du mal Keniabäumchen zum "Testen" brauchst, wir haben immer genug Ableger.

    Gruss

    Rüdiger

    Ex-Becken: 230x80x70 mit 60cm Panoramaecke rechts - im Kreislauf ca.1350l - Technikbecken 100x60x40 + Nachfüll-/WW-Becken 40x55x50 - Umwälzung Abyzz 420 eco - 2x Tunze Stream 6100 - 2xHagen 802 - Abschäumer H&S F200 2x2001 - Eigenbaubeleuchtung T5 12x39W + 4x54W - UV DeBary 25W - Ozon Sander 100 - Balling mit Grotech TEC III + EP IV - IEM UO m. Boosterpumpe + Si Filter - 5% WW/Woche, wechselndes Salz --> Bilderthread | Aquabilderbuch | Aquabilderbuch altes 400l Becken

    2 Mal editiert, zuletzt von Rüdiger Roxlau (26. April 2007 um 14:35)

  • Das schwankt je Bezirk und Wasserwerk, ist jedoch überall in Berlin, gesehen auf den Bundesdurchschnitt, gut für die Aquaristik benutzbar. Nitrat und PO4 Werte sind prinzipiell gering und brauchbar (Nitrat i.d.R. 1-3). Nur Silikat ist im Winter dramatisch hoch (>30).

    Aber du hast recht, es differiert natürlich je nach Anbindung --> http://www.bwb.de/deutsch/trinkwasser/wasserqualitaet.php

    Gruss

    Rüdiger

    Ex-Becken: 230x80x70 mit 60cm Panoramaecke rechts - im Kreislauf ca.1350l - Technikbecken 100x60x40 + Nachfüll-/WW-Becken 40x55x50 - Umwälzung Abyzz 420 eco - 2x Tunze Stream 6100 - 2xHagen 802 - Abschäumer H&S F200 2x2001 - Eigenbaubeleuchtung T5 12x39W + 4x54W - UV DeBary 25W - Ozon Sander 100 - Balling mit Grotech TEC III + EP IV - IEM UO m. Boosterpumpe + Si Filter - 5% WW/Woche, wechselndes Salz --> Bilderthread | Aquabilderbuch | Aquabilderbuch altes 400l Becken

  • Hallo zusammen,

    also ich habe nochmal die Werte getestet, für die ich gerade Tests da habe.
    Ammoniak, Nitrit und Nitrat sind von Tropic Marin, die anderen leider nur von Sera, da hatte ich mir am Anfang mal sonen Test-Koffer geholt...

    Temp.: 25C
    Dichte: 1,04 mit Aerometer gemessen
    ph-Wert: 8,2
    kH-Wert: 10
    Ammoniak: n.n.
    Nitrit: n.n.
    Nitrat:~15
    Phosphat: n.n. (mag sein, dass die Testlösung einen ganz leichten Stich ins bläuliche hat, ist aber fast klar, habe auch einen Phospaht-Adsorber drinn, da der Wert sonst steigt)
    Kupfer: n.n.
    Calcium: ~580mg/l (Das hatte ich länger nicht gemessen, ist ja deutlich zu hoch. Kann das negative Auswirkungen haben?)

    Das Becken ist ein Juwel Vision 260 (260l). Zusätzlich ein Technikbecken mit 112l. (brutto)
    Zu den anderen Fragen. Ich habe Ende letzten Jahres meine Beleuchtung von alten T8 auf 2*150W HQI + 2 *54 W T5 umgestellt und ein DSB eingerichtet, da ich ein sehr hohen Nitrat Wert hatte (50+).

    Vor etwa 4 Wochen musste ich allerdings das DSB nochmal neu einrichten, da das TB kaputt war.

    Zuletzt war auch noch die Mittelstrebe des Hauptbeckens gerissen, wodurch ich 2 Wochen land nur 50% Wasser im Becken hatte, bis das wieder repariert war.
    Daher habe ich zusammen mit dem neuen TB wohl so vor 3 Wochen über 50% des gewechselt. Als Salz habe ich gerade welches von Topic Marin. Zwischendurch habe ich mal Coral Pro von Red Sea verwendet, evtl. rührt daher der hohe Calcium-Wert.

    Nach dem großen Wasserwechsel habe ich gerade braune Kieselalgen und rote Schmieralgen. Ich vermute, dass das durch einen hohen Silikatwert des Wassers verursacht wird, habe ja kein Osmosewasser verwendet. Die braunen Algen sind gerade dabei zurückzugehen, habe auch einen Silikatadsorber im Einsatz, die roten Schmieralen sind noch da.
    Das hatte ich aber nach einem größeren Wasserwechsel schonmal, das ging dann nach einiger Zeit von alleine weg. Laut einem Händler den ich gefragt hatte, können die Algen auch wohl nicht das Problem sein.

    Es ist also auch einiges passiert in letzter Zeit. Ich werde mir also wohl mal eine Osmoseanlage zulegen, dann größere Wasserwechsel machen und über Kohle filtern und erstmal einige Wochen warten. Zudem könnte ich mir für Kupfer nochmal einen besseren Test holen.

    Kann der hohe Calciumwert ein Problem sein?

    kenny: Komme übrigens ursprünglich auch aus der Gegend um Oldenburg. Schöne Grüße in die Heimat :smiling_face:

    @Rüdiger: Danke für das Angebot mit den Keniabäumchen, darauf komme ich bestimmt gerne mal zurück. Im Moment muss ich aber erstmal etwas abwarten denke ich, wäre ja Schade um die Tiere.

  • Hallo Ralf,
    stimmt die von Dir angegebene Dichte von 1.04?
    Wenn ja, ist sie viel zu hoch sie sollte um 1.023 sein.
    Bitte langsam anpassen.

    Der Calziumwert ist zwar recht hoch (und wenn deine Dichte wirklich stimmt weißt Du auch warum), dürfte aber nicht das Problem sein.

    Eine Osmoseanlage ist bestimmt nicht verkehrt, aber gerade was Silikat angeht schwächeln sie etwas.
    Du solltest, je nach Wert, noch über einen nachgeschalteten Reinstwasserfilter nachdenken.

    Ansonsten hast Du ja im Becken ziemlich viel gewerkelt (DSB, Strebe, usw.), und mit einer Menge Adsorbern hantiert. Laß dem Becken einfach mal ein bißchen Zeit und Ruhe.

    Gruß
    Alex

    Einmal editiert, zuletzt von Alexander Schuh (28. April 2007 um 22:32)

  • Zitat

    Original von Alexander Schuh
    Eine Osmoseanlage ist bestimmt nicht verkehrt, aber gerade was Silikat angeht schwächeln sie etwas.
    Du solltest, je nach Wert, noch über einen nachgeschalteten Reinstwasserfilter nachdenken.

    hi alexander,

    nur kurz in bezug auf die fragestellung: keine osmoseanlage ist nätürlich in diesem falle nicht der grund, warum die wirbellosen eingehen.

    wenn das mit dem 1.04 allerdings stimmt..... :face_with_rolling_eyes:

  • Hallo Joe,
    da hast Du recht, wegen der Osmose gehen die Wirbellosen nicht ein.
    Nur meinte Ralf, das er sich wegen der braunen Kieselalgen eine Osmoseanlage zulegen möchte, und da kann trotzdem noch Silikat nachweisbar sein.
    Deshalb der Hinweis zwecks Osmose und Reinstwasserfilter.
    War vielleicht etwas unglücklich von mir geschrieben.

    Gruß
    Alex

  • Hi,

    sorry, die Dichten war natürlich ein Vertipper.
    Die ist 1,024.

    Kann man davon ausgehen, dass wenn ich z.B. irgendwelche Schwermetalle im Wasser haben sollte, ich das durch Wasserwechsel mit Osmosewasser und Kohle wieder in den Griff bekomme, oder ist es wahrscheinlich, dass sich Ablagerungen gebildet haben, z.B. im Lebendgestein?

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