Das Märchen vom "eingefahrenen" Wasser

  • Halo Volker
    Viellecht war das ja auch ein Grund warum damals niemand regelmäßigen Wasserwechsel gemacht hat...
    Der Erfolg der heutigen Meerwasseraquaristik resultiert ja neben den besseren Leuchtmitteln in hoem Maß am reglmäßigen Wasserwechsel.

    @ all habt ihr den link von Henning gelesen? schade das keine Ergebnisse beschrieben sind :frowning_face: scheinbar verwenden die das wasser ja tatsächlich bereits nach einer halben Stunde umrühren
    Ich finde es übrigens bemerkenswert das henning, der seit fast einem Jahr als Mitleser dabei ist, ausgerechnet zu diesem Thema seinen ersten Beitrag verfasst, der auch wenn knapp vormuliert, doch einen sehr interessanten link enthält.
    Herzlich willkommen henning :wink Schreib doch mal was über dich

    Hey joe :grinning_squinting_face:
    haut Ihr tatsächlich nicht komplett aufgelöstes Salzwasser in eure Becken? das hätte selbst ich mich nicht getraut

  • Hallo Sven,

    die physikalischen Vorgänge, die du da andeutest, liegen in der Größenordnung
    von einer Picosekunde. Das ist ein Millionstel von einer millionstel Sekunde !
    Soo lange solltest du das Wasser natürlich reifen lassen :grinning_squinting_face:

    @Christoph:
    Zu Strontium und Iod ist auch einiges an Aquarianerlatein in Umlauf, das seine
    Erklärung weder in Chemie noch in Biologie findet, sondern nur in Geschäftstüchtigkeit.
    Strontium verhält sich ziemlich exakt wie Calcium im Meerwasser. Und bei Calcium
    kannst du ja selber messen, dass es nicht plötzlich verschwindet, sondern nur
    ganz allmählich verbraucht wird. Ich habe Strontium gemessen und kann dir
    sagen , es verhält sich genauso.

    Iod ist zwar etwas komplizierter und kann theoretisch zu einem geringen Teil
    verdunsten, verschwindet aber auch nicht so einfach ins Nirwana, wie manchmal
    behauptet wird.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo Fischfreunde :wink

    Ich bin ja wirklich recht neu in der Meerwasseraquaristik, aber ich schreib jetzt doch auch mal was zu diesem Thema.
    Nach meiner Erfahrung (die, wie bereits angetönt, recht bescheiden ist) kann Salzwasser nach auflösen des Salzes sofort verwendet werden. Ich hatte mir Anfang Sommer etwas eingeschleppt (was es war habe ich nie herausgefunden), womit meine Niederen Tiere, Muscheln und Seeigel nicht fertig wurden. :frowning_face:
    In dieser Zeit habe ich dreimal innerhalb von vier Wochen gut zwei drittel meines Wassers gewechselt um das Becken zu "spülen", was auch gut funktioniert hat. :thup

    Da ich bei knapp 1'000l nicht die Möglichkeit habe so viel Wasser "reifen" zu lassen (200l Regentonne zum ansetzen) wurde das ganze nach auflösen des Salzes sofort eingebracht um Platz für die nächste Anmischung zu schaffen. Alle Tiere haben das problemlos überstanden. Mein Tetrosomus gibbosus, der sonst wirklich wegen jeder Kleinigkeit an Pünktchen erkrankt, hat nicht eine weisse Stelle bekommen, und das will was heissen! :grinning_squinting_face:
    Mein Händler (Familienbetrieb mit sehr sehr viel und langer Erfahrung) hat mir versichert, dass dies kein Problem darstellen würde, ich hätte das nicht von mir aus gemacht.

    Armin
    Soll das heissen, dass ich aufhören kann teure Srontium- und Jodampullen in mein Becken zu kippen?

    Grüsse aus der Schweiz
    Fabian

  • înteressant fand ich die anmerkung mit den seescheiden. in unserem alten becken waren nach ca. einem halben jahr alle seescheidenkolonien weg. seit dem umzug (neues wasser mit altem gemischt und wesentlich bessere wasserwerte) haben wir wieder sehr viele... komisch.

    jod dosiere ich übrigens meistens täglich 5 tropfen in form von lugol'scher lösung.

    alles in allem sehr interessant. ich hätte ich chemie besser aufpassen sollen :smiling_face:

    Tatsachen schafft man nicht aus der Welt, indem man sie ignoriert.

  • HUHU Armin

    irgendwie hatte ich gehofft das Du dich meldest :grinning_squinting_face:
    gut dan wäre es mit dem Strontium geklärt, bindet sich ja auch direkt in das Steinkorallengewebe mit ein

    das mit dem Jod hingegen ist prinzipiell also richtig, es wird ja nicht in ~5Min ausgetrieben, habe da Zahlen von ~12-20h, dass hier die Konzentration merklich abnimmt(nicht komplett versteht sich)

    dennoch werden beide Stoffe verbraucht oder eben mit dem Abschäumer reduziert, daher ist eine tgl. Dosierung eher anzuraten, da man dann auch die Werte ''konstant'' auf einem Level hält

    @ Fabian
    leider nein :grinning_squinting_face: bzw. kannst du ''prinzipiell'' schon nur wirst du das am Wachstum und den Farben deiner Korallen sehen :yrf


    mfg Chris

  • Zitat

    Original von Joe

    hi peter,

    nun, das ist wohl reichlich danebengegriffen.

    patsch!

    wenns dreckbrühe ohne ca + mg wäre würden wohl kaum farbigste steinies wachsen.


    Moin Joe,
    letzte Frage dazu: Warum machen wir dann TWW ?
    oder gefiel Dir nur die Ausdrucksweise nicht?

    Ich schrieb ja auch, daß es zur erstbefüllung und einfahren OK ist
    da hier ja noch gar kein Besatz da ist.

    Gruß Peter
    Wer nicht im Stande ist Fehler zu machen, ist zu nichts im Stande. :mauer:
    ---------------------------------------------------------------------------180L Seepferdchenbecken, 112 + 63L Nanoriff & 4Süße mit ca 800L.
    (+ 5L Schneckenzucht + 5L Artemiazucht + 25L Futtergarnelenzucht.)

  • Zitat

    Original von Peter Wolf
    Moin Joe,
    letzte Frage dazu: Warum machen wir dann TWW ?
    oder gefiel Dir nur die Ausdrucksweise nicht?

    Ich schrieb ja auch, daß es zur erstbefüllung und einfahren OK ist
    da hier ja noch gar kein Besatz da ist.

    moin peter,

    nun, wollte mich nur dagegen verwehren, dass du unser wasser als dreckbrühe bezeichnest.

    der wasserwechsel dient m.e. heutzutage hauptsächlich dazu, die
    unmessbaren wasserparameter stabil zu halten und diverse unmessbare dazudosierungen von spuries, balling light etc. wieder auszugleichen.

    das "altwasser" ist bei uns immer erster güte.

    wer erst wasserwechsel macht, wenn der ca und mg gehalt abgesackt und der no3 und po4 gestiegen ist, macht was verkehrt...... :smiling_face_with_sunglasses:

  • Hallo Christoph,

    Iod ist das einzige, was ich selbst noch (außer Wasserwechsel) zudosiere,
    weil mir dessen Verhalten noch nicht gründlich genug untersucht ist (steht
    aber ganz oben auf meiner ToDo-Liste). Aber wöchentliche Dosierung reicht
    mir völlig, an die unbewiesene Behauptung von 12-20 Std glaube ich nicht.
    Abgeschäumt kann es als PVP-Iod theoretisch werden, trotzdem ziehe ich
    diese Dosierform Lugolscher Lösung und ähnlichem vor, da die PVP-Form
    besser gepuffert ist (ähnlich wie bei einem Chelator) und damit verträglicher.
    Denn mir sind Todesfälle durch Iodüberdosierung bekannt, aber keine durch
    Unterdosierung.

    Strontium wirst du im Abschäumer kaum nachweisen können. Es verhält sich
    nach augenblicklichem Kenntnisstand opportunistisch, ist es im Wasser, baut
    es die Koralle ein, ist es nicht da, nimmt sie stattdessen Calcium.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Zitat

    Original von Armin Glaser
    Abgeschäumt kann es als PVP-Iod theoretisch werden, trotzdem ziehe ich
    diese Dosierform Lugolscher Lösung und ähnlichem vor, da die PVP-Form
    besser gepuffert ist (ähnlich wie bei einem Chelator) und damit verträglicher.

    hi armin,

    nun, wenn wir mal nach nem korallenbad das betaisadonabadewasser in der nähe des ab ins technikbecken geben, da kocht aber der schäumer!

  • HUHU ihr 3 :danke:

    mkay, das mit dem Strontium ist dann für mich vom Tisch(so lange bis die Gegenstudie kommt :winking_face_with_tongue: :grinning_squinting_face: :ylol ) Aber wird nicht ''eigentlich'' Karbonat, Strontium und!!!! Calcium ins Gewebe eingebunden?? (Grundgerüst)

    was das JOD angeht, gibt es ja wiederum 2 ''Möglichkeiten'' : angefangen bei Jodid welches kaum Wirkung hat/zeigt, bis über das Jodat (welches hpts. dosiert wird)

    wenn nun also JODAT dosiert wird, kommt es und hier kann ich JOE zustimmen, zu einer Überreaktion des Abschäumers, sofern ich PVP Jod bzw. Betaisadonna (''in größeren Mengen'') nehme.
    Nun stellt sich aber die Frage ''wieviel'' nun herausgeholt wird oder ob es ggf. sogar sinnvoll ist den Abschäumer für einen zeitlichen Rahmen abzuschalten (Wie verhält es sich hier mit anderen Elementen???/ Barium, Flour und Co. (was eben so alles z.B. im BallingMix mit drin ist;) ?)

    bzw. was passiert wenn es hier kein Filtermedium(ala Abschäumer) im Becken gibt welches das Jod aus dem Wasser zieht(wenn das der Fall ist!, wonach es erstmal aussieht), sondern es ''schonend'' im Becken belässt (ala Jaubert, DSB etc. ) kommt es hier zu einer Sättigung? bzw. wie du schon schreibst zu einer Überdosis?, theoretisch sollte (sofern kein/kaum Verflüchtigen machbar ist) es zu einem ''Stau'' kommen?
    (meist ersichtlich wenn die Korallen von Heute auf Morgen ''etwas braun'' werden, wenn man es mal ''zu gut'' gemeint hat)

    für eine Erledigung deiner ''toDO'' Liste wäre ich(und sicher auch viele andere) sehr DANKBAR :grinning_squinting_face: :ylol


    mfg Chris

  • Hallo Christoph,

    mit dem Iodat verwechselst du was. Betaisodonna ist ein Komplex aus PVP und Iod,
    da ist das Iod in einem großen Molekül festgehalten und damit löslich gemacht.
    Iodat ist dagegen ein kleines Molekül, das im Meerwasser entsteht, wenn Iodid oxidiert wird.

    Das PVP-Iod kann abgeschäumt werden, wie Joe schon schrieb. Wieviel im Wasser
    übrig bleibt, bleibt noch zu untersuchen. Jedenfalls ist Iod in dieser Form
    weniger aggressiv, da es im PVP gepuffert wird, und das ist ein großer Vorteil.
    Das Überdosierungsrisiko ist also beim PVP-Iod geringer als beim Kaliumiodid
    und bei der Lugolschen Lösung.

    Es gab da mal vor ein paar Jahren einen interessanten Beitrag, ich glaube es war
    hier im Forum, von jemand, der Haie und andere Fische hielt. Mit Kaliumiodid
    hatten immer entweder die Haie einen Kropf oder die anderen Fische Vergiftungserscheinungen,
    mit PVP-Iod ging es allen gut.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • HUHU Armin

    war/bin nieeee der Hellste in Chemie gewesen :yrf
    habe mir deshalb mal das Fläschchen Betaisadonna zu rate gezogen und auf die Inhaltstoffe geschaut :grinning_squinting_face: (quasi gespickt :ylol :ylol )

    Inhaltsstoff u.a. Kaliumiodat, hier wird doch bei der Freisetzung das Kalium abgespalten und das Iodat verfügbar gemacht?!!??


    Auch hat mir die Apothekentante erklärt das PVP und Betaisadonna(Wirkstoff: Povidon-Iod) das selbe ist :face_with_rolling_eyes: , wofür steht dann das PVP (für die Pufferung wie Du ja schon erklärt hast, nur ist es sicher eine Abkürzung :grinning_squinting_face: )

    also wäre eine Dosierung von PVP Iod dem Betaisadonna vorzuziehen???

    mfg Chris

  • Hallo Christoph,

    ach so, jetzt weiß ich wie du da drauf kommst.
    Bei der Betaisodonna-Lösung ist unter sonstige Bestandteile auch Kaliumiodat
    angegeben. Aber eben nur "sonstige Bestandteile". Das heißt, dass eine minimale
    Menge Kaliumiodat zugegeben ist, wahrscheinlich zur Stabilisierung, die aber
    im Vergleich zu den 11 g verfügbarem Iod pro Liter völlig zu vernachlässigen sind.

    Deshalb ist es völlig wurscht, ob du die Lösung unter dem Namen Betaisodonna
    oder PVP-Iod kaufst und zugibst. Nur die Iodmenge musst du beachten,
    Betaisodonna enthält z.B. 11 Gramm pro Liter (11% von 100g PVP-Iod in 1 Liter
    Wasser) wenn eine andere PVP-Iod-Lösung mehr oder weniger Iod enthält muss
    die Dosierung entsprechend verringert oder erhöht werden.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • HUHU Armin


    DANKÖÖÖÖÖÖ ''MEER'' wollte ich gar nicht wissen:D, war nur etwas irretiert, MAN(N) kann ja nie wissen :grinning_squinting_face:


    MEERci nochmal :thup
    und bitte berichten wenn es neues gibt :yrf

    mfg Chris

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