Hallo zusammen,
das wird jetzt sicherlich einen kleinen Aufschrei bei den Refraktometer Benutzern geben.
Mir hat der Unterschied bei den Messungen mit dem Refraktometer und den Messungen mit den Präzisionsspindeln keine Ruhe gelassen. Somit habe ich ein wenig herumgefragt und nachgeforscht. Das Ergebnis wird nicht alle erfreuen.
Bei der Dichte Bestimmung von Salzwasser interessiert uns ja die Konzentration der gelösten Salze im Wasser. Die Einheit dafür ist g/cm3.
Um es hier ein wenig einfacher zu machen und nicht so sehr ins Detail zu gehen, spreche ich bei dieser Dichte einmal von der physikalischen Dichte.
Die "Dichte", die mit einem Refraktometer gemessen wird, ist der Brechungsindex und ist dimensionslos. Der Brechungsindex steht mit der physikalischen Dichte eines Medium in keinem direkten Zusammenhang. Es kann also beim Ablesen der optischen Dichte von 1.024 nicht davon ausgegangen werden, das die Physikalische Dichte auch 1.024 beträgt. Für uns Aquarianer gibt es also nur die Möglichkeit der Messung mit Spindeln. Es gibt zwar weitere Methoden, die für uns aber kostenmäßig nicht relevant sind.
Eigentlich hätten wir durch Überlegung auch selbst darauf kommen können. Da das Refraktometer ja ein optisches Gerät ist, wird die Brechung des Lichtes durch die Salze in der Lösung verändert. Jedes Salz verursacht eine andere Brechung des Lichtes. Einige Salze können einen sehr großen Brechungswinkel erzeugen und zum gesamten Meßergenis der optischen Dichte beitragen, obwohl deren Konzentration an der gesamten Konzentration eher gering ist.
Wenn immer die gleiche Salzsorte verwendet wird, kann das Refraktometer sicherlich dazu benutzt werden, die physikalische Dichte über eine Kalibration zu bestimmen. Dazu müsste man sich eine Umrechnungstabelle erstellen. Eine Dichtebestimmung des Beckenwassers ist aber nicht möglich, da dort die Zusammensetztung ständig verändert wird.
Die Beschriftung des Refraktometers nD 20 bedeutet, die Kalibiertemperatur beträgt 20 Grad Celsius und als Lichtquelle (das ist auch von großer Bedeutung) ist eine Natriumdampflampe zu verwenden. Die Natrium-D-Linie bei 589 nm (darum "D") wird definitionsgemäss verwendet, da der Brechungsindex auch noch von der Wellenlänge des Lichtes abhängig ist.
Ich wollte diesen Beitrag mit Absicht allgemein verständlich halten und habe vieles vereinfacht. Wenn jemand genauere Auskünfte haben will, kann er sich gerne an mich wenden.
Ansonsten Literatur z. B.:
Jürgen Falbe, Manfred Regitz (Hrsg.): Römpp Chemie Lexion, 9. Aufl., Stuttgart, New York: Thieme, 1991.
