Ballingfragen...

  • Hallo,

    ich bin aktuell immer noch dabei meine Wasserwerte mit den Ballingchemikalien einzustellen. Langsam frage ich mich nur was ich falsch mache. Ich sag einfach mal wie ich es mache, dann duerfts mich auslachen und mir sagen wie es richtig geht ... :wink

    Also, nach etwas Depression weils eh nicht klappt und nachdem die anderen Zugabechemikalien aufgebraucht waren, habe ich einen neuen Anlauf genommen und am 21. meine Werte gemessen. kH=5, Ca=360, Mg=1050.

    Der geniale Rechner von Martin hat folgendes rausgespuckt:

    (1) 1989,8g MgCl2x6H2O zzgl. 249,4gMgSO4x7H2O ueber 17 Tage
    (2) 151,3g CaCl2x2H2O ueber 5 Tage (30,3g / Tag)
    (3) 172,8g NaHCO3 ueber 5 Tage (34,6g / Tag)
    (4) 51,6g Salz NaClfrei ueber 5 Tage (10,3g / Tag)
    Ersetztes Meersalz: 172g

    Ich habe mal gelesen, wenn man mit Balling anfaengt kann man die Salze zum Einstellen der Werte auch direkt ins Wasser geben.

    Also habe ich die Mg Salze gemischt und jeden Tag ne Hand voll reingehauen. Leider hat die Mischung massiv Feuchtigkeit gezogen und drum konnte ich den letzten Rest heute reingiessen..

    Mg Gehalt gestern: 1260. Na immerhin schon besser :smiling_face:

    Das CaCl2 habe ich morgens loeffelweise reingegeben, das NaHCO3 abends dazugegeben. Eine der beiden Chemikalien hatte sich durch die Luftfeuchte verkrustet .. ich habs dann ach nem Tag abgedeckt.

    Ca Gehalt gestern: 385 - Etwas besser aber noch weit weg.

    kH = 7 ... besser ist das ...

    Ok, hat mein Becken die Differenz nun irgendwie schon wieder geschluckt oder habe ich was falsch gemacht?

    Gruß
    Roger

    Einmal editiert, zuletzt von RHT (27. Juni 2006 um 08:43)

  • Wenn du die Salze erst eingewogen hast und sie danach dann Wasser gezogen haben ist das ja egal.
    Hast du die Salze einfach unaufgelöst ins Technikbecken geschmissen oder wie ?

    Kann schon sein dass dein Becken im Laufe von 17 Tagen schon wieder einiges verbraucht hat - das sollte es ja eigentlich.

  • Hy Steffen .. seit dem 21. waren es nur 7 Tage :smiling_face:

    Dadurch, dass die Mg Mischung fluessig wurde, wars schwer die 17 Tage einzuhalten .. das Zeug schrumpft zusammen das ist Wahnsinn.

    Die Salze habe ich in ein Extrabecken geworfen in dem sich grade n bissi PO4 Absorber befindet. Da lebt sonst nix drin und nach kurzer Zeit waren keine Rueckstaende mehr sichtbar.

    Gruß
    Roger

  • Hallo Roger,

    Chemikalien sollten nach Möglichkeit nicht direkt im Aquarium gelöst werden. Einfacher du löst die Sachen in vollentsalztem Wasser auf, rechnest die Liter durch die angegebe anzahl der Tage und dosierst dementsprechend. So sparst du dir die Sauerei mit dem Salz. Das du bei dem gemessenen Calciumgehalt noch nicht den gewünschten Wert erzielt hast kann an verschiedenen Sachen liegen, einerseits wird dein Becken zwischenzeitlich wieder Calcium verbraucht haben, andererseits ist dein Mg noch nicht optimal und da gibt es auch einen Zusammenhang, also sieh zu das du den Magnesiumwert auf ca. 1350 bekommst und dann klappt es auch mit dem Calciumwert.

    Gruß Henry

  • Hallo Roger
    Henry hat vollkommen Recht. Je weiter Du mit der MG-Konzentration unter einem vernünftigen Sollwert liegs't desto weniger Einfluss hat die Zugabe von Ca & Karbonathärte anhebenden Chemikalien. Im Gegenteil Du läufs´'t Risiko das sich die Balance Ca/Karbonathärte ungünstig verschiebt

    Also: Erst Mg hochziehen auf ~1350 dann erst Ca anpassen

    Ich werde meinen Rechner und die Wasserwerte-FAQ diesbezüglich noch optimieren um das ganz klar zu machen.

    lG
    ...Martin

  • Hy Martin,

    ich bin davon ausgegangen, dass man MG und Ca proportional im Verhaeltniss erhoehen kann.

    Wenn dem nicht so ist, dann haette ich gerne ne Begruendung dazu ...

    Gruß
    Roger

  • Blöde Frage, warum machst du dir nicht eine Stammlösung mit einer gleichbleibenden Konzentration, dosierst regelmäßig und passt dann die Menge dem reellen Verbrauch an ?

    Gruss

    Rüdiger

    Ex-Becken: 230x80x70 mit 60cm Panoramaecke rechts - im Kreislauf ca.1350l - Technikbecken 100x60x40 + Nachfüll-/WW-Becken 40x55x50 - Umwälzung Abyzz 420 eco - 2x Tunze Stream 6100 - 2xHagen 802 - Abschäumer H&S F200 2x2001 - Eigenbaubeleuchtung T5 12x39W + 4x54W - UV DeBary 25W - Ozon Sander 100 - Balling mit Grotech TEC III + EP IV - IEM UO m. Boosterpumpe + Si Filter - 5% WW/Woche, wechselndes Salz --> Bilderthread | Aquabilderbuch | Aquabilderbuch altes 400l Becken

    Einmal editiert, zuletzt von Rüdiger Roxlau (27. Juni 2006 um 11:44)

  • Hy Rüdiger,

    mach ich doch .. aber erstmal muessen die Werte mal stimmen ...

    Gruß
    Roger

  • HI

    Ich will Martins Antwort nicht vorwegnehmen aber nur schon mal soviel dazu:
    Das Mg stabilisiert die Ca Ionen. Im Meerwasser ist Calciumcarbonat eigentlich massiv uebersaettigt und muesste ausfallen. Das tut es aber nicht, weil das Mg die Bildung von Kristallen verhindert. Wenn der Mg Wert im Keller ist kannst Du beliebig viel Ca ins Becken schuetten, es kann sich nicht in Loesung halten, das einzige was passiert ist, dass der KH Wert noch weiter in den Keller rauscht.
    Bei niedrigen Werten ist es deshalb wichtig erstmal den Mg Wert anzuheben, bevor man den Ca und KH Wert anheben kann.
    Eine viel bessere und ausfuehrlichere Erklaerung kommt dann ja noch von Martin

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • @jens: Nee viel ausführlicher kann ich das auch nicht. Schließlich bin ich Maschinenbauer und kein Chemiker ;).

    Trotzdem, wie versprochen, hier meine Version der Erklärung:

    //quote=On (aus Wasserparameter-FAQ in zukünftiger Version)
    //
    Gelingt es, trotz Zugabe auch von größeren Mengen an Calcium und Karbonathärte erhöhenden Chemikalien, nicht die Werte wunschgemäß anzupassen, liegt das häufig an einer zu niedrigen Magnesium-Konzentration. Der Grund dafür ist, dass Magnesium die abiotische Ausfällung von Calciumkarbonat verhindert. Ist die Mg-Konzentration zu niedrig, fallen die zugeführten Chemikalien im Wasser aus und sind deswegen dort nicht mehr in gelöster Form verfügbar. Auch Überdosierung hilft nicht weiter sondern führt nur zu einem weiteren Anstieg der Ausfällungen. Erhöhen Sie in diesem Fall zuerst die Magnesium-Konzentration (~1300-1350 mg/l) und passen anschließend die Ca-Konzentration/Karbonathärte an.
    //quote=Off


    Gruß
    Martin

  • Zitat

    Original von Martin Kuhn
    @jens: Nee viel ausführlicher kann ich das auch nicht. Schließlich bin ich Maschinenbauer und kein Chemiker ;).

    Hi Martin

    Ich auch nicht. Trotzdem ist Deine Antwort besser formuliert als meine auf die Schnelle formulierte Erklaerung

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • ... zu faul zum Übersetzen, kann ich aber doch mit einem Link zum Thema Calcium/Magnesium dienen: http://www.advancedaquarist.com/issues/oct2003/chem.htm

    Zitat

    Ausschnitt:
    How does magnesium interfere with precipitation of CaCO3? The primary way involves magnesium poisoning the surface of growing CaCO3 crystals, slowing the precipitation. It can, in fact, be slowed to the point where it simply does not happen at rates problematic to an aquarist. In the following discussion it is important to remember that, other things being equal, alkalinity is a good indicator of the concentration of carbonate. So higher alkalinity equates to higher carbonate.

    In short, while magnesium carbonate is not supersaturated in seawater (or in typical reef aquaria), and will not precipitate on its own, magnesium is attracted to calcium carbonate surfaces where the carbonate ions are already held in place by the calcium ions. With the carbonate ions held in place, magnesium finds this an attractive place to bind.

    After a short time in seawater, a virgin calcium carbonate surface quickly attains a thin coating of Mg/CaCO3 (magnesian calcite) as magnesium pushes its way into and onto the crystal surface. Eventually, the surface contains a substantial amount of magnesium. The extent to which this happens depends on the underlying mineral, and is apparently much more extensive on calcite than aragonite. It also depends upon the relative amounts of calcium and magnesium in the water. Regardless, a new type of material is formed that contains both calcium and magnesium.

    This new mineral surface containing both calcium and magnesium is not a good nucleating site for precipitation of additional calcium carbonate (as aragonite or calcite), and precipitation of additional CaCO3 slows down substantially.

  • Hy,

    Danke fuer die Antworten, ich bin jetzt etwas schlauer - aber noch nicht zufrieden *g*

    Danach muesste ja , wenn Mg im Becken verbraucht wird, automatisch auch Calcium ausfallen, oder? Ist das so?

    Wie kommt es zu den manchmal extrem hohen Ca Werten wenn jemand ungewaessertes Zementgestein einbringt? Sollte doch direkt ausfallen, oder?

    Gruß
    Roger

  • Hallo Roger,

    ganz so einfach sind die Zusammenhänge doch nicht. Wenn 100 mg/L Mg fehlen,
    heißt das nicht, dass dann X mg/L Ca ausfallen. Mg ist nur EIN (oft überschätzter)
    Faktor der die Löslichkeit von Ca beeinflusst, KH und pH spielen aber eine weitaus größere Rolle.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!