Korallen sind Tiere....aber warum ??

  • Hallo, nachdem ich nun die typische Anfängerphase hinter mir habe (die Zeit, in der man sämtliche Infos, die man bekommen kann, in sich aufsaugt, folgt nun die Phase, in der man anfängt diese zu ordnen und zu hinterfragen.
    Also ganz konkret: Warum sind Korallen Tiere ???
    Was ist das entscheidene Merkmal, das z.B. eine Lederkoralle von einer Pflanze unterscheidet ?
    Sorry, wenn jetzt einige die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber ich weiß es wirklich nicht :stupid:

    danke und gruß
    gary

  • HI

    Also das erste ist das diese Lebewesen keine pflanzlichen Zellen haben sondern tierische.

    Sie haben auch keine Chloroplasten ( Zur Photosythese ) in Ihren Zellen.

    Gruss Claude

  • Hallo,
    wenn Du Dir Korallen genau anschaust, siehst Du, daß alle eine Mundöffnung haben...die sogenannte Gastralöffnung...
    Geeignete Nahrung ( Plankton, Shrims, auch kleine Fische), werden von den Tentakeln gefangen und zur Gastralöffnung transportiert..von dort gelangt die Nahrung in den Gastralraum...eine Art "MAGEN"..
    Wird dort zersetzt und für den Korallenkörper verwertbar gemacht.
    Daneben leben Korallen auch von Zooxanthellen, einzelligen Algen..
    Diese leben in den Zellen der Koralle, nehmen Kohlendioxyd auf..
    und betreiben nach meinem Wissensstand Photosynthese. ;).
    Im Grunde sind sie eine Art "Solarzellen"..
    Deshalb das hohe Lichtbedürfnis der Korallen...

    Sollte mein Wissen falsch sein, bitte berichtigen...
    Mit freundl. Gruß
    Uschi

  • Hallo Uschi,

    es gibt auch fleischfressende Pflanzen, die sich auch so ernähren, insofern ist das nicht so ganz eindeutig. Aber auch die machen eben Photosyntese, was Korallen nicht können.

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • hallo Brombeere,
    hab ja nicht gesagt,daß die Koralle Photosynthese betreibt...aber die Zooxanthellen tun es...
    Und in Form von Symbiose lebt die Koralle indirekt davon...
    Also von Photosyntheseprodukten der Zooxanthellen...

    LG Uschi

  • Hallo Uschi,

    jupp, sie lebt in Symbiose mit den Zooxanthellen (zumindest die Korallen, die welche haben). Aber von sich aus kann die Koralle keine Photosysynthese betreiben, und das unterscheidet sie von Pflanzen :winking_face:

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • moin,

    wenn ich es noch richtig in erinnerung habe, sind pflanzen mittels fotosynthese in der lage, anorganische stoffe in organische zu wandeln, um sich zu ernähren.

    tiere ernähren sich von organischem material.

    mfg
    michael

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    HI

    Also das erste ist das diese Lebewesen keine pflanzlichen Zellen haben sondern tierische.

    Sie haben auch keine Phytoplasten ( Zur Photosythese ) in Ihren Zellen.

    Gruss Claude

    Wo liegt denn der Unterschied zwischen tierischen und pflanzlichen Zellen ??
    So wie ich das sehe ist das mit der Photosythese ja so ne Sache..Korallen selber betreiben ja keine, aber die leben ja in symbiotischer Beziehung mit den Zooxanthellen.Außerdem bin ich nicht sicher, ob es nicht auch Pflanzen gibt, die keine direkte Photosynthese betreiben.

    Gruß Gary

  • moin,

    korallen ernähren sich von organischen verbindungen etc, die algen erzeugen. deshalb sterben sie auch,wenn die algen sie verlassen .

    "pflanzen" ohne fotosynthese wären pilze :winking_face:

    mfg
    michael

  • Zitat

    Original von Gary
    Wo liegt denn der Unterschied zwischen tierischen und pflanzlichen Zellen ??

    schau mal hier:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zelle_%28Biologie%29

    (Wikipedia ist bei ungeklärten Definitionsfragen fast immer eine gute Adresse)

    MfG, Frank


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • Hallo,

    Ganz davon ab besitzen Korallen ein rudimentäres Nervensystem, welches Pflanzen doch eigentlich nicht haben- allein das macht sie schon zu Tieren.

  • Richtig Klumpi, durch dieses Nervensystem sind sie unter anderem auch in der Lage dierekt auf etwas zu reagieren (Zusammenziehen bei Gefahr). Fleischfressende Pflanzen (vorallem die "Venus-Fliegenfalle", die vermutlich die meisten Menschen bei dem Wort im Kopf haben) bilden im Pflanzenreich natürlich eine recht spektakuläre Ausnahme und sollte daher außen vor bleiben, aber selbst hier funktioniert die Bewegung anders als bei Korallen.

    Gruß Tjark

  • auch andere pflanzen können z.b. hell und dunkel, oben und unten etc unterscheiden,kletterpflanzen suchen "zielgerichtet" durch rotieren eine stütze zum klettern, auch wenn man die rezeptoren dafür nicht als nervensystem bezeichnen kann :winking_face:

    mfg
    michael

  • Hallo!

    Hier passt vielleicht meine Frage dazu die ich mir schon lange stelle:

    Was ist eigentlich mit der "Lebensuhr" einer Koralle wenn sie sich vegetativ vermehrt. Das ist ja im biologischen Sinn keine Geburt sonder es sind dann zwei (oder mehr) Ausgaben vom SELBEN Tier. Ein Botaniker würde den Vorgang des "Ablegermachens" auch als Stecklingsvermehrung bezeichnen. Werden Korallen eigentlich "ALT"?

    Irgendwie habe ich da noch nie eine befriedigende Antwort bekommen.

    PS:
    Habe mich jetzt selbst vom "Mitleser" zum "Mitschreiber" befördert.

    Liebe Grüsse an alle Forenmitglieder.
    Peter

  • Hallo,

    Nein, rein theoretisch nicht. Wie der genaue Stand bei Korallen und Anemonen usw. ist, weiß ich nun nicht, aber von den Süsswasserpolypen(Hydra sp.) weiß man, dass sie rein theoretisch unsterblich sind, also d.h. bei geeigneten Bedingungen wird so ein Tier einfach immer älter, da sich die Zellen ja ständig erneuern. Ähnlich wird es ja auch bei Korallen, Anemonen usw. sein.

  • @ Klumpi!

    Läuft anscheinend darauf hinaus.

    Meine karibische Gorgonie hat u.U. also Columbus "kennen gelernt". Lustiger Gedanke.

  • Hallo Peter :smiling_face:

    Das freut mich echt :smiling_face: Dann herzlich willkommen :smiling_face:


    Zitat

    Original von peter pigl
    PS:
    Habe mich jetzt selbst vom "Mitleser" zum "Mitschreiber" befördert.
    Liebe Grüsse an alle Forenmitglieder.
    Peter

    Mir ist dasl bei Xenien bekannt das die Vermehrungsrate einen Einfluss haben könnte das das Tier (Mutterkoralle) irgendwann einfach abstirbt.
    Anders hingegen bei Tieren wo wir nachhelfen und Fragmentierren. Hier ist mir das nicht bekannt das es einen Einfluss gibt.
    Aber ich denke das ist auch schwer zu erfassen und zu dokumentieren.

  • HI

    Niedere einfach Polypen sind theoretisch unsterblich aber komplexe Systeme wie Korallen
    sind letztlich sterblich.
    Es gibt einige Korallen bei denen bekammt ist das sie bereits mehrere tausend Jahre alt sein müssen. Hausgrosse Porites Blöcke im Roten Meer zum Beispiel.

    Das sich aber das lebende Gewebe über dem Skelett immer wieder austauscht weiss ich nicht ob man das als unsterblich betrachten kann.

    gruss Claude

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    HI

    Also das erste ist das diese Lebewesen keine pflanzlichen Zellen haben sondern tierische.

    Sie haben auch keine Phytoplasten ( Zur Photosythese ) in Ihren Zellen.

    Gruss Claude

    oha,
    ich denke eher, es handelt sich um Chloroplasten. Von Phytoplasten hab ich noch nix gehört, laß mich aber gern belehren :grinning_squinting_face:

    vor 2800 Mio Jahren fand die Spaltung Tier/Pflanze so grob statt und mit Beginn der Sauerstoffatmosphäre vor 2200 Mio. Jahren den Übergang von Wasser an Land.
    Das Unterscheidungsmerkmal ist die evolutionsbedingte Einführung von Plastiden und Mitochondrien, -Funktionseinheiten der Zellorganellen; -eben vor 2800 Mio. Jahren.

    Die 'dümmlichen' Korallen entwickelten sich nicht weiter, - die Evolution berücksichtigte nur die der Pflanzen, was vor 440 Mio. Jahren ziemlich krass und mit vielen Spezialisationen aus der Algenphase heraus voranschritt.

    Servus
    Stefan

  • Zitat

    Original von mbb
    auch andere pflanzen können z.b. hell und dunkel, oben und unten etc unterscheiden,kletterpflanzen suchen "zielgerichtet" durch rotieren eine stütze zum klettern, auch wenn man die rezeptoren dafür nicht als nervensystem bezeichnen kann :winking_face:

    Photo- und Geotropismus bei Pflanzen.
    Das hat nichts mit Rezeptoren zu tun, sondern mit ähnlich Sinnesorganen aufgebauten Sproßmetamorphosen die 'nervenähnlich' strukturiert, ihre Aufgabe erfüllen.
    Beispiel: Mimosa pudica, Sinnespflanze. Welche bei Berührung eines Blattes sofort die Blattspreiten zusammenzieht.

    Servus
    Stefan

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher

    Das sich aber das lebende Gewebe über dem Skelett immer wieder austauscht weiss ich nicht ob man das als unsterblich betrachten kann.

    gruss Claude

    DAS tun wir Menschen ja auch - glaube so innerhalb von 9 Jahren. Nur wir da der neuen Zelle die abgelaufene Zeit bzw. Restzeit "mitgeteilt". Wenn das bei Korallen auch zutrifft dann müssen konsequenter weise ja alle Ableger eines bestimmten Tieres innerhalb einer relatv kurzen Zeitspanne absterben - eben wenn die maximale Lebenserwartung des Stammpolypen erreicht ist.

    Das mit - 'dümmlichen' Korallen entwickelten sich nicht weiter - ist für mich insofern nicht griffig da es sich bei der Nesselzelle um die komplizierteste Konstruktion auf diesem Gebiet handelt. Insofern muss da ein ganz enormer Evolutionsschritt erfolgt sein. Kann sein dass das den Korallen einen so grossen Vorsprung gegeben hat dass jetzt mal für einige millönchen Jahre Pause ist.

  • wie oft sich eine zelle reproduzieren kann hängt von ihrere gentischen information ab, bei jeder teilung verliert sie quasi ein stück dna, grob gesagt. und irgendwann ist ende gelände.

    der limitierende faktor beim menschen/tier, wobei "altern" ja noch recht unerforscht bzw. noch sauviel forschungsbedarf besteht, ist eher das sich nervenzellen und herzmuskelzellen NICHT mehr teilen und somit erneuern. natürlich ist das sehr pauschalisiert und durch die fehlende erneuerung dieser zellen hängt ein ganzer rattenschwanz was zum sterben mit beirträgt ... z.b. schlechterer stoffwechsel wenn das herz immer schwächer wird, das hirn nicht mehr so funktioniert wies soll usw., das wirkt sich dann auch auf die andern zellen aus


    deswegen ist die stammzellforschung meiner meinung so sauwichtig, aber leider? wird sie ja immer wieder torpediert


    nachtrag: zu den 9 jahren .... jeder zelltyp unterläuft unterschiedliche zeitspannen, ein blutkörperchen lebt z.b. nur 100-120 tage und wird dann erneuert

    3 Mal editiert, zuletzt von Niesmuschel (15. Juni 2006 um 14:55)

  • Hallo,

    Stimmt, wenn es bei den Korallen so ist dann müssten ja innerhalb eines kurzen Zeitraums nicht nur der Mutterstock, sondern auch alle bis dahin produzierten Ableger absterben- das kann ich nun so nicht glauben.

  • Zitat

    Original von Stefan C.

    Photo- und Geotropismus bei Pflanzen.
    Das hat nichts mit Rezeptoren zu tun, sondern mit ähnlich Sinnesorganen aufgebauten Sproßmetamorphosen die 'nervenähnlich' strukturiert, ihre Aufgabe erfüllen.
    Beispiel: Mimosa pudica, Sinnespflanze. Welche bei Berührung eines Blattes sofort die Blattspreiten zusammenzieht.

    moin,

    Fotorezeptoren bei Pflanzen:

    Auch Pflanzen verfügen über Fotorezeptormoleküle wie das die Fotosynthese ermöglichende Chlorophyll, das Flavoprotein, welches den Pflanzen ermöglicht, die Einfallsrichtung des Sonnenlichts zu bestimmen oder Phytochrom, das die Wachstumsvorgänge von Pflanzen, wie die Samenkeimung steuert. Darüber hinaus erfolgt eine Perzeption von Blaulicht bei Pflanzen über Cryptochrom sowie Phototropin. Bei Algen wird die Phototaxis mittels Blaulicht über Cryptochrom gesteuert.

    in unserem allerliebsten lex geklaut, die sprechen auch von rezeptoren :winking_face:

    mfg
    michael

  • Zitat

    Original von Niesmuschel

    ...

    deswegen ist die stammzellforschung meiner meinung so sauwichtig, aber leider? wird sie ja immer wieder torpediert

    Gernot,

    wolltest Du ewig leben? Es ist glaube ich noch etwas komplizierter. Wenn ich mich recht entsinne treten bei der Zellteilung gewisse Reparaturmechanismen in Kraft. Da die meisten Zellen irgenwann aufhören sich zu teilen (das hat etwas mit den "DNA-Abschnitten" zu tun), man ist dann "ausgewachsen" oder "erwachsen", werden die Reparaturen gewissermasen zu "Flickwerk", die Zellen beginnen zu altern.
    Da Korallen nicht aufhören zu wachsen, haben sie keine determiniertes Ende und sind wohl potentiell unsterblich.
    Chloroplasten haben sie in gewisser Weise ja schon, in den Zooxanthellen halt, und ökophysiologisch sind sie überhaupt ziemlich algig, sie können von Licht und anorganischen Nährstoffen leben. Da wir aber den größeren Symbiosepartner als "wichtiger" ansehen, was der Korallenpolyp ist, zählen wir Korallen zu den Tieren. Das ergibt sich dann aus der Verwandtschaft und den tierischen Zellen, wie schon geschrieben wurde.

    Grüße

    Hans-Werner

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