Phosphatadsorber , schluss bei ca 0,1mg?

  • ich hab die letzte zeit so ein leichtes po4 problem gehabt und mit verschiedenen mitteln versucht den gehalt zu senken.
    die mittel waren alle auf eisenbasis, bis ca 0,1mg ( rowa-test) gings problemlos, und dann scheint zumindest bei mir ende zu sein.

    ich mache das auch nicht am produkt einer bestimmten firma fest,

    eingesetzt werden die mittel in nem aquamedic filter und von unten durchströmt.
    auch die menge an wasser scheint nicht ausschlaggebend zu sein.
    auch hat es nichts mit depots zu tun,dass wasser im becken und des auslaufs aus dem filter haben die gleiche farbe.( 2 messröhrchen mit wasser genommen, 1x beckenwasser, 1x auslauf des filters, reagenzien in beide und auf nen weissen untergrund.)
    und das 24 h nach austausch des adsorbers.

  • HAI

    wie siehts mit dem verdunsteten Wasser aus???, wenn du auffüllst ist es bei dir frei von PO4?!??!?!?

    war bei mir auch ein Faktor( PO4 UO Ausgang, 0,049mg) und da ist es klar das man nicht viel meer rausholt(jedenfalls war das bisher die letzten Monate so, habe dem aber Abhilfe geschaft, nun muss ich erstmal schauen)

    ggf. Futter?!?!?!?!!?

    mfg Christoph

  • sorry, dass meine ich nicht.
    Was mich interessiert, warum messe ich bei nem adsorber der 24 stunden drin war,(ca 0,5 bis 0,7l) keinen unterschied mehr zwischen beckenwasser und auslauf des absorbers??
    hat in der zeit vielleicht 50mg po4 gezogen??
    das der nicht den wert rausholt der auf der verpackung angegeben ist, ok.

    das der meinetwegen nach ner woche durch bakterienbeäge aufhört zu arbeiten, auch ok.
    kann ich mit leben

  • Hallo Thomas,

    tatsächlich funktioniert jeder Adsorber nur bis zu einem Gleichgewichtswert,
    er kann also niemals ALLES Phophat rausholen (soll er auch gar nicht, sonst
    verhungern zB deine Korallen).
    Wie hoch der PO4-Gleichgewichtswert ist, hängt auch davon ab, wieviele
    andere adsorbierbare Stoffe in deinem Wasser sind, zB Silikat.
    An eine bakterielle Besiedlung bis zur Unwirksamkeit glaube ich nicht, du kannst
    es aber mal mit Umrühren des Adsorbers probieren (besser ist ein Wirbelbettfilter)
    oder die Durchflussmenge verringern.

    Deine Messmethode ist gut, damit kannst du tatsächlich am besten die Wirksamkeit
    beurteilen. Es könnte allerdings sein, dass du im Bereich von < 0,1 mg mit
    deinem Test nicht genau genug messen kannst, um die (dann nur geringe)
    Wirksamkeit zu erkennen.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    das stimmt aber nicht! Ich filtere mein Leitungswasser über einen Eisenadsorber vor, da es ziemlich viel PO4 einthält (genau kann ich es nicht sagen, ich hab keinen so hoch messenden Test. Laut Salifert sind es mind 3 mg/l derzeit, bei Rowa ist der Test auch richtig blau). Ich habe dazu ca. 1 kg Adsorber in einem Topffilter und aus den 25 l Wasser im Behälter ist nach einem Tag kein PO4 mehr nachweissbar. Sowohl Rowa als auch Salifert zeigen nichts mehr an.

    Ebenso habe ich bereits im Aquarium den PO4-Wert mittels Adsorber auch 0,024 mg/l lt. Rowa bekommen.

    Also ich denke schon, dass es möglich ist, mit ausreichender Menge Adsorber und ohne permanenten Neueintrag den Wert auf null zu bekommen. Wie ratsam das ist, ist natürlich eine ganz andere Sache. Zumindest im Aquarium sollte das nicht erstrebenswert sein. Ebenso würde wohl mit viel Adsorber der Wert sehr schnell fallen, was wiederum für die Korallen sehr schädlich ist.

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Ich denke das die Frage ist wie genau man misst :winking_face: Natürlich bekommst Du mit einem Absorber so viel raus das Du das mit AQMitteln nicht mehr nachweisen kannst!! Hoffentlich ist das aber dann trotzdem nicht 0 sondern sehr wenig!

  • also ganz auf null will ich auch nicht, aber 0,1 ist mir halt etwas hoch.

    das merkwürdige ist halt, dass man von leuten liesst, die problemlos
    bis NAHE null runterkommen und andere ,bei denen es auch bei ca 0,1 stehen bleibt.
    und was mich halt vor allem wundert, ich packe neuen adsober rein, messe mal den auslauf nach ner stunde ,und der ist0,05 geringer als der einlauf,
    ist ja ok so, messe nach 24 stunden nochmal, und beide werte sind praktisch identisch.
    im becken( ca 500l) ist der wert in der zeit von 0,15mg auf 0,1 mg gesunken.
    das der adsorber mit der zeit nachlässt ist mir schon klar, aber so schnell.

    habe diesen monat adsorber für ca 120 € verballert um den wert von ca 0,5 auf 0,1 zu senken( versch fabrikate), und das in nem 500l becken :loudly_crying_face:

  • HI

    Bei meinem jetzigen Becken hatte ich auch ein gewisses PO4 Problem, mit Eisenadsorbern habe ich den Wert nicht unter 0.14 (Merck) druecken koennen, egal wieviel ich von dem Zeug verballerte und wie haeufig ich das Zeug gewechselt habe. Das waren keine schlechten Adsorber, Rowa, UltraPowerPhos, etc. Es passierte einfach nichts. Irgenwann habe ich dann wieder eine Paket Aluadsorber in die Finger gekriegt (UltraPhos), nach 2 Wochen war der Wert unten.
    Ich wuerde das mal ausprobieren. Woran das liegt, dass ein Adsorber zieht und ein anderer nicht kann ich Dir nicht sagen, es ist mir ein absolutes Raetsel.

    Ich kenne Dein Becken nicht, aber hast Du schon mal versucht, alle moeglichen PO4 Quellen auszuschalten, z.B. mal hinter den Steinen saubermachen, wenn da ordentlich viel Dreck liegt kannst Du den Adsorber tonnenweise einsetzen, da wird nichts passieren.
    Peter Schmiedel hat da ja mal sein braunes Wunder erlebt, er nahm ein paar Steine hoch und da kam tonnenweise Dreck raus

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo ihr,
    ihr laßt einen wichtigen Punkt bei euren Betrachtungen aus.
    Bei pH-Werten um 8 aufwärts tut kein Adsorber was. Beste Ergebnisse bei Werten um 7,7.
    Schlecht sind dadurch aber dann die PO-Rücklösungen, aber die nimmt der Adsorber wieder auf; dauert halt etwas und der Ads. ist schneller erschöpft.

    Servus
    Stefan

  • @ stefan: das mit dem ph-wert ist mir neu, hab ich auch noch nie irgendwo nen hinweis gelesen.wär aber echt mist wenns so wäre.

    @ jens: dreckecken habe ich bestimmt nach 15 jahren standzeit.

    und das ich unter umständen mal länger den adsorber laufen lassen muss, leuchtet mir da auch ein.
    wenn er dann wenigstens über nen gewissen zeitraum halbwegs kontinuierlich ziehen würde, wärs ok.
    naja, bekomme anfang nächster woche das zeug von matuta, und sonst werd ich mal nen aluadsorber einsetzen

  • Thomas,
    nun, das man noch nichts drüber gelesen hat, soll auch seine Gründe haben :winking_face:
    ich tüftle nun seit 1,5 Jahren an den Adsorbern rum und bin den Ungereimtheiten durch Versuche auf den Grund gegangen.
    Sicherlich holen Adsorber bei pH8 aufwärts auch PO4 aus dem Wasser, nur nicht mit der wünschenswerten Effektivität. ....Außer man verändert den Adsorber.

    Servus
    Stefan

  • Hallo Kathrin,

    da muss ich wohl etwas mehr ins Detail gehen :

    Phosphatadsorber sind Oxidoberflächen, die Phosphationen anlagern können.
    Das können sie um so besser, je niedriger der pH ist, aber auch beim normalen
    Meerwasser-pH von 8,2 immer noch gut genug. Sie können das aber nur so
    lange, bis die Oberfläche gesättigt ist, bis also alle Bindungsplätze besetzt sind.
    Das ganze ist aber ein dynamischer Prozess, es binden sich nicht nur Phosphat-
    ionen, sondern gleichzeitig lösen sich immer wieder einige ab.

    Auch im günstigsten Fall, wenn deutlich weniger Phosphat im Wasser ist, als freie
    Bindungsplätze da sind, stellt sich nur ein Gleichgewicht ein, das ist der Zustand,
    in dem sich genauso viele Phosphationen an den Adsorber anlagern wie sich
    andere Phosphationen wieder ablösen. Es wird also NIEMALS ALLES Phosphat gebunden.

    Wie hoch dieser Gleichgewichtswert ist, hängt vom pH, vom Adsorber selbst und
    von den übrigen Stoffen ab, die im Wasser vorhanden sind. Denn manche anderen Stoffe,
    zB polare organische Verbindungen, stehen in Konkurrenz
    zu den Phosphationen, sie nehmen ihnen Bindungsplätze weg. Im Ergebnis
    heißt das, das du zB in Osmosewasser den geringsten Phosphatgehalt beim
    Adsorbereinsatz haben wirst, im Meerwasser wird er immer höher sein, je nach
    Becken können sich dabei durchaus auch mit aquaristischen Tests messbare
    Unterschiede ergeben.

    Dass du selbst in deinem Leitungswasser kein Phosphat mehr nachweisen
    kannst, hat einen ganz anderen Grund : die Messmethode, die in der Aquaristik
    verwendet wird, ist dafür einfach nicht empfindlich genug.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    ich danke Dir für Deine Antwort. Sollte auch nicht so klingen, dass ich es besser weiss, sondern eher umgekehrt, dass ich einfach noch viel weniger Ahnung habe und froh bin, wenn's mir jemand richtig erklärt. :smiling_face:

    Und ehrlich gesagt bin ich schon froh, wenn ich aus dem Leitungswasser soviel PO4 rausbekomme, dass ich es nicht mehr messen kann. Dass es nun nicht gleich NULL ist, damit kann ich leben. :winking_face:

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Stefan C.

    ein kleiner Hinweis für deine weiteren Tüfteleien :
    Die Adsoptionskapazität ist von der Anzahl der aktiven Zentren
    und vom isoelektrischen Punkt abhängig. Wenn du ein Substrat
    suchst, das im pH-Bereich von 8,2 noch stark Anionen bindet,
    sollte der isoelektrische Punkt möglichst über 8 liegen, zB liegt
    er bei Rowaphos bei 8,2.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • @ Armin: danke für deine erklärungen.

    habe jetzt den vierten adsorber probiert und auch damit keine weitere senkung erzielt.
    werde die adsorber jetzt drinlassen, bis der wert wieder steigt.
    eine senkung unter 0,1 mg scheint zumindest in meinem becken nicht möglich.
    interessant ist nur das in höheren bereichen der preis der adsorber
    in keiner abhängigkeit zur wirksamkeit zu stehen scheint
    und die theoretische bindungsmenge ist wohl wirklich nur SEHR theoretisch, zumindest wohl nur unter ganz bestimmten verhältnissen zu erreichen

  • Hallo Thomas,
    ist auch bei dir möglich :winking_face: ;
    jedoch brauchst du einfach Mengen und Beharrlichkeit dazu.
    In einem Punkt hast du recht: Teuer ist nicht mit Effektivität gleichzusetzen.


    Armin,
    bzgl. des Themas habe ich mich auch auf der IZ unterhalten. Wobei meine pH-Theorie als Nonsens abgetan wurde. Das dem nicht so ist, davon bin ich nach wie vor überzeugt und deine Zeilen bestärken mich darin.

    Servus
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    natürlich hast du recht, dass die PO4-Adsorption pH-abhängig ist.
    Und deine Erfahrung, dass das als Nonsens abgetan wurde, bestärkt mich in
    der Ansicht, dass leider oftl Quatsch erzählt wird.

    Wenn dich das Thema ganz genau interessiert ein Buchtip :
    Stumm, Chemistry of the solid-water interface

    Gruß Armin

    Gruß Armin

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