Greenpeace mag uns nicht

  • Hi Claude!

    Na ja, da ich mich (nicht nur) beruflich sehr viel mit solchen Ländern und ihren Bewohnern befasse, habe ich schon ein wenig Eindruck und es gibt auch andere Informationsquellen als die eigene Anschauung (die sicher oft aber nicht immer am besten ist). Im übrigen gibt es auch in Ländern der sog. 3. Welt durchaus erfolgreiche (aber auch gescheiterte) Projekte auf anderen Gebieten, die ebenfalls von außen geplant und betreut werden. Im übrigen würde ich MAC auch noch nicht völlig abschreiben. Also ganz so einfach soll man es sich vielleicht nicht machen.

    Mich beschleicht aber immer mehr das Gefühl, dass es einfach auch am Interesse und am Willen fehlt, einen Weg auch nur zu (ver)suchen. Dieses immer wieder zu hörende pauschale "geht nicht" ist ja auch sehr praktisch, weil man dann die Verantwortung vermeintlich los ist. Das ist aber ein Trugschluss zur Gewissensberuhigung. Und man wird uns das wohl eines Tages auch um die Ohren hauen und sagen: "Da ihr selbst sagt, schonend geht nicht, muss die Geschichte halt zwangsweise geregelt, schlimmstenfalls ganz gestoppt werden". Und glaube mir, der Aquaristikhandel wird eher gestoppt als der CO2-Ausstoß der Industrie. Denn unsere Lobby ist nicht viel größer als die der Fischer.

    Aber wie gesagt: Wir drehen uns eigentlich (wie immer irgendwann bei diesem Thema) nur noch im Kreis.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang
    ich sag ja nicht einfach "geht nicht" sondern ich denke ich hab immer begründet warum ich das glaube.
    Nachdenken ist sicher erlaubt, nur man sollte dabei halt in der Realität bleiben.
    Ich sag dir ganz ehrlich, ich will nicht verzichten, ich will jeden Fisch bestellen können der mir gefällt. Und dabei mache ich mir eigenlich wenig Gedanken darüber ob ich damit Raubbau betreibe oder nicht. Und wenn jeder ehrlich ist, der ein MW Aquarium hat,denkt jeder eigentlich gleich. Das hat jetzt nix mit Verbrauch oder nicht vorhandener Tierliebe zutun.
    Ich denke nicht das die Aquaristik verboten wird, denn es ist für alle ein Geschäft (Fischer, Expoteur, Fluggesellschaften, Zoll, Amtsvet. usw usw)
    MAC kannste knicken solange der Käufer nicht davon abkommt wegen jedem Cent der ein Fisch mehr kostet zuweinen. Und es ist so! Auch wenn jetzt hier immer mal geschrieben wird das es einem nix ausmacht.
    Gruß Frank

    2 Mal editiert, zuletzt von Frank Mohr (12. Dezember 2005 um 16:08)

  • Hallo Frank!

    Zitat

    Und wenn jeder ehrlich ist, der ein MW Aquarium hat,denkt jeder eigentlich gleich.


    Ich nehme für mich in Anspruch, nicht so zu denken und meine, es gibt schon noch ein paar andere auch, die sich um die Auswirkungen ihres Hobbys Gedanken machen.

    Zitat

    Ich denke nicht das die Aquaristik verboten wird, denn es ist für alle ein Geschäft (Fischer, Expoteur, Fluggesellschaften, Zoll, Amtsvet. usw usw)


    Die Hoffnung stirb zuletzt ;). Schaun mer mal, was bei der anstehenden Cites-Verhandlung so aus der Wundertüte kommt. Aufstufung der Steinkorallen in Anhang A? Weitere Fischarten in Anhang B = Meldepflicht? Oder EU-Importverbote? Freilich, ein Gesetz: "Die Meerwasseraquaristik wird verboten!" wird es kaum geben. Das geht viel subtiler (so wie mit den Seepferdchen).

    Ihr scheint auch besonders sparsame Kunden zu haben, dabei liegt ihr doch gar nicht in Schwaben :D.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    Das geht viel subtiler (so wie mit den Seepferdchen).

    seepferdchen werden auch wieder importiert,nachzuchten mit cites,und zu durchaus angemessenen preisen von unter 40E verkauft.

    mfg
    michael

  • Hallo Wolfgang

    Zitat

    Ich nehme für mich in Anspruch, nicht so zu denken und meine, es gibt schon noch ein paar andere auch, die sich um die Auswirkungen ihres Hobbys Gedanken machen.


    Du hast also nur Nachzuchten in deinem Aqua? Und du hast auch keine ausgefallenen Tierwünsche? Sehr vorbildlich :grinning_squinting_face:

    Zitat

    Die Hoffnung stirb zuletzt . Schaun mer mal, was bei der anstehenden Cites-Verhandlung so aus der Wundertüte kommt. Aufstufung der Steinkorallen in Anhang A? Weitere Fischarten in Anhang B = Meldepflicht? Oder EU-Importverbote? Freilich, ein Gesetz: "Die Meerwasseraquaristik wird verboten!" wird es kaum geben. Das geht viel subtiler (so wie mit den Seepferdchen).


    Ich glaube kaum das da etwas anderes rauskommt, wie es schon ist. Übrigens werden immer noch viele Wildfang - Seepferde importiert. Genau wie damals bei den Kaisern und Faltern, steigt meiner Meinung nach die Nachfrage durch Verbote. Das einzige was sich ändert ist der Preis, wobei es bei Pferdchen durch das Angebot an NZ nicht so extrem ist.
    Gruß Frank

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    Ihr scheint auch besonders sparsame Kunden zu haben, dabei liegt ihr doch gar nicht in Schwaben :D.

    fiel mir gerade noch ein,ließ dir mal den thread "ein dicker pott" durch,da kann man noch viel über geiz ist geil-mentalität lernen,und der hält sich für´n spezialisten :loudly_crying_face:

    mfg
    michael

  • Zitat

    fiel mir gerade noch ein,ließ dir mal den thread "ein dicker pott" durch,da kann man noch viel über geiz ist geil-mentalität lernen,und der hält sich für´n spezialisten


    Naja Mbb das hat wohl wenig mit diesem Thema hier zutun. Er macht es halt nach seinen finaziellen Möglichkeiten, wie jeder andere auch hier. Ich denke nicht das man jemanden wegen sowas verurteilen sollte. Ob er Spezialist ist oder nicht sei auch mal dahingestellt. Doch diese negativ Sprüche (öffentlich) halte ich nicht für gut, ich bin für jeden Bericht den einer ehrlich ins Internet stellt dankbar. Wird sowas von allen möglichen Leuten madig gemacht stellt bald keiner mehr was ein.
    Gruß Frank

  • Hallo Hans-Werner, hallo miteinander!

    Vielen Dank für den Link, ich finde das sehr interessant, habe es aber bisher nur angelesen. Das wird meine Abendlektüre :].

    Zitat

    für alle denen es noch nicht reicht


    Hast recht! Ich meine auch, das Thema ist hier ausgelutscht. Aber damit es nicht in 3 Monaten wieder heißt, es habe kein Ergebnis der Diskussion gegeben, versuche ich es mal aus meiner Sicht zusammen zu fassen. Dann kann man beim wiederaufkeimen der Diskussion daraif verweisen. Die mehrheitliche Grundstimmung hier sieht wohl so aus:


    1. Die Mehrheit der hier anwesenden Forumsteilnehmer
    sieht keinen Handlungsbedarf hinsichtlich der tier-, natur- oder artenschutzrechtlichen Situation der Meerwasseraquaristik.

    2. Dass die Meerwasseraquaristik zu Schäden an den Riffen führt, ist zumindest für einen wesentlichen Teil der Aquarianer unvermeidlich und ohne weiteres hinnehmbar.

    3. Soweit vereinzelt Probleme gesehen werden, gibt es hierfür aufgrund der Verhältnisse in den Herkunftsländern, des Geschäftsinteresses der Händler und des Kaufverhaltens der Aquarianer keinen praktikablen Lösungsansatz.

    4. Aquarianer sind jedenfalls in der Masse nicht bereit, für tier- oder artenschutzrechtliche Belange Preissteigerungen hinzunehmen.

    5. Gesetzliche Regelungen werden ebenso abgelehnt wie freiwillige Selbstbeschränkungen.

    Habe ich was vergessen?

    Sicher muss ich nicht anfügen, dass mir das Ergebnis keineswegs gefällt, aber so ist es halt mal und ich akzeptiere es. Ärgern wird mich aber das "Das-haben-wir-dir-doch-gleich-gesagt-Grinsen" meiner Freunde aus der Naturschutzschiene :(.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Nachtrag zu den Seepferdchen:

    Es gab nie ein Importverbot von Seepferdchen. Also kein Grund zu frohlocken. Welchen Schutzstatus sie derzeit genießen habe ich vor geraumer Zeit mal ausführlich dargestellt:
    http://www.salzwasserforum.de/index.php?page…tz+seepferdchen

    Das Problem ist die Meldepflicht, an die sich meiner Kenntnis nach kaum jemand hält. Nur rechtswidrig möchte ich das Hobby halt auch nicht betreiben. Aber das muss auch wieder jeder mit sich ausmachen.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang
    So wie du das jetzt aufführst sehe ich das als kläglichen Versuch an den Leuten ein schlechtes Gewissen zumachen.
    Ich hab es oft hier geschrieben, jeder der ein Problem damit hat das Tiere gefangen und improtiert werden soll sein Aquarium aufgeben.
    Ich versteh auch nicht was du hier erreichen wolltest. Was soll man jetzt kaufen und was nicht? Sollen wir jetzt MAC fische suchen und kaufen? Oder nur noch NZ? Ist halt dann etwas dürftig ein Paar Anemonenfische in einem grossen Becken zupflegen.
    Du siehst dich als Naturschützer und schreibst hier was für Schäden unser Hobby anrichtet und gleichzeitig hast du selbst Meerwasser. Irgendwie passt das nicht.
    Du hast mir nicht geantwortet, also nochmal: Hast du nur NZ in deinem Aqua? Hast du keine ausgefallenen Tierwünsche? Tierwünsche die auch entnommen werden müssen.
    Stell dein Aqua hier zum Verkauf, dann zieh ich den Hut vor dir, dann seh ich Sinn in dem was du hier so schreibst. Machste das nicht ist das alles ziemlicher Wischiwaschi
    Gruß Frank

  • Hallo!

    Irgendwie bekomme ich ein flaues Gefühl im Magen, wenn ich diverse Beiträge hier sehe. Wie Hans Werner schon sagt, Greenpeace ist ein international agierender Konzern, die Aktionisten sind großteils nicht schlecht bezahlt, sie haben ihre ökologische Nische in der Gesellschaft halt auf diese Weise besetzt.Und sie betreiben Lobying. Wenn wir jetzt auch noch ihren Part übernehmen, dann haben wir schon verloren. Das Argument wird sein, wenn selbst die MW- Aquarianer ihr Hobby als Riffzerstörung anschauen, dann muss es wirklich schlimm sein. Die Bürokratie wird ein neues Betätigungsfeld finden, auf das kein Beamter ohne Arbeit sei. Wenn wir der Natur wirklich helfen wollen, dann bitte beschäftigen wir uns mit der Zucht von Meerwasserfischen, und machen Korallenableger soviele es nur geht. Das wird nach vielen Rückschlägen der einzig mögliche Weg sein. Warum wollen wir so vermessen sein ,der Bevölkerung in den Entwicklungs und Schwellenländern, ihren Anteil am Wohlstand vorzuenthalten.Wir machen uns Sorgen um die Riffe und Regenwälder in fremden Ländern, und fliegen gleichzeitig in Urlaub, fahren täglich mit dem Auto zur Arbeit und verbrauchen eine Menge Energie, auch ohne Meerwasseraquaristik.Wer von uns, die wir alles haben verzichtet darauf ? Der allein hat nämlich das Recht mit dem Finger auf andere Menschen zu zeigen,für die das Riff die einzige Möglichkeit bietet zu Überleben.
    Was mir viel mehr Angst macht: ca 300 Millionen Chinesen werden in den nächsten 15 Jahren ein Auto kaufen, aber vielleicht ist das eine Möglichkeit die Arbeitsplätze in Europa halbwegs zu sichern.

    Gruß
    Aquarius

  • Hallo Frank!

    Da die Anlage gerade im Probebetrieb läuft verwende ich sie im Augenblick nur zur Überwinterung meiner Garnelen = alles Nachzuchten :P. Ich habe aber weder vorher nur Nachzuchten gehalten noch habe ich das später vor. Du verengst jetzt das Thema, so wie es vorher keiner getan hat. Es war doch von ganz anderen Dingen die Rede und ich denke, das weißt du auch.

    Wenn du das Ergebnis der Diskussion besser zusammenfassen kannst, dann mach das bitte. Bin gespannt. Vielleicht trügt mich ja mein Eindruck und du siehst es anders. Oder sag zumindest konkret, welche Aussage nicht zutrifft. Ansonsten ist das alles ziemlich Wischiwaschi ;).

    Zitat

    Stell dein Aqua hier zum Verkauf, dann zieh ich den Hut vor dir, dann seh ich Sinn in dem was du hier so schreibst. Machste das nicht ist das alles ziemlicher Wischiwaschi


    Darauf erwartest du jetzt aber keine Antwort, oder?

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hai Wolfgang
    Natürlich erwarte ich eine Antwort. Es sieht für mich so aus das du ein ganz schlechtes Gewissen hast, das die Riffe wegen deinem Hobby ausgebeutet werden, also was bleibt dann um sein Gewissen zuberuhigen?
    Ich brauch das nicht zusammenzufassen, ich bin an der Front, sowohl beim importieren/Tiere versorgen und beim Verkauf von Tieren. Und daraus hab ich meine Schlüsse gezogen was möglich ist und was nicht. Diese Diskusion wird nie zu einem Ergebnis führen und wie Aquarius richtig geschrieben hat, schaden wir uns indem wir anfangen unser schönes Hobby selbst zuverteufeln mehr, als wenn wir nix machen.
    Ich hätte übrigens kein Problem damit einen Fisch anzumelden. Bei Korallen ist das aber ne andere Sache, die ich dir ja schon ausführlich dargelegt habe.
    Ich bin weiterhin der Meinung das unser Hobby keinen schlimmen Schaden anrichtet. Auch wenn uns das Gp und andere weismachen wollen. Aber auch das wurde ja schon ausführlich erleutert.
    Gruß Frank

  • Nur nebenbei, Fische und wirbellose Tiere sind keine Tiger. Ein Tiger hat ein riesiges Territorium und nur wenig Nachkommen. Fast alle Tiere des Riffes haben dagegen eine immense Nachkommenschar, die solange Futter bleibt, wie alle Nischen besetzt sind. Wird dagegen eine Nische (z.B. durch Fang) frei, so wird sie durch die Nachkommensschar auch sofort wieder neu besetzt. Nur der fabrikmäßige Fischfang der Adulten kann diesbzgl. zu dauerhaften Schäden führen.

    LG
    Uwe

  • Hallo Uwe!

    Im Wesentlichen ganz Deiner Meinung! Ich habe ja nicht dargestellt, was meine eigene Meinung zu den einzelnen Punkten ist, sondern wie sich die hier dargelegten Ansichten jedenfalls in der überwiegenden Mehrzahl für mich nach der Diskussion darstellen. Das war zunächst auch wertfrei, auch wenn es offensichtlich zu teilweiser Betroffenheit geführt hat. Insoweit teile ich vollständig deine beiden "falsch" zu Punkt 2 und 3. Das habe ich auch schon mehrfach in diesem Thread dargestellt. Ich gehe von deiner Begründung her davon aus, dass du nicht meine Einschätzung, was hier Mehrheitsmeinung ist, für falsch hältst, sondern die darin dargestellten Ansichten.

    Dass auch die Fang- und Sammeltätigkeit für Aquarien durchaus Auswirkungen auf das Ökosystem Riff hat, kann man - so glaube ich - aber nicht mehr ernsthaft bestreiten. dazu sind einfach schon die Zahlen zu gewaltig (ich weiß, die werden jetzt auch wieder bestritten). Da soll man sich auch als überzeugter Aquarianer nicht in die Tasche lügen. Die von dir zu Recht angesprochene Frage ist nur, ob die Alternativen nicht noch wesentlich schädlicher wären und ob es nicht Möglichkeiten gibt, die Beeinträchtigungen zu minimieren oder wenigstens ihr Ansteigen zu verhindern. Und ich glaube nach wie vor, dass es die gibt. Aber mehrheitsfähig erscheint mir diese Ansicht hier nicht, wenn ich mich nicht täusche. Das finde ich persönlich bedauerlich - ob das anderen gefällt oder nicht. Ich habe in diesem Thread und drumherum allerdings auch wirklich gute Gedanken gelesen und weiterführende Hinweise bekommen. Es ist also nicht so, dass sich keiner Gedanken machen würde, was ja gerade dein Posting wieder zeigt. Aber mein Eindruck ist, dass das doch noch eine kleine Minderheit ist. Oder die Leute wollen sich hier einfach nicht äußern, kann auch sein :(.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang!

    Uwe hat so glaube ich etwas entscheidendes gesagt, es kommen nur soviele Rifffische zur Vermehrung wie das Riff ökologische Nischen für sie bietet, die anderen sind, wenn die Plätze besetzt sind nur noch Futter. Und jetzt überleg mal, welchen Platz ein Kaiserfischpaar im Riff benötigt. Solange die adulten Tiere den Platz besetzen, werden sich dort keine Jungfische bis zur Laichreife entwickeln. Werden die Altfische gefangen oder sie kommen sonst irgendwie um, dann wird der Platz sofort neu besetzt. Was soll denn der Fang von Jungfischen da schaden. Viel schädlicher sind da übertriebene Wasserreinigungsmaßnahmen wie zB. am Bodensee, wo die Felchenbestände massiv zurückgehen, weil Plankton in Folge des Nährstoffmangels kaum mehr zu Verfügung steht. Übrigens der Bodensee hat mitlerweile Phosphatgehalte wie ein Korallenriff.Aber als Trikwasserlieferant ist er bestens geeignet. Der Gedanke weiter gedacht, 6 Millionen Menschen sind Umweltzerstörer, weil sie Bodenseewasser trinken.

    Gruß

    Aquarius

  • Hallo Wolfgang
    Ich find es schon etwas unverschämt hier Leuten zuunterstellen das sie sich keine Gedanken machen. Die macht sich sicher jeder Aquarianer früher oder später mal. Keiner lügt sich hier in die Tasche, wo kommen die Zahlen denn her? Doch von den Leuten die uns damit raubbau unterstellen wollen. Ich hab zumindest noch nichts gehört das eine Fischart durch Überfischung für Aqauristische Zwecken ausgestorben ist, oder gerade ausstirbt. Ich mach das Hobby jetzt mit Pause ca 15 Jahre und einige hier sicher schon länger. Hat sich der Fischreichtum in der Zeit durch die Aquaristik verringert? Sicherlich nicht. Wenn die Fänger die Fische nicht lebend zum Import verkaufen, würden sie sie essen. Also ändert es nix daran, der Fisch ist raus ausn Riff. Zum Glück hat hier die Natur vorgesorgt und wie Aquarius wieder richtig angemerkt hat, werden die entstehenden Lücken sofort wieder gefüllt.
    Das sich hier kaum einer äusert liegt sicher daran wie du unser Hobby immer weiter nach unten ziehst. Auch deine Aufteilung in guter Aquarianer / böser Aquarianer ist finde ich voll daneben. Wie willst du wissen was die Leute denken?
    Jeder sollte sein Hobby so ausfüren dürfen wie er es für sich selbst verantworten kann. Dazu braucht es keine Gesetze oder Bestimmungen, ich denke jeder ist hier Tierfreund genug und kann einschätzen was falsch und richtig ist.
    Gruß Frank

    Einmal editiert, zuletzt von Frank Mohr (13. Dezember 2005 um 00:05)

  • Zitat

    Original von Frank Mohr
    Ich sag dir ganz ehrlich, ich will nicht verzichten, ich will jeden Fisch bestellen können der mir gefällt. Und dabei mache ich mir eigenlich wenig Gedanken darüber ob ich damit Raubbau betreibe oder nicht. Und wenn jeder ehrlich ist, der ein MW Aquarium hat,denkt jeder eigentlich gleich.

    moin,frank

    inzwischen geb ich dir wider recht.aber an wolfgangs unterstellungen bzw. subjektiv eingefärbten "tatsachen" bist du auch nicht ganz unschuldig.

    :winkmbb

    mfg
    michael

  • @ mbb
    Ich unterstelle niemandem etwas. Das obige zugegeben zugespitzte Fazit ist halt das, was ich aus der Diskussion hier gezogen habe. Es hat weder allgemeine Gültigkeit für alle Aquarianer noch berücksichtigt es, dass es natürlich auch hier einzelne Leute mit abweichenden Meinungen gibt. Zu einem Teil deckt sich das Ergebnis übrigens auch mit meiner eigenen Meinung. Natürlich ist mir auch klar, dass es sich hier nicht um eine repräsentative Erhebung handelt sondern nur um Meinungen einiger weniger Schreiber. Allerdings zeigt die doch recht überschaubare Zahl an Diskutierenden auch, dass das allgemeine Interesse an dem Thema wohl nicht wahnsinnig groß ist. Die in den Beiträgen zu Tage getretene Grundtendenz stellt sich aus meiner Sicht halt so dar. Bisher hat mir auch noch keiner widerlegt, dass meine Einschätzung der Grundstimmung – und mehr kann es nicht sein – falsch wäre. Ich lasse mich aber gern eines Besseren belehren, wenn mich jemand überzeugt, dass die vorherrschende Meinung hier anders ist. Ich wäre der letzte, der sich darüber nicht freuen würde. Und natürlich steht es jedem frei, hier sein eigenes Fazit zu ziehen. Ich dachte, das gilt auch für mich.

    @ aquarius
    Ich glaube nicht, dass damit alle Einwände beseitigt sind. Zum einen gibt es nicht nur massenhaft auftretende sondern auch zahlenmäßig und örtlich begrenzte Arten (das Wort „Rarität“ kommt von „selten“). Zum anderen können Nischen nur dann wiederbesetzt werden, wenn zum einen das entsprechende Tier und zum anderen ein geeigneter Lebensraum noch vorhanden sind. Die Räuber fressen auch nicht weniger weg, nur um Aquarienfische oder Nachwuchs übrig zu lassen. Auch sind die Tierfangmethoden nicht durchgängig riffschonend. Es werden auch nicht nur Fische gefangen, sondern ebenso Korallen abgebaut. Ich sage ja nicht, dass man das alles nicht in vertretbarer Art und Weise machen könnte; ich sage nur, dass wir uns dafür einsetzten sollen, dass das auch so geschieht. Und noch ein Gedanke zum Thema „Überfluss abschöpfen“: Gefangen werden die Tiere ja nicht in der Planktonphase, sondern wenn sie die angesprochene Nische schon besetzt haben, also die Nachwuchszahl schon arg dezimiert ist. Das heißt, man greift in jedem Fall in das Gefüge ein. Das kann nun unschädlich sein aber auch nicht.

    Noch etwas allgemein zur Einschätzung der „Schädlichkeit“. Ich kenne außerhalb der Aquarianerkreise, die meines Wissens selbst nie fundierte Untersuchungen vor Ort gemacht haben, niemanden, der eine Beeinträchtigung des Ökosystems Korallenriff durch den aquaristischen Handel völlig leugnet. Und da sind nicht nur Naturschutzorganisationen dabei, denen man auch nicht von vorne herein einfach Lügen oder Dummheit unterstellen sollte, sondern auch Institute und Universitäten. Möglicherweise wir so manche Negativentwicklung auch der Aquaristik einfach in die Schuhe geschoben. Ich glaube aber nicht, dass man die Tatsachen oder auch nur Behauptungen einfach mit Leugnen beseitigen kann oder der etwas überheblichen Einlassung, man wisse das eh alles besser (z. B. weil man schon viele Tiere gehalten oder verkauft hat). Mit solchen Einlassungen wird man sofort in der Luft zerrissen und schwächt unnötig seine eigene Position. Da müssten schon konkrete und nachprüfbare Fakten auf den Tisch. Wenn man die „Verteufelung“ der Meerwasseraquaristik vermeiden will, sollten wir uns vielleicht weniger auf das simple Bestreiten oder gar auf Beschimpfungen verlegen, sondern mehr auf das sachliche und fundierte Widerlegen, Mitdiskutieren und –gestalten. Denn wer zu spät kommt, ......

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,

    wie war die Abendlektüre? Ich lese aus deinem Posting ein paar Punkte heraus, die daher stammen. Insgesamt ähneln sich aber die Fürs und Wieders, wenn ich es mit dieser Diskussion vergleiche und es wurden doch einige Gedanken auf beiden Seiten gewälzt.

    Was ich vielen Naturschützern und auch Greenpeace vorwerfe ist, dass sie meistens wissen, wogegen sie sind, aber leider sehr selten wofür, d. h. sie sind nicht in der Lage eine positive Perspektive zu entwickeln. Zum Glück ist es bei den Köpfen der meisten Naturschutzverbände etwas besser. Deswegen gefällt mir auch der Wechsel Weinzierl --> Weiger in Bayern.
    Es ist in meinen Augen ein Armutszeugnis, wenn man bauchmässig wogegen ist, einem aber kopfmässig nix Besseres einfällt!
    Ich kenne hier im Vogelsberg einige, die gegen Windräder sind, aber natürlich auch gegen AKWs, CO2 usw.. Die leben aber trotzdem nicht in einer Einsiedelei nur mit Holz und Kerzenlicht als Energiequellen.

    Deswegen finde ich auch Konfrontation der Naturschutzverbände im Falle "Aquaristik gege Riffe" kontraproduktiv. Vielleicht könnte da ein Perspektivwechsel helfen, zumindest von diesem besserwisserischen Gehabe wegzukommen. Man stelle sich also vor, ein Staat, eine Gemeinde oder eine Fischerfamilie will aus einem Riff etwas herausholen. Ist es dann nicht sinnvoller, diese anzuleiten anstatt ihnen zu erzählen, dass sie nichts für die Aquaristik herausholen sollen, aber wenn wir sauberen Industriestaatler nichts damit zu tun haben, können sie eigentlich machen, was sie wollen, wir können sie ja nicht daran hindern. Bornemann vergleicht ja auch die verschiedenen "Inwertsetzungen" eines Riffs. Er kommt übrigens auch auf den Fair-Trade-Gedanken als mögliche Lösung.
    Das dümmste, was passieren könnte wäre doch folgendes: "Wenige Jahre, nachdem der Handel mit Korallen und Aquarienfischen gestoppt wurde, waren die Riffe vollständig zerstört." Greenpeace wäre daran natürlich unschuldig, sie haben ja nicht gesagt, dass man die Riffe dann als Steinbruch nutzen soll.
    Ein anderer Eindruck, den ich mitunter von Naturschutzverbänden habe, ist, dass man sich gerne nicht sonderlich starke Gegner heraussucht. Warum kloppt sich Greenpeace nicht mit französischen Subventions-Bauern?
    Man schafft sich auch weniger Gegner in den zahlungskräftigen "Mitgliedsländern", wenn man Probleme in der dritten Welt angeht. "Die Menschen da leben ja sowieso im Paradies und brauchen nur das Obst von den Bäumen zu pflücken. Für was braucht man da noch Geld und Arbeit?"
    Es wäre viel unpopulärer, auch unter Greenpeace-Mitgliedern, wenn man gegen die Autobahn-Direktverbindung in die Estremadura wäre :D. Viele "Naturschützer" sind auch Vielfahrer! Aber das ist schon etwas ab vom Thema.

    Ales in Allem: Kopf in den Sand stecken, wie du es angedroht hast, ist meiner Meinung nach auch keine Lösung!
    Die richtige Frage wäre: Wie kann man zu den positiven Entwicklungen in den Ursprungsländern unserer Tiere beitragen?

    Übrigens: Die Tatsache, dass ein Fisch keine Larve mehr ist, heisst nicht, dass man ihn nicht relativ schadlos "abschöpfen" kann. Überlege mal, wie viele Enten, Wildschweine und Rehe man bei uns totfahren und abschiessen kann und trotzdem sind es immer noch zu viele! Irgendeine Nutzung muss man finden! Philippinen ist nicht das Paradies!

    Grüße

    Hans-Werner

  • Ich bin auch der Meinung dass man diese Diskussion führen sollte bevor das andere für uns tun. Ich habe auch keine Lust meine Tiere irgendwo anzumelden und/oder genehmigen zu lassen.

    Was mich an der Sache resignieren lässt sind dann eben die Aussagen von Claude der uns mehr oder weniger zu verstehen gibt, dass wir an der ganzen Situation in den Erzeugerländern sowieso nichts ändern können.

    Es gibt so viele Menschen in Deutschland die im Bioladen für den doppelten Preis Lebensmittel etc. kaufen - warum soll es keinen Markt für Aquarientiere aus einem fairen Handel geben?
    Nachzuchten werden, wie sich alle einig sind, nie den Bedarf decken.

    Andererseits bin ich auch kein Fan von Zertifizierungen - egal in welchem Bereich. Nichts wird allein dadurch besser dass man mit hohem Aufwand ein teures Etikett draufklebt. Vielleicht würde es sich aber doch lohnen wenn der Kunde besser informiert wird wo seine Tiere herkommen.
    Die von Claude verlinkte Seite (Cebu) fand ich zB wirklich hochinteressant und wenn die Tiere dort wirklich so gefangen und behandelt werden würde ich gerne meine nächsten Tiere von dort kaufen. (wo bekomme ich die ? )

  • Hallo Wolfgang

    Also ich kann dir versichern das der Fangdruck auf einzelne Arten schon für eine deutliche Reduzierung der Biomasse in den befischten Riffen
    verursacht hat.

    Neben der Aquaristik Fischerei wo man die kleinen fängt wurden und werden auch alle adulten Tiere für die Ernährung gefischt.

    Die Frage ist halt was wäre wenn die Leute nur noch für Ihre Ernährung fischen ? Denn selbst kleine Chromis werden da gerne verspeist.

    Die Zuchtanlagen bzw Aquakultur vor Ort verursacht letztlich sogar noch mehr Probleme als sie löst da dort die Mastqoute gerade mal bei 1:3 liegt
    Es werden als0 3 Kg Fisch gefangen um 1 Kg zu produzieren.

    Es gibt da einfach zuviele Menschen die Hunger haben
    und nein es ist wahrhaftig kein Paradies nur wenn man viiiiiiiiel Geld hat :winking_face:

  • [und nein es ist wahrhaftig kein Paradies nur wenn man viiiiiiiiel Geld hat ;)[/quote]

    noch so ein blöder Gedanke von mir zum Verhältnis Industriestaaten - Riffgebiete: "Phillipinen, Indonesien, das sind doch Urlaubsländer" und die heissen natürlich so, weil die Leute dort das ganze Jahr Urlaub haben. :grinning_squinting_face: Ist natürlich Quatsch, aber ich denke bei vielen Industriestaatlern bestehen so ähnliche Assoziationen ohne darüber nachzudenken.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo zusammen!

    Ich kann bei eueren letzten Beiträgen insgesamt nur zustimmend nicken. Freilich muss man die Auswirkungen der Aquaristik differenziert betrachten. Einfache Modelle reichen dazu sicher nicht, dazu sind die Zusammenhänge einfach zu kompliziert. Auch kann man nicht nur die ökologische oder nur die ökonomische Seite sehen. Das gehört für mich untrennbar zusammen, sowohl im Guten als auch im Schlechten. Steffen hat recht, dass ein großes Problem halt eine gewisse Hilflosigkeit ist, mit der wir den Problemen, die ihren ursprung weit entfernt haben, gegenüber stehen. Andererseits gibt es ja durchaus auch Ideen, wo man ansetzen könnte. Ich weiß auch, dass einige oder auch alle deutschen Meerwasseraquarianern die Probleme nicht einfach lösen könnten. Aber man kann sich dafür einsetzen. Und der Artikel von Bornemann, auf den Hans-Werner freundlicherweise hingewiesen hat , passt zu dieser Diskussion wie die Faust aufs Auge; aber wer liest den schon? (@Hans-Werner: Nochmals Danke, hast ein Getränk deiner Wahl bei mir gut! Habe ihn allerdings erst heute gelesen, bin aber dafür umso erfreuter, dass ich mit meinen laienhaften Ansichten wohl doch nicht ganz so daneben liege.)
    Die Frage ist, was kann man konkret tun? Wichtig und möglich erscheint mir, bei den Aquarianer zunächst auch einmal das Problembewusstsein zu schärfen. Dann könnte man vielleicht den Dialog mit den Umwelt- und anderen Verbänden durchaus aufnehmen. Nicht nur zur Imagepflege, sondern auch, um vielleicht einen gemeinsamen Nenner zu finden und vor allem, um vielleicht gemeinsame Lösungsansätze zu finden. Versuchen kann man es ja. Dort gibt es auch ganz vernünftige Menschen (auch Aquarianer) und diese Organisationen haben nicht nur Einfluss sondern auch internationale Beziehungen (Ja, Hans-Werner, die von dir beschriebene Sorte Umweltaktivist kenne ich auch, ich wohne ja ganz nah neben Weinzierls Herkunftsort :-)). Schließlich wäre es schön, wenn Leute wie Claude, Michael und andere ihre Vor-Ort-Informationen und Erkenntnisse mitteilen könnten, vielleicht gibt es ja auch Lösungsansätze im kleinen Rahmen, die als Vorbild wirken könnten. Das Ganze bedarf aber einer Zentralisierung, sonst beleiben es nur einzelne Splitter, die gleich wieder verloren gehen. Vielleicht könnte ja der FKKR Koordinationshilfe leisten und eine Diskussionsplattform bieten? Das alles macht aber nur Sinn, wenn auch genügend Interesse da ist.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang!

    Entschuldige, darf ich dich auf den Boden zurückholen. Die Zusammenhänge sind ganz einfach, sie werden nur von Leuten wie dir , mit vollem Bauch und Pensionsberechtigung verkompliziert. Die Fischer und ihre Familien müssen überleben, sie haben Hunger und sie werden sich einen Dreck darum scheren, ob du ihre Umwelt schützen willst oder nicht. Es hiflt auch nichts wenn die Fische bei uns viel teurer werden , das Geld kommt nie unten an . Schau mal verschiedene Stocklisten an.

    Gruß
    Aquarius

  • Zitat

    Original von Uwe Dolling

    Nur nebenbei, Fische und wirbellose Tiere sind keine Tiger. Ein Tiger hat ein riesiges Territorium und nur wenig Nachkommen. Fast alle Tiere des Riffes haben dagegen eine immense Nachkommenschar, die solange Futter bleibt, wie alle Nischen besetzt sind. Wird dagegen eine Nische (z.B. durch Fang) frei, so wird sie durch die Nachkommensschar auch sofort wieder neu besetzt. Nur der fabrikmäßige Fischfang der Adulten kann diesbzgl. zu dauerhaften Schäden führen.

    LG
    Uwe

    Es gibt doch zumindest Hinweise dafür, daß das selektive Fangen von Fischen für den Aquarienmarkt, Auswirkungen auf die natürlichen Populationen hat. Und dies scheint sich durchaus nicht auf den schon erwähnten und bekanntesten Fall der Banggai-Kardinalbarsche zu beschränken:

    Selektiver Fang von grossen Mandarinmännchen scheint die "Fitness" (Reproduktion+Überleben) der Mandarin-Populationen zu vermindern:
    http://news.nationalgeographic.com/news/2001/04/0…arinfish_2.html

    Selektiver Fang erwachsener Clownfische könnte eine Ursache für verstärkte Hybridisierung zwischen Amphibrion-Arten sein.
    http://wish.wodonga.tafe.edu.au/~kwaldon/hybrids.htm

    Eine freiwillige Selbstbeschränkung des Aquarienhandels auf höchstens halbwüchsige Fische (halbe max. Körperlänge) wäre weitgehend im Interesse der Aquarianer und könnte zumindest diese Folgen des Aquarienhandels reduzieren helfen.
    Ein Mindestgrössenkonzept, wie ansonsten in der Fischerei üblich, produziert geradezu solche Phänomene (zumindest bei Riff-Fisch-Arten mit Revieren). Erwachsene Fische und Brutpaare im natürlichen Lebensraum zu belassen, scheint im Sinne einer nachhaltigen Nutzung der Bestände auch sinnvoll.

    LG Martin

    PS.: Das dieser Ansatz bei Fischarten, die auch für die menschliche Ernährung genutzt werden, zu kurz greift, ist denke ich klar - Verbesserungsvorschlage sind willkommen.

    The only reason many species have not yet been successfully reared is that too few people have tried (Naomi Delventhal)

    Many species might go extinct, as too few people look out for them (Martin Reith). Help to change this http://accion-salva-una-especie.org/

  • Zitat


    Hallo Wolfgang!

    Entschuldige, darf ich dich auf den Boden zurückholen. Die Zusammenhänge sind ganz einfach, sie werden nur von Leuten wie dir , mit vollem Bauch und Pensionsberechtigung verkompliziert. Die Fischer und ihre Familien müssen überleben, sie haben Hunger und sie werden sich einen Dreck darum scheren, ob du ihre Umwelt schützen willst oder nicht. Es hiflt auch nichts wenn die Fische bei uns viel teurer werden , das Geld kommt nie unten an . Schau mal verschiedene Stocklisten an.

    Gruß
    Aquarius

    Die Zusammenhänge sind alles andere als einfach -
    wer das behauptet macht es sich nur zu einfach.

    Der Markt steuert indirekt den Fischer, wenn der Markt keine Aquarienfische mehr wollte würden die Riffe anders genutzt.
    Wenn der Markt schwer haltbare Exoten verlangt werden die auch gefangen. Es wird geliefert werden für was wir bereit sind zu bezahlen.

    Klar können wir einfach davon ausgehen dass alles so weiterläuft und damit ist der Fall dann erledigt. Wer das so halten will ist nicht gezwungen hier mitzudiskutieren - ich finde so eine Diskussion interessant selbst wenn kein Konsens erzielt wird und keine Lösungen erarbeitet werden. Wenigstens wurde das Thema einmal angeschnitten und erreicht über dieses Forum so einige Leute.

  • Hi Claude!

    Zitat

    Die Zuchtanlagen bzw Aquakultur vor Ort verursacht letztlich sogar noch mehr Probleme als sie löst da dort die Mastqoute gerade mal bei 1:3 liegt


    Das betrifft aber wohl die Zucht von Speisefischen. Bei kleinen Aquarienfischen dürfte das nicht so drastisch sein. Es müsste sich doch eine meernahe Anlage mit natürlichem Meerwasserdurchlauf betreiben lassen. Kennst du eigentlich eine Rifffischzucht für Aquarienzwecke aus eigener Erfahrung? Oder weißt du, warum es eigentlich nicht mehr davon gibt? Das wäre interessant.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang :smiling_face:

    Da muss ich glatt widersprechen. Schau mal auf die anzahl an Aufrufen auf den Thread. Das Thema wird sehr wohl gut verfolgt. Es ist halt immer so das die meisten sich zwar dafür interessieren aber nicht tatkröftig mitreden können oder wollen. Ich verfolge, trotz Zeitmangel den Thread so gut ich kann.
    Dachte das muss mal sein. 'Da interesiseren sich viel mehr als man glaubt.


    Zitat

    Original von Wolfgang S
    Allerdings zeigt die doch recht überschaubare Zahl an Diskutierenden auch, dass das allgemeine Interesse an dem Thema wohl nicht wahnsinnig groß ist.
    Gruß

    Wolfgang

  • Hallo Robert!

    Ah, das ist wie Statistiken. Jeder legt sie anders aus :D. Man kann ja auch sagen, viele Leute hätten hier rein geschaut, also das Thema durchaus bemerkt, aber sich ohne Mucks wieder abgewandt. Aus dem ersten Umstand kann man auf Interesse schließen, aus dem zweiten auf Desinteresse. Muss aber beides nicht bei jedem stimmen. Darum habe ich auch weiter oben schon geschrieben, dass vielleicht viele nur nichts schreiben wollen.
    Aber wenn es hier so weiter geht wie die bei den letzten Beiträgen, muss ich mein Zwischenfazit glatt noch revidieren. Mir wäre es recht :]!

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang!

    Nicht der Markt steuert den Fischer sondern der leere Magen, wenn der Markt keine Aquarienfische mehr braucht dann werden sie halt gegessen, aber keine kleinen Fische sondern Doktor und Kaiserfische, und diese werden dann nicht mehr riffschonend gefangen, denn sie müssen nach dem Fang nicht mehr leben.

    Gruß

    Aquarius

  • Dein Zwischenfazit kann wahrscheinlich auch am Ende so stehen bleiben.
    Selbst wenn wir uns hier einig wären dass bestimmte Dinge geändert werden sollten bzw. könnten sind wir doch nur eine Minderheit in der Minderheit und am Ende wollen doch wieder alle billigen bunten Fisch.

    Vielleicht überrascht uns aber doch noch jemand mit einem funktionierenden Konzept.

  • Hallo Aquarius,
    du meintest wohl eher mich :winking_face:

    Klar steuert der Magen - gerade darum wird er keinen mickrigen Fisch essen den er uns teuer verkaufen kann :winking_face:
    Ich will ja auch nicht dass er damit aufhört für uns Fische zu fangen,
    mir würde es ja schon reichen wenn er nur die Fische fangen würde die wir hier auch am leben erhalten können und von denen es noch genug gibt. Ich gehe halt einfach davon aus dass es dem Fänger wurscht ist was er fängt, es muss sich halt verkaufen lassen.

  • Hallo Steffen!

    Natürlich meinte ich dich, enschuldige Wolfgang. Ich finde die ganze Umweltschutzdiskussion so verlogen, weil natürlich niemand (auch ich nicht) auf seinen "wohlerworbenen" Wohlstand verzichten will. Dabei gäbe es ein einfaches Rezept, die entwickelte Welt verzichtet auf 99% ihrer Güter und verteilt sie gerecht, dann würde niemand mehr Fische fangen und Riffe zerstören, die Menschen in den Entwicklungsländern weil es ihnen zu gut geht ,und wir auch nicht, weil wir uns den Flug dorthin nicht mehr leisten könnten. Aber es fällt mir auf, über Umweltschutz diskutieren nur Menschen, denen es an nichts fehlt, und die Natur sollte natürlich nur bei den"Anderen" geschützt werden.

    Gruß

    Aquarius

  • Zitat

    Original von C. Schuhmacher
    Neben der Aquaristik Fischerei wo man die kleinen fängt wurden und werden auch alle adulten Tiere für die Ernährung gefischt.

    Die Frage ist halt was wäre wenn die Leute nur noch für Ihre Ernährung fischen ? Denn selbst kleine Chromis werden da gerne verspeist.

    hier liegt für mich das eigentliche problem,gefangen würden die fische eh,sie würden nur im topf und nicht im aquarium landen.und da mit speisefischen deutlich niedrigere preise auf dem lokalen markt erzielt werden,würde der wirtschaftliche druck auf die fischer steigen.

    dieses würde meiner meinung nach zu einer noch stärkeren entnahme führen,irgendwie muß der fischer ja seine familie satt kriegen und mal eben umschulen ist ja wohl utopie.

    daher halte ich die jetzige situation für die einzig praktikable und auch riffschonendste nutzung,was natürlich nicht heißt,daß sie gut ist!

    mfg
    michael

  • Hallo Jürgen :winking_face:
    !00% Zustimmung :wink
    Ich kann man ein Beispiel nennen.
    Bei uns in der Nähe gibt es einen alten Steinbruch....schon Jahrzehnte lang stillgelegt....dort haben sich im Laufe der Zeit grosse Pfützen gebildet.....diese Pfützen sind richtige Biotope geworden wo 100de von Gelbbauchunken leben (nach BASV ja streng geschützt) Dort wurden jetzt Drenaschen gelegt, auf die Frage was da kommen soll, gab es eine sehr knappe Antwort "Dort werden gelbe Säcke deponiert" Also wird der ganze Steinbruch damit aufgefüllt. Als ich damals meine Reptilien wieder mal ummeldete fragte ich beim Umweltamt mal nach was das soll. Antwort shr zögerlich " Das ist schon alles genehmigt, da kann man nix mehr ändern"
    Wir sind also nicht mal fähig unser Umwelt und unsere einheimischen Tiere zuschützen, wie soll wir dann den Leuten in Entwiklungsländern klar machen das sie ihre Umwelt FÜR UNS schützen sollen? Ich denke die Diskusion ist genauso sinnfrei wie die Ideen die hier genannt werden. Da alles doch sehr fern von Realitäten abläuft.
    Gruß Frank

  • Zitat

    Original von Aquarius
    Dabei gäbe es ein einfaches Rezept, die entwickelte Welt verzichtet auf 99% ihrer Güter und verteilt sie gerecht, dann würde niemand mehr Fische fangen und Riffe zerstören, die Menschen in den Entwicklungsländern weil es ihnen zu gut geht ,und wir auch nicht, weil wir uns den Flug dorthin nicht mehr leisten könnten.

    Hallo Aquarius,

    Bei allem Verständnis, aber der Spruch stammt aus der Klamottenkiste von Karl Marx und war noch nie richtig.

    Wenn man den Reichen den Wohlstand nimmt und an die Armen verteilt, geht es nicht allen besser, sondern allen schlechter. Das ist die Realität. Begründung schenke ich mir, da OT.

    Zum Thema,

    natürlich sollten nur Halbwüchsige gefangen werden. Diese sind noch nicht auf eine Nahrungsquelle spezialisiert und lassen sich daher besser im Aquarium halten. Zusätzlich bleiben die Zuchtpaare im Riff aktiv. Das ist in meinem Verständnis auch nachhaltige Nutzung. Dies läßt sich im übrigen auch sehr gut den Fischern vor Ort transportieren. Man studiere dazu das neue Projekt des FKKR zusammen mit Think Blue.

    Vielleicht hilft es, die Bemerkungen von Claude ernst zu nehmen. Die meisten Fischer haben aufgrund ihrer Bildung nicht die leiseste Ahnung, das sie mit bestimmten Methoden ihren eigenen Fangerfolg kaputt machen. Aber sie können lernen, denn sie haben die selben Fähigkeiten wie wir.

    Für alle die es noch nicht wissen, der Jahresverdienst eines Fischers liegt in vielen Gebieten in der Größenordnung von 600 US-$. Und noch einen oben drauf: 500 Millionen Menschen leben hauptsächlich vom Riff als Proteinquelle.

    LG
    Uwe

  • Hallo Uwe!

    Hast nicht genau gelesen,nicht den Reichen was wegnehmen, genau gleich aufteilen, dann geht es einem Teil viel schlechter, und anderen ein wenig besser. Daß es allen schlechter geht, verhindert die Mathematik. Und von Marx bin in etwa gleich weit weg wie du.

    Gruß

    Aquarius

    Einmal editiert, zuletzt von Aquarius (13. Dezember 2005 um 20:36)

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