Fischtod unerklärlich

  • Hai,
    habe mir lange überlegt, diese Frage zu stellen.

    als ich gestern mittag nach der Arbeit erst einmal die Inspektionsrunde durch den Aquariengarten drehte, traf mich beim großen Becken fast der Schlag.
    Das Wasser war milchig weiß, alle Korallen richtiggehend eingewebt in weiße fädige Netze und mein absoluter Lieblingsfisch , der kugelrund gesunde Leucosternon (18cm) tot am Boden.

    Was die Ursache für das 'Unwohlsein' der Korallen gewesen sein kann, denke ich an Untertemperatur mit vielleicht 20 Grad, da in der Nacht die Heizungsbatterie an Heizstäben nicht eingeschaltet hat.

    Ich denke, der Fisch dürfte ca. 8 Jahre alt gewesen sein, keine Anzeichen irgend einer Krankheit, mit glasklaren Augen aus dem Becken gefischt, -vieleicht etwas zu pummelig, aber ansonsten nichts festzustellen. Alle anderen Fische zeigten auch keine Anzeichen irgendwelchen Unwohlseins, kein Pünktchen, bettelten sofort um Futter.
    Vielleicht war es für Leuco einfach die Zeit, den Weg anzutreten, ich weiß es nicht. Ich habe heiklere Kandidaten im Becken, die jede Veränderung sofort anzeigen.
    Erste Kontrolle nach der Temperatur war die Anzeige des Redoxpotentials. Das müßte eigentlich bei solch sichtbaren Zeichen des Beckeninhaltes schlagartig nach unten gehen. Aber nichts festzustellen.

    Als Gegenmaßnahme blieb mir nur der sofortige Einsatz von Kohle und Ozonzuschaltung. Irgend etwas verändert hatte ich die letzten Monate nicht. Es wurden vor 8 Tagen nur ca. 12 Kilo frische Importkorallen ins Becken gegeben, worauf allerdings eine alteingesessene Tischacro innerhalb 3 Tagen weiß wurde.
    Wasserwerte immer unverändert, NO3 bei 3mg, PO4 bei 0.046mg.

    Also, kann ein toter Fisch in der Größe und 350 Gramm, der vielleicht 6-8 Stunden tot ist, auf 5m³ Nettowasservolumen solch eine Reaktion auslösen?
    Ich habe im Winter des öfteren mal um 21,xx Grad und noch nie irgendwelche Probleme festgestellt. Weder an Fischen noch Korallen...

    Heute nach banger Nacht scheint im Becken alles wieder in Ordnung zu sein. Höchst rätselhaft....
    Mein Lieblingsfischerl habe ich noch nicht beerdigen können. Einstweilen ruht er eingebettet zwischen den Artemien in der Tiefkühltruhe ;(.

    Servus
    Stefan

  • Hallo Stefan
    Der Fisch hat das sicher nicht ausgelöst. Bei mir sind auch schon grössere Fische gestorben, die ich dann nicht mehr gefunden habe und mein Wasservolumen ist nicht so wie deins :winking_face:
    Selbst ein Themperatursturz auf 20C° halte ich als Ursache für unwahrscheinlich, da solche Wasssermengen ja nicht schlagartig abkühlen.
    Was jetzt wirklich passiert ist, wird dir sicher keiner beantworten können. Schau einfach das du es mit deinen eingeleiteten Massnamen wie in gerade Bahnen lenkst.
    Eine Ultra Life oder Easy Life Behandlung würde sich sicher auch positiv auswirken.
    Gruß Frank

  • Nachtrag
    Ich denke der Fisch hatte ein Organproblem, das durch Verfettung entstanden ist. 350g bei einem Weiskehl denke ich spricht dafür.

  • Hallo Stefan,

    ist immer traurig, wenn man einen Fisch verliert, vor allem noch einen, der einem besonders ans Herz gewachsen ist.
    Todesursache: Na gut 8 Jahre bei Dir (und davor im Meer) ist doch schon ein recht gutes Alter; aber trotzdem: hast Du den Fisch schon aufgeschnitten?

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Stefan,

    bei 5.000 Litern kann ein einzelner toter Fisch eine solche Reaktion m.E. nicht
    verursachen. Der Fischtod ist eher Folge der Trübung.

    Ich hatte eine stark milchige Trübung nach dem Ablaichen eines ca. 25 cm
    großen Pocillopora-Stockes (bei 1.500 l). Da sich die Laichprodukte sehr schnell
    zersetzen, wird sehr viel Sauerstoff verbraucht, was zum Erstickungstod
    von Fischen führen kann.

    Hast du dir das Wasser mal unterm Mikroskop angeschaut ? In meinem Fall
    konnte ich Planula-Larven erkennen.

    Auf jeden Fall würde ich, wenn die Trübung noch besteht, zusätzlich mit
    Ausströmern belüften.

    Viel Glück

    Armin

    Gruß Armin

  • Hai Frank,
    an organisches Problem (Leberverfettung) dachte ich nun auch.
    Das liest man immer wieder.
    Bin aber nun kein Schamane, um aus den Innereien lesen zu können.
    Würde es auch nicht übers Herz bringen, den Fisch aufzuschneiden.

    Die Fische bekommen zwar genug Grünfutter und finden auch immer Aufwuchs, dennoch warten sie auf das tägliche Frostfutter, was ich leider geben muß, damit die Anthias nicht vom Fleisch fallen. Flocken alleine reichen nicht.

    Daß das Wasser weiß war, hatte ich schon des öfteren nach Bakterienblüte oder Massenablaichen von Steinkorallen erlebt. Aber nicht diese fädigen eingewebten Korallen.
    Seltsamerweise waren alle blauen Arten besonders stark (egal welche Art) betroffen.

    Wie es halt immer so ist, alles im Haus, was man braucht; nur Easy Life Kanister sind leer :frowning_face: . Habe nun aber gestern das Ultra-Pulver hergenommen. Das Wasser war aber nach 1/2 Std. schon wieder klar nach Einsatz. Also gab es anscheinend auch nicht viel rauszuholen.
    Den Spinnenfädenschleim haben alle Doktoren weggeputzt.

    Das der Fisch schon so lange tot war, wie ich vorher schrieb, glaube ich auch nicht. Denn die kleinen Aasschnecken im Becken riechen jeden Braten sofort. Er war auch noch voll in Farbe, keine Verfärbung der Flossen etc.
    Sah wie lebendig aus, nur einfach umgefallen.
    Eigentlich ein schöner Tod.

    Die Trauer ist zwar groß, dennoch werde ich es in nächster Zeit wagen, 2 kleine Leukosternon gemeinsam einzusetzen.
    Momentan ist das Becken ohne Führung, was man ausnutzen sollte.

    Armin,
    ich hätte es gestern fotografieren sollen, war aber zu sehr mit Maßnahmen beschäftigt. Das Ablaichen habe ich eigentlich jedes Jahr ca. im Februar/März. Sieht auch anders aus. Da steht im Filterbecken der Schaum 1/2m hoch.

    @Markus,
    ich hatte ihn nun im 2. Jahr. Davor schwamm er in einem anderen Aquarium. Ab einer gewissen Größe bekommt man Fische geschenkt. Ich hätte ihn eigentlich nie genommen, weil man immer von der Heikelkeit liest. Der Fisch war aber nie krank.
    bzgl. aufschneiden habe ich es oben schon geschrieben. Dazu fehlt mir die Härte und könnte froh sein das Herz von der Leber unterscheiden zu können.

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (9. Oktober 2005 um 14:10)

  • Hallo Stefan
    Ich hab die Erfahrung gemacht das Life Produkte bei "belastetem Wasser" schnell Klarheit schaffen. Bei frischem Meerwasser bleibt er trübe, weil es nix zum bilden findet. Also hat es sicherlich seinen Dienst getan. :winking_face:
    Gruß Frank
    P.S. Herzschlag kommt sicher auch noch in Betracht, klingt zwar doof aber sowas gibts schon.

  • Hai,
    ich denke, die Lösung ist gefunden.
    1. der Abschäumer arbeitete nur mit halber Leistung; muß aber schon längere Zeit so gelaufen sein, denn in einer Pumpe hatte die Luftansaugung im Ansaugbogen zugemacht (Kalkröhrenwürmerknäuel).
    2. Ozon lief anscheinend schon wochenlang, wurde aber nicht richtig ausgetrieben und so kam es zur Anreicherung im Wasser.
    Als ich es gestern vermeintlich zuschaltete, hatte ich es in Wirklichkeit abgeschalten.

    Tod also selbst verschuldet :O; das erklärt nun auch die Reaktion der Korallen.

    Servus
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    Wie lang war der Fisch? Stimmen die 350g oder war das ein Schätzwert.

    Gruss
    Johannes

  • Stefan,

    tut mir leid das zu hören !

    Ich glaube nicht das eine Ozonüberdosis dies verursacht hat, das hätte mehrer Fische geschadet (Kiemen werde meine ich "verätzt") .

    Die Trübung kann doch nur eine massive Bakterien Vermehrung sein. Da stellt sich die Frage was diese alles ausgelöst haben könnte? Dann O2 Mangel (eventuell begünstigt durch den nicht optimal arbeitenden Abschäumer). Der Weiskehl ist der größte Fisch im Becken - wird dann wohl auch den meisten O2 Bedarf haben.

    Mir pewrsönlich wären allerdinsg 20 Grad zu viel Risiko - ich würde es nciht unter 22 sacken lassen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • hi stefan,

    nun, bei der geringen temperatur sollte auch nur bei halber abschäumung genügend sauerstoff vorhanden sein.

    selbst ohne den ab ist m.e. üblicherweise auch die starke umwälzung eines riffbeckens in der lage, die sauerstoffversorgung sicherzustellen.

    ozonanreicherung im wasser kann ich mir auch nicht vorstellen, da es im aqua ja haufenweise abbauproduckte gibt. des weiteren hättest du es wohl doch am geruch gemerkt.

    wieso wurde das ozon nicht richtig ausgetrieben....?

  • Moin,

    also die Abschäumertheorie glaube ich nicht. Hatte ne ganze Weile überhaupt keinen Schäumer nd kein Fisch hatte irgendein Sauerstoffproblem. Wenn Du nen Ablauf und ne gescheite Strömung / Oberflächenbewegung hast sollte Sauerstoff kein Thema sein. Ne Überdosierung an Ozon riecht selbst ein Kettenraucher mit chronischer Nasenschleimhautentzündung :grinning_squinting_face: Wenn Du also nix gerochen hast, war auch nix überdosiert. Ne Überdosierung im Wasser merke ich - neben dem Geruch - daran, dass sich Weichkorallen nicht mehr öffnen, die Steinigen scheints nicht zu stören ...

    Gruss
    Stephan

  • @ Stephan:

    wenn du nicht ultra empfindliche tiere drin hast, machen dir 20 grad temp. gar nix.


    Viel Glück!

    :grinning_squinting_face: iP!!

    iP's Most Rated Sept/06:
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  • Hai,
    jetzt bin ich auch schon dem Anglerlatein verfallen :frowning_face:
    wie man sich verschätzen kann.
    Habe mein Fischerl vorhin gewogen. Er brachte 205 Gramm auf die Waage bei 18 cm Länge mit Schwanz.

    Nun, da beide Eheim 1262 am GroTech seit gestern wieder laufen, ist klar Schiff im Becken.
    Das mit dem Ozon kann natürlich eine Täuschung sein. Jedoch wurde der ozonbeladene Schaum nicht in den Topf befördert, und es roch schon dementsprechend. Nur wäre rein theoretisch die Menge auch zu gering, um entsprechende Schäden hervorzurufen.

    An der Strömung und entstandener Sauerstoffarmut konnte es nicht liegen. Die stdl. Wasserumwälzung liegt bei knapp 1/4 Mio. Ltr. (250 000Ltr. kein Anglerlatein :frowning_face: ).

    Peter,
    20 Grad oder darunter waren auch nicht beabsichtigt. 22 Grad ist eigentlich das Minimum, bei dem die Heizungen hätten anspringen sollen.

    ...aber so ist es, wenn man der Technik vertraut... :frowning_face:

    Servus
    Stefan

  • Hallo Stefan!

    Mein Beileid wegen dem Fisch von dir. Letztens ist er noch so aktiv rumgepaddelt. Mit meinem Fips ist es mir leider ähnlich ergangen. Wobei ich noch immer nur vermuten kann, dass ich ein Tier im Becken habe, das die Fische gerne fressen möchte.
    Ich sehe mittlereweile die Kontrolle aller Massgeblichen Geräte am Becken als die zeitintensivste Arbeit an, da ständig und mehrmals am Tag, sosnt habe ich keine Ruhe mehr. Ich hatte ja innerhalb von ein paar Wochen gleich dreimal Überschwemmung.

    Alles Liebe,
    Peter

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