Cyanos und Scheibenanemonen

  • Hallo,

    nachdem ich meine Fadenalgen besiegt habe, durch den Umstieg von phosphatbeslastetem Leitungswasser auf Quellwasser ohne Phosphat, sind nun die Cyanos da. Da werder Phosphat noch Nitrat nachweisbar sind, leigt wohl der Verdacht nahe, daß
    es sich um eine Reinstwasserform handelt. Dies haben mir verschiedene Händler mit denen ich in Sifi gesprochen habe auch bestätigt.

    Jetzt kommt noch eine Frage hinzu. Seit einiger Zeit kümmern meine Scheibenanemonen,
    die ja eigentlich als problemlos gelten. In Fossa Nielsen Bd4 habe ich am Wochenende gelesen, daß dies bei starker Abschäumung und Kohlefilterung (was ich eine zeitlang auch mal gemacht habe, einer von vielen Versuchen die Fadenalgen loszuwerden) die Scheibenanemonen kümmern können.
    Dies würde doch die Reisntwassertheorie ünterstützen, d.h. das wasser ist zu nährstoffarm.

    Der Händler von FloraZoo 2000 hat mir empfohlen die Cyanos durch die tägliche Gabe von
    etwas Traubenzucker und gleichzeitigem runterdrehen des Abschäumers zu bekämpfen.
    Er würde das bei seinen Becken immer so machen und hat mir versichert, daß es keine
    negativen Auswirkungen auf die Tiere hat.

    Wie sind eure Erfahrungen, hat das schon mal jemand probiert?
    Und was ist mit den Scheiben, kann das sein, daß auch ihnen das wasser zu sauber ist??

    Gruß Maori

  • Hallo Maori,

    ohne etwas Nitrat und etwas Phosphat, wachsen Scheibenanemonen nicht gut !
    Mit dem Runterdrehen des Abschäumers und dem Zusatz von Traubenzucker erhöhst Du den Nährstoffgehalt im Becken, dass heisst auch dess der Nitratwert ansteigen wird, was den Scheibenanemonen gut bekommt. Auch sollte für Scheibenanemonen etwas Jod dosiert werden.
    Cyanobakterien sollte man nur mit Absaugen bekämpfen und zwar so, dass man das Wassermilieu nicht verändert. Denn mit dem Abschalten oder starken Reduzieren der Abschäueffizienz, steigt der Nährstoffgehalt im Wasser an, was die Bakterienfaunadichte erhöht und somit zu den Cyanos konkurrenzfähig wird.

    Einmal editiert, zuletzt von Uncle Tom (2. Dezember 2003 um 06:58)

  • Hallo,
    aber Traubenzucker ist eine Kohlenstoffquelle, die die Bakterien nutzen, um Nitrat abbauen zu können. Deswegen würde ich den Abschäumer abschalten, aber die Traubenzuckerzugabe unterlassen.
    Da Cyanoa Bakterien sind, könnten auch sie vom Traubenzucker profitieren.

  • Hallo,

    ich sehe es genau so wie Sabine,
    falls du tatsächlich ein Nährstoffarmes Milieu hast sollte dir das Organic von Tropic Marin helfen das ist eine reine Kohlenstoffquelle,
    meist sehe ich aber ortophosphat als verursacher und das Missverhältniss zwischen No3 und P04, da das organische P04 nicht von unserem Test erfassbar ist gehen die meisten von Reinstwasserform aus.

    Cu Resa

  • Hallo Maori,
    ich würde auch die imger vom Traubenzucker lassen. Es gab vor einiger Zeit mal eine Diskussion zur Nitratsenkung durch Bakterienfütterung mit Vanille-/Traubenzucker. Natürlich probierte ich das (eigentlich grundlos ud nur aus Neugier) aus und nach 3 Tagen begannen die Cyanos zu wachsen. Das geht jetzt seit dem Juli so. Teilweise hat man nix anderes mehr gesehen als dieses Zeugs!
    Also sei vorsichtig, damit nicht der gleiche "Tanz" beginnt, wie bei mir.

    MfG Marcus

  • Hallo,

    danke für eure Antworten,
    nochmal zu den Scheibenanemonen.

    Was könnte denn noch die Ursache sein, daß sie lamgsam verschwinden.
    Sollte ich es einmal mit Spuris (im Moment gar keine) versuchen?
    Es sollte doch möglich sein, Tiere zum gedeihen zu bringen die in den
    Büchern als für Anfänger geeignet bezeichnet werden ??

    Bin langsam wirklich verzweifelt, wenn ich meine Scheiben kümmern sehe.

    Gruß Maori

  • Zitat

    Was könnte denn noch die Ursache sein, daß sie lamgsam verschwinden... Es sollte doch möglich sein, Tiere zum gedeihen zu bringen die in den Büchern als für Anfänger geeignet bezeichnet werden ??


    Hallo Maori,
    ich habe leider keine praktischen Erfahrungen, habe aber in Knops Riffaquaristik für Einsteiger unter Scheibenanemonen (welche hast du denn und wo stehen sie?) noch folgendes gefunden:

    - "Interessanterweise findet man Scheibenanemonen aber selten dort, wo sich bäumchenförmige Weichkorallen der Gattung Nephthea gut vermehren. Zwischen diesen Weichkorallen und den Scheibenanemonen scheint es Unverträglichkeiten zu geben, die wahrscheinlich im Aquarium durch das geringe Wasservolumen noch deutlicher zu Tage treten" (S. 108 ) .

    - Rote oder blaue Scheibenanemonen der Gattung Discosoma haben sich auf tiefere Zonen spezialisiert. Sie sollten nicht stark beleuchtet werden, sondern unter Leuchtstoffröhren-Licht oder indirektes HQI-Licht gesetzt werden (vgl. S. 110f.).

    - "Scheibenanemonen lieben in ihrem natürlichem Lebensraum keine allzu starke Wasserströmung... eine zu starke Wasserbewegung würde die zarte Mundscheibe dieser Polypen umklappen..." (S. 107-11).

    - "Selbst unpassende Wasserwerte ... können Scheibenanemonen überleben. Sie degenieren zunächst, schrumpfen etwas zusammen und bleichen aus, doch sobald die Bedingungen sich verbessern, beginnen sie langsam, sich wieder zu erholen und nach einigen Monaten haben sie sich wieder zu ihrer vollen Schönheit entwickelt und beginnen, sich wieder zu vermehren" (S. 111).

    Viele Grüße
    Sandra

    Hobby = Die Arbeit, die man Ausbeutung nennen würde, wäre man nicht sein eigener Arbeitgeber. (Quelle unbekannt)

    Einmal editiert, zuletzt von Teigne (4. Dezember 2003 um 15:27)

  • Zitat

    Original von Teigne
    - Rote oder blaue Scheibenanemonen der Gattung Discosoma haben sich auf tiefere Zonen spezialisiert. Sie sollten nicht stark beleuchtet werden, sondern unter Leuchtstoffröhren-Licht oder indirektes HQI-Licht gesetzt werden (vgl. S. 110f.).

    Genau das wollte ich dir gerade schreiben. Habe lila Scheibenanemonen die im vollen Licht immer kleiner werden, aber sich im Schatten von größeren Korallen oder Steinüberhängen prächtig entwickeln.
    Probier´s mal aus.

    Grüße
    Hanno

  • Hallo Robert!

    Zitat

    auch ich hatte seit einiger zeit cyanos - mit silicarbon und einem salzwechsel habe ich es endlich geschafft diese palge loszuwerden.

    Sicher, daß das Cyanos waren? Klingt mir doch eher nach Kieselalgen, wenn die nach Einsatz von Silicarbon verschwunden sind.

    Gruß,

    Michael

  • Hallo Maori!

    Du warst in SIFI. Hast du die Vorträge von Jens und Jörg gehört? Bei Reinwasserformen Nitrat erhöhen, also Abschäumer zurück nehmen. Wobei jeder denkt es sind Reinwasserformen. Ich tippe in den meisten Fällen werden Cyanos durch verstecktes Phosphat hervorgerufen. Klingt halt nicht so gut. Also ich habe immer Phosphat immer gemessen, und bekämpfe es mit Phosphatadsorbern.

    Gruß

    Aquarius

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