• Sind Kaiserfische nicht erst Weibchen und wandeln sich später zum Männchen? D.h. zwei unterschiedlich große Tiere sind fast immer ein Paar?

    Ich habe mal ein wenig nachgeschaut und entdeckt, dass gar nicht so viel wirklich genau bekannt ist. Von den Pomacanthidae ist bekannt, dass sie ihr Geschlecht wechseln können (Mergus), aber sicher belegt ist es von anderen Unterfamilien offenbar nicht. Aus Erfahrung klappt es bei den Zwergkaisern auch sehr häufig mit dem Zusammenstellen von unterschiedlichen Größen, insbesondere einem juvenilen Exemplar zu einem Erwachsenen. Deshalb gehe ich davon aus, dass auch Centropyge das Geschlecht wechseln kann, zumindest einmal als juveniler Fisch.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Ich habe mal ein wenig nachgeschaut und entdeckt, dass gar nicht so viel wirklich genau bekannt ist. Von den Pomacanthidae ist bekannt, dass sie ihr Geschlecht wechseln können (Mergus), aber sicher belegt ist es von anderen Unterfamilien offenbar nicht. Aus Erfahrung klappt es bei den Zwergkaisern auch sehr häufig mit dem Zusammenstellen von unterschiedlichen Größen, insbesondere einem juvenilen Exemplar zu einem Erwachsenen. Deshalb gehe ich davon aus, dass auch Centropyge das Geschlecht wechseln kann, zumindest einmal als juveniler Fisch.

    Interessant auch in welche Richtung!

    Obwohl protogyner Hermaphrodismus für einige Kaiserfische dokumentiert ist, ist es angesichts ihrer stak variablen Natur ihrer Gruppierung verfrüht, diese Schlussfolgerung für alle zu ziehen.

    Kaiserfische sind in der Regel protogyne Hermaphroditen.

    Keine Regel aber ohne Ausnahmen.

    Ganz so festgegossen ist die Sache mit dem Geschlecht nicht.

    Wie Holocanthus tricolor ist auch Pomacanthus paru gonochoristisch veranlagt. Weibchen fehlt die Möglichkeit bei Verschwinden des Männchens das Geschlecht zu wechseln.

    Nicht nur bei einigen Centropygen können sich unter gewissen Umständen Weibchen wieder in Männchen zurückverwandeln (Genicanthus).

    Bei Centropyge ferrugata kann sich das Männchen wieder in ein Weibchen verwandeln. Das Sexualverhalten und die Gonaden sind vollständig umkehrbar.

    Wer sich näher mit den Kaiserfischen beschäftig, der schaut in eine Wundertüte.

    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • HI Kai,

    Den Kaiser habe ich gebraucht gekauft. Der Vorbesitzer meinte, er hätte ihn ca. 5 Jahre. Bei mir lebte er noch weiter 4 Jahre. Russisch Roulette Verpaarung ist gescheitert. Vielleicht war der zugesetzte Kaiser auch nur zu klein. Als besonders empfindlich würde ich das Pfauenauge nicht einstufen. Er braucht halt Platz für sein Revier und Schlafplatz. Violette und orange Schwämme im sichtbaren Bereich hat er nicht gefuttert. Die schwarzen langen Dinger natürlich auch nicht. Mein Blaustreifen-Samtkaiser ist tiptopfit :smiling_face: und ( noch) korallenfreundlich. Vielleicht versuche ich nächstes Jahr ein Paar Pfauenaugen zu bekommen.

    Der tote Pfau war handflächengroß ohne Flossen, die hatte schon jemand gefuttert. Die S. haddoni wollte ihn auch nicht. Ich habe den Fisch nach 5 Minuten aus der Anemone geholt.


    Gruß

    Dietmar

    283x130x87

  • Hi Dietmar,


    Danke für diese sehr interessanten Schilderungen. Ich meine gelesen zu haben, dass der Pfauenkaiser eher kleine Reviere hat. Aber vielleicht verwechsle ich das auch mit Aussagen, dass er ein eher ruhiger Schwimmer und weniger hektisch/ aktiv ist. Jedenfalls ein schöner und interessanter Fisch.

    Gruß, Kai

  • HI Kai,

    der Pfau mochte ein wenig die https://palythoa grandiflora Krustenanemone. In den flachen Bereichen war sie immer auf, aber bei denen in seinem Revier wurde dran gezupft .- nicht schlimm, aber immer wieder. Jetzt sind sie wieder normal geöffnet. Ich habe genug von den Dinger.Da darf ruhig mal einer dran knabbern.

    Mein https://chaetodontoplus septentrionalis Blaustreifen-Samtkaiserfisch ist noch ein ganz Lieber. Ich habe ihn ausgesucht, weil er nicht so groß werden soll. Ich glaube Sandy hat ein ungefähr gleich alte Nachzucht. Anscheint, ist sein Samtkaiser nicht so einfach wie meiner. Irgendwie kann man im Aquarium nicht alles pauschalisieren. Jetzt, mit meiner ausgestandenen Pünktchenkrankheit haben fast alle Fische, die ich theoretisch schon aufgegeben habe, überlebt.


    Gruß Dietmar

    283x130x87

  • Wie bereits erwähnt ist auch mein Blaustreifen-Samtkaiser ein Nachzuchtexemplar, dass ich über Nautilus Aquaristik auf Empfehlung von Marc gekauft hatte. Er hat sich als ziemlich transportempfindlich erwiesen und das Eintreffen in mein Becken mit einer heftigen Streusel-Bepuderung quittiert. Das Bild unten zeigt ihn wenige Stunden nach dem Einsetzen.

    Das hatte ich selten so heftig gesehen, ich konnte ihm regelrecht zusehen, wie er immer mehr Pünktchen ausgebildet hat von Stunde zu Stunde.

    Trotzdem war ihm nicht wirklich etwas anzumerken, er hatte sich auch direkt sehr lebendig gezeigt und das Becken erkundet. In der Fischgesellschaft hat er sich auch gut integriert, weder angefeindet noch selbst aggressiv gegenüber anderen Fische. Auch mir gegenüber ist er nicht besonders schreckhaft und schaut eher, was ich Gutes bringe.

    Nach wenigen Tagen sind die Pünktchen komplett zurückgegangen und auch nicht wieder in mehr oder weniger großen Schüben zurückgekehrt. Ich denke deshalb, dass es eher Lymphocystis gewesen ist als Cryptocarion und auf den Transportstress zurückzuführen ist. Auf Empfehlung von Marc habe ich täglich gutes Futter als Mischung mit Knoblauch und Multisanostol getränkt zur Unterstützung. Er hat es mir mit gutem Appetit gedankt.

    Diesen Appetit hat er leider nicht nur gegen das ihm zugedachte Futter gewendet, was er fast wie ein Chromi in Staubsaugermanier aufsaugt, sondern auch den Wirbellosen, die er eigentlich in Ruhe lassen sollte. Obwohl er als Nachzucht keine Korallen oder Schwämme kennen sollte hat er offenbar robuste Anlagen, die ihn befähigten, diese als "bekömmlich" als Teil seiner Speisekarte zu betrachten. Ich hatte vor kurzem eine Sendung über die Kopplung von Geruch, Geschmack und die Rückmeldung des Körpers, was er braucht an gewissen Stoffen gesehen und dies hat ihn wohl befähigt, gewisse Korallen und Schwämme als Nahrung zu identifizieren. Auch eine gewisse Neigung zu "Testbissen", um Nahrung zu identifizieren, bereichert seine Möglichkeiten. Er hat wohl wirklich in jede Koralle gebissen, um das alles auszutesten. Algen frisst er direkt eifrig vom ersten Tag.

    Ich habe ihn jetzt genau drei Monate und er ist bereits erkennbar gewachsen. Ob er wirklich recht klein bleibt kann ich noch nicht absehen, aber ich fürchte, es wird ein recht stattliches Exemplar nach bisheriger Wachstumsgeschwindigkeit. Im Lexikon ist er mit gut 20cm angegeben, aber die wird er wohl nur in freier Natur erreichen. Hoffentlich. Immerhin geht es ihm gut (teilweise wirklich ZU GUT!) und man merkt, dass es ein sehr kräftiger Fisch wird mit bulliger Schulter.

    Gar nicht einfach zu fotografieren, er ist ziemlich kitzlig, wenn er eine Kamera sieht.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Nach wenigen Tagen sind die Pünktchen komplett zurückgegangen und auch nicht wieder in mehr oder weniger großen Schüben zurückgekehrt. Ich denke deshalb, dass es eher Lymphocystis gewesen ist als Cryptocarion und auf den Transportstress zurückzuführen ist.

    Hallo Sandy,

    Lymphocystis kannst du ausschliessen. Lymphocystis ist eine Viruserkrankung und hat ein ganz anderes Erscheinungsbild.

    Dass Fische nach dem Transportstress manchmal "aufblühen" ist nicht selten. Oft legt sich dieser Zusatnd innerhalb weniger Tage.

    Google-Ergebnis für https://www.thegoldfishbowl.co.uk/images/lympho-ja6xy1.jpg


    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,

    ja, die Bilder sehen schon anders aus. Wenn ich an Herpes denke, das auch eine Viruserkrankung ist, kommt diese auch gerade bei Stress zum Ausbruch, daher halte ich das nicht für ausgeschlossen.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hallo Hajo,

    ja, die Bilder sehen schon anders aus. Wenn ich an Herpes denke, das auch eine Viruserkrankung ist, kommt diese auch gerade bei Stress zum Ausbruch, daher halte ich das nicht für ausgeschlossen.

    Neben dem Krankheitsbild ist der Verlauf ausschlaggebend. Der Cryptocarion-Erreger streut flächendeckend in Intervallen, während sich die betroffenen Hautstellen bei Lymphocystis zu sogenannten Riesenzellen (Knötchen) entwickeln. Ausserdem verschwinded diese Virenerkrankung nicht in nur wenigen Tagen. Anfangs (bei einzeln auftretenden Punkten) kann das ungeübte Auge einer Cryptocarion-Infektion aufsitzen, aber das spätere Erscheinungsbild wird schon anhand der Knötchengrösse (blumenkohlartig) deutlich auf Lymphocystis hinweisen. Mir sind fast alle einschlägigen Fischkrankheiten bekannt, u. a. auch bestens die Wucherungen von Lymphocystis. Volon-A Haftsalbe und eine scharfe Schere haben letztendlich geholfen, den befallenen Fisch zu befreien. Eine gute Wasserqualität fördert die Genesung ungemein. Das Bild vom Septentrionalis zeigt keinen Lymphocistis-Befall.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!