Aquarien ohne Wasserwechsel

  • Hallo,

    betreibt eigentlich noch jemand Becken ohne Wasserwechsel? WEnn ja wielange schon? Wie sind die WW und Farben der Korallen. Nicht daß ich das vorhab, es interessiert mich nur mal so, weil der Trend ja eher in Richtung größere Wasserwechsel geht.
    Es gab da die Projekte von Lars Sebralla. Mich interessiert vor allem wie da die Wasserwerte gehalten werden und dann noch ohne Abschäumer und mit reichlich Fischbesatz. Da muß ja irgendwie entgegengewirkt werden. Ich kann mich noch errinnern daß er das Projekt damals abgebrochen hat, da er alles erreicht hat und das Korallenwachstum zu stark war und er ständig Äste kürzen mußte. Aber wenn es so gut funzte warum hat er es dann nicht gelassen? Die Projekte sind leider von seiner Seite leider verschwunden(vieleicht tauchen sie bald kostenpflichtig wieder auf :winking_face: ) Mich würde mal interressieren ob es noch andere Leute gibt die sowas erfolgreich hinbekommen.

    Gruß Ramon

  • Hallo Ramon,
    ganz einfache Sache ohne WW geht es nicht auf dauer. Was heist geht schon aber wie das Aqua dann aussieht :winking_face_with_tongue: Falls man keinen WW macht wird mit Wodkafilter und eine Art Rieselfilter gearbeitet. Ich kann dir aber 100% sagen das dieses lange nicht so toll funktioniert wie mit Wasserwechsel. Ich habe Lars mal besucht und man sah meiner Meinung nach 100% das an diesem Aquarium schon länger kein WW gemacht wurde!!! Wie heist es aber so schön, gut das wir nicht alle einer Meinung oder gleichem Geschmackes sind :grinning_squinting_face:

  • Hi,

    die trends kommen und gehen, mal wars der nitratfilter, dann der schwefelfilter, dann mal zeovit, dann wieder mal wasserwechsel...
    Das ändert sich immer und man kann nicht sagen dass ein trend ewig hält... Wie es halt in mode kommt :winking_face:

    MfG,

    :grinning_squinting_face: iP!!

    iP's Most Rated Sept/06:
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  • Hallo IP,
    in Mode kommt oder sich eventuell doch mal etwas auf Dauer dürchsetzen wird. Das wird mann aber erst über Jahre hinweg sehen !!!

  • Hi,

    ich hatte mir das bei Lars auch angesehen und muß sagen, daß die Becken sehr gut aussahen. Das erste, kleinere, hatte er nur deswegen abgebrochen, weil er dann auf ein wesentlich größeres Becken umgestiegen ist. Ich kenne den aktuellen Stand nicht, aber dieses lief soweit ich weiß nach demselben Prinzip und sah hervoragend aus ...

    Das entscheidende war (ist) bei dieser Fahrweise wohl die Zugabe von Spurenelementen ...

    Gruß Ralf :grinning_squinting_face:
    {400l-Riff,Aquastar-automatisiert,HQI 2x150W+Blau/Mondlicht,Ström.-Ebbe/Flut/Wellen,Kalkreaktor,Ozon,UV,Stand+Dichte-Regelung mit autom. Wasserwechsel,Titan-Kühler,Rieselfilter,Zeovit,autom. Plankton+Spurenelemente/Aminosäuren-Dosierung}

  • Zitat

    Original von Ralf
    Das entscheidende war (ist) bei dieser Fahrweise wohl die Zugabe von Spurenelementen ...

    QFI sicher :winking_face:


    viele Grüße

  • Zitat

    Original von Ramon

    QFI sicher :winking_face:


    viele Grüße

    Tja, ich hab den Namen extra nicht erwähnt :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Gruß Ralf :grinning_squinting_face:
    {400l-Riff,Aquastar-automatisiert,HQI 2x150W+Blau/Mondlicht,Ström.-Ebbe/Flut/Wellen,Kalkreaktor,Ozon,UV,Stand+Dichte-Regelung mit autom. Wasserwechsel,Titan-Kühler,Rieselfilter,Zeovit,autom. Plankton+Spurenelemente/Aminosäuren-Dosierung}

  • Hallo,

    mit Mode hat das wohl weniger zu tun, eher mit Langzeiterkenntnissen. Ich habe seit 35 Jahren Aquarien und seit 20 Jahren Meerwasser. Alle Versuche ohne WW zu arbeiten sind irgendwann, spätestens nach einem Jahr, gescheitert. Es ist auf Dauer einfach nicht möglich, mit Spuris ein Becken aufrecht zu erhalten. Wer kann denn berechnen, welche Stoffe sich , bei welchem Besatz, zu sehr anreichern, oder eben zur Mangelware werden? Nur der ausreichende WW garantiert mir ein einigermaßen ausgewogenes Verhälnis im Wasser.
    Lars ist insofern eine relative Außnahme, weil er in Sachen "Biochemie" ein absoluter Fachmann ist. Aber selbst er kann das nicht unendlich ziehen ohne einen WW. Das sieht man garantiert irgendwann....bei ihm mag es ja länger dauern, das ist möglich.
    Stephan hat es völlig richtig dargestellt.


    PS: Als ich einst wieder "reumütig" auf WW zurück kam, wuchsen die Korallen mehr als doppelt so schnell und von unerwünschten Algen war viel seltener etwas zu sehen. Wenn ich bedenke, was ich mir für Zeit um die Ohren geschlagen habe, um Mittelchen um Mittelchen zu testen, zu rechnen, zu tauschen und und und......
    Es steht bei mir wie in Stein gemeißelt:
    WASSERWECHSEL !!

    http://www.lars-sebralla.de

    Einmal editiert, zuletzt von torsten (4. Juli 2003 um 12:22)

  • Prof. Jaubert hat einige Aquarien aufgestellt die ganzlich ohne Wasserwechsel arbeiten.

    Die im Ozeanographischen Institut in Monaco arbeiten allerdings (zumindest teilweise) mit 5% Wasserwechsel täglich (wird direkt aus dem Mittelmeer gepumpt).

    In den Becken in Monaco sind aber auch alle Tiere aus dem roten Meer (und ein beeindruckend großer Fischbesatz wenn man bedenkt das kein Abschäumer dran ist)!

  • Zitat

    Original von kenny
    Prof. Jaubert hat einige Aquarien aufgestellt die ganzlich ohne Wasserwechsel arbeiten.

    Im 250l Heimbecken, mit Berliner System?
    Ich glaube er macht das bei großen Schlammfilterbecken?!

  • Zitat

    Original von torsten
    ...
    mit Mode hat das wohl weniger zu tun, eher mit Langzeiterkenntnissen...

    Hi,

    mit mode meinte ich auch eher die filtermethoden á la vodka, schwefel & co.

    MfG,

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Nein in Aquarien nach dem (nach ihm benannten) Jaubert System. Einige haben auch ein Algen Refugium, aber Miracle Mud Gesteinsmehl setzt er sicher nicht ein (das gibts ja noch nicht so lange).

    Die ersten Becken waren auch mittelgroße Becken um 300liter. Ich weiß aber nicht ob die immer noch stehen!

  • Hallo Torsten,

    gerade mit dem Begriff "In Stein meißeln" würde ich bei unserem Hobby vorsichtig sein. Sicher ist der Wasserwechsel zur Zeit die 99% Methode, aber in Zukunft? Was machst Du denn mit einem Wasserwechsel: doch nichts anderes als Deinem Biotop Stoffe zuführen, die verbraucht werden. Und diese Stoffe werden beim Meersalz in einer ganz bestimmten (und bekannten) Zusammensetzung vorher zusammengemischt. Was also spricht dagegen, diese Stoffe dem Becken konzentrierter zuzuführen? Prinzipiell doch wohl nichts ...

    Und das es in diese Richtung geht, dafür sind die Versuche von Lars und anderen nun mal beispielhaft (auch über Jahre), wenn auch sicher noch nicht perfekt ...

    Gruß Ralf :grinning_squinting_face:
    {400l-Riff,Aquastar-automatisiert,HQI 2x150W+Blau/Mondlicht,Ström.-Ebbe/Flut/Wellen,Kalkreaktor,Ozon,UV,Stand+Dichte-Regelung mit autom. Wasserwechsel,Titan-Kühler,Rieselfilter,Zeovit,autom. Plankton+Spurenelemente/Aminosäuren-Dosierung}

    2 Mal editiert, zuletzt von Ralf (4. Juli 2003 um 13:24)

  • Hallo
    Ralf

    In diesem Fall muss ich Thorsten recht geben

    Durch den Wasserwechsel führe ich nicht nur Stoffe zu sondern entferne eben auch unerwünschte Abfallstoffe aus dem System.

    Ausser Schäumer und WW ist mir kein System geläufig das dauerhaft Stoffe aus dem System entfernen kann, ohne das diese gegen irgendwas autgetauscht werden, oder gebunden eben noch vorliegen.

    Natürlich schaffe ich mit Kohle und Ozon und was weiss ich was noch mit einem hohen Aufwand ein Becken ohne WW zu fahren und es wird sicherlich auch nicht schlecht stehen , die Frage ist nur wie lange und vor allem wozu ??? Wer mal gesehen hat welche Auswirkung ein Wasserwechsel nach langer Zeit hat wird das so schnell nicht vergessen ( man sieht die Korallen vor Freude hüpfen :-)) )

    Nach all meinen Versuchen sehe ich das wie Thorsten

    WW und WW und WW und nochmals WW

    gruss Claude

    Tiere bekommen ?

  • Hallo Claude,

    das Ausschleusen von unerwünschten angereicherten Stoffen ist natürlich ein dann separates Problem - klar, da gebe ich Dir natürlich recht. Aber auch das scheint mir (siehe angesprochene Versuche) nicht total unlösbar zu sein. Im Moment ist selbstverständlich der Wasserwechsel, die einfachste und effektivste Möglichkeit - auch ich wende ihn an :face_with_tongue:

    Trotzdem würde ich wegen des Aufwandes (Zeit und Arbeit, Wasserverbrauch, Salz, Gerätschaften zur Wasserbereitung) gerne darauf verzichten :grinning_squinting_face: ... immerhin ist es doch für die Veränderungen im Spurenbereich des Beckenmilieus eine ziemliche Verschwendung :loudly_crying_face:

    Aber wir werden sehen, was die Zeit bringt ...


    P.S.: habe inzwischen alles was ich brauchte ...

    Gruß Ralf :grinning_squinting_face:
    {400l-Riff,Aquastar-automatisiert,HQI 2x150W+Blau/Mondlicht,Ström.-Ebbe/Flut/Wellen,Kalkreaktor,Ozon,UV,Stand+Dichte-Regelung mit autom. Wasserwechsel,Titan-Kühler,Rieselfilter,Zeovit,autom. Plankton+Spurenelemente/Aminosäuren-Dosierung}

    Einmal editiert, zuletzt von Ralf (4. Juli 2003 um 14:21)

  • Zitat

    Original von kenny
    In den Becken in Monaco sind aber auch alle Tiere aus dem roten Meer


    Hallo,
    auf Fotos sind aber zumindest Fische aus verschiedenen Meeren zu sehen.

  • Ich habe nurmal irgendwo gelesen, das praktisch ganze Riffabschnitte des roten Meeres abgebaut wurden und in Monaco wieder auf. Die Quelle kann ich leider nicht mehr nennen ...

  • Hallo

    Aber ich entferne doch fast keine Stoffe, wenn ich z.B. nur alle paar Wochen 5-10 % Wasserwechsel mache ???

    Ist es da nicht besser größere Wasserwechsel in längeren Zeitintervallen zu machen?

    Gruß
    Frank

    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo Frank

    Also je nach Becken wechsle ich wöchentlich zwischen 5 - 25 % des Wassers aus.
    Das merkt man dann schon.

    selbst wenn ´Du nicht so oft WW machst ist ein positiver Effekt zu bemerken
    vor allem dann wenn das Wasser frisch ( nur mit guten Salz natürlich ) verwendet wird.

    Wird zuviel Wasser auf einmal gewechselt ändert sich die Wasserchemie zu stark was wieder negative Folgen für die Tiere haben kann .
    Also lieber öfters mal ein kleiner WW

  • Hallo Claude

    Diesen positiven Einfluß merke ich auch.(wöchentlich10-20%)

    Ich bin im Meerwasserbereich auch einer der wöchentlich Wasser wechselt (Im Süßwasser gar nicht) :smiling_face: , weil man ja wirklich nicht wissen kann was an Spurenelemten verbraucht wird und welche sich ansammeln.

    Wollte mit dem posting nur sagen, daß man durch so kleine WW (5-10%) keine Nitrat oder Phospatprobleme lösen kann. (gibt ja einige Beispielrechnungen)

    Gruß
    Frank

    Viele Grüße
    Frank

    Einmal editiert, zuletzt von FrankE (4. Juli 2003 um 19:52)

  • Hallo Ramon, Hallo zusammen :smiling_face:

    ich muss ein wenig ausholen. Ich habe Lars vor ca. 3 Jahren rum, oder ist es länger her kennengelernt. Damals stand das grosse Becken einen nicht so langen Zeitraum. Es stand alles top ein sehr schönes Steinkorallenbecken (auch mit einer riessigen lederkoralle drinn, aber überwiegend eben STeinkorallen) Man sah dem Becken an das es gut stand. Auch damals praktizierte Lars das ganze nach biostab... Ein Jahr später war ein guter bekannter dort und das Becken sah schlecht aus, anscheinend hatte lars mit Algenplagen zu kämpfen.

    Das kann nun viele Ursachen haben, keine Frage. Jeder hat solche unschönen Algenbeläge schon gehabt und keiner weiss manchsemal woher sie kommen...

    Was ich damit sagen will, ich glaube nicht daran das man ein Becken nur mit Spurenelementen fahren kann und ohne jeglichen Wasserwechsel auskommt!
    Die Erfahrung, und zwar eine langjährige sagt mir einfach was anderes.

    Ich für meinen Teil mache seit langen Jahren nun mehr oder weniger Wasserwechsel, klein sind es 5% gross sind es 10% díe Woche.
    Je länger man es macht desto sicherer wird man das Wasserwechsel das A und O der Riffaquaristik sind. Einschränken sollte man vielleicht das dies in dem Masse sicher nicht bei allen Becken nötig ist. Bei Steinkorallen mehr bei anderen Tieren eher weniger.
    Das kommt auf die Ansprüche drauf an.

    Ich bin heute, im Jahre 2003 der Meinung das der Wasserwechsel sogar mit das wichtigste an sich ist.
    Claude hat ja schon treffend geschrieben was passiert.

    Es reicht meiner Ansicht nach bei weitem nicht ein Korallenskelett zu analysieren und man weiss was die Tiere brauchen. Wenn es so einfach wäre.

    Daher kann ich nur jedem raten, WW sonst nichts.
    Damit spart man sich auf Dauer Probleme im Becken.

    So zumindest meine Ansicht.
    Spurenelemente an sich sind sicher sinnvoll, aber alles mit Mass und Ziel.

    Nur damit und ohne Wasserwechsel geht es nicht.

  • Aus den Dokumtenten, die Frankendreistein in einem anderen Thread gelinkt hat dieses Zitat von Dr. Jaubert:+

    "I believe that a nearly complete recycling can be achieved in a reef tank equipped with a plenum. A coral community has been thriving for 5 years without any change of water in the tank I have been keeping for 17 years at the University of Nice. The tank had only 3 inputs: light, food and freshwater (compensation for evaporation). (Jaubert, 2002, per.com.)"

    Ich selber bin aber auch für Wasserwechsel. Ich habe früher bei meinem 500l Becken wöchtentlich 25 liter gewechselt und werde beim 670er dabei bleiben.

  • kenny

    In Monaco werden pro Tag mindestens 5% des Wassers gewechselt, das kann auch mehr sein. Zudem: Wenn Du das ganze System siehst ist es eine enorme Wassermenge die da an einem System drann hängt. Es ist zwar richtig dass da einige Becken stark gefüllt sind, doch sind viel Aquarien welche im gleichen Kreislauf mitfahren kaum oder gar nicht belastet (alleine im Zuchtbereich hinter den Kullissen hat es viele Becken welche gar nicht besetzt sind, oder die Korallenzuchtbecken sind alle auch ohne Fischbelastung). Wenn man als Besucher dann vor dem doppelsöckigen Riffbecken steht und die Fischvielfalt sieht fragt man sich schon wie das funktionieren kann, doch sieht man das ganze System dann wird einem klar dass die Belastung nicht all zu gross ist.
    Monaco hat überigens einen Grossteil der Fische vom Indopazifik. Die Korallen wurden ursprünglich auch im Indopazifik abgebaut, und feucht (nicht in Wasser verpackt) innert 24 Stunden per Spezialtransport über Nizza nach Monaco gebracht.
    Aber auch das ozeanographische Institut ist nicht von Wasserproblemen gefeit. Durch die verstärkte Schiffahrt vor Monaco nimmt die Wasserverschmutzung drastisch zu und obwohl das Wasser aus 50m Tiefe hochgepumpt wird wissen sie nicht wie lange das System so noch funktionieren kann,- die Belastung wird langsam zu stark.

  • Hallo zusammen
    Ich sehe es genau wie Claude. WW ist auf Dauer das wichtigste um ein Becken stabil zuhalten. Nicht nur wegen dem zuführen von Spuris und dem entfernen von Schadstoffen.
    Ich sehe den WW so wie wenn man einen Wohnung lüftet. Man kann auch in einer muffigen Wohnung leben, aber Frischluft (Firschwasser) macht das Leben doch viel angenehmer. Denkt auch mal an die Fischis, nicht nur an die Korallen. :winking_face:
    Gruß Frank

  • Ich selber bin ein Befürworter des regelmässigen Wasserwechsels. Früher machte ich den monatlich und seit gut einem Jahr wöchentlich. Ich wechsle dabei jeweils ca. 5% Wasser und finde dass alle Tiere viel schöner stehen.

    Auch kenne ich ein Becken bei dem über einen längeren Zeitraum,- über 1 Jahr kein Wasserwechsel gemacht wurde. Auch dieses Becken steht sehr gut, obwohl es mit der Berliner Methode betrieben wird.
    Aber dies ist wohl eher ein Ausnahmebecken :winking_face:

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