Für mich absolut unglaubliche Szenen (Ophiarachna sp. frisst Actaeodes tomentosus)

  • Moin zusammen!
    Ich habe mich in den letzten Monaten immer wieder gewundert, warum meine Actaeodes tomentosus in meinen Krabben-/Rosenbecken immer weniger wurden bzw. sie auch immer scheuer wurden. Die ersten Monate waren sie das in diesem Becken niemals zuvor. Ich konnte sie beobachten wann und wie ich wollte. Ja, man kann sagen ich konnte sie fast mit der "Hand" füttern. Daher war mir das eigentlich nicht erklärlich.
    Als mögliche Ursache hielt ich es für möglich, dass sie auf Grund Ihres Alters, eines natürlichen Todes gestorben sind. Die meisten waren ja schließlich schon einige Jahre alt und daher so gut wie ausgewachsen, als ich sie bekam. Nur wo blieben die Jungtiere, die ich auch hatte? Da habe ich als mögliche Ursache Kanibalissmus während der Häutung vermutet. Stutzig machte mich weiterhin nur, dass sie sehr sehr scheu wurden mit der Zeit.

    Aber dann erhielt ich die Erleuchtung. Eine Erleuchtung mit der ich niemals gerechnet hätte.

    Ich beobachtete vorgestern um etwa 22.°° Uhr eine Actaeodes tomentosus die mir irgendwie merkwürdig erschien. Sie war farblich sehr hellgrau, nicht wie üblich dunkelgrau. Ich vermutete dass sie sich kurz zuvor gehäutet hatte. Merkwürdigerweise hielt sie sich aber an der Aquarienscheibe auf.
    Naja, OK dachte ich mir, wenn Du so willst, dann mache ich auch ein Foto von dir. Also machte ich einige Fotos von der frisch gehäuteten Krabbe. Währenddessen ich die Kamara beiseite legte schossen auf einmal orange Arme aus dem Hinterhalt auf die Krabbe zu. Es war mein orangener Schlangenstern unter meiner orangenen Zylinderrose. Er/Sie schnappte sich die Krabbe - Carpaxgroße etwa 4 cm(!!) - und ringte mit ihr. Völlig überrascht vergaß ich leider die Kamara wieder einzuschalten, so dass die ersten 15 Sekunden fehlen. Den Rest habe ich soweit filmisch festhalten können. Aber seht selbst.
    Als Fotos beigefügt sind das letzte Foto der Krabbe kurze Zeit zuvor und Nachdem das Mahl des Schlangenstern zu Ende war.
    Erst habe ich überlegt noch einzugreifen, aber ich wusste nicht, wem ich damit mehr Schade, dem Schlangenstern, wenn ich die Krabbe wieder heraus ziehe, der Zylinderrose, an dem sich der Schlangenstern Zeitweise festhielt, oder der Krabbe, beim versuch sie zu "retten".
    Da es sich offentsichtlich um ein natürliches Verhalten des Schlangensternes handelt, habe ich der "grausamen" (natürlichen) Natur freie Hand gelassen. War schon merkwürdig anzusehen, auch wenn es sich für viele nur um eine Krabbe handelte und zudem eine von den meisten Aquarianern "verfluchte" Krabbe.
    Das pikante an der ganzen Sache ist die, dass die Actaeodes tomentosus dem Schlangenstern die Armspitzen zu Anfang abgekniffen haben.
    Da stellt sich natürlich menschlich gesehen die Frage, ob es sich um eine Art Rache handelt.
    Nein, natürlich nicht, es ist halt die Natur, wie sie wirklich ist.
    Aber hier nun die Fotos und Videos.

    http://www.youtube.com/watch?v=49-tKNmgyZo

    http://www.youtube.com/watch?v=UyfDGEQMp_w

    Gruß
    Gerrit

  • Hallo Gerrit,

    mensch, das tut mir echt leid für deine schönen Krabben. Ich habe die Berichte immer total gerne gelesen und finde die Tiere unheimlich interessant. Auf die Idee mit dem Schlangenseestern wäre ich nie im Leben gekommen. War der Ophiarachna von Anfang an mit den Krabben im Becken und ist erst später auf den Geschmack gekommen?

    Ich finde die Schlangenseesterne immer irgendwie faszinierend gruslig. Hab selber auch keine, genau aus dem Grund ... :grinning_squinting_face:

    LG Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

  • Moin Corinna!
    Nein, der Stern ist erst vor ca. 1,5 Jahren dort eingezogen. Das der nicht ohne ist, wusste ich ja. Ophiarachna ist ja für Übergriffe bekannt. Aber auf recht große eigentlich wehrhafte Krabben war mir das bis dato völlig unbekannt. Kleine oder schlafende Fische bzw. auch andere Schlangenseesterne (konnte ich auch schon mehrfach bei dem beobachten. Bild als Anlage wo der Ophiarachna sp. einen neuen O. annulosa anknabberte) ok, aber große Krabben? Naja scheinbar wohl, wie man deutlich sehen kann. Vor meinem Dischistodus perspicillatus hat er scheinbar sehr großen Respekt. Ich allerdings auch. :grinning_squinting_face: Da wo der beißt, blutet es auch schon einmal. Was dann, wenn er sich in den Armen verbeisst.

    Gruß
    Gerrit

  • HUHU Ihr da,

    Ich hatte einen großen roten Stern. Er türmte sich zu Brücke auf und egal welches Tier sich unter seinen Körper begab, ließ er sich blitzschnell fallen und versucht seine Beute zu fangen. Bevor ich die ersten Opfer zu beklagen hatte, habe ich das Monster abgegeben.

    Schicke Fotos und Filmchen
    Dietmar

    283x130x87

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmar Schauer (21. Juni 2012 um 10:38)

  • moin,

    komisch, erstaunt mich absolut nicht :winking_face:

    mein incrassata (knapp 50cm durchmesser) frißt völlig problemlos 15cm stinte, rotfedern etc.

    mfg
    michael

  • Ihr habt echt "nette" Aquarienbewohner ... :ylol Und ich dachte immer mein Paul war abgefahren ... aber der läuft wohl noch unter niedlich! :grinning_squinting_face:

    Gerrit, hat er alle Krabben aufgefuttert? :confused_face:

    LG Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

  • Moin!
    Danke Dietmar. Ja, den großen Roten hatte ich auch schon, der war bei mir allerdings sehr friedlich. Den hatte ich damals im Weichkorallenbecken. Echt schöner Farbtupfer. Allerdings ist er mir nach etwa 1 Jahr verstorben, warum auch immer. Gefressen hatte er eigentlich immer irgend etwas. Leider stellte er irgendwann das fressen ein und verstarb.

    Michael, mein Ophiarachna frisst auch riesige Portionen im Verhältnis zu seiner Größe. Hier glaube ich, ist es deutlich zu sehen.

    http://www.youtube.com/watch?v=izR2n54Dh1E

    Das er Garnelen, Fische und andere Schlangensterne problemsos überwältigt weiß ich natürlich (denkbar für mich bis dato auch kleine Krabben), nur bei so großen Krabben, wie der fast ausgewachsenen A. tomentosus (die Krabbe war immerhin größer als die Körperscheibe selbst), war mir das bislang absolut nicht bekannt, zumal die Krabben ja auch ordentliche Scheren haben um sich zu wehren. Die Krabben haben dem Schlangenstern Anfangs recht deutlich zugesetzt. Von daher wäre ich da niemals von ausgegangen dass er für das Verschwinden der Krabben verantworlich sein könnte.

    Corinna, es sind noch einige da, kann aber nicht wirklich genau sehen wie viele. Zu viele Versteckmöglichkeiten und hoher Bodengrund wo sie sich zu gerne verbuddeln und sich dort aufhalten.

    Gruß
    Gerrit

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