• Hallo zusammen, hat sich hier im Forum jemand schon Gedanken gemacht, die relativ teueren Biopellets nachzubauen.

    Anscheinend soll Polyhydroxyalkanoate (PHA, Polyhydroxyfettsäuren) die Hauptkomponente der kommerziellen NP Biopellets sein. PHA sind natürlich vorkommende wasserunlösliche und lineare Polyester, die von vielen Bakterien als Reservestoffe für Kohlenstoff und Energie gebildet werden. Desweiteren soll Polycaprolacton (PCL), ein biologisch abbaubarer Kunststoff, verwendet werden, um Nitrat zu reduzieren. Es soll vollkommen biologisch durch Bakterien abbaubar sein und als Kohlenstoff quelle analog PHA dienen. Als weiterer Stoff könnte Polylactide, die auch Polymilchsäuren (kurz PLA, vom englischen Wort polylactic acid) genannt werden, zur Nitratreduktion diesen?

    Gruß Dieter

  • Hallo Dieter,

    aufgrund der bisher getätigen Erfahrungen mit den Biopellets wird sich das wohl eher keiner antun wollen. Bisher werden die Pellets von nur sehr wenigen eingesetzt. Der Grund liegt wohl unter anderem im Preis, aber auch ganz klar in der Handhabung. Zum einem trauen sich viele diese Pellets nicht einzusetzten, das bei zu großen Mengen der Nitratgehalt sofort stark zurück gehen kann und somit Schäden verursahcne kann. Zum anderen ist die Einstellung des normalerweise zu verwendenden Wirbelbettfilters recht schwierig, um den richtigen Kompromis zu finden, zwischen in Schwebe zu haltenden Pellets (so sollte es ja sein), ruhenden Pellets oder gar durchwirblenden Pellets. Meiner Meinung nach, sind die Schwefelfilter weiterhin die bessere und einfachere Wahl zur Nitrat Senkung, als die Biopellets. Zumindest bei den Becken bei denen überhaupt eien Nitratsenkung nötig ist. Dein Becken braucht das sicherlich auch nicht, so wie ich das gesehen habe.
    Daher denke ich das sich bisher noch niemand darüber gedanken gemacht hat und auch in Zukunft nciht tun wird. Zumal die kosten füpr die Pellets zwar recht hoch sind, aber die wirkdauer auch sehr lang ist.

    Was mich jedoch nicht los läst ist dein Gedanke zur Eisenversorgung......... Da bin ich noch drann und darüber müssen wir uns nochmal intensiver unterhalten und ich hätte gerne Armin Glaser dabei. ARMIN du bist Eingeladen, weit haste ja nicht und interesant ist es für dich allemal!!!!

    Aber dann bei einem Bier oder guten Wein und leckeren Essen bei uns.

    Gruß Micha

    Einmal editiert, zuletzt von Micha W. (20. Oktober 2011 um 00:08)

  • Ich stimme Dir zu über die Aussage, dass Bio-Pellets in relativer kurzer Zeit Nitrat, Nitrit und Phosphate aus dem Becken ziehen. Ich habe einen Deltec FR Filter mit ca. einem Liter Bio-Pellets angeschloßen und nach ca. 4 Wochen waren die oben genannten Werte auf fast Null.
    Allerdings habe ich in meinem Becken danach keine negativen Wirkungen ausmachen können. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich auch sofort z. B. Fauna Marin S, D usw. eingesetzt habe (sorry wegen der Schleichwerbung).
    Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Filtermethode gerade in Becken mit überwiegend SPS zu Gute kommt, da man hier nicht wie bei der Zeovith-Methode Bakterien füttern muß.
    Wie so oft muß man es für sein Becken selber ausprobieren. Bis jetzt kann ich für mich nichts negatives aussagen über Bio-Pellets.

  • Zitat

    Micha W.: Zumal die kosten für die Pellets zwar recht hoch sind

    Daher ja das Anliegen, die Pellets selbst herzustellen. ECOMANN aus China bietet recht günstig PHA an:

    Biodegradable Resin/EM5231A

    Biodegradable Resin /EM5237T

    Weitergehende Informationen über Bioplastik und der Eigenschaften findet man u.a zum Beispiel hier.

    http://www.biodeg.net/bioplastic.html

    Soviel ich mitbekommen habe ist z.B. PCL integraler Bestandteil des Produktes Instant Ocean's Nitrate Reducer

  • Hallo Diether

    Mit diesen Sachen wirst du nicht glücklich , dies sind Industrieprodukte die auch entsprechende Füllstoffe, Lipide, Prozesshilfsmittel haben um eine ordentliche Produktion an der Spritzgussmaschine zu erreichen.

    Bisher haben diese Probleme so gut wie alle Anbieter ( Effekt auf Abschäumer, unregelmäßiger Nährstoffabbau, Verblockung im Filter )
    Ich tests jetzt seit über 2 Jahren solche Pellets und da gibts jede Menge Material für die Kunsstoffproduktion und noch mehr Mischungen. Auch hier kommts drauf an das man ein sehr reines Material bekommt.

    Mladen der Vorschreiber testet z.B. so ein Material. Bei der richtigen Mischung hast du einen gleichmäßigen Abbau von No3 und Po4
    Das ist sehr wichtig und erreicht man nur mit der richtigen Mischung an abbaubaren Kunsstoffen.

    Gruss

  • Yup, die Bio-Pellets sind von Claude. Ich habe sie jetzt so ca. 3 oder 4 Monate drin und in der Zeit ist das Volumen so um ca. 1 - 1,5 cm geschrumpft. Wichtig ist natürlich eine gute Durchströmung, so dass die Pellets sich schön von unten nach oben bewegen, aber auch nicht zu stark.
    Wie gesagt, bei mir sind sie in einem Deltec FR509 drin, allerdings ohne diese blauen Filterschwämme. Claude hat da auch einen Filter für Pellets am testen, der die Pellets nicht nur von unten nach oben bewegt sondern auch noch mal kreisförmig verwirbelt. Aber fragt ihn bitte selber, ich will da nichts vorweg nehmen.

  • Hi,

    ob man sowas in diy hinbekommt weiß ich nicht, da ich keine Ahnung von Chemie habe. Ich habe aber auch schon mal die NP Biopeletts in Gebrauch, gibt auch nen Thread hier im Forum dazu. Den Versuch habe ich aber abgebrochen, da sie verklumpt sind und nicht den gewünschten Erfolg gezeigt haben.
    Seit Anfang Juli habe ich dann Versuchsweise andere Peletts gekauft und bin mit denen sehr zufrieden. Von diesen Peletts habe ich 400g bzw. 400ml auf ca. 820l seit Anfang Juli in einem Wirbelfilter in Betrieb und bin zufrieden. Der PO4 Wert hält sich trotz zweimaliger Staubfütterung tgl immer im Bereich von PO4 0,03mg/l bis 0,08mg/l und Nitrat bei um 2mg/l. Verklumpt ist da bis jetzt auch nichts und Nachfüllen musste ich auch noch nicht. Da find ich das schon "günstig" und ob sich da wirklich diy rentiert?

    Grüße Thomas

  • Würde mich auch interresieren.

    Aber die alsseits bekannten Bio Pellets sind gerade diese Woche massiv im Preis gefallen........ der Liter Pekkets von über 60 bis 65 Euro auf rund 51 Euro je Liter.....

    Gruß Micha

  • Wenn alles klappt, werde ich gegen Dez. 2011 -Jan. 2012 mein zweites Becken einrichten. Ein 60 cm Würfel. Dort plane ich von Anfang an Bio-Pellets auch während der Einfahr-Phase zu benutzen.
    Zur Zeit 'sammle' ich noch die Hardware ein, d. h. was macht Sinn, was ist gut etc. pp. 60 x 60 x 60 sind ca. 210 Liter. Laut der Faustformel 1 kg pro 10 Liter müsste ich wohl ca. 21 kg Lebendgestein benutzen. Hab' ich aber keine Lust zu mir da so einen Steinhaufen reinzumachen. Wie die Bio-Pellets jetzt arbeiten und Nitrit, Nitrat, Phosphat abbauen, kann ich wohl einen schönen leichten Aufbau mit weniger Steinen bzw. Kg realisieren. Oder auch Riff-Keramik, aber da bin ich mir abs. unsicher, was ich hier so gelsen habe.
    Zur Zeit habe ich auch 'nur' fast genau 9 kg Lebendgestein im Becken auf ca. 160 Liter Wasservolumen und Nitrat, Phosphat sind fast auf Null. Nitrit/Amnoniak etc. nicht nachweisbar mit den üblichen Tests.
    Wie gesagt, die Bio-Pellets sind von Claude die er mir freundlicherweise zum testen gab und er hat da noch einen Filter für die Pellets am testen den ich in dem neuen Becken auch verwenden möchte. Ist schön klein und nimmt nicht viel Platz im Filterbecken ein, anders als mein Deltect FR509 jetzt.
    Das einzige negative was ich zu berichten habe, dass einige meiner Zoas/Palys am rumzicken sind und nicht so richtig wollen. Andere Zoas/Palys wuchern regelrecht.

  • moin,

    sind die pellets in ihrer wirkung nicht mit der zugabe von baumwollwatte als kohlenstoffquelle vergleichbar?

    mag sein, daß ich da falsch lieg, aber der einzig mir bekannte unterschied ist der preis ??????

    mfg
    michael

  • Tach

    Du hast an der Baumwolle keinen Abrieb und keinen kontrollierten Nährstoffabbauä, durch den Einsatz in Drehfiltern bei kontrolliertem Durchfluss reugliert sich der Nährstoffabbau entsprechend gleichmäßig.

  • Hi,

    ja kann ich machen, Mladen hat den Namen ja schon, in seinem fast gleichzeitigen Beitrag zu meinem, ja schon genannt. Sind ebenfalls die von Claude.
    Ich wollte den Namen erstmal nicht nennen, da diese, soweit ich weiß, noch nicht (offiziel) auf dem Markt erhältlich sind.

    Grüße Thomas

  • Zitat

    Original von extremecorals
    Du hast an der Baumwolle keinen Abrieb und keinen kontrollierten Nährstoffabbauä, durch den Einsatz in Drehfiltern bei kontrolliertem Durchfluss reugliert sich der Nährstoffabbau entsprechend gleichmäßig.

    heißt aber doch jetzt trotzdem, daß es eine kohlenstoffquelle vergleichbar baumwolle ist :winking_face:

    nur wohldurch den filter effektiver und besser zu dosieren.??

    mfg
    michael

  • Die Baumwolle löst sich nach und nach im Salzwasser auf und gibt unter anderem dann Zucker ins Wasser ab, welcher von den Bakterien dann benutzt wird. Im Grunde eine Art Vodka-Methode. Problem dabei ist, dass Du nicht genau weisst wieviel Nährstoffe die Baumwolle für die Bakterien abgibt und Du so nicht genau dosieren kannst. So kann es dann wie bei der Vodkamethode zu Bakterienblüten kommen und ggf. ein Becken kippen.
    Bei den Pellets siedeln sich die Bakterien auf den Pellets an. Die Menge der Bakterien hängt dann von dem im Wasser gelösten Stoffen ab, d. h. weniger Nitrat weniger Bakterien und umgekehrt. Durch die Verwirbelung der Pellets wird auch immer ein gewisser Teil des Bakterienfilms durch den Abrieb der Pellets untereinander abgewaschen, der dann u. a. auch Korallen als Futter dienen kann. Je nachdem wie Du den Wirbelfilter mit den Pellets im Filterbecken plaziert hast. Ich habe meinen Ausfluß vom Pellet-Filter nicht vor/neben dem AS plaziert, sondern in der Rücklaufkammer.
    All dies wirst Du nicht mit Baumwolle schaffen können. Ich denke auch, dass die Pellets einen enormen Vorteil gegenüber der Vodkamethode haben, da sich die Bakterienpopulation in einem eigenem Filter befindet und sich anhand der Menge an Nitrat usw. selber reguliert und somit filtert.

  • Hallo zusammen,

    wenn ihr Euch Gedanken macht, Baumwolle als Kohlenstoffquelle heranzuziehen, dann wäre es auch legitim, eine ganz billige Methode anzugehen. Der Einsatz von Reishülsen bzw Reisstroh. Folgender Forschungsbericht aus dem Jahre 2009 zeigt auf wie effizient Nitrat entfernt werden kann, indem man Reisstroh als Kohlenstoffquelle und Biofilm Träger verwendet.

    Anbei ein Auszug des oben genannten Berichtes:
    "In this research, rice husk, a lignocellulosic waste from agroindustry,
    was investigated as the sole carbon source as well as
    biofilm carrier in the biological denitrification of wastewater in
    up-flowlaboratory reactors.Anartificialwastewater with a temperature
    in the range of 27–33 ◦C was used.
    Fast startup of the reactor and a high nitrate removal efficiency was observed.
    The highest rates of denitrification about 0.096 kg/m3 were achieved when
    flow rate and nitrate concentration were 41.4 L/d and 25.0 mg/L,
    respectively. Nitrite accumulation in treated water was practically
    zero during the experiments. Flow rate and nitrate concentration
    of the influent were observed to have a significant effect on nitrate
    removal efficiency. A very sharp decline was observed when the
    flow rate reached 30 L/d. The reactor had the ability to accommodate
    a wind range of pH(6.5–8.5) and DO(1.5–4). A time-dependent
    decrease in nitrate removal ratewas observed after 72 days of operation.
    And the addition of new rice husk brought about a rapid
    increase of the nitrate removal efficiency. The results showed that
    rice husk could be an economical and effective carbon source for
    the nitrate removal process."

    Gruß Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von coralife (23. Oktober 2011 um 08:49)

  • schon probiert !
    geht voll in die Hose sowohl mit Reis , Reisstroh, Mais etc und bevor die Suche weitergeht dann
    war auch Parraffin und ähnliches leider auch nicht besonders effektiv. Man kann den kurzfristigen Einsatz
    in der Wastewater-Aufbereitung nicht mit dem Einsatz in einem MeerwasserAquarium vergleichen.

    Der Vorteil der richtigen Pellets liegt ja darin, das sie sich nicht von selbst auflösen, keine Fette,Zucker oder sonstige Stoffe beinhalten
    die ein Bakterienwachstum unkontrolliert verlaufen lassen. Zudem ist es extrem lange haltbar und es wird auch Po4 mit entfernt.

    Gruss

    Einmal editiert, zuletzt von extremecorals (23. Oktober 2011 um 09:07)

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