Kaudernis kurz vor der "Geburt"

  • Hi, Forum!

    Unser Kauderni-Männchen hat es zum ersten Mal geschafft, die Eier nicht irgendwann herunterzuschlucken, sondern hat toll durchgehalten und mittlerweile das Maul voller Babyfische :smiling_face:

    Letzten Mittwoch konnten wir schleimige Fetzen beobachten, die ihm aus dem Maul hingen. Ich vermute, dass an diesem Tag die Jungen geschlüpft sind und die Fetzen die Eierhüllen waren. Demnach kann es jetzt jederzeit "losgehen".

    Unser Becken ist eigentlich überhaupt nicht auf Fischbabies eingestellt und wir können auch nicht so ohne weiteres die Jungfische separat aufziehen. Wir würden aber natürlich versuchen, die Kleinen im Hauptbecken durchzubringen, und genau dafür bräuchte ich ein paar Tipps :smiling_face:

    - Wo wird das Männchen die Babies vermutlich entlassen? In einer Bäumchenkoralle oder Gorgonie? Oder doch eher in einer Steinritze? Einen Diadem-Seeigel haben wir nicht, würden aber noch einen Ersatz basteln, wenn das leicht möglich ist.
    - Sind die Jungen dann auf sich gestellt, oder bleiben die Elterntiere bei ihnen und verteidigen sie?
    - Wir haben schon Artemien angesetzt, deren Nauplien wir dann mit einer Pipette zu den Babyfischen pusten wollen; können wir bzgl. des Futters sonst noch etwas tun?
    - Wir haben einen mit Keramik abgegrenzten Technikschacht. Macht es Sinn, die Jungen dort hineinzusetzen (wenn wir denn überhaupt an sie ran kommen)? Oder landen sie dann im Abschäumer...? :yrf

    Im Becken (1000l) sind übrigens noch 2 Tominis Docs, ein Kleinii, 2 Clowns, ein Blenni und zwei Grundeln. Außerdem zwei Putzergarnelen.

    Danke euch!

  • Christiane,

    wenn ihr den Mann (mit den Jungen) nicht vorher heraus fangt und absondert, bleiben von den Jungen meist keine übrig da die Eltern denen sofort nachstellen ! Daher Mann absondern, und sofort morgens nach dem Schlupf der Jungen den Mann von den Jungen trennen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Boah, wie fies :winking_face_with_tongue: Macht das in der Natur einen Sinn, dass die Eltern ihre Jungen auffressen...?

    Naja gut, dann versuchen wir heute abend mal unser Glück. Das Ausweichbecken ist allerdings noch mit 3 Pyjamabarschen besetzt. Die könnten natürlich auch hinter den Kleinen hergehen.

    Das Männchen entlässt die Jungen früh morgens, richtig? Also, wenn bisher nichts passiert ist, dann ist bis morgen früh Ruhe? Orientieren die sich am Umgebungslicht oder an der Beleuchtung, wenn von "Morgendämmerung" die Rede ist?

  • Hi

    Hier mal meine "Verfahrensweise", die aber sicher nicht die Beste ist...

    So nach ungefähr 21 Tagen, meist "passiert" es um den 24. Tag herum, stehe ich nachts immer noch mal auf (so gegen 24.00 Uhr)

    Dann wirklich genau gucken...die Babys sind wirklich klein. Meist entdeckt man erst einen, dann aber doch noch einige beim genaueren Hinsehen!

    Bei mir waren sie immer an anderen Stellen, und meist nicht in irgendwelchen Korallen, sondern irgendwo ziemlich in Nähe das Bodengrunds. Auch einen künstlichen Seeigel (schwarze Kabelbinder) haben sie nicht benutzt.

    Dann fange ich sie einfach mit einem Netz vorsichtig raus (noch keine Verluste dabei) und setze sie in ein Aufzuchtbecken.

    Eine Aufzucht im Elternbecken wird meiner Meinung nach nicht klappen..

    Was spricht dagegen, sich schnell ein kleines 20 Liter Becken mit Blubberschlauch und Heizung aufzustellen?

    Viele Erfolg

    Kathrin

  • Hi,

    ich habe auch schon mehrfach Kaudernis nachgezogen.
    Wenn die kleinen im Maul des Bockes deutlich sichtbar sind, beobachte ich das Becken genauer.
    Häufig kommt es vor, dass der Bock noch welche im Maul hat, jedoch der Eine oder Andere schon frei schwimmt.
    Meistens entdecke ich über 2-3 Tage immer wieder mal ein Jungtier und fange dies mit dem Kescher heraus.
    Bei einem voll besetzten 700 l Becken ist das mitunter nicht immer einfach.
    Halten sich welche an Stellen auf, wo ich mit dem Kescher nicht hinkomme, überleben diese mitunter trotz der vielen Fische manchmal mehrere Tage.
    Schaffe ich es nicht diese in den Kescher zu locken, sind sie dann verständlicherweise irgendwann weg.
    Erfolgsquote bisher zwischen 2 und 17 Jungtieren.
    Diese überführe ich in einen Ablaichkasten (Guppytank), welcher im Hauptbecken hängt.
    Bei wenigen Tieren belasse ich diese im Ablaichkasten, bis ich sie abgebe, wenns mal mehr sind kommen die dann ab einer gewissen Größe ins Kellerbecken.
    Hatte bisher nie Ausfälle wegen Schreckhaftigkeit.

    Wünsche viel Erfolg.

    Gruß Claus

  • Hi, danke für eure Tipps.

    Bislang konnte ich außerhalb des Mauls noch keinen Fisch entdecken, vermutlich sind noch keine entlassen worden.

    Der Ablaichkasten ist eine gute Idee, den können wir ja noch etwas mit kleinen Steinchen und Gorgonienablegern und Algen oder so dekorieren. Dann bin ich mal gespannt, wann wir die ersten Fischchen finden werden!

    Wie lange zieht man die Kleinen denn auf, bis sie abgabebereit sind?

    Und wie lange dauert es, bis man das Geschlecht erkennen kann bzw. sich Paare bilden?

  • Hi!

    So, gestern wurden die ersten beiden Babies aus dem Maul entlassen, heute morgen dann vier weitere. Die beiden gestern habe ich erst nachmittags entdeckt und dann in den eingehängten Aufzuchtbehälter gesetzt. Dort sitzen jetzt auch die anderen bis auf einen Jungfisch, an den ich noch nicht dran gekommen bin. Er wird allerdings in Ruhe gelassen - auch mangels Fressfeinden, aber das ist ein anderes (trauriges) Thema, dazu im Beckenthread mehr. Auch die Eltern beachten das Junge überhaupt nicht (oder haben es noch nicht entdeckt...).

    Unsere Artemiaeier scheinen nicht mehr in Ordnung zu sein, jedenfalls schlüpft da nix. Deshalb habe ich vorhin gefrorene Cycopls besorgt, die tatsächlich angenommen werden, zumindest die winzigsten Teilchen davon. Lobster Eier gab es nicht.

    Zwei Babyfisch paddeln sehr schnell und ruckartig. Sie "stottern" so vor sich hin. Ist das normal? Die anderen schwimmen ganz ruhig.

  • Hi,

    das Problem mit den Artemien hatte ich beim letzten Mal auch.
    Ich habe auch versucht, alle möglichen Ersatzfuttersorten anzubieten.
    Teilweise wurde das scheinbar auch gefressen, aber das reicht m.E. nicht aus.
    Ich habe keinen durchbekommen.

    Mit frisch geschlüpften Nauplien hat das bisher immer funktioniert.
    Diese habe ich nach der Arbeit in kurzen Abständen immer wieder in den Ablaichkasten dosiert,
    bis abends das Licht ausgeht.
    Die Kleinen haben dann richtig dicke rote Bäuche.

    Wenn sie gewachsen sind, immer wieder etwas Frostfutter zwischen die Nauplien, bis sie sich an Frostfutter gewöhnt haben. Dann kann man irgendwann die Nauplien weglassen.

    Die Wachstumsgeschwindigkeit ist sicher auch davon abhängig, wie oft Du füttern kannst. Wenn man nicht berufstätig ist und man schon bei Beleuchtungsbeginn füttern kann, geht das evtl. etwas schneller.
    Je nach Händler konnte ich sie mal mehr oder weniger groß abgeben. Ich habe ein schlechtes Zeitgefühl, von daher kann ich gar nicht sagen, wie lange das gedauert hat. Buchführung gab’s mal früher bei der Diskuszucht. Sollt ich vielleicht mal wieder einführen :grinning_squinting_face:

    Geschlechtsbestimmung finde ich selbst bei großen Tieren schwierig und habe ich bei der Wahl meiner Paare nicht immer hinbekommen.

    Gruß Claus

  • Hi, Claus,

    danke für die Tipps. Frische Artemiaeier sind schon besorgt, solange müssen sie mit dem FroFu klarkommen... Hoffe ich...

    Mittlerweile sind es 9 Fische. Drei weitere habe ich vorhin noch in einer Sinularia entdeckt. Die Eltern halten sich ständig in der Nähe auf, machen aber keine Anstalten, die Kleinen zu jagen. Das einzelne Fischchen von heute morgen versteckt sich übrigens in einem Röhrenwurm :grinning_squinting_face:

  • Hallo Christiane,

    Zitat

    Zwei Babyfisch paddeln sehr schnell und ruckartig. Sie "stottern" so vor sich hin. Ist das normal? Die anderen schwimmen ganz ruhig.


    Liest sich nach Problemen mit der Schwimmblase. Entweder gibt es sich, oder sie sind meiner Erfahrung nach auf Dauer nicht lebensfähig.

    Zitat

    Wie lange zieht man die Kleinen denn auf, bis sie abgabebereit sind?


    Normalerweise sollten sie bei Abgabe sämtliche Frostfuttersorten annehmen (idealerweise auch Mysis). Die Abgabe macht eigentlich erst wirklich Sinn, wenn man das Geschlecht erkennen kann. Finde es sehr schade, dass man in letzter Zeit bei Händlern vermehrt sehr kleine Jungtiere sehen kann. Die Chance bei so kleinen Tieren erfolgreich ein Paar zusammenzustellen liegt nur bei 50/50. Schlimmstenfalls hat dann ein Tier irgendwann das Nachsehen.

    Zitat

    Und wie lange dauert es, bis man das Geschlecht erkennen kann bzw. sich Paare bilden?


    Im Alter von ab ca. 4 Monaten kann man anhand der Geschlechtspapillen den Unterschied erkennen (am besten nach dem Füttern und falls mit bloßem Auge schlecht erkennbar, Lupe benutzen).

    Wie groß ist der Einhängekasten? Wenn du sie bis zur Abgabe aufziehen willst, benötigst du ein größeres Aufzuchtbecken. In einem Guppyeinhängekasten bekommst du sie nicht zur Abgabegröße aufgepäppelt.

    Hier der Link zur ausführlichen Nachzuchtanleitung

    Viele Grüße
    Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

  • Hallo

    ich kann Corinna nur zustimmen:

    wenn Du möchtest, dass Du die Tiere gut füttern kannst, ohne Dir das Elternbecken abzuschießen bzw. dort mit den Nährstoffen einen ziemlichen Satz nach oben zu machen , würde ich zu einem separaten, kleinen Becken greifen!

    Wen das so ein Ablaichkasten ist, wie ich ihn kenne, halte ich ihn def. für zu klein. Schließlich werden die Fischlein auch größer und wollen gut wachsen.

    @ Corinna

    Also, das macht doch durchaus Sinn, dass die Tiere beim Händler so klein abgegeben werden... Man muss dann mindestens 3-oder 4 kaufen, um letztendlich ein Paar zu haben. Die anderen Tiere bleiben auf der Strecke!

    Mehr Fische verkauft= höherer Umsatz!

    Viele Grüße

    Kathrin

  • Hi!

    Klar war der Ablaichkasten nicht für die gesamte Dauer der Aufzucht gedacht. Unserer ist wirklich klein (ca. 10x15x10cm). Ich bin dabei, unser 300l-Becken Babyfisch-tauglich zu machen, dann ziehen die Kleinen dahin um. Außerdem ist es bestimmt besser, sie nicht länger als nötig im großen Becken zu lassen, solange ich nicht weiß, warum dort Fische gestorben sind.

    Was die Abgabe an Händler betrifft: Ich denke - sofern wir die Jungen überhaupt durchbekommen - dass wir die Fische entweder bis zur Unterscheidung bzw. Paarbildung behalten werden oder sie nur dann früher abgeben, wenn der Händler sie noch entsprechend länger behält. Wenn sie etwas älter sind, muss ich das mal in Erfahrung bringen. Unsere Händler vor Ort haben normalerweise nie Kaudernis, bin also gespannt, wie die reagieren...

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