Probleme mit Montipora

  • Hallo miteinander,

    Ich besitze 2 Mointipora ableger, der eine hab ich schon ca. 4 Mo. den anderen 2 Mo. der erste tat sich schwer bis er sich wohlfühlte, hab aber seit einiger zeit angefangen sich zu verästeln und wuchs sehr schön. Seit 1 Woche werden beide vom Fuß her weiß. Die Polypen sind sind geöffnet?

    Die Wasserwerte sind soweit ok,

    Dichte 1,0230
    PH- 7,8-8,3
    Ca- 455
    KH- 7,5
    MG- 1305
    PO4- 0,1 naja, deshal Algenwachstum
    No3-nn
    No2-nn
    Temp- 25-27

    Ich weiß nicht warum sie beide wieß werden, in den letzten wochen hebe ich den KH wert von 6,5 auf 8. aber ich denke nicht, das es das Problem ist, denn allen anderen geht es soweit gut. Stein und Weichkorallen.

    Kann mir jemand Helfen oder einen Tipp geben um das Problem in den Griff zu bekommen.
    Wäre euch sehr dankbar.

    dir bei Deinen Problemen besser helfen zu können, bitten wir dich, folgende Fragen so vollständig und richtig wie möglich zu beantworten indem du die Antwort einfach zwischen die Fragen schreibst.
    Solltest Du kein Problem haben, oder Deine Frage anderer Natur sein, so kannst Du den vorbelegten Text natürlich löschen und Deinen eigenen Text verfassen.

  • Hallo

    meinst du wirklich,
    ich hab doch schon Probleme mit zu vielen Algen und wenn ich das nitrat erhöhe freuen dich die algen!

  • Wenn meine Wasserwerte ok sind, Po4 ist meist Oberkannte, ähnlich wie bei Dir und wenn die Korallen von unten weiss werden, zeigt
    der No2-test meist 1mg an. Nach einer Erhöhung des Nirtatwertes, bei mir meist mit Amoniumnitrat oder Kaliumnitat, wird das Verschwinden des Gewebes gestoppt. Zu hohe KH ist auch kritisch.


    Gruß
    Dietmar

    283x130x87

  • Hallo Bastian,

    wie schaut´s inzwischen mit deinen Montis aus?
    Einen kH° von 7,5 würde ich in der Meerwasseraquaristik eher als niedrig bezeichnen. In der Literatur werden die Werte 7 - 10 kH° angegeben. Imho stabilisiert die Carbonathärte auch den pH - Wert. Vielleicht gefällt den Montis auch der offenbar schwankende pH - Wert nicht.

    LG

    Doro

  • Hallo

    inzwischen hat sich die Monti erholt, aber nur kurz. Seit letzter Woche ist es wieder schlechter, hab So letzte Woche ein WW gemacht. Kann es damit zusammenhängen, ich meine das erste mal war es auch nach dem WW.
    Ich gebe zu ich hab vorher noch nie groß WW gemacht.

    jetzt fangen auch noch meine Acro an vom Fuß weiß zu werden aber sonst geht es allen gut.

    Hat mir jemand noch einen Rat was ich tun kann.

  • Hallo Armin

    Ich lasse ca. 5% an Wasser ab und fülle das Becken mit neuem Meerwasser. Temperatur wird vorher angepasst auf ca. 25° und messe dann die Dichte mit einer Spindel. Nach ein paar Stunden mess ich auch im Becken nochmal die Dichte, passte aber bisher immer.

    Das frische Meerwasser lasse ich 2-3 Tage stehen, ist das zu kurz? und wie lang kann ich Meerwasser lagern für spätere Wechsel?

  • Hallo Bastian,

    kann es sein, dass da irgendwo ein Fehler steckt?

    Eigentlich ist das Absterben von der Basis typisch für ein Anheben der KH bei sehr niedrigen Phosphat-Konzentrationen.
    Welchen Phosphat-Test verwendest Du? Welchen KH-Test? Welches Salz?

    Das mit den Algen, naja, das ist zumindest eine grobe Vereinfachung wenn nicht sogar generell falsch. In der Regel können in einem Wasser wo Korallen wachsen auch Algen wachsen, zumindest was die Hauptnährstoffe angeht.

    Du schreibst, die Polypen öffnen sich. Das gilt aber nicht für die weißen Bereiche oder? Die sind tot, oder sind sie nur ausgeblichen und noch mit Gewebe bedeckt und die Polypen öffnen sich auch in den ausgeblichenen Bereichen?

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo

    PO-Test Salifert
    KH-Test Salifert
    Salz von Tropic Marin

    Ich bekomme Morgen neue Tests von Tropic Marin mal schauen ob die mir mehr anzeigen, bzw weniger.
    Was für Test benutzt ihr denn, denen ihr vertraut.

    Die Polypen öffnen sich noch am lebenden Teil, da wo sie weiß ist, ist kein Gewebe mehr und ist tot.

    Das mit den Algen macht mir auch sorgen hab gestern mal rausgefunden was es für welche Art es ist.
    Es sind bei mir Cyano, aber eine schwarze die ca. 1-2cm hohe Teppich machen, habt ihr da auch ein Tipp.

    Weis ja nicht ob das zusammenhängt, weil wirklich das ganze Becken betroffen ist.

    Bitte helft mir!

  • Zitat

    Original von Bastian
    Was für Test benutzt ihr denn, denen ihr vertraut.

    Hi Bastian,

    Vertrauen ist ja ganz gut, aber Kontrolle ist besser. Ich messe generell fast alle Tests mit einer Referenzlösung nach und ermittle den Korrekturfaktor. Aus meiner Sicht der einzig halbwegs gangbare Weg um zu sehen wo die Werte stehen. Bin immer wieder überracht, wie weit manche Markentests abweichen. 10% ist fast immer drin.

    Tschüss Olaf

  • Hallo

    Ja, Referentzlösung hab ich auch, aber gibt es auch welche für Nitrit, Nitrat und Posphat. Die sind doch zeimlich flüchtig und lassen sich nicht stabil lagern?

    Heute hab ich unter anderem Po4 getestet einmal mit
    Salifert 0,1
    Tropic Marin NN

    Nitrat und Nitrit hab ich auch mit beiden Marken gemessen alles NN

    So wie mein AQ aussieht und mein Gefühl sagt mir, das der PO4-Wert von Salifert eher zutrifft. Das heißt doch das ein Nährstoffungleichgewicht herscht und deshalb meine Acropora weiß werden?
    Vieleicht ist aber auch der von Tropic Marin richtig? Was dann?

    Kann ich in dem Fall Stickstoff reinbringen um ein gleichgewicht wieder herzusellen? Die Algen werden dann aber auch wachsen wie blöd, oder?
    Reguliert sich sowas selber oder was kann ich sonst noch tun.
    Weniger Füttern mach ich schon.
    Tiere rausnehmen?

    mmmmh???????

  • Zitat

    Original von Bastian
    Das mit den Algen macht mir auch sorgen hab gestern mal rausgefunden was es für welche Art es ist.
    Es sind bei mir Cyano, aber eine schwarze die ca. 1-2cm hohe Teppich machen, habt ihr da auch ein Tipp.


    Hallo Bastian,

    Cyanos sind Bakterien, keine Algen, und Cyanobakterien wachsen unter allen Nährtoffbedingungen, egal ob nährstoffreich oder nährstoffarm.

    Lass doch am besten zuerst einmal genau bestimmen, um was es sich handelt.

    Grüße
    Ingrid

  • Hallo Bastian,

    Algen und Cyanos haben nichts direkt mit Problemen mit Korallen zu tun. Es gibt genug Becken, die Cyanos haben und wo die Korallen trotzdem keine Probleme machen. Keine Panik sondern erst einmal herausfinden, was den Korallen Probleme macht, dann nach Lösungen für die anderen Probleme suchen.

    Cyanos sprechen meiner Meinung nach für einen sehr niedrigen Phosphat-Wert. Nach meiner Erfahrung treten sie bevorzugt in Wasser mit sehr niedrigen Phosphat-Konzentrationen auf, in der Koralle gab´s auch mal eine wissenschaftliche Erklärung dazu. Ich glaube, die Cyanos können teilweise Sulfat an Stelle von Phosphat einbauen.
    Das würde auch zusammenpassen, Du versuchst bei niedrigen Phosphat-Konzentrationen die KH zu erhöhen und es gibt Probleme mit von unten her absterbenden Korallen, wäre sozusagen Standard.
    Übrigens hat auch das Tropic Marin Meersalz (Classic) eine relativ hohe KH um 9, was zu den Problemen beitragen könnte.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Danke

    hatte den gleichen gedanken, hab es heute bekommen.

    Die Gewebeablösung hat aufgehört, mal schauen ob sich die Monti und Acros wieder erholen. WW mache ich erst wieder wenn ich Besserung sehe.

    Aber was kann ich gegen diese "schwarzen"Cyanos efektiv machen, weiß das jemand?

  • Hallo Bastian,

    falls es Lyngbya sind, habe ich etwas, was die bei mir eher zufällig zum verschwinden gebracht hat. Wäre vielleicht einen Versuch wert.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner


    Cyanos sprechen meiner Meinung nach für einen sehr niedrigen Phosphat-Wert. Nach meiner Erfahrung treten sie bevorzugt in Wasser mit sehr niedrigen Phosphat-Konzentrationen auf, in der Koralle gab´s auch mal eine wissenschaftliche Erklärung dazu. Ich glaube, die Cyanos können teilweise Sulfat an Stelle von Phosphat einbauen.

    Hallo Hans-Werner,

    nach meinem Wissenstand ist es genau umgekehrt. Sie treten begünstigt bei einem gestörten N : P-Verhältnis - bei einem Stickstoffmangel - auf, denn im Gegensatz zu Nahrungskonkurrenten können sie mit Hilfe des Enzyms Nitrogenase Luftstickstoff fixieren. Daher wirken sich hohe Phosphatwerte begünstigend aus.

    Gruß

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (8. Juni 2011 um 00:42)

  • Hallo Bernd,

    das hört sich in der Theorie prima an und das ist auch, was die Ökologen aus der Fähigkeit zur Stickstoff-Fixierung ableiten, alleine die Aquarien-Praxis sagt etwas ganz anderes. In meiner jahrzehntelangen MW-Zeit habe ich es noch nicht geschafft, Cyanos mit Stickstoffzugabe zu vertreiben, was ja dann ganz einfach möglich sein sollte. Es entspricht auch der Erfahrung vieler anderer Aquarianer, was den Cyanos die für meine Begriffe unpassende Bezeichnung "Reinstwasser-Form" eingetragen hat. Das Auftreten hat aber mit Reinstwasser nichts zu tun, man kann ohne Probleme das Wasser bis ca. 20 mg/l Nitrat, (auch organisch, z. B. mit Aminosäuren, die beste Garantie für schönes Cyano-Wachstum) belasten, wenn Phosphat n. n. oder vielleicht knapp darüber liegt, freuen sich die Cyanos.

    Hier steht einfach Theorie gegen Praxis, Wissen gegen Erfahrung.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    ich glaube nicht, dass es Sinn macht, die "Aquarienpraxis" von wissenschaftlichen Erkenntnissen trennen zu wollen. Auch sehe ich keinen Widerspruch zwischen den meisten Praxiserfahrungen und den mir bekannten wissenschaftlichen Publikationen. Gehen doch eine Vielzahl der Praxisberichte (z.B. Silbermann, Mrutzek i.Z.m. der Hälterung von lebenden Steinen, Aquaristikhilfe u.a.m.) ebenso wie viele wissenschaftliche Veröffentlichungen (z.B. vom Leibnitz-Institut für Meerwissenschaften Kiel oder der Universität Bremen) davon aus, dass hohe Phosphatkonzentrationen das Wachstum der Cyanos fördern.

    Deine Meinung, dass man Cyanos nicht mit Stickstoffzugaben vertreiben kann, teile ich; ebenso wenig klappt es aber auch mit Phosphatzugaben. Sollte tatsächlich eine Limitierung Auslöser einer Massenvermehrung von Cyanos sein - egal ob vom N- oder P-Mangel verursacht - dann würden sich Cyanos ausbreiten, weil konkurrierendem Plankton die Nahrungsquelle fehlt. Einmal dominierend, könnten Cyanos dann durch die bekannte Abgabe von Toxinen auch nach einer Zufuhr der fehlenden Nährstoffe ihre Konkurrenten in Schach halten.
    Da sie wie schon geschrieben im Gegensatz zu Algen etc. im Wasser fehlenden Stickstoff durch Aufnahme von Luftstickstoff ersetzen können, nicht aber fehlendes Phosphat (m.W. können nur anoxygene phototrophe Purpurbakterien Sulfat an Stelle von Phosphat einbauen), kann ein Phosphatmangel nicht ursächlich sein.
    Die Fehlannahme bezüglich des Phosphates ist allerdings dadurch erklärbar, dass die Aquarianer immer nur das im Wasser gelöste Phosphat messen können, einige Cyanogattungen aber über eine erhöhte Phosphatspeicherkapazität verfügen und durch Biosynthese auch auf periplasmatische Phosphatasen zurückgreifen können.

    Auch wenn ich jetzt bezüglich der Cyanos vieleicht etwas vom eigentlichen Thema des Threads abschweife:
    Das Auftreten einer Cyanoplage in Aquarien dürfte wohl eher weniger biochemische Ursachen haben. Obwohl es hierzu klare wissenschaftliche Vergleichsuntersuchungen gibt (Uni-Bremen), wird kaum beachtet, dass es vor allem physikalische Prozesse wie Wirbel, Strömungen und Wasserschichtungen sind, die zu einer Konzentration der Cyanobakterien, einer Körperbildung als Beläge etc., führen. Hauptsächlich durch Strömungseinflüsse wird sie angeregt. Mit Hilfe extrazellulärer polymerer Substanzen (Eiweiß-und Zuckerfäden) verbinden sich die Bakterienzellen zu einem Biofilm.
    Die heute im Vergleich zu früher immer mehr üblichen starken Strömungsverhältnisse dürften damit ein Hauptauslöser sein.
    (Ein denkbarer anderer Bekämpfungsansatz wäre die Isolation von auf Cyanos spezialisierten Bakteriophagen, aber dies wäre eher eine interessante Herausforderung für Euch Hersteller).

    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    dann bleiben wir da unterschiedlicher Meinung. Bei mir waren immer vermehrt Cyanos bei niedrigen Phosphatkonzentrationen im Wasser zu beobachten und Maßnahmen, die das Phosphat im Wasser absenkten förderten Cyanowachstum, insbesondere eben Aminosäuren, was z. B. auch Jörg Kokott und somit Michael Mrutzek von ihren Produkten her wissen. Sollte hier auch noch irgendwo im Archiv des alten Forums zu finden sein.

    Dazu passt auch das von mir und anderen beobachtete Verhalten von Cyanos, sich am Nachmittag in den Bodengrund zurückzuziehen, vermutlich um aus tieferen Substratschichten Phosphat zu mobilisieren und sich am Morgen wieder an der Oberfläche auszubreiten um zu assimilieren, was häufig als "Verschwinden" und "Wachsen" gedeutet wird. Das ist auch noch ein Unterschied zwischen Cyanos und festsitzenden Algen. Algen können diese Phosphate im Sandlückensystem und in tieferen Substratschichten nicht nutzen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Koberstaedt
    ... und durch Biosynthese auch auf periplasmatische Phosphatasen zurückgreifen können.


    Hallo Bernd,

    auf welche Phosphorbestände greifen die Phosphatasen zurück und was wird biosynthetisiert? (Ich finde in der Zusammenfasseng der Uni Bremen leider keine Hinweise dazu.)

    Grüße
    Ingrid

  • Haha, ihr seid lustig.

    Jeder hat eine andere Meinung, es wird warscheilich sein das jedes Becken eine andere Biologie,Chemie und Physiologie besitzen und deshalb bei jedem AQ was anderes hilft und verändert.
    Wahrscheilich reicht das Verständis der Menschen, noch nicht aus die kleinesten Zusammenhänge und Abhängikeiten in so einem Biotop zu verstehen, zudem noch in einem begrenzten Raum eines AQ.

    Mmmh, schlauer bin ich jetzt auch nicht.

    Auf jeden Fall sollte man etwas tun, denn jeder der etwas veränderte hatte früher oder später Erfolg und wenn es das leerräumen des AQ ist.

  • Zitat

    Original von IngridR


    Hallo Bernd,

    auf welche Phosphorbestände greifen die Phosphatasen zurück und was wird biosynthetisiert? (Ich finde in der Zusammenfasseng der Uni Bremen leider keine Hinweise dazu.)

    Grüße
    Ingrid

    Hallo Ingrid,

    suchst Du die Ausführungen in der Studie hierzu ? (Blatt 6 unter Stichwort Phosphor) oder beziehst Du Dich auf den biochemischen Ablauf?

    Wenn ich diesen richtig verstehe, so können externe (nicht gelöste) Phosphate im periplasmatischen Spalt der Cyanobakterien durch Enzyme zu Phosphorsäure aufgespaltet werden. Die Quelle dieser Phosphorbestände dürften anderen organischen Ursprungs sein (z.B. Hefen) oder Verunreinigungen mit Polyphosphaten. Näheres hierzu wird in der Studie nicht ausgeführt.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    Du meinst dieses Dokument. Diese Zusammenfassung kommt mir ehrlich gesagt wie eine Schülerarbeit vor, z. B.: "Da Spirulina rosea ein marines Habitat ist, liegt die Vermutung nahe ..." oder "Weiterhin ist bekannt, dass Schwebstoffe ( mariner snow ) zur globalen Fixierung von atmosphärischem Kohlenstoff und Stickstoff befähigt sind." Was bedeuten diese Sätze?

    Das Problem, mit dem wir im Aquarium meist kämpfen ist doch folgendes: "Bei den Strömungsversuchen war zu beobachten, dass bei leichten Strömungen keine Aggregate gebildet werden, es kommt zur Mattenbildung." Mit den Aggregaten oder "Körpern" hätten die meisten wohl eher weniger Probleme als mit den Matten.

    Hier die ausführliche Diplomarbeit, auf die sich diese Zusammenfassung beziehen dürfte. Den Begriff "Phosphatase" konnte der Adobe Reader nicht finden.

    Übrigens ist die Ausbildung von periplasmatischen Phosphatasen ein Anzeichen eines Phosphatmangels, da diese Enzyme dazu dienen, nicht aufnehmbare Phosphatformen in aufnehmbare Orthophosphate abzubauen. Dieser Aufwand wird nur bei Mangel an Orthophosphaten betrieben.*

    Andererseits wird die so oft bemühte Stickstofffixierung bei Verfügbarkeit von Nitrat oder Ammonium sofort eingestellt weil zu energieaufwändig im Vergleich zur Nitrat- oder Ammoniumassimilation.

    Hier noch Phosphat-Einsparung durch Sulfolipide in Cyanobakteria.

    Grüße

    Hans-Werner

    P.S.: * Steht auch ungefähr so an der von Dir zitierten Stelle, wie eben nachgelesen.

    Seltsam übrigens, dass Du mich gerade auf dieses Dokument hinweist, steht da doch genau, was ich die ganze Zeit sage:

    "Wegen der geringen Löslichkeit vieler Phosphatsalze ist Phosphat oft ein limitierter Faktor im wässrigen Milieu. Einige cyanobakterielle Gattungen verfügen über eine erhöhte Aufnahmefähigkeit und Speicherkapazität von Phosphat, wodurch die Cyanobakterien bei Phosphatlimitierung im Umgebungsmilieu konkurrenzfähiger sind.
    Cyanobakterien können auch externes Phosphat durch die de novo Biosynthese von periplasmatischen Phosphatasen, die durch PO4—Limitierung induziert wird, aufnehmen.
    Aufgrund ihrer Beweglichkeit können Cyanobakterien auch zu Phosphorquellen gelangen, wo der Phosphor nur gebunden vorliegt, z.B. in totem Biomaterial oder Sedimenten."

    2 Mal editiert, zuletzt von Hans-Werner (8. Juni 2011 um 22:03)

  • Hallo Hans-Werner,

    was Du als "Schülerarbeit" bezeichnest, aber eine wissenschaftliche Diplomarbeit zusammenfasst, überzeugt mich mehr als strittige "Erfahrungsaussagen". Dies ist auch nur eine von mehreren Quellen, die eben gerade Deiner These widersprechen, dass Cyanos vor allem bei niedrigen Phosphatkonzentrationen auftreten. Wenn man in einer Diskussion etwas zitiert, dann sollte man vollständig zitieren.
    Tatsächlich beginnt die Quelle hierzu mit dem entscheidenen einleitenden Satz: " Bestimmte Nährstoffe, im wesentlichen Phosphor fördern die cyanobakterielle Massenentwicklung.
    Das weitere bezieht sich auf Möglichkeiten einiger Gattungen bei Phosphatlimitierungen (wie Du richtig festgestellt hast nicht die Norm, sondern nur ein Aufwand der nur bei Phosphatlimitierung betrieben wird und von mir als Erklärungsansatz angeführt, warum manchmal eine Limitierung gemessen wird und trotzdem Cyanos auftreten). Eine weitere Kernaussage ist die, dass "physikalische Prozesse wie Wirbel, Strömungen und die Schichtung des Wassers bei Algen und Cyanobakterien zu einer lokalen Akkumulation oder Konzentration ihrer Art führen". (Dies ist ja wohl bei den Belagsbildungen in unseren Aquarien der Fall). Welche Formen dann bei welcher Strömungsgeschwindigkeit gebildet werden, dürfte weniger wichtig sein. Schließlich bleibt die Feststellung in der Zusammenfassung, dass die Versuche gezeigt haben, dass die Körperbildung (damit sind alle Biofilme gemeint) hauptsächlich durch Strömungseinflüsse angeregt wird und die Salze nur eine sekundäre Rolle spielen.

    Da wir aber den Rahmen des eigentlichen Themas nun wohl etwas überstrapaziert haben, möchte ich es damit belassen.

    Viele Grüße

    Bernd

  • Zitat

    Original von Koberstaedt
    was Du als "Schülerarbeit" bezeichnest, aber eine wissenschaftliche Diplomarbeit zusammenfasst, überzeugt mich mehr als strittige "Erfahrungsaussagen".


    Hallo Bernd,

    wenn es sich wirklich um die Zusammenfassung der von Hans-Werner verlinkten Diplomarbeit handelt, erstaunt mich aber ebenfalls, dass dort weder unter dem Stichwort "Phosphatasen" noch unter "Phosphat" oder "Phosphor" sinngemäß das wiederzufinden ist, was in der Zusammenfassung steht.

    Grüße
    Ingrid

  • Hallo Ingrid,

    ob es sich um die von Hans-Werner benannte Diplomarbeit handelt, weiß ich nicht, ist wohl auch eher unwahrscheinlich. Da es sich bei der Zusammenfassung aber um eine universitäre Quelle mit plausiblen Inhalten handelt, ist mir dies auch nicht weiter wichtig.
    Im übrigen habe ich in San Diego bei einem Vortrag schon ähnliche Thesen gehört, die meine entsprechenden langjährigen Beobachtungen in meinem TB - dort kann ich an einer stark beströmten Stelle Cyanobeläge richtiggehend an-und abschalten - bestätigt haben. Fälschlicherweise hatte ich dies zuvor (wie schon früher Wilkens) als Auswirkungen eines hohen Redoxpotentials angesehen.


    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    die Aussage, "Phosphate fördern die cyanobakterielle Massenentwicklung" ist so allgemein, naja, ohne Phosphate entwickelt sich nunmal kein Leben ... Da scheint mir die Aussage über die Kokurrenzfähigkeit unter Phosphatlimitierung schon interessanter und entscheidend. Darüber reden wir ja. Die von Dir ins Spiel gebrachten Phosphatasen haben wir ja schon besprochen ;).

    Im übrigen stört es mich überhaupt nicht, wenn Du anderer Meinung bist, was umgekehrt nicht der Fall zu sein scheint. Jeder macht halt seine Erfahrungen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Bernd,

    ich schon wieder :face_with_rolling_eyes:.

    Im übrigen interpretierst Du die Ergebnisse in meinen Augen durchweg falsch:

    Mit "Körperbildung" sind kalkige Ablagerungen in +/- kugeliger Form gemeint, die von den Cyanos gebildet werden, keine blosen Ansammlungen von Cyanos und schon gar keine Matten.

    Die Phosphatasen werden deswegen in der Zusammenfassung der Versuche erwähnt, weil sie vermutlich zur Kalkbildung notwendig sind. Die Phosphatasen bewirken eine Kalkfällung indem Poly- und Organophosphate zu Orthophosphaten abgebaut werden (Simkiss 1964). Die Aufnahme der Phosphate durch die Cyanos bewirkt dann eine weitere Übersättigung und Kalkfällung. Tatsächlich ist das auch im Aquarium zu beobachten, Cyanos lagern oft mit der Zeit mulmartige Kalkpartikel ab.

    Folglich (wenn ich der Logik der Zusammenfassung folge), herrschte auch in den von mir beobachteten Aquarien eine Phosphatlimitierung.

    Und, wie gesagt, wie viele Aquarien gibt es, wo Nitrat n. n. ist und wo man tatsächlich von einer Stickstofflimitierung ausgehen kann? Das würde eine Pflege von Fischen fast völlig ausschließen, da durch die Fische und bakteriellen Abbau von Futter, Fäkalien etc. ständig Ammonium freigesetzt wird. Und Stickstoffixierung aus N2 findet bei Cyanos nur statt, wenn keine anderen Stickstoffquellen verfügbar sind weil zu energieaufwändig.

    Übrigens scheint die Zusammenfassung der Versuche zwar im Zusammenhang mit der Diplomarbeit zu stehen, ist aber möglicherweise vorher als eine Art Versuchsbeschreibung verfasst worden.

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (9. Juni 2011 um 09:15)

  • Hallo Hans-Werner,

    mich stört es keinesfalls wenn andere Meinungen vertreten werden. Dafür ist ein Forum ja gerade da, damit man nicht "im eigenen Saft" schmort. Ob mit "Körperbildung" auch Matten oder Biofilme gemeint sind, kann nach meiner Meinung offen bleiben. Es gibt da in der Quelle verschiedene Eergebnisse und Formulierungen (z.B. physikalische Prozesse ... zu einer lokalen Akkumulation oder Konzentration führen). Dies ist für mich die entscheidende Kernaussage, die auch meine langjährigen Beobachtungen erklärt.

    Auch bezüglich der Phosphatlimitierung interpretieren wir die Quelle offensichtlich verschieden. Da sie aber nun auch nicht die einzige ist und eben auch viele Praxisaussagen gleich lauten, teile ich Deine Überzeugung hierzu nicht.
    Auch hinsichtlich der Frage der möglichen Stickstofflimitierung in Aquarien bin ich nicht so ganz bei Dir. Zumindest ein erheblicher Mangel (mit meinen Messmöglichkeiten n.n.) stellt sich bei mir z. B.häufig ein (was allerdings an meinem äußerst großen Algenrefugium und dem starken Korallenwuchs liegt).

    Aber letztlich drehen wir uns in der Diskussion wohl mehr oder weniger nur im Kreis. Wichtig wäre ja eine durchgreifende Problemlösung, die ich bisher in keinem "biochemischen" Ansatz - auch nicht in Deinem - überzeugend wirksam gefunden habe (sieht man vom indiskutablen Antibiotikaeinsatz ab). Mir persönlich reicht der "physikalische", da er in meinem Becken eindeutig funktioniert.

    Viele Grüße

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (9. Juni 2011 um 10:05)

  • Hallo Bastian,

    auf der vorherigen Seite oben steht eine Frage und ein Angebot.

    Hallo Bernd,

    dass es derzeit keinen einfachen und sinnvollen biochemischen Ansatz zur Bekämpfung von Cyanos gibt, darin sind wir uns einig. Der physikalische Ansatz wäre kurz gefasst welcher? Weniger Strömung?

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Bernd,

    dass es derzeit keinen einfachen und sinnvollen biochemischen Ansatz zur Bekämpfung von Cyanos gibt, darin sind wir uns einig. Der physikalische Ansatz wäre kurz gefasst welcher? Weniger Strömung?

    Gruß

    Hans-Werner[/quote]

    Hallo Hans-Werner,

    ja, als alternativer Versuch. Dies habe ich schon seit langer Zeit immer wieder als eine Möglichkeit mit empfohlen und bei einigen Leuten hat dies auch geklappt. Nur hatte ich einen anderen Wirkfaktor vermutet (Redoxpotential, Sauerstoffkonzentratione etc.)

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Hans-Werner,

    da ich hierzu einiges eher anderswo geschrieben habe, sollte ich vielleicht noch etwas ergänzen:

    Schon vor Jahren hatte ich festgestellt, dass in meinem großen 1000 l Technikbecken/Algenrefugium immer an einer bestimmten Stelle im nahen Abstrahlbereich einer großen Pumpe ein paar Cyanos auftraten (nicht viele und nur dort fetzenförmig nahe der Oberfläche). Sonst traten sie nirgends auf, obwohl die Wasserverhältnisse ja überall gleich waren. Als ich dann die Pumpe umplaziert hatte, verschob sich auch die Befallsstelle. Wurde die Pumpe abgeschaltet, verschwanden die Cyanos nach einiger Zeit, beim Neubetrieb kamen sie oftmals wieder. Bei einem befreundeten Händler, bei dem trotz Wassergesamtkreislauf nur in zwei Becken Cyanos häufig auftraten und zwar auch im Strahlbereich des Zulaufes, waren die Reaktionen ähnlich.

    Nun haben in den letzten Jahren Strömungspumpen regelrecht geboomt - meiner Meinung nach häufig überdimensioniert - und Berichte über Cyanos, vor allem über die Hartnäckigkeit der Plage, scheinen mir auch zugenommen zu haben. Deshalb kam es zum Verdacht, dass in der Strömungsstärke eine Ursache liegen könnte. Entsprechend weitergegebene Tipps haben dann auch oft - aber leider nicht immer! - zum Erfolg geführt.

    Da schon Wilkens ein hohes Redoxpotential als ursächlich vermutet hat, lag auch die Vermutung nah, dass die starken Strömungen - genauer gesagt waren es immer Oberflächenströmungen! - verantwortlich sind.

    Nachdem nun die diskutierte Untersuchung zum gleichen Ergebnis kommt, finde ich sie durchaus als äußerst aufschlussreich. Sicher wird die Änderung oder Reduzierung der Strömungen kein Allheilmittel sein, zumal unterschiedliche Stämme und mögliche andere Wirkfaktoren wohl ein recht differenziertes Problem verursachen, einen (auch noch kostenlosen) Versuch im Einzelfall ist es aber ganz sicher wert.

    Gruß

    Bernd

    2 Mal editiert, zuletzt von Koberstaedt (9. Juni 2011 um 16:13)

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