Was tun ?

  • Hallo zusammen,

    ich habe ein 550l Becken und einen besorgniserregenden Schwund an Lebewesen:

    Inzwischen wurden in den letzten 3 Monaten alle Muscheln, alle Garnelen und Seeigel gefressen
    Aktuell sind in den letzten beiden Wochen 3 Doktorfische (1 großer Acanthurus leucosternon) verschwunden.
    Alle 3 waren größenmäßig in Relation zu den anderen "überlegen".
    von den vielen kleinen Demoisellen u.ä. die verschwunden sind ganz zu schweigen

    Bei den Seeigeln habe ich meine 2 Halichoeres marginatus - Prachtregenbogenlippfisch beim Verzehr dieser gesehen.

    Ausser 2 Anemonenfischen, 2 Demoisellen, einem Korallenwächter und kleinen friedlichen Vertretern ist nichts mehr im Becken.

    Kann es sein, daß die Lippfische dermaßen zuschlagen, (das Wachstum schreitet auffälig sichtbar schnell voran) ?

    Wenn ja, wer will sie haben und wie kriege ich sie raus ? :frowning_face: :frowning_face: :frowning_face: :frowning_face:

    Vielen Dank für jeden Tipp !

  • Hi,

    jetzt mal unabhängig von der größe des Beckens, kann es durchaus sein das die Lippfische deine Muscheln, Schnecken etc. verspeisen.

    Bei den Fischen kann ich mir das nicht vorstellen. Gerade der Weißkehl ist ein heikler Geselle der sehr schnell erkrankt. Da du das große Fischsterben zu haben scheinst würden deine Wasserwerte hilfreich sein. Hast du Nitrit oder andere Vergiftungen?

    Du findest die Leichen nicht weil du warscheinlich im Gestein Lebewesen hast die dir deine Leichen auffrisst. das geht relativ schnell. Krabben oder Krebse sind da sehr beliebte Verdächtige.

    Haben will ich deine Lippis nicht aber raus wirst du die nur mit ner Fischfalle kriegen.

    Schau doch in Zukunft vor dem Kauf von Fischen ins Lexikon, die dort beschriebenen Größeneangeaben sind sehr gute Richtwerte. Der Weißkehl kann auch deshalb eingegangen sein weil er sich nicht wohl gefühlt hat (Platzmangel)

    CU Ralph

    Der Pessimist sagt: "Das Glas ist halb lehr!" Der Optimist sagt: "Aber nicht mehr lange." In dem Sinne

  • Hi Ralf,

    danke für die schnelle Antwort.

    Hier meine Wasserwerte:

    Ammoniak: 0
    Salz: 1023
    Karbonathärte: 6
    PH: 8,2
    Nitrit: 0,05 zwischendurch 0,1 (!! Februar, danach Wodkakur) jetzt 0,05
    Nitrat: 25 (!! Februar 50)
    Phosphat: 0,25 (!!!!! Februar 0,5)
    Calcium: 520 (!!!!! Februar 580)
    Magnesium: 980 (!!!! Februar 720)

    Wasserwechsel wöchentlich 60 Liter...

    In der Tat hatte ich im Februar (Meswerte 15.2.) ein Wasserproblem.

    Einige meiner Fische sind jedoch auch davor, bei guten Werten verschwunden.
    Hier habe ich vor längerer Zeit im Forum bzgl. der Zusammenstellung schon mal um Hilfe gerufen.

    Ich habe beobachtet, wie die Lippfische, die beiden Anemonenfische, die Doktorfische und der Korallenwächter 2 von 4 frisch eingesetzten Demoisellen (ok, relativ kleine Modelle) sofort attackiert und gefressen haben.

    Futtermenge 2 mal am Tag, 3 Würfel TK Artemis , 1 mal Trockenfutter.

    Bin echt ziemlich ratlos.

    Habe noch 2 Ophiolepis superba, einen Linckia laevigata im Becken. Die fressen ja wohl keine Doktorfische... :winking_face:


    Danke für die Antwort.

    Ulf

  • Hi,

    also die Wasserwerte sind wirklich nicht die besten. Aber daran kann es nicht liegen. Denke ich.

    Deine Halichoeres marginatus kann man meines erachtens nach auch nicht dafür verantwortlich machen. Das sie die Igel gefrseen haben kann nur daruf hindeuten das diese schon stark geschädigt oder Tod waren. An gesunde Igel gehen die bestimmt nicht.

    Dein Ophiolepis superba geht auch nicht an Fische ran. Naja und der Linckia laevigata brauchen wir nicht reden.

    Es ist wohl etwas rätselhaft. Hörst du ab und zu mal ein Klicken aus deinem Becken. So als ob man zwei kleine Steine aufeinander sChalgen würde? Wenn deine Tiere nicht an einer nicht diagnostizierten Krankheit eingegangen sind, könnte ich mir noch Räuber im Becken vorstellen, welche sehr versckt leben wie z.B. Fangschreckekrebse. Allerdings wer recht große Doktoren erlegt sollte selber zu sehen sein...

    Ist dein Becken gut abgedeckt? kann es sein das die Tiere durch geräusche erschreckt werden und Springen?

    Gruß Micha

  • Hi,

    also die Seewalze wirds auch nicht gewesen sein......

    Aber du solltest auf jeden Fall ein Springschutz anbringen. Sicher ist sicher.

    Gruß Micha

  • Hallo Ulf,
    auch wenn es Dir vielleicht jetzt nicht weiterhilft, ich leide auch unter einem ähnlichen Phänomen. Bei mir stimmen zwar die Wasserwerte, es verschwinden aber trotzdem immer wieder, auch größere Fische spurlos. Ich habe z.B. von meinem Paar Genicanthus bellus nach 4 Wochen, nachdem ich sie eingesetzt habe das Weibchen von einem auf den anderen Tag verloren. Ausserdem sind noch alle kleinen Grundeln die ich eingesetzt habe verschwunden und auch Lippfische wie insgesamt 2 Pseudocheilinus hexataenia (nicht gleichzeitig, habe nachdem einer verschwunden ist, 2 Monate später einen nachgesetzt) oder mein zweiter Macropharyngodon bipartitus oder auch beide Pseudochromis aldabraensis und neuerdings auch einer meiner beiden Pseudochromis fridmani verschwunden. ich konnte nie etwas finden oder einen Räuber ausmachen.
    Ich weiß, dass ich Räuber im Becken habe, aber ich denke keine Fangschreckenkrebse, sonst wären auch Garnelen etc. davon betroffen, aber meine 14 Stk. Lysmata Debelius und meine 10 Lysmata Wurdemani leben alle noch, auch meine beiden Stenorhynchus seticornis und mein Paar Stenopus scutellatus freuen sich bester Gesundheit, genauso wie meine Panulirus versicolor. Letztere habe ich schon oft im Verdacht gehabt, nur glaube ich nicht dass sie die Ursache ist. Sie wird täglich gefüttert, ist satt und nachts ständig im Aufbau unterwegs, unten im Riff am Boden finde ich sie nur tagsüber, aber da sitzt sie in ihrer Höhle und ich kann auch sehen was sie da tut, nämlich nichts.
    Ich gehe bei mir davon aus, dass es räuberische Krabben sind. ich habe mein Becken mit frischen lebenden Steinen, direkt aus der Box eingerichtet, ist ja gut für die Biologie, aber man holt sich halt auch manchmal Tiere ins Becken, die man eher lieber nicht hätte. Mittlerweile habe ich 5 oder 6 teilweise recht große Krabben fangen können, waren immer verschiedene die so leichtsinnig waren auch am Tag heraus zu kommen, sodass ich sie zumindest mit einem Grillspieß erdolchen konnte. Ich weiß aber, dass da noch möglicherweise hunderte im Aufbau sind, kann sie ja manchmal in der Nacht am Boden und unter den Korallen sehen. Aber tun kann ich dagegen nichts.
    Lg, Berny

  • Benny,

    nimm doch einfach mal den Panulirus versicolor raus ( sichere gesonderte Unterbringung) und setzte dann was neues ein. Ich kann mir gut vorstellen das die Languste Nachts deine Fische vernascht ...

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Ulf,

    hast du auch etwas an größeren Krebsen im Becken (Languste wie Ralf, oder Riffhummer etc) ?
    Habt ihr ein Haustier das sich um herausgesprungen Fische kümmert? Meine Katzen verwandeln alles sofort in Bushmeat :grinning_squinting_face:

    Ich könnte mir sonst bei dir nur noch einen großen Kieferwurm vorstellen ... hast du eine Video Cam mit longplay und low light function oder kannst du dir eine leihen? Ich würde Nachts Video aufbauen, fische geöffnete Miesmuschel als Beute fest an großen Stein binden oder kleben (Sekundenkleber) und dann mal schauen wer kommt. Kannst du natürlich auch mit einer nächtlichen Beobachtung Sitzung machen, aber dann darfst du dich nicht bewegen !

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Moin,

    Zitat

    Ich würde Nachts Video aufbauen, fische geöffnete Miesmuschel als Beute fest an großen Stein binden oder kleben (Sekundenkleber) und dann mal schauen wer kommt.


    Klingt nach einer Supermethode, um sämtliche Aasfresser im Becken zu identifizieren. Ein Wurm, der dann käme, würde sich natürlich nicht nur auf Aas beschränken, oder wie lautet dann die Schlussfolgerung dieses glorreichen Experiments?

    Der Sinn der Sache wäre dann, dass möglicherweise ein harmloser Aasfresser wieder rausfliegt, während ein räuberisches Tier, das gar nicht auf totes Fleisch reagiert, drin bleibt- das kann im übrigen auch ein Wurm sein, denn da gibt es auch Räuber, die nur auf Bewegung und andere Lebensäusserungen reagieren...

    Tolle Anti-Wurm-Methode, Hut ab. :face_with_rolling_eyes: :wink

  • Hallo Peter,
    das wäre sicher eine Möglichkeit um die Languste vollständig auszuschließen. Nur, so einfach ist das nicht, die ist ziemlich intelligent und auch wenn ich sie mit einem Stück Stinte oder Herzmuschel von überall anlocken kann, so merkt sie sofort, wenn ich hinter ihr ein Netz habe und kommt nicht. Mein Aufbau im Becken ist zusätzlich ziemlich groß und hantieren ist da nicht so einfach, weil ja alles mit Steinkorallen bewachsen ist, die bei so einer Aktion leicht abbrechen.
    Nur denke aich auch aus einem anderen Grund nicht, dass es die Languste ist, auch wenn Du wie gesagt sicher Recht haben könntest. Langusten sind normalerweise ausschließlich Aasfresser. Sie gehen höchstens an "lebendes", wenn sie einen so großen Hunger haben, dass sie einfach fressen müssen. Würde jedes andere Tier vermutlich auch machen. Ausserdem, die Languste habe ich jetzt seit Anfang Oktober im Becken, sie war wie ich sie bekommen habe etwa 1cm Carpax Länge. Jetzt hat sie etwa 6 bis 7cm. Die Fische sind aber davor und auch wie sie noch winzig war genauso verschwunden, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass sie diejenige ist, die dafür verantwortlich ist.
    Lg, Berny

  • Na Jannes hast du mal wieder einen beschissenen Tag ?

    Die Methode soll zeigen wer da alles vorbei kommt und glaube mir, ein Kieferwurm geht auch gerne an die Muschel :winking_face: - nach der Bestandsaufnahme hat man zumindest eine Idee wer es sein könnte.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo,

    Zitat

    Na Jannes hast du mal wieder einen beschissenen Tag ?


    Habe ich einen schlechten Tag, wenn ich deine falschen Methoden kritisiere?

    Zitat

    Die Methode soll zeigen wer da alles vorbei kommt und glaube mir, ein Kieferwurm geht auch gerne an die Muschel - nach der Bestandsaufnahme hat man zumindest eine Idee wer es sein könnte.


    Natürlich geht ein aasfressender Wurm- über die Idiotie des Wortes "Kieferwurm" können wir uns auch gern unterhalten, da die meisten Leute, die von Kieferwürmern sprechen, die Antennen sehen und nicht die Kiefer- an eine Muschel. Natürlich gibt es auch Würmer, die lebende Muscheln vertilgen, trotzdem ist es ein himmelweiter Unterschied, ob Aas oder ein Weichtier angefressen wird, oder ein Fisch- wenn du eine tote Maus im Garten liegen siehst, die dann von Totengräbern(LINK eingegraben wird, haben sie die dann auch erlegt? Reagieren sie auf lebende Mäuse, weil sie Aas fressen?

    Nur, weil du hier scheinbar stark verallgemeinerst, muss das nicht automatisch richtig sein, genauso wie Geier keine Gnus reißen und z.B. Geckos oder andere Tiere, die lebende Beute fressen, eher selten bis gar nicht an Aas gehen...

    Ich wollte damit nur sagen, dass deine Bestandsaufnahme noch nicht aussagekräftig ist, und die Entfernung eines möglicherweise harmlosen Aasfressers nicht unbedingt das Problem beheben wird- aber das kann sich ja im Zweifelsfall auch hinterher noch herausstellen...

    Einmal editiert, zuletzt von Jannes Freiberg (14. März 2010 um 17:21)

  • Zitat

    Original von Jannes Freiberg

    Na Jannes hast du mal wieder einen beschissenen Tag ?

    Habe ich einen schlechten Tag, wenn ich deine falschen Methoden kritisiere?

    Absolut nicht, ich bin für jede Krtik offen.
    Nur dein Ton bzw die Art wie du hier öfters Antwortest geht mir gegen den Strich.

    Wie wäre es denn wenn du einfach mal einen besseren Vorschlag machen würdest. Sicher hast du eine durchschlagende Idee ?! Ich finde die Miesmuschel nämlich deutlich besser als weitere lebende (Köder)Fische einzusetzen :wink

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die zahlreichen Tipps.

    Das neueste Phänomen ist, daß mein Clypeaster humilis offensichtöich verstorben ist und der
    Linckia laevigata ihn offensichtlich frisst (oder was auch immer der da macht).


    Der Zoohändler unseres Vertrauens hat nach einem Wassertest heute ein Nitritgehalt von 1,0 (!) gemessen
    und vermutet ein doktorfischsterben aufgrund der Wasserwerte.

    Jetzt Wasserwechsel und Bakterien hinzu....

    Ich werde die Lippfische weiter versuchen zu fangen und nach i.o. Wasserwerten wieder mit kleineren Fischen, und Schalentieren bestücken.

    Haustiere kann ich ausschliessen, das Becken steht in meinem Büro.

    Gruß

    Ulf

  • Zitat

    Original von einsteiger
    ....
    Der Zoohändler unseres Vertrauens hat nach einem Wassertest heute ein Nitritgehalt von 1,0 (!) gemessen
    und vermutet ein doktorfischsterben aufgrund der Wasserwerte.

    ...

    Ulf

    Hallo!

    Vielleicht hat sich durch die toten Tiere etwas Nitrit gebildet.
    Aber eher ist es durch den Transport des Wasser zu einer Umwandlung von Nitrat zu Nitrit gekommen.

    Aber Wasserwechsel und Bakterien können sicher nicht schaden.

  • Hallo, gebe Reinhardt recht. Ein WW von 20 % mit nem guten Salz kann in diesem Fall sehr hilfreich sein.
    Viel Glück!!!

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