Hallo,
Habe innerhalb einer woche durch pünktchenkrankheit meinen nahezu kompletten fischbestand verloren.d
Darunter waren alle arten, von zwergfeuerfisch bis grundel.Auch mein Liebling,einen Achilles,der seit über zwei Jahren ohne eine Krankheit bei mir gelebt hat.Jetzt schwimmen in meinem Becken (1200 ltr.) gerade mal noch drei kleine Fische.Eine Grundel,ein Putzerlippi und ein Salarias.Ein trostloser Anblick!! Bin ziemlich am Boden zerstört und weiss nicht ob ich weitermache.Ist ja neben der emotionalen sache auch ein wirtschaftlicher Schaden! Wenn ich weitermache,dann nur mit einrichtung eines Quarantänebeckens.Welche Ausrüstung habt ihr in euren Quarantänebecken?
Traurigen Gruss
Marcus
Supergau!!Und jetzt??
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Becken: 80 x 50 x 50
Stream: Tunze 6025
Filter: Eheim 2211 (zur Kohlefilterung)
AS: Tunze DOC 9002
UV: 36 W UV-C + 400l/h UmwälzungBoden: Korallenbruch grob
Das Becken hat 2 aus Lebendgestein gebaute Höhlen und ist mit C. taxifolia besetzt.
Ist zwar nicht für die ganz großen, aber da kann ich in ruhe behandeln, bei kupferhaltigen
Präparaten nehme ich die Caulerpa für die Zeit heraus.Marcus waum haben sie denn Ichtyo oder Oodinium bekommen ?
Wasserwerte ?
Neuzugang ?MfG Philipp
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Hallo,
Danke für deine antwort.
Also ww sind bis auf etwas höheren ca wert alle ok.der höhere wert kommt von der riffkeramik,aber der kann nicht der auslöser sein.ich bin mir sicher dass es ichtyo waren.der letzte und einzige neuzugang der letzten beiden monate war ein rostratus.da er auch als erster verstarb hab ich ihn im verdacht!ausserdem kamen in der letzten zeit nur einige ableger dazu.
Lässt du dei qb immer normal mitlaufen? Oder schaltest du die geräte nur beibedarf ein?
Grusd
Marcus -
Das läuft permanent.
MfG Philipp
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Hallo Markus,
das ist natürlich sehr bitter, was Du da gerade durchmachst. Wenn so viele Fische innerhalb von nur einer Woche verenden, dann spricht das eher für Amyloodinium ocellatum als Erreger - natürlich nicht ausgeschlossen, dass dabei sichtbar auf den Fischen sich zusätzlich noch weiße Pünktchen (Cryptocaryon irritans) tummeln. Ein reine Cryptocaryon irrtians - Infektion wirkt eigentlich nicht so schnell tödlich für so viele verschiedene Fischarten, da braucht dieser Erreger schon einige Wochen, um sich ausreichend zu vermehren.
Aber was auch immer den Tod in das Becken gebracht hat, wichtig ist jetzt, dass die Erreger erst einmal wieder verschwinden. Alle restlichen Fische müssen symptomfrei (ohne Pünktchen) sein und selbst dann kann es sein, dass auf den drei verbliebenen Fischen sich die Parasiten weiter in sehr geringer Anzahl aufhalten, ohne dass man sie direkt optisch wahrnimmt. Nur wo Fische leben, überleben auch die zwei oben genannten Parasiten. Die überlebenden Fische entwickeln während der Infektion Antikörper gegen die Erreger und sind dann einige Monate bis Jahre bzw. z.T. auch lebenslang geschützt, je nach Erreger und Fischart. Daher ist es jetzt erst einmal wichtig über viele Wochen keine neuen Fische mehr dazu zu setzen. Die genauen Wartenzeiten kannst Du in den Fachartikel über die oben verlinkten lateinischen Bezeichnungen finden.
Parallel kannst Du ein Quarantänebecken aufbauen, sofern Du dafür Platz hast. Ich verwende gerne die im Handel erhältlichen Becken mit den Standardmaßen 100x40x40 cm, die es z.T. für unter 50€ in Zoo- und Gartenmärkten gibt. Die Ausstattung kann sehr einfach gehalten werden. Ein Eheim-Aquaballfilter und ein Stab-Heizer - viel mehr benötigt man nicht. Hier kann ruhig ein biologischer Filter eingesetzt werden, da wir "Schadstoffe" aus dem Proteinabbau nicht fürchten müssen. Bodengrund sollte man nur sehr wenig und dünn einsetzen, da man ihn nach einem potentiellen Medikamenteneinsatz (Kupferpräparate+Farbstoffe) evtl. öfter verwerfen muss. Es fehlen noch einige Lochsteine als Versteckmöglichkeit und evtl. noch eine Plexiglasscheibe aus dem Baumarkt als Abdeckung. Licht spielt hier eine völlig untergeordnete Rolle - schließlich sollen hier keine Korallen wachsen. Eine einfache Energiesparlampe mit 15 oder 20 Watt reicht. In dem Becken kann die neuerworbenen Fische gut beobachten, füttern und evtl. behandeln.
Bevor Du dann wieder besetzt, würde ich zur Sicherheit einen "Kundschafter" einsetzen, der dann bald anzeigt, ob noch aktive Erreger im Becken bzw. auf den Restfischen vorhanden waren. Erst wenn dieser Test gut verläuft, kannst Du über Quarantänehaltung abgesicherte Fische wieder nachsetzen. Natürlich kostet das sehr viel Zeit - aber es lohnt sich immer diese Zeit zu investieren.
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Hallo Torsten,
vielen Dank für deine ausführliche antwort.Habe heute mal Marinoopharm ins Becken getan.Sozusagen als Prophylaxe und um die verbleibenden Fische etwas zu stärken.Hab aber die UV trotzdem angelassen obwohl man sie eigentlich ausschalten sollte.Aber ich denke das es noch nicht das Ende ist.Der Salarias scheuert sich seit heut extram am Riff und atmet ziemlich schnell.Werde mit einem neubesatz jetzt mind. 8 Wochen warten und genau beobachten ob sich noch was tut.
Hätte da noch ein 60x30x30 Becken.Das wird aber wahrscheinlich zu klein sein für ein QB.Würde das Becken so ähnlich wie du gesagt hast bestücken.
Kommen bei Euch eigentlich auch ABleger für eine Zeit ins QB? Auf diesen können sich ja auch diese Erreger niedergelassen haben.Und wenn ja, dann wäre eine einfache Ausstattung bei QB ja eigentlich nicht angebracht.Vor allem die Beleuchtung sollte doch dann stärker sein, oder?? Also wenn ich mich entschliesse neu anzufangen, dann nur wenn alles vorher im QB landet.Mir ist das schon an die Nieren gegangen wenn man Tiere die man zum Teil als Fingernagelgröße bekommen hat aufzieht und dann zusehen muss wie sie vergeblich versuchen sich von dem Putzer oder den Garnelen putzen zu lassen, es aber dann keine linderung bringt.....war mega traurig.
Gruß Marcus -
Hallo Marcus (dieses Mal richtig mit "c") :),
wenn Du die Quarantäne konsequent und damit extrem sicher praktizieren möchtest, dann hast Du natürlich Recht mit der Anmerkung, dass bei der Quarantäne von Korallenablegern aus Fischbecken mehr Licht gefordert ist. Ich unterhalte immer 2-3 Quarantänebecken, da ich nie wieß, was ich wann mitnehme und in welchem Zustand die Tiere sind. Oft dienen diese Becken auch als "Zwischenlager" für höhere Algen oder Ableger. Man muß halt aufpassen, welche "Vorgeschichte" das Quarantänebecken hat. Wenn dort mal Kupfer zur Behandlung eingesetzt wurde, reicht ein Teilwasserwechsel nicht aus, um danach Korallen einzusetzen.
Ein Q-Becken muss auch nicht immer 1m Länge oder mehr haben. Mit dem 60 cm Becken könntest Du z.B. kleine Fische durchaus eine begrenzte Zeit in Qurantäne halten. Und wie Du es beschrieben hast, so ist es in der Praxis dann auch - die meisten "Großfischarten" kauft man als kleine Jungfische. Schwierig wird es mit nur einem Becken immer dann, wenn man wiederholt innerhalb einiger Wochen Fische nachkauft und die Quarantänezeit der zuerst gekauften Fische noch nicht beendet ist. Dann beginnt im Prinzip die Zeit wieder von vorn zu zählen. Meistens werden dann aber die "alten" Insassen unbedacht sofort ins Hauptbecken gesetzt, um Platz für die Neuankömmlinge zu schaffen. Das birgt dann gewisse Risiken.
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Hallo,
Wie lange sollten eigentlich dann die neuerwerbungen in QB bleiben um sicherzugehen dass sie clean sind?behandelt man da prophylaktisch jeden neuankömmling oder nur bei bedarf?
Gruss
Marcus -
Hallo Marcus,
die Quarantäenzeit sollte 6-8 Wochen betragen, um hier eine große Sicherheit zu haben. Ob man prophylaktisch behandeln sollte, ist nicht so einfach zu beantworten. Bei Wildfängen kann man davon ausgehen, dass relativ viele Fische Parasiten mitschleppen. Leider weiß man nicht, welche Vorbehandlungen die Tiere während ihrer Reise aus dem Fanggebiet über mehrere Zwischenhändler bis zum Einzelhandel erfahren haben. Ebenso wenig kann man die Qualität der Behandlung abschätzen. Es ist durchaus üblich, im Großhandel Fische prophylaktisch gegen Ektoparasiten zu behandeln. Beim nächsten Händler und einem anderen Becken mit anderen Begleitfischen kann eine erfolgreiche Prophylaxebehandlung aber schon wieder obsolet sein, da hier erneut Ektoparasiten aufgenommen werden können.
Ich betreibe folgende Prophylaxe: Neue Fische werden zunächst volle 8 Wochen in Quarantäne genommen. In dieser Zeit prüfe ich intensiv das Verhalten, die Futteraufnahme, die Atmung, die Schleimhaut, Augen und den Kot ( Farbe, Konsistenz). Während der Quarantäne behandele ich im Abstand von einer Woche mit dem Wurmmittel Praziquantel (z.B. sera med Professional Tremazol), um evtl. Darmparasiten (Würmer) loszuwerden, aber vor allem um evtl. Haut- und Kiemenwürmer abzutöten. Da es hier auch eierlegende Arten gibt, muss die Behandlung nach 1 Woche wiederholt werden, um die neu geschlüpften Würmer abzutöten. Das Mittel ist für Fische gut verträglich.
Das zweite Mittel gebe ich gegen parasitische Protozoen wie z.B. Cryptocaryon irritans, Brooklynella hostilis und Uronema marinum. Wenn man ein Breitbandmittel einsetzt (MarinOopharm oder Protomarin intensiv), eliminiert man die Protozoen aber auch Amlyoodinium ocellatum, ohne dass man gleich zu Kupferpräparaten greifen muss. Es handelt sich hier noch um Prophylaxe und nicht um die massive Bekämpfung einer fortgeschrittenen Infektionskrankheit, daher kommt man ohne Kupferpräparate aus.
Die Mittel setze ich nacheinander ein und nicht gleichzeitig. Es ist sicher sehr aufwändig so zu verfahren, aber man wird langfristig mit einem gesunden Fischbestand belohnt.
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Hallo Torsten,
vielen lieben Dank, dass du dir so viel Zeit für mich genommen hast.Ich denke ich werde es mit meinem 60x30x30 Becken versuchen und mich an deine Vorgaben halten.
Lieber ist es zeitaufwändig als nochmal sowas durchmachen zu müssen.
Hast du in deinem Quarantänebecken auch EasyLife im Einsatz ?
Habe schon oft von der guten Wirkung im Bezug auf die Eingewöhnung der Fische gelesen.Übrigens denke ich werde ich meinen kompletten Bestand, also auch die restlichen drei Fische, verlieren.
Sie atmen alle sehr schnell, scheuern sich am Riff und schwimmen zum Teil taumelnd durchs Becken.
Nach der Zugabe von MarinoOphorm zicken im Augenblick einige der Korallen. Ich hoffe dass gibt sich wieder denn laut Beschreibung ist das Mittel auch im Riffbecken verwendbar. Hast du diesbezüglich auch Erfahrung?Vielen lieben Dank.
Gruß Marcus -
Hallo Torsten,
noch eine kurze Frage: Wie verfahre ich dann mit Garnelen und Krebsen und sonstigem Kleingetier ? Muss das auch in Quarantäne ?
Danke.
Gruß Marcus -
Bei Grnelen reicht meitens eine Woche, wichtig ist, das Du sie besondern langsam angleichst.
MfG Philipp
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Hallo Marcus,
nun theoretisch könnten Cysten und Schwärmer von Ektoparasiten sich auch auf Garnelen und Co. anheften, besonders wenn sie vorher in mit erkrankten Fischen besetzten Becken zusammen gelebt haben. Nur sie wird man nicht behandeln, da sie die Medikamente nicht vertragen. Da hilft nur, die Garnelen und Co. ohne Fische mind. 6 Wochen in Quarantäne zu halten, dann besteht keine Gefahr mehr. Daher ist es günstig, wenn man auch kleine Q-Becken vorhält, um diese Tiere abzudecken. Ohne Wirtsfisch sterben die Fischparasiten in dem oben genannten Zeitraum und können sich weder vermehren noch irgendwo lebensfähig versteckt halten.
Mit MarinOopharm habe ich einige Erfahrungen gemacht und würde es pauschal nicht in jedem Korallenbecken anwenden. Bei Lederkorallen und robusten Arten sicher kein größeres Problem - aber eine Reaktion wie Du sie jetzt siehst ist eine normale Reaktion auf das Mittel. Bei Steinkorallen, Muscheln, Schnecken usw. wäre ich vorsichtig. Es kann schon vorkommen, dass besonders empfindliche Arten das Mittel nicht so gut tolerieren. Meistens erholen sich die Korallen nach einem Wasserwechsel wieder, aber das kann einige Zeit dauern. Es ist immer eine schwierige Gratwanderung, wenn man zuschauen muss, wie die Fische dahinsterben und man noch versucht etwas zu retten. Ich habe bei einigen Mitteln (nicht bei MarinOomed, das habe ich mit den nachfolgend erwähnten Tieren noch nicht getestet), die als verträglich mit "niederen Tieren" deklariert waren, in Testbecken hinterher festgestellt, dass meine kleinen Gänsefußseesterne die Behandlung ignoriert haben, aber hinterher waren die meisten der Borstenwürmer aber vor allem die kleinen Schlangenseesterne und Flohkrebschen zu 100% ausgerottet.
Easy Life wird die Wirkung von eingesetzten Medikamenten hemmen bzw. die Wirkstoffe binden. Daher kann es nur dann eingesetzt werden, wenn man keinen Medikamenteneinsatz plant.
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Hallo Torsten,
jetzt noch mal eine Frage.Nehmen wir mal an meine noch verbleibenden drei Fische überleben die Krankheit und sind dann imun dagegen.Wäre dann der Erreger damit auch nicht mehr da und ich könnte nach einer Wartezeit von 8 Wochen die neu gekauften Fische aus der Quarantäne befreien und ins Becken setzen??Oder ist der Erreger immer noch im Becken, nur mein Altbestand ist imun dagegen, aber er befällt sofort die neuen Tiere.Wenn es so wäre müsste ich ja das Becken erstmal komplett ausräumen um die drei altfische zu fangen und dann das Becken 8 Wochen fischleer lassen.Eingerichtet ist es bei dieser Größe aussichtslos sie im eingerichteten Becken fangen zu wollen.
Gruß Marcus
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Hallo Marcus,
wenn die verbleibenden Fische die Krankheit überstanden haben und wirklich alle Parasiten verschwunden sind, dann kannst Du auch hier nach 8 Wochen wieder besetzen. Bei Amyloodinium sollte eine lebenslange Immunität bleiben, bei Cryptocaryon hält sie leider nur einige Monate an. Hier kann es auch passieren, dass einige wenige Parasiten sich z.B. auf den Kiemen in geringem Umfang vermehren ohne dass Du sie optisch wahrnimmst. Daher hatte ich bei meiner ersten Antwort den "Kundschafter" vorgeschlagen. Du setzt nach den 8 Wochen einen neuen Fisch ein, und wartest 1-2 Wochen ab. Wenn er nicht erkrankt, kannst Du mit der Besetzung weiter machen.
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