Korallen stehen seit einer Woche schlecht (Phosphatlimitierung?)

  • Hallo,

    Ich habe seid acht Monaten ein Ablegerbecken, und seid ca. einer Woche bemerke ich, das sich die Steinkorallen vom Aussehen verschlechtern.
    Ich habe mir vor 7-10 Tagen ein Tunze Nano Reefpack 200 geleistet. Ich dachte ich tu meinen Korallen was Gutes. Es ist die einzige Änderung.

    Werte:
    360 Liter Becken mit ein wenig Lebendgestein.
    Ca: 400 (Salifert)
    Mg: 1290 (Salifert)
    No3: 25 (Salifert)
    KH: 7,7 (Salifert)
    PH: 8,15 (18:00 Uhr)
    PO4: n.n. Bei Salifert keine Farbe zu erkennen, Bei Red Sea ein leichtes grün - demnach 0,1 mg
    Dichte: 1,023

    Ich hatte vor dem Reefpack zwei Aqua Bee`s drinhängen. Keine Abschäumung, keine Oberflächenabsaugung.
    Ich habe zwei Bilder angehängt: Auf dem einen ist zu sehen, wie die Acro nach einem Wasserwechsel abschleimt oder komische Fäden zieht, und auf dem anderen Bild dieselbe Koralle am 15.06.2008.
    Das Abschleimen war nach ca. zwei Stunden wieder weg, die Koralle und auch andere stehen aber weiter mit eingezogenen Polypen da.

    Besonders schlecht sehen meine Seriatopora hystrix aus. Bei der gelben ist die Farbe heller und die Polypen ganz drin. Bei den rosanen sind die Polypen auch ganz drinnen.

    Nun noch eine Vermutung von mir: kann es sein das durch den Abschäumer ein zu großes Ungleichgewicht zwischen Nitrat und Phosphat aufgetreten ist, und sich deshalb die Koralle so unwohl fühlen?

    Gruß Dirk :wink

    EDIT: Habe das vorherige Posting gelöscht und Deinen Kommentar dementsprechend auch, Grüße Jens

  • Hallo

    Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass es eine Phosphor-Limitierung ist und daher würde ich GANZ VORSICHTIG den Po4 Wert anheben.
    Nicht zuviel auf Einmal!!! Lieber bissel, dann schauen um keine "Überreaktion" zu erhalten, da die Korallen sich eben auch langsam an dieses gewöhnt haben und ebenso langsam sich wieder an die anderen Gegebenheiten anpassen müssen

    LG Michael

  • Hallo,

    ich hab mich jetzt ein wenig in die Phosphatanhebung mit Kaliumdihydrogenphosphat eingelesen.

    Folgende Anleitung hab ich gefunden:
    7,16 g auf 10 Liter Wasser
    1 ml auf 100 L Wasser hebt den Phosphat Wert um 0,005 mg/L an

    Allerdings hab ich auch einen Bericht gefunden der
    7,16 g auf 1 Liter Wasser beschreibt.

    Ich möchte mich nur vergewissern was richtig ist.

    Gruß Dirk :wink

  • hallo,

    also bevor du sowas machst mess erstmal noch po4 mit rowa / merck.
    Anstatt aber po4 anzuheben ( der is sicher eh nicht be 0 , wirste dann mit rowa schon sehen ), würde ich lieber no3 senken.
    Was ist denn genau das problem ? nur die polypen ? gerade bei po4 limitierung sind die polypen sehr weit expandiert, deswegen schließ ich das eigentlich schonmal aus.
    Ich tippe mal du hast 0,1-0,2 mg / l po4 ...

    Das abschleimen nach WW nacht damit garnichts zu tun, das ist normal wenn der wasserwechsel eine zu große umstellung war.

    Einmal editiert, zuletzt von Matthias Kapaun (7. Juli 2008 um 09:19)

  • Dirk,
    mal ganz ehrlich, -wer würde sich denn 10 Ltr. Stammlösung ansetzen, wenn davon 1ml auf 100 Ltr. Wasser den Wert um x,xxmg erhöhen würde?
    Schon alleine der Logik wegen scheidet dadurch die 1. Anleitung aus. :grinning_squinting_face:
    ich denke aber,über die Phosphaterhöhung brauchst du mit Sicherheit nicht nachzudenken, denn
    ich sehe es wie Matthias;
    wenn ich das Bild der Acro ansehe, würde ich einen PO4-Mangel absolut ausschliessen. 0,2mg PO4 halte ich zwar für ziemlich überzogen, aber um die 0,1mg dürften es sicher sein. Eben drum mal mit Merck/ROWA genaueres messen.

    Servus
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan C. (7. Juli 2008 um 09:58)

  • Hallo,

    für PO4 müßte ich mir dann wohl mal den Test von Rowa/Merk zulegen. Leider komme ich hier niergens dran. Dann muß ich ihn bestellen.
    Den Salifert Test hab ich auch mit der höheren Empfindlichkeit gemacht, also doppelte Menge Wasser und Testreagens. Es war nicht ein Hauch einer Verfärbung zu sehen. Bei Salifert.

    Was mir natürlich immer zu denken gibt, ist Ursachen und Wirkung. Acht Monate hatte ich keine Probleme und dann, nach den Einbau des Abschäumers, schlechtes Polypenbild.
    Der Abschäumer ist erst mal wieder weg.
    Fische hab ich auch nur eine Grundel, ein Sechsstreifen-Lippi und einen kleinen Barsch. Die machen ja nun mal auch keinen Dreck.

    Wasserwechsel werd ich jetzt etwas vermehrt machen, hab schon damit angefangen.

    Trotzdem nochmal zur Anleitung für das Kaliumdihydrogenphosphat.

    Die erste Anleitung hab ich aus Martin Kuhn`s Wasserparameter FAQ Seite 112
    7,16 g auf 10 Liter
    (Die Konzentration beträgt damit 0,5g Phosphat je Liter der Lösung)
    1 ml auf 100 L Wasser hebt den Phosphat Wert um 0,005 mg/L an

    Allerdings hab ich im Forum auch einen Bericht gefunden der
    7,16 g auf 1 Liter Wasser beschreibt.
    Das ist ja zehnmal so viel.

    Denn wenn es ein Schreibfehler auf Martins Seite ist, muß ich ihm ja mal eine BM schicken.

    Gruß Dirk :wink

  • zur formel,

    die erste wird auch stimmen, du willst ja nicht dienen po4 wert um 0,0005 anheben sondern um 0,05, d.h. du musst faktor 100 zugeben , also 100 ml / 100 l wasser , bei einem 400 liter becken dann 0,4 liter, da sind 10 l stammlösung jetzt nicht so wahnsinnig viel ...
    Natürlich kannst du deine 7 g auch auf 1 liter ansetzen, dann musst du halt nur 10 ml / 100 liter wasser zugeben um den wert um 0,05 zu erhöhen.

    aber bitte, finger weg davon bis du nicht mit rowa gemessen hast !

    2 Mal editiert, zuletzt von Matthias Kapaun (7. Juli 2008 um 10:34)

  • nochwas zur Phosphorlimtierung: Da sind doch die Polypen maximal expandiert, weil die Koralle im Wasser noch Nahrung suchen will (aber nicht kann). Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

  • Zitat

    Original von Matthias Kapaun
    nochwas zur Phosphorlimtierung: Da sind doch die Polypen maximal expandiert, weil die Koralle im Wasser noch Nahrung suchen will (aber nicht kann). Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.


    hmmm,
    als ich PO4 tatsächlich bei absolut 0 hatte, kamen keine Polypen mehr zum Vorschein und es hingen z.T. nur noch die Mesenterialfilamente heraus. Auch war das Skelett umgebende Gewebe nur hauchdünn und sehr matt gefärbt.

    Servus
    Stefan

  • Hallo Stefan,
    schau mal in Koralle Heft Nr 29, da gibt es einen Artikel zu Nährstofflimitierung.

    Zu Phosphorlimitierungen steht da: "die Koralle versucht soviel partikuläre Nahrung wie möglich zu fangen, um den Phosporbedarf abdecken zu können, weshalb die Polypen meist exponiert sind."

    Dazu müsste dann noch ein Gewebsverlust von der Basis kommen, so jedenfalls Jörg Kokott. Michael kann hierzu sicher noch mehr sagen, er kennt Jörg Kokott ja gut.

  • Hallo,

    erst mal vielen Dank für die Rückmeldungen. Ich kann echt jeden Rat momentan gebrauchen.

    Ich kenne Nährstofflimitierung von meinem Hauptbecken her. Aber da war dann No3 unter 1 mg und PO4 n.n..

    Ich hab ja ein echt krasses Mißverhältnis in Bezug auch NO3 und PO4. das heißt, ich hab evt. eine Phosphatlimitierung bei hohen Nitrat Wert. Ich weis ansonsten auch ehrlich nicht, wo ich anpacken soll. Weil ich hab ja nichts im Becken außer ein paar Kilo LS, drei Fische und Strömungspumpen. Wie gesagt, Abschäumer ist schon abgeschaltet.

    Ich hab mir gerade mal die gelbe Hysterix angeschaut, und die hat schon eine weiße Stelle am unteren Skelett.
    Die werd ich zumindest jetzt fragmentieren und zwei Ableger im Hauptbecken stellen.

    Gruß Dirk :wink

  • Zitat

    Original von Stefan C.


    hmmm,
    als ich PO4 tatsächlich bei absolut 0 hatte, kamen keine Polypen mehr zum Vorschein und es hingen z.T. nur noch die Mesenterialfilamente heraus. Auch war das Skelett umgebende Gewebe nur hauchdünn und sehr matt gefärbt.

    Hallo Stefan,

    ich würde sagen das was du da beschreibst ist dann das endstadium der limitierung, wenn die korallen höchstwahrscheinlich irreversibel geschädigt sind und verhungern dann wirst du auch keine polypen mehr sehen und sie gehen ein.
    In der zeit wo es nur zur nahrungskarenz kommt versuchen die korallen noch durch die poylenexpansion dies zu kompensieren. Hier kann man noch gegensteuern.

    ABER : eine phosphorlimitierung ist ÄUßERST selten

  • Matthias,
    ich lese die Hefte nicht mehr. Ab Koralle 20 hab ich aufgegeben. :O

    die Übergänge von wenig bis garnichts an verfügbarem Phosphat sind je nach SPS- Korallenart m.E. fliessend. Eindeutig läßt sich d i e Limitierung nicht festmachen.
    -Bei 'wenig' durchaus deine Feststellung;
    -bei 'garnichts' der folgende Gewebeverlust,- da sich die Koralle quasi selbst verzehrt. Sie hat dann aber schon keine Energie mehr, die Polypen überhaupt auszustrecken.

    Phosphor als chemischer Trägerstoff energiereicher Kopplungen von miteinander verbundenen Phosphaten zwischen den Zellen hält die Stoffwechselvorgänge am laufen. Fehlt der Nachschub der energiebereitstellenden den energieverbrauchenden Reaktionen (durch Hydrolyse) , haben die Zellen eigentlich keine Möglichkeiten, die biochemischen Prozesse aufrecht zu erhalten, ausser auf Sparflamme weiter zu arbeiten , Edit: bzw. folgend der Exitus.
    Sichtbare Folgen dann w.o. beschrieben.

    Servus
    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan C. (7. Juli 2008 um 11:53)

  • Matthias,
    du hast recht :winking_face:
    ansonsten:
    ich halte vom Begriff 'Limitierung' nicht viel. Er beschreibt eigentlich wortwörlich genommen, das etwas vorhandenes dennoch verfügbar ist, wenn auch begrenzt..
    der Toleranzspielraum bei den Korallenarten differiert aber erheblich.

    Dirk,
    nach deinem beschriebenen Becken-Inhalt dürfte doch das PO4 knapp sein/werden.
    Den Abschäumer ausser Betrieb zu nehmen, denke ich, war richtig. Das letzte bischen organische Belastung wurde den Bakterien und damit indirekt den Korallen als 'Futter' entzogen.
    Ich würde die Wasserwechsel einstweilen auch mal bleiben lassen und die vorherige Technikkonstellation wieder herstellen.

    Servus
    Stefan

  • Zitat

    Original von Stefan C.
    Matthias,
    ich lese die Hefte nicht mehr. Ab Koralle 20 hab ich aufgegeben. :O

    die Übergänge von wenig bis garnichts an verfügbarem Phosphat sind je nach SPS- Korallenart m.E. fliessend. Eindeutig läßt sich d i e Limitierung nicht festmachen.
    -Bei 'wenig' durchaus deine Feststellung;
    -bei 'garnichts' der folgende Gewebeverlust,- da sich die Koralle quasi selbst verzehrt. Sie hat dann aber schon keine Energie mehr, die Polypen überhaupt auszustrecken.

    Phosphor als chemischer Trägerstoff energiereicher Kopplungen von miteinander verbundenen Phosphaten zwischen den Zellen hält die Stoffwechselvorgänge am laufen. Fehlt der Nachschub der energiebereitstellenden den energieverbrauchenden Reaktionen (durch Hydrolyse) , haben die Zellen eigentlich keine Möglichkeiten, die biochemischen Prozesse aufrecht zu erhalten, ausser auf Sparflamme weiter zu arbeiten , Edit: bzw. folgend der Exitus.
    Sichtbare Folgen dann w.o. beschrieben.

    hi,

    das sehe ich ganz genauso, das polypen expandiert-phänomen kann man als po4-mangelerscheinung, das einziehen der polypen mit dem beginnenden selbstverdau oder auflösen der zellstrukturen als po4-fehlen bezeichnen.

    Mit den ernergiereichen verbindungen sprichst du einen meiner meinung nach ganz wichtigen punkt an, ich würde deswegen auch anstelle der angegebene Kaliumdihydrogenphosphat lösung besser einfach ATP dosieren, denn das ist ja das von dir beschriebene molekül das durch hydrolyse den zellen die nötige energie spendet.

  • Hallo zusammen,

    eine wirkliche Phosphat-Limitierung im Sinne einer Unterversorgung kann sich im Riffaquarium wegen der vielen Depots und Puffer nur sehr langsam entwickeln und die Korallen sehen dann sehr hell aus, insbesondere auf der lichtzugewandten Seite (meist oben) und fangen dann dort an zu "verbrennen", also das Gewebe stirbt von oben her ab. Eine solche Limitierung erreicht man nur durch langfristige Zufuhr von gut verfügbarem Stickstoff, z. B. Ammonium.

    Korallen, die noch dunkles Gewebe haben, aber auf Grund einer Phosphatabsenkung schlecht aussehen sind nicht wirklich phosphatlimitiert. Ich glaube das ist eher eine Störung der Skelettbildung, dadurch dass das Skelett noch reichlich Phosphate enthält, das Wasser aber sehr viel weniger. Bei einer solchen raschen Absenkung der Phosphate sterben Korallen auch gerne mal von unten her ab, insbesondere bei KH über 9, manchmal sogar schon bei mehr als 8. Da solche Korallen meiner Meinung nach nie wirklich gut gedeihen und nie 100% optimal aussehen, aber dafür in Schüben oft sehr schnell wachsen, würde ich empfehlen, die Phosphatabsenkung zu verlangsamen, was das Problem aber nur graduell verbessert. Die Koralle wächst in der Zeit dann weiter und bildet allmählich ein phosphatarmes Skelett, aber die Probleme mit dem alten phosphathaltigen Skelett bleiben grundsätzlich bestehen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Matthias Kapaun
    Mit den ernergiereichen verbindungen sprichst du einen meiner meinung nach ganz wichtigen punkt an, ich würde deswegen auch anstelle der angegebene Kaliumdihydrogenphosphat lösung besser einfach ATP dosieren, denn das ist ja das von dir beschriebene molekül das durch hydrolyse den zellen die nötige energie spendet.

    Warum nicht einfach Futter? Staubfutter oder was auch immer, das bringt noch zusätzliche Energie in Form von org. Kohlenstoff. Phosphate würde ich als solche nicht verwenden (auch nicht als Pyrophosphat, sprich ATP), das hat sich m. E. nicht wirklich bewährt und löst insbesondere das Problem der Phosphate im Skelett nicht, d. h. die Korallen sehen trotzdem nicht gut aus.

  • Hallo Hans-Werner,

    ich würde dir grds. völlig zustimmen. Meine Erfahrung ist jedoch, dass Korallen bei KH über 8 von der Spitze her absterben können, nicht aber von der Basis.

  • Hallo Matthias,

    versuche mit Erhöhungen der Balling-Dosierung und somit von Ca und KH gleichzeitig führten eigentlich immer zum Absterben von unten her. Zumindest von einem Aquarianer weiss ich von ähnlichen Problemen mit Kalkreaktor. Er versuchte immer die KH über 9 anzuheben, weil er meinte (und scheinbar immer noch meint, ich habe ihn auf der Interzoo getroffen), hohe KH seien gut. Die Korallen starben dann in Schüben auf der Unterseite ab, während sie oben sehr schnell wuchsen. Ich denke, es waren Schwankungen bei seinen relativ hohen Phosphatkonzentrationen, die diese Schübe auslösten, da er auch immer versuchte mit Eisenhydroxid-Granulaten die Phosphate abzusenken.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,

    eins kann ich noch zugeben.

    Die Lichtzugewandte Seite ist bei der Hysterix deutlich heller als die Lichtabgewandte Seite.
    Bei ausgeschaltetem Licht sind die Polypen mehr draußen als bei eingeschaltetem Licht.
    Die gelbe Hysterix ist bis jetzt die einzige Koralle, die einen Gewebeschaden von der Basis her hat. Die rosane Hysterix hat komplett eingezogene Polypen. Die anderen Korallen haben momentan einfach vermehrt eingefahrene Polypen und das grüne Gewebe der Acro sieht dunkel matt aus wie auf dem Foto mit eingezogenen Polypen, die aber noch minimal rausgucken. Auch die LPS sind nicht so aufgebläht wie sonst.

    Die rosane Hysterix hat im Hauptbecken zumindest ihre Polypen wieder draußen. Die gelbe, schon sehr mitgenommen Hysterix sieht auch im Hauptbecken erst mal schlecht aus. Vielleicht schon zu geschwächt.

    Der alte Zustand im Ablegerbecken ist wieder hergestellt, außer, das vom Tunze Reefpack, der Oberflächenabsauger weiter mitläuft.

    Wenn ich jetzt großzügig Frostfutter mit Brühe / Staubfütrter reingebe, dann erhöht sich doch der Nitrathaushalt weiter. Das möchte ich ja vermeiden.

    Stattdessen möchte ich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen NO3 und PO4 haben.

    Gruß Dirk :wink

  • Hallo Dirk,

    mit dem Nitrat hast Du natürlich recht. 25 mg/l sind aber noch nicht dramatisch und können mittel- und langfristig durch Ww verbessert werden. Du kannst auch die beiden Alternativen ausprobieren. Es ist lediglich meine Erfahrung, dass das Gewebe bei (zumindest anorganischen) Phosphaten schwach bleibt, während Fütterung sich auf das Gewebe erheblich besser auswirkt.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    eine wirkliche Phosphat-Limitierung im Sinne einer Unterversorgung kann sich im Riffaquarium wegen der vielen Depots und Puffer nur sehr langsam entwickeln ...

    @Hans-Werner,
    hättest du bitte einmal eine ungefähre Angabe, wieviel an Phosphat(en) bei pH-Werten um 8 in einem normalen Riffbecken wieder in Rücklösung gehen?
    Die Frage ist durchaus ernst gemeint.
    Bisserl was durch den Stoffwechsel der Bakterien...,und auch durch Turf- und Makroalgen;- aber sonst :confused_face:
    Es grassiert immer das Schreckgespenst der sich bildenden Depots, die wieder in Lösung gehen, was aber m.E. im Normalfall nie stattfinden wird, ausser man leitet CO2 gesättigtes Wasser ins Becken ein.
    Allein das CO2 der Luft wird nichts anrichten.

    Edit:

    Zitat

    auch nicht als Pyrophosphat, sprich ATP


    *klugsche.iß:* Pyrophosphat ist AMP =) , aber eigentlich ist das wurscht .

    Servus
    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan C. (7. Juli 2008 um 14:46)

  • klugscheißII: AMP ist Adenosinmonophosphat und ATP ist Adenosintriphosphat und Adenosin ist ... lassen wir das, Wiki weiß das :D, aber die Phosphate am Adenosin sind über Pyrophosphatbindungen verknüpft.

    Phosphate liegen pH-Abhängig als PO4, HPO4 und H2PO4 vor, die in unterschiedlichem Ausmaß dazu neigen sich zu lösen oder auszufällen. Entnimmt man nun Phoshate, z. B. durch Ww, lösen sich so lange Phosphate nach, bis sich wieder ein Gleichgewicht eingestellt hat. Ich denke, dass sich dabei gefällte Phosphate relativ frei am Phosphatpool beteiligen. In der Pflanzenernährung heißt es, "gealterte" Phosphate würden sich schlechter lösen, naja. Erfahrungen mit Phosphatadsorbern und Ww zeigen, dass sich ganz erhebliche Mengen an Phosphaten im Aquarium lösen können, auch ohne CO2. Man hat nach einem Ww einfach nicht den Wert, den man rechnerisch haben sollte und kann das auch mehrfach wiederholen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi stefan,

    also das po4 im wasser und die depots befinden ja im gleichgewicht und sobald du z.b. durch einen po4 adsorber das im wasser gelöste po4 entfernst löst sich das aus der dekoration, mit dem ph wert hat das primär nichts zu tun.
    Das siehst du auch daran, dass wenn du mal nen po4 adsober in nem externen filter einsetzt, ist im auslass KEIN po4 mehr zu messen, trotzdem hat das aquarium nachdem der komplette beckeninhalt einmal durchgelaufen ist kaum merkbar weniger po4.

    @ hans-werner,

    das mit dem ATP hat einfach die praxis gezeigt und ich hab das auch von einem anderen kompetenten aquarianer gehört, er meinte auch dass das besser verfügbar ist, die korallen nicht so eindunkeln und sich auch nicht anreichert.

    achso, pyrophosphat ( = 2 po4 ) entsteht bei der direkten abspaltung von 2 po4 aus ATP zu AMP, was aber äußerst selten vorkommt, weils selten sinn macht :winking_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Matthias Kapaun (7. Juli 2008 um 15:50)

  • hmm,
    ich misch ja viel in Adsorbern, aber mit eurer beider Erklärung kann ich mich nicht so recht anfreunden.
    Titriertests messen nur die schwerer lösbaren anorganischen Phosphorsäure-Ionen.
    Dazwischen drin bleibt noch viel Spielraum zur Interpretation an PO-Verbindungen, -die wohl ein Adsorber aufnimmt (aber wohl auch Korallen, um das Themna wieder aufzugreifen), die aber mit unseren Hobby-Tests nicht messbar sind.
    Ich denke nach vielen vielen Versuchen, dass NO3 in nicht unwesentlichem Umfang ein Quäntchen beim Phosphataustrag mitspielt. :yidee
    Der PO4 Entzug mit Eisenadsorber funktioniert nämlich bis zu einem gewissen Level in den meisten Fällen ganz gut, um dann plötzlich zu stagnieren, -egal, wieviel und wie oft man den Adsorber wechselt. Wenn dann Nitrat nur minimal gesenkt wird, geht es auch auf einmal wieder zügig mit PO4 Senkung mittels Adsorber voran.
    Edit:

    Zitat

    ...trotzdem hat das aquarium nachdem der komplette beckeninhalt einmal durchgelaufen ist kaum merkbar weniger po4.


    auch das habe ich natürlich schon probiert :winking_face: .
    Da spielt aber die chemische Beschaffenheit des Adsorbers die Rolle.
    Mit der Langsamkeit, wie das Wasser das Granulat im Idealfall passieren soll, kommt eher durch erneuten 'Eintrag von Phosphaten' im Hauptbecken wieder Messbares hinzu, als dass es ausgetragen wird.

    Servus
    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan C. (7. Juli 2008 um 16:18)

  • Hi stefan,

    also ich hab mal ein paar KG ordentlichen PO4 adsorbers drangehängt und das mit 2000 l / h durchlaufen lassen ... das becken hatte 0,1 mg po4 / l , das ausgangswasser vom filter 0,00 mg po4 / l.
    Trotzdem war nach einer stunde natürlich nicht das becken bei 0,0 po4, auch nicht nach einem tag.

  • Matthias,
    du verstehst nicht, was ich meine. :frowning_face:
    Ich kanns aber grade nicht besser umschreiben, da ich weg muß.
    noch eppes:
    wieviele kg waren denn das?
    denn mit 2000l/h durchströmt und 0,000mg am Ausgang hab ich in keinem Versuch geschafft.

    Servus
    Stefan

  • Hallo,

    Es waren so ca. 3-5 kg in einer sehr hohen aber nicht so dicken röhre, also ich würde sagen deswegen mit sehr langer kontaktzeit, das granulat war verhältnismäßig grobkörnig.
    Dran war eine 3000 Aquabee, förderhöhe gabs keine.

  • Matthias,

    ATP ist aber nicht eben billig. Hast Du schon einmal ausprobiert, ob das Adenosin mit dem Zucker und dem stickstoffhaltigen Adenin da irgend eine Wirkung hat oder ist das das gleiche mit anderen Meta- und Pyrophosphaten (kommen auch in die Wurst "enthält Phosphat" oder Waschmittel), die ja auch Pyrophosphatbindungen aufweißen aber halt keinen Zucker und kein Adenin enthalten.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,

    Hans -Werner. Das von dir im ersten Beitrag beschriebene Problem hab ich gerade und es trifft auf 2 Acros 1:1 zu. Ich gebe auch Ammonium zu. Ohne gehts nicht wegen des MM-Filters. Ich senke gerade Phosphat und bin so bei 0,1 angelangt von vormals 0,4. Ich habe einige Korallenverlußte und v.a. fehlendes Wachstum auf den hohen Phosphatwert geschoben. Dadurch sind einige Korallen von Schwämmen bedrängt und durch bohrende Grünalgen geschwächt worden.
    Vieleicht kannst du mir einen Tipp geben. ICh werde noch mal frisch messen. Danke!

    Bi

  • Hallo,

    ein noch ganz anderer Gedanke.
    Ich habe letzte Woche Wasser gewechselt wie jede Woche. Heute hab ich wieder zwei Eimer angesetzt und wollte wie letzte Woche meine zwei Nanostreams zum rühren reinhängen. Dabei viel mir auf, das am Magnet rostiges Material hing. Eigendlich relativ viel und fühlbar grobkörnig.
    Ich hab erst gar nicht drüber nachgedacht, außer - komisch, am Magneten kann doch nichts rosten.

    Jetzt benutze ich ja in meinem Ablegerbecken hauptsächlich Naturmeersalz mit Mineralsalz. Im Naturmeersalz-Thread hat Torsten Luther darauf hingewiesen, das natürlich schädliche Einschlüsse drin sein können, je nachdem welcher Bagger gerade gerade wo gebaggert hat. Diese Charge benutze ich zwar ca. drei Monate, aber es kann ja sein, das ich eine metallische Verunreinigung erwischt habe.

    Wie würde es sich denn auswirken, wenn ich z.B. jetzt einen hohen Eisen Wert hätte? Vielleicht in Verbindung mit den anderen Faktoren?

    Ich will mich und andere jetzt nicht auf eine falsche Fähret locken, aber der Rost an den Pumpen gab mit jetzt zu denken.

    Gruß Dirk :wink

  • Hi Hans-Werner,

    Ich hab keine wissenschatlichen tests durchgeführt, das kann ich leider nicht. Da po4 ja nicht verstoffwechselt wird wie zucker, wird von den korallen ( und natürlich auch anderen organismen ) po4 doch eigentlich nur zum wachsen "verbraucht".
    Das ATP das von der Zelle als energiequelle benötigt wird, wird ja nicht verbraucht sondern lediglich zu ADP und AMP hydrolysiert, es kann also durchaus sein, dass pyrophosphat für die zellen reichen würde um aus AMP wieder ATP zu regenereien.

    Der Zucker des nukleotids ist denke ich nicht entscheidend, glucose sollte ja im überfluss vorhanden sein und daraus kann jederzeit die ribose für das ATP synthetisiert werden.

    Da das alles sehr theoretisch ist hilft einfach nur probieren ... ich finde es nur generell logisch, der zelle po4 als ATP in einer "handlichen" form zu liefern.

    @ dirk,

    ich hab ja gleich gesagt dass das abschleimen vom wasserwechsel kommt von einer zu starken umstellung. Da sind die polypen dann natürlich auch eingezogen.

    Einmal editiert, zuletzt von Matthias Kapaun (7. Juli 2008 um 19:56)

  • Hallo,

    @ Matthias

    Zitat

    ich hab ja gleich gesagt dass das abschleimen vom wasserwechsel kommt von einer zu starken umstellung. Da sind die polypen dann natürlich auch eingezogen.

    Das schlechte Korallenbild hat sich innerhalb ca. einer Woche aufgebaut. Das Bild und die gemessenen Werte waren nach dem Wasserwechsel gestern. D.H., den Korallen ging es nicht gut und die haben evt. noch zusätzlich einen oben drauf gekriegt.

    Ich brauch bitte bitte bitte irgendetwas konstruktives, wo ich ansetzen kann.

    Fakten:
    1. Verschlechterung der Korallen nach einsetzen des Reefpacks (Abschäumer). Vorher gab es keine Abschäumung.
    2. Verhältnis NO3 - PO4 passt nicht. (Wenn ich das richtig verstanden habe, wäre es eine schlechte Kombination, wenn der Nitratwert hoch ist und PO4 n.n.. Wenn das falsch ist, bitte korrigiert mich)
    3. Evt. zusätzliche Verunreinigung durch Metallverbindungen.

    was ich bis jetzt gemacht habe.

    Alter Zustand ohne Abschäumer wieder hergestellt.
    Großzügig gefüttert. Zusätzlich Staubfutter reingegeben.
    50 Liter Wasserwechsel mit handelsüblichen Markensalz.

    Gruß Dirk :wink

  • Hi Dirk,

    also der erste schritt ( auf den wir alle warten :winking_face: ) sollte sein dass du dein wasser mit rowa / merck misst. dann kann man darauf basierend weitere maßnahmen treffen und überlegungen anstellen.

  • Hallo Dirk,

    ja, würde als Maßnahmen die zuletzt vorgeschlagenen auch ergreifen (würde natürlich unseren Test nehmen)!

    Matthias,

    das ATP wird ziemlich sicher nicht intakt als Molekül aufgenommen. Meines Wissens wird Phosphat immer als Orthophosphat aufgenommen, weshalb unter Phosphatlimitierung von Bakterien, Algen und wohl auch Korallen alkalische Phosphatase ausgeschieden wird. Diese spaltet die organischen und Polyphosphate in Orthophosphat. Der interessantere Bereich, wo diese Polyphosphate teilnehmen, ist die Kalkbildung, die insbesondere durch ATP, Pyro- und andere Polyphosphate gehemmt wird. Eine alkalische Phosphatase in diesem Bereich erhöht die Kalksättigung schon alleine durch die Spaltung dieser Polyphosphate. Versuche mit Polyphosphaten führten bei mir aber zu einem ungleichmäßigen Wachstum bei Acropora gemmifera, weshalb ich das dann nicht so gut fand. Ohne Phosphatzufuhr wuchsen die Korallen dann gleichmäßiger. Allerdings tauchten bei der Umstellung erstmals (damals noch im Jura-Museum) die Umstellungsprobleme mit dem Absterben von unten her auf.

    Bi,

    ich habe dagegen kein wirkliches Rezept, außer ansonsten für möglichst gute Wachstumsbedingungen zu sorgen und die Umstellung langsam vorzunehmen. Korallen mit einem grünen, algenbesiedelten Skelett sind immer schon recht heftig betroffen und man kann vor allem dafür sorgen, dass sie nicht ganz absterben, sondern weiterwachsen, während sie von unten allmählich absterben. Ich habe es zwar mikrosokopisch noch nicht untersucht, aber farblich könnten die "Algen" im Skelett sehr gut Cyanos sein, möglicherweise sogar Stickstofffixierer. Von der Logik her und auch zu Untersuchungen zur Stickstofffixierung in Korallenskeletten würde das passen. Gegenmaßnahme wäre, Ammonium in geringeren Mengen zuzuführen und stattdessen zuzufüttern. Du könntest auch versuchen Markus Resch (kennst Du vermutlich), zu kontaktieren, der hat gerade auch in dieser Richtung gearbeitet.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo HW,

    ich hab das früher mal unterm Mikroskop angesehen als ich noch in der Klinik war, so richtig mit verschiedenen Färbungen. In einem Becken waren es diese echten Bohralgen, irgendwas mit OO. Gab es mal einen Artikel ind der Koralle. Im MM Becken waren es auch Cyanos. nur zur Info. Bilder habe ich nicht mehr, waren damals nur Polaroidfotos.
    Das mit dem Füttern habe ich auch erwogen. Wollte noch den Abfall des Phosphates abwarten. Was empfiehls du derzeit. Ich nehme das von Claude + nanofood und Cyclop eeze.

    Gruß Bi

  • Hallo Bi,

    PRO-CORAL ZOOTON und probier mal REEF ACTIF. Das enthält zwar weder Phosphate noch Stickstoff aber die Korallen entwickeln ein kräftiges Gewebe. Auf längere Sicht würde ich auf jeden Fall auf letzteres umstellen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Dirk,

    ja, würde als Maßnahmen die zuletzt vorgeschlagenen auch ergreifen (würde natürlich unseren Test nehmen)!

    Matthias,

    das ATP wird ziemlich sicher nicht intakt als Molekül aufgenommen. Meines Wissens wird Phosphat immer als Orthophosphat aufgenommen, weshalb unter Phosphatlimitierung von Bakterien, Algen und wohl auch Korallen alkalische Phosphatase ausgeschieden wird. Diese spaltet die organischen und Polyphosphate in Orthophosphat. Der interessantere Bereich, wo diese Polyphosphate teilnehmen, ist die Kalkbildung, die insbesondere durch ATP, Pyro- und andere Polyphosphate gehemmt wird. Eine alkalische Phosphatase in diesem Bereich erhöht die Kalksättigung schon alleine durch die Spaltung dieser Polyphosphate. Versuche mit Polyphosphaten führten bei mir aber zu einem ungleichmäßigen Wachstum bei Acropora gemmifera, weshalb ich das dann nicht so gut fand. Ohne Phosphatzufuhr wuchsen die Korallen dann gleichmäßiger. Allerdings tauchten bei der Umstellung erstmals (damals noch im Jura-Museum) die Umstellungsprobleme mit dem Absterben von unten her auf.

    Hallo Hans-Werner,

    hört sich alles ganz logisch an, wenn dem wirklich so ist würde das aber schon heißen dass ATP für die koralle gut ist, da es ja von der alkalischen phosphatase gespalten wird um verwertet zu werden. Das resultat ist dann auch das gleiche, egal ob ATP direkt aufgenommen wird ( wovon ich ehrlich gesagt auch noch nie was gehört habe, muss aber nix heißen ) oder nur abgespaltenen phosphate.
    Was mir aber nicht so ganz einleuchtet ist die tatsache dass ATP das wachstum hemmen soll? Normal sollte das vorhandensein von ATP eher ein wachstumssignal für die zelle sein als umgekehrt.
    Natürlich kommts immer auf die dosis an, aber die wird wohl keiner kennen ...

  • Hallo,

    Rowa Merk bekomme ich nicht vor Ort. Hab heute rumtelefoniert.

    Jetzt zu eurem Erfahrungsschatz: Wenn Korallen, angefangen mit Montipora und Pocillopora, mit eingezogenen Polypen weiß werden - Was wäre die erste Vermutung? Man könnte aus der Erfahrung heraus ja zumindest die Möglichkeiten aufzählen.
    Die erste Koralle, gele Hysterix, ist fast komplett weis. Die Fragmente im Hauptbecken scheinen hoffentlich zu überleben. Aber wenn ich nicht bald was gescheites durchführe, hab ich ein paar Tagen eine Menge Korallen weniger.

    Mein Salifert Test funktioniert zumindest. Wenn ich in das Testwasser einen Tropfen Phosphat reingebe, wird er leicht blau.

    Gruß Dirk :wink

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