Korallen stehen seit einer Woche schlecht (Phosphatlimitierung?)

  • Hallo Matthias,

    ATP wird nur innerhalb der Zelle als Energieträger verwendet, außerhalb der Zelle ist es zunächst mal nutzlos oder eine "Wasserbelastung". Die "Wachstumshemmung"(?) ist eine Hemmung der Kalzifikation, die ja außerhalb der Zelle stattfindet und möglicherweise mit dem Umgebungswasser in Verbindung steht. Auf jeden Fall erlangt ein kalkgesättigtes Wasser, das Pyrophosphate enthält bereits ein Potential zum Kalkaufbau durch die Spaltung der Pyrophosphate, weil die Pyrophosphate die Kalkbildung stärker hemmen als die durch deren Abbau entstehenden Othophosphate. Simpel ausgedrückt, wenn ich ein kalkgesättigtes Wasser mit Pyrophosphaten habe und alkalische Phosphatase dazugebe wird es trüb durch Kalkausfällungen. Veröffentlich hat die Sache mit den "crystal poisons of calcification" Simkiss, ich glaube schon 1964.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von D_Hoffmann
    Hallo,

    Rowa Merk bekomme ich nicht vor Ort. Hab heute rumtelefoniert.

    Jetzt zu eurem Erfahrungsschatz: Wenn Korallen, angefangen mit Montipora und Pocillopora, mit eingezogenen Polypen weiß werden - Was wäre die erste Vermutung? Man könnte aus der Erfahrung heraus ja zumindest die Möglichkeiten aufzählen.
    Die erste Koralle, gele Hysterix, ist fast komplett weis. Die Fragmente im Hauptbecken scheinen hoffentlich zu überleben. Aber wenn ich nicht bald was gescheites durchführe, hab ich ein paar Tagen eine Menge Korallen weniger.

    Mein Salifert Test funktioniert zumindest. Wenn ich in das Testwasser einen Tropfen Phosphat reingebe, wird er leicht blau.

    Gruß Dirk :wink

    Hallo,

    wie gesagt, bevor wir dir hier falsche tipps geben wäre es wichtig dass du an den test kommst um mal mit sicherheit ein zu wenig po4 auszuschließen.
    Die frage ist wie die korallen weiß werden, ob sich das gewebe auflöst und du das weiße skelett siehst oder ob das gewebe noch dran ist ( also die polypen ) und nur sehr sehr hell ist. Da wären fotos hilfreich.
    Wenn du ein getrenntes hauptbecken hast das besser steht liegts natürlich nahe einfach alle korallen dort auf den boden zu stellen.

    Gruß

    @ hans-werner,

    Das stimmt, die kalzifikation findet extrazellulär statt, die energie dafür muss aber von der zelle bereitgestellt werden die die extrazelluläre matrix sezerniert und hier wäre dann ATP ( bzw. die po4 aufnahme durch die AP ) für die zelle wachstumsfördernd.
    Wenn das ATP im wasser die kalzifikation direkt beeinflusst, muss man sich halt wieder die frage der dosis stellen, gibts eine ATP konz. die man zugeben kann und einen positiven effekt vermittelt.

  • Hallo Matthias,

    - Du gibst aber das ATP ins Wasser und es wird wahrscheinlich nicht als ATP in die Zellen aufgenommen.

    - Voraussetzung für einen Nutzen ist Phosphatlimitierung. Wenn ohnehin genug Phosphat vorhanden ist wirkt es vermutlich nur hemmend, weshalb ich die Zugabe von Pyrophosphaten mit gut verfügbarem Stickstoff kombiniert habe. Ich war mit dem Ergebnis trotzdem nicht zufrieden.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Matthias,

    - Du gibst aber das ATP ins Wasser und es wird wahrscheinlich nicht als ATP in die Zellen aufgenommen.

    - Voraussetzung für einen Nutzen ist Phosphatlimitierung. Wenn ohnehin genug Phosphat vorhanden ist wirkt es vermutlich nur hemmend, weshalb ich die Zugabe von Pyrophosphaten mit gut verfügbarem Stickstoff kombiniert habe. Ich war mit dem Ergebnis trotzdem nicht zufrieden.

    Gruß

    Hans-Werner


    Hallo,

    genau deswegen kam ich ja drauf, anstatt einfach po4-salze ins becken kippen würde ich lösungen mit ATP ( also auch mit stickstoff, der ist ja in jeder aminosäure usw. ) in geringen mengen zugeben . So kann man ganz einfach einer limitierung vorbeugen bzw. gegensteuern :smiling_face:

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