Natürliche Lebenserwartung von Fischen ?

  • Hiho
    Neulich ist mein erster Fisch,eine Gelbschwanzdemoiselle,im alter von ca 10 Jahren verstorben.Finde ich schon ganz beachtlich für son kleines Fischchen :grinning_face_with_smiling_eyes:
    Wie hoch ist die Lebenserwartung von solch keinen Fischen eigendlich im Riff draußen?Ich meine jetzt nicht wie alt sie biologisch werden können,sondern Umweltbedingt durch Freßfeinde ect.

    gruß Michael

  • Hallo Michael,

    ich weiß nicht, ob es auf diese Frage eine richtig kompetente Antwort gibt, ich kann sie jedenfalls nicht geben. Dazu müßte man die Altersstruktur der Fischpopulation eines Riffabschnittes feststellen und abschätzen, wieviele Larven in diesem Abschnitt järlich produziert werden. Ziemlich sicher überlebt ein großer Teil der Fischlarven nicht bis zur Verwandlung in Fischchen, insbesondere nicht bei längeren planktonischen Larvenstadien. Das senkt natürlich die durchschnittliche Lebenserwartung stark herab. Dann kommen die vielen Fische, die es nie schaffen ein Revier zu besetzen und deswegen in Kämpfen schwer verletzt werden, an Krankheiten sterben oder gefressen werden.
    Wenn man vor diesem Hintergrund bedenkt, dass die durchschnittliche Lebenserwartung von Singvögeln und sogar von mittelgroßen Säugetieren wie dem Fuchs nur bei 1 bis 1 1/2 Jahre liegt, kann man die durchschnittliche Lebenswerwartung von Rifffischen auf maximal wenige Monate schätzen, vielleicht sogar wegen der großen Verluste bei planktonischen Larven auf wenige Wochen. Zieht man das Larvenstadium ab, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung sicher trotzdem unter einem Jahr.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Ich denke auch dass es sehr schwierig ist das Abzuschätzen.
    Sicher ist dass diese kleinen Stinkstiefel im Aquarium lange leben :winking_face:

    In der Natur sind sie halt für viele Feinde nur ein Happen für Zwischendurch.
    An Altersschwäche wird da wohl kaum einer sterben.

  • Das würde ja bedeuten, dass wir aufgrund unserer Pflege den Tieren sogar ein längeres Leben "ermöglichen", als es in der Natur der Fall wäre!

    Wenigstens mal ein positiver Aspekt unseres Hobbys!

    Noch glücklicher wäre ich, wenn wir es ermöglichen könnten, mehr Lebewesen des Riffs nachzuzüchten und auf Naturentnahmen quasi verzichten zu können!

    Gruß
    Flo

  • Tja, diese Meinung teile ich auch, dass Nachzuchten gefördert werden sollten.
    Dennoch muss ich immer wieder feststellen, dass im Laden zu den zum Teil wesentlich billigeren Wildfängen gegriffen wird und die Nachzuchten aufgrund ihres vermeintlich teuren Preises zum Ladenhüter werden.

    Und das, obwohl bei den erwachsenen Wildfängen nicht einmal das Alter bekannt ist - möglicherweise schon nahe am natürlichen Lebenende?

    Vielleicht können hier die Käufer etwas bewegen, denn im Bio-Bereich haben die Käufer inzwischen ja schon etwas erreichen können.

    Vielleicht teilt ihr ja meine Meinung und es kommt Bewegung in die Nachzuchtszene.
    Gruß Elena

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

  • Hallo!

    Also mir ist bislang auch noch nie bewusst aufgefallen bzw. darauf hingewiesen worden, dass Nachzuchttiere vorhanden sind. In keinem der von mir besuchten Läden habe ich diesbezüglich etwas gesehen. Habe aber auch nicht explizit nachgefragt.
    Außer von Occellaris-Nachzuchten habe ich auch noch von keiner anderen Art etwas gehört!
    Gibt es denn nicht so etwas wie ein Zuchtverzeichnis - sprich eine Übersicht über Zuchterfolge bzw. den aktuellen Stand bei verschiedenen Fischen?

    Gruß
    Flo

  • Hallo,

    hier werden hin und wieder Nachzuchten angeboten. Das steht dann aber auch ganz fett dran.

    Grüße
    Christian

  • Zitat

    Original von Tsumi
    Hallo,

    hier werden hin und wieder Nachzuchten angeboten. Das steht dann aber auch ganz fett dran.

    Grüße
    Christian

    Meinst Du jetzt hier im Forum?

    Gruß
    Flo

  • Hiho
    1 Jahr in freier Wildbahn ist ja wirklich nicht viel . :frowning_face: So auf drei bis vier hätte ich schon getippt.Fische hab ich zwar noch keine drin,dafür sind alle meine Korallen bei Joe aus dem Becken gefangen ^^Wobei ich bei Fischen wohl auch lieber zu Nachzuchten greifen würde.Schätze mal das die etwas robuster sind.
    Vom Süßwasser her kenne ich das genau anders herum:Wildfang war damals automatisch teurer als eine Nachzucht.
    gruß Michael

  • Hallo Michael, hallo zusammen,

    wie geschrieben, die geringe durchschnittliche Lebenserwartung kommt auf Grund der hohen Sterblichkeit bei Jungfischen zustande. Ein Revierinhaber kann sicher einige Jahre, vielleicht Jahrzehnte alt werden, je nach Art (Karpfen aus dem Süßwasser konnten an Hand der Jahresringe auf den Schuppen auf über 60 Jahre bestimmt werden. Große Karpfen haben allerdings kaum noch Feinde außer dem Menschen).
    Es ist zumindest fraglich oder eher unwahrscheinlich, dass die Jungfische mit der höchsten Sterblichkeit in der Natur für den Handel gefangen werden. Wahrscheinlich sind von den meisten Arten die Handelsfische schon "aus dem Gröbsten raus".

    Grüße

    Hans-Werner

  • hi,

    ich finde die fragestellung auch sehr interessant. gerade in bezug auf grössere fische wie dücker, muränen oder feuerfische.
    da ich selber zwei feuerfische habe (antennata) habe ich mich schon öfters gefragt mit welchem alter ich sie wohl bekommen habe. leider habe diesbezüglich noch keinen artikel gefunden.


    gruss bernd

  • Zitat

    Original von flexistone

    Außer von Occellaris-Nachzuchten habe ich auch noch von keiner anderen Art etwas gehört!
    Gibt es denn nicht so etwas wie ein Zuchtverzeichnis - sprich eine Übersicht über Zuchterfolge bzw. den aktuellen Stand bei verschiedenen Fischen?

    Gruß
    Flo

    Hallo Flo, schau doch mal ins Larvenlexikon da sieht man dann schon welche Arten nachgezüchtet werden können.
    Sicher sind dort auch einige Bilder von Larven die nach einigen Tagen dann aufhören an diesen Arten wird dann häufig aber noch weiter gearbeitet :winking_face:
    Ich denke das wir Züchter gerade im bereich A.ocellaris den Markt hier in D abdecken können trotztem werden immer noch so viele Clownfische importiert. Der Preis für eine Nachzucht müsste normal nicht höher als für einen Wildfang sein, da die Händler praktisch nie einen Ausfall der Tiere haben!

    P.s: ich kenne jemanden da feiern die ocellaris dieses Jahr Silberne Hochzeit und die Tiere laichen immer noch regelmässig ab :thup

    Einmal editiert, zuletzt von IrisB (25. Oktober 2007 um 22:00)

  • Hi zusammen

    da muss ich doch noch was schreiben.
    Um auf die Zuchtfrage zu kommen, es hat sich doch echt in den letzten Jahren viel getan. Klar sind damit keine Stückzahlen zu errreichen, noch nicht. Aber irgendwann kommt das auch. Iris hatte ja schon geantwortet, guck mal da gibt es enige Seiten die sich mit der Zucht näher beschäftigen wo man auch Hobbyzüchter unter einen Hut brint. Neben dem Larvenlexikon gibt es da noch die Gemeinsatz http://www.ifmn.net die sich hier besonders stark gemacht hat.

    So ein bisserl liegt das ganze auch am Aquarianer... Wenn wir nicht bereit sind für das Nachzuchttier mehr zu zahlen als für den meist doch empfindlicheren Wildfang, wird der Handel kaum reagieren, wenigstens nicht die meisten. Und das ist halt das Gro. Daher liegt es an vielen Faktoren. Es sind schon etliche Arten gezüchtet worden, vor allem Wolfgang Mai hat richtig gut Erfolge auch über die Anemonenfische hinaus neben anderen noch, aber Mai ist der bekannteste.

    Und Iris selber hat ja sehr viel Aufsehen erregt als Sie Tangfeilenfische nachgezüchtet hat !
    Da müsstet ihr mal in der Suche schauen, waren Klasse Bilder

    Im übrigen kann ich jedem nur empfehlen den Vortrag von Iris Bönig in Sindelfingen auf der Fisch und Reptil anzuhören. Wenn er nur halb so gut ist wie die Zuchtergebnisse.....


    Tja, diese Meinung teile ich auch, dass Nachzuchten gefördert werden sollten.
    Dennoch muss ich immer wieder feststellen, dass im Laden zu den zum Teil wesentlich billigeren Wildfängen gegriffen wird und die Nachzuchten aufgrund ihres vermeintlich teuren Preises zum Ladenhüter werden.

    Und das, obwohl bei den erwachsenen Wildfängen nicht einmal das Alter bekannt ist - möglicherweise schon nahe am natürlichen Lebenende?

    Vielleicht können hier die Käufer etwas bewegen, denn im Bio-Bereich haben die Käufer inzwischen ja schon etwas erreichen können.

    Vielleicht teilt ihr ja meine Meinung und es kommt Bewegung in die Nachzuchtszene.
    Gruß Elena

  • Hallo zusammen,
    Robert, ich denke alle Züchter zusammen, könnten den gesamten Bedarf für deutschland mit ocellaris Nachzuchten abdecken. Es ist mir unerklärlich warum immer noch so viele Händler auf Wildfänge zurück greifen die oftmals so schlecht ankommen das man einige Verluste einstecken muss. Hier in der Gegend zahlt man für eine ocellaris Nachzucht zwischen 12-13 Euro. Wildfänge kosten in der Regel das gleiche.
    trotzdem werde immer noch so viele importiert, wenn der Kunde ein ocellaris kaufen will, geht er in das nächst beste Geschäft und holt sich einen egal ob WF oder NZ er kauft das was da ist...kaum einer geht los und sagt heute kaufe ich eine Nachzucht und das ist das Problem man muss/sollte es imemr wieder erwähnen das es die Möglichkeit gibt auf Nachzuchten zurück zu greifen leider sitzt es immer noch nicht in den Köpfen der Aquarianer das schon viel mehr möglich ist! Die Zucht mariner Tiere wird hoffentlich nicht erst dann so bekannt, wenn die Marktpreise für Wildfänge in die Höhe gehen oder immer mehr Arten auf die rote Liste kommen!! (letztes Beispiel P.kauderni)
    Wir werden nach Sindelfingen mal einige Nachzuchten mitbringen von der Schnecke, Garnele bis zum A.tomentosus haben wir einiges dabei, ich hoffe wir können so das Interesse an Nachzuchten wecken oder Aquarianer dazu ermutigen sich selbst mit der Zucht zu befassen!

  • Hallo zusammen,

    habe diesen Thread noch einmal hochgeholt, weil es ja ausdrücklich um die Lebenserwartung von Fischen im natürlichen Lebensraum ging. Ich habe dazu gerade einen interessanten Treffer gefunden: Von 109 Fischen einer Salarias-Art war keiner auch nur ein Jahr alt.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo,
    Georg von der Meerwassertenne hat einen Pyjamabarsch,der über 16 Jahre ist. Den hat ein Kunde mal gebracht,der Ihn 15 Jahre in seinem Becken hatte. Der sieht aber auch richtig alt aus,schwimmt aber noch.
    Gruß Stephan

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