Unmöglich ? Echte Wellensimulation im Aquarium...

  • Hallo, Leute, ...mit Erstaunen lese ich im Meerwasserforum alle Beiträge über die Wellensimulation und wie man das auch in einem Aquarium bewerkstellen kann.
    Nun habe ich eine ganze Reihe von Aquarienanlagen gebaut und komme nach 17 Jahren Anlagenbau zu folgendem Ergebniss : ...Eine echte Wellensimulation im Aquarium ist technisch und praktisch nicht zu erreichen.. Und zwar aus folgendem Grund : bei einer Wiegeströmung, z.B. wie sie in Karibikgewässern anzutreffen ist, müsste man im Aquarium mit Pumpen, Schaufelrädern, hydraulischen Stempeln, das Wasser in eine Art wiegende Strömung versetzen und zwar nicht einfach so an 2 oder mehreren Stellen, sondern in den Seitenflächen insgesamt ! Das ist im Aquarium noch mit techn. Mitteln zu machen aber jetzt kommt das Problem : wird das Wasser in eine Wiegeströmung gebracht, werden die Wassermassen an den Seitenscheiben wieder abgebremst, sie knallen also mit voller Wucht gegen die Statik. Und je länger man den Intervalltakt beibehält, desto höher werden die Kräfte, die bei einem Silikonverklebtem Becken auf die Nähte drücken. Man stelle sich das so vor : eine ganze Division Soldaten marschiert im Stechschritt auf eine lange Brücke zu. Bedingt durch die gleichmäßigen Schritte, fängt die Brücke an zu schwingen, die Kräfte werden mit jedem Schritt höher und höher. Eine Brücke kann so zum Einsturz gebracht werden. Jeder, der mal gedient hat, kann bestätigen, das Marschordnung an Brücken aufgehoben ist. Übertragen auf ein Aquarium hieße das so : gleichmäßige Wasserschwingungen, erzeugt mit Pulsautomatiken, würden das Wasser im Aquarium bereits nach wenigen Minuten überschwappen lassen, wenn man nicht über ringsumlaufende Glasstreben verfügt. Sind diese Stege vorhanden, bleiben die Kräfte im Aquarium, im theoritschen Sinne könnte das Becken anfangen zu wandern, wenn man den Impuls nicht stoppt. Alles Theorie, werdet Ihr jetzt denken, Schwarzmalerei ? Nein, ich habe das mal selbst ausprobiert 14St. 12er Red- Dragon Pumpen habe ich in einem 15.000 Liter-Aquarium, im 8 Sekunden-Takt gepulst. Bereits nach 2 Minuten, war die gesamte Wassermasse in eine derartige Schwingung versetzt worden, das ich einen Wellengang von 20cm Höhe hatte. Ein phänomenales Erlebniss für die Fische, Korallen und für mich. Doch dann wurde der Impuls schnellstens wieder gestoppt, die Wassermassen krachten mit einer solchen Wucht gegen den Aquariumkörper, das mir Angst und Bange wurde, denn für diese Gewalteinwirkung war das Aquarium dann doch nicht gebaut worden. Aber zugegeben : Der Wellengang im Aquarium, der sich auch bis zum Bodengrund runterzog, war schon ein toller Anblick. So bin ich dann eben doch wieder dazu übergegangen, auf Wellenschlag zu verzichten. Mehrfach wurde dazu, hier im Forum, der Oloid-Rührer angesprochen.
    Mit einem Oloid-Rührer wird man auf keinen Fall eine Wellensimulation erreichen, da er sich ja immer nur in eine Richtung dreht. Auch aus optischen und nicht zuletzt auch aus finanziellen Gründen, lehne ich ihn ab. Die neuen Tunze-Stream Pumpen sind auf jeden Fall der Weg in die richtige Fahrspur, ich persönlich werde sie nicht einsetzen, da ich in der Vergangenheit mit Tunze-Tauchpumpen, leidvolle Erfahrungen sammeln musste. Ich habe keine Lust, ständig die blockierten Pumpen aus dem Aquarium zu ziehen und mühsam zu entkalken und reinigen. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Probleme mit den neuen Stream-Pumpen gelöst sind. Aber ich lass mich gern eines besseren belehren. Und vielleicht findet dann ja doch noch einer die ultimative Lösung für eine Wellensimulation im Aquarium. Dann lasst mich es wissen.
    In dem Sinne..... Klaus Jansen

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

  • Hallo Klaus,

    mein Vorschalg ist jetzt nicht unbedingt etwas für kleine Becken, aber könnte man nicht den Druck, den die Wellen ausüben mit Drucksensoren kontrollieren und darüber die Pumpen steuern die die Wellen erzeugen??? je größer die Wellen werden umso länger müßten die Abstände werden in denen ein neuer Puls von der Pumpe kommt, oder irre ich mich da? über den Druck könnte man dann doch die Zeit zwischen den Pulsen regeln.

    MfG, Frank


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    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • Hallo Klaus,

    nur mal so ein Gedanke.

    Wenn Du den Wellengang von einer Seite aus steuerst und die gegenüberliegende seite in ein 45 Grad Winkel, anfang der halben Becken höhe, als "Ablauf" benutzt, so könnten sich event. die Schwingungen für Becken positiv auswirken und gleichzeitig würden Sie gebremst.

    ich bin selbst in einer Planung von einem becken in den maße 300x180x100 (lxbxh) und mache mir ernsthafte gedancken zur einer echten wellensimulation.

    deswegen wird die höhe des wasserstandes ca. 100 cm betragen aber die gesamtbeckenhöhe wird wahrscheinlich ca. 140 cm.

    aber das ganze dauert noch was, aber so habe ich es mir vorgestellt mit dem 45 grad winkel...

    Nachtrag: Der Winkel sollte dann vom Beckenende an gehen, also nochmal so ca. 80 cm. Wie ein Riffdach im Bereich einer Sandzone, d.h. die Beckenläne ist nicht 300 cm sondern ca. 380 cm.

    ups, noch ein Bier und ich bin im Bett....

    Einmal editiert, zuletzt von Lutz (6. Januar 2003 um 02:08)

  • Zitat

    Original von Klaus Jansen
    Tunze-Tauchpumpen, leidvolle Erfahrungen sammeln musste. Ich habe keine Lust, ständig die blockierten Pumpen aus dem Aquarium zu ziehen und mühsam zu entkalken und reinigen. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Probleme mit den neuen Stream-Pumpen gelöst sind. In dem Sinne..... Klaus Jansen

    Moin Klaus :grinning_squinting_face:

    hast du denn schon die neuen Tunze (braunes Gehäuse) ausprobiert? Oder meinst du die Luftgekühlten aus unserer Jugend :smiling_face:

    Ich habe mit der "neueren" Generation absolut keine Probleme. Würde mir allerdings auch nie wieder eine Luftgekühlte 2002 oder 4002 anschaffen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo alle,

    tendenziell schließe ich mich der Meinung von Klaus Jansen an. Obwohl ich der Meinung bin, daß sich wogende Wellen realisieren ließen, jedoch nicht in einem konventionellem Aquarium. Daher bin ich auf die Offenbarung von Oliver Pritzel extrem neugierig.

    Wenn man sich einmal die Natur als Vorlage ansieht, dann sehe ich bei den bisherigen Vorschlägen oder Denkansätzen immer eine Steilküste wie z.B. in Schottland vor mir, die gewaltigen Brandungsbrechern standhalten muß. Andererseits kann man sich ein Strandgebiet im Indischen Ozean vorstellen, wo die Wellenberge durch vorgelagerte Riffe abgefangen werden und anschließend sanft am Strand auslaufen. Sogar die berühmten Surfgebiete in Hawaii strömen am Strand nur langsam auf.

    Großaquarien und Freibäder mit Wellenbad machen es übrigens der Natur nach, die Wellen laufen langsam bei ansteigendem Boden aus. Im Übrigen schafft man es mit ganz normalen aber leistungsstarken Pumpen, die gesamte Wassermenge in Bewegung zu bringen. Man montiert mehrere Pumpen an einer Schmalseite und läßt sie im gleichen Takt pulsieren. Aber auch hier habe ich das von Klaus Jansen beschriebene Aufschaukeln beobachten können. Allerdings ist mein Aquarium dabei an seinem Stammplatz geblieben.

    Dennoch muß sehr viel mit verschiedenen Einstellungen herumprobiert werden, was ich noch einmal mache, wenn meine Turbelle 4002 lauffähig ist und ich somit mindestens 2 Turbellen 2002 und eben die 4002 an einer kurzen Seite meines Beckens montieren kann. Mein Steuergerät läßt bis zu vier Turbellen mit der hohen Leistungsaufnahme zu. Das kann aber dazu führen, daß die Nerven extrem beansprucht werden wenn drei oder vier Turbellen innerhalb von ein paar Sekunden hoch- und runterfahren. Wegen diesem „singendem“ auf und ab der Motoren habe ich das auch nicht weiter betrieben aber vielleicht bin ich mittlerweile ja etwas schwerhöriger geworden.

    Mit den billigen PowerHead-Pumpen die man mittlerweile immer öfter über Schaltuhren ein- und ausschaltet geht es jedoch nicht. 1. wegen dem zu langen Schaltabstand und 2. wegen der abrupten Leistung von 100 %. Die Pumpen müssen kontinuierlich zwischen Minimum und Maximum gefahren werden.

  • Zitat

    Original von Ralph D. Huber
    Hallo alle, 
    Allerdings ist mein Aquarium dabei an seinem Stammplatz geblieben.
    [/COLOR]

    Hallo Ralph, hallo Klaus,
    Auch ich bin skeptisch was eine solche Wellensimulation betrifft, aber über das "WANDERN" des Aqu. braucht Ihr Euch keine Sorgen zu machen. Auch wenn unser Albert Einstein den Isaac Newton ziemlich korrigiert hat, so gilt doch immer noch Newtons Gesetz von ACTIO und REACTIO. Diese Gesetz hat bisher nur Baron von Münchhausen ausser Kraft gesetzt, der sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen hat und deshalb heißt der Mann ja auch so....
    Grüße, Rainer

  • Hi zusammen,

    Ich habe bisher alle Diskussionen bezgl Wellenschlad bzw. -gang mitverfolgt und mri auch schon sehr viele eigene Gedanken gemacht.
    Wie ihr es schon beschrieben habt, bei rechteckigen Becken ergibt sich immer das Problem daß die Wellen
    gegen die Scheibe klatschen.
    Es gibt dann zwei Möglichkeiten, entweder so wie Ralf es schreibt, Auslaufzone, bzw. Wellenbrecher.
    Oder was ich mir schon öfter gedacht hab, ein rundes Becken. Die Strömung läuft dan Kreisförmig rund um und muß nirgends abgefangen werden.
    Ich denke aber sowas ist auch schwierig zu simulieren.

    Ich bin auch schon sehr gespannt auf das Gerät von Oliver Pritzel. Wen es hält was es verspricht, gibts bald Wellengang in unseren Becken.

    Ach ja, eine andere Möglichkeit Wellen aufzufangen:
    Beispielsweise löscht sich eine Schallwelle mit einer um 180° Phasengedrehten Welle vollständig aus.

    Die Frage wäre ob man sowas auch mit Wasserwellen machen kann. Ich denke aber schon, wird aber nicht 100%ig funktionieren.

    Auch könnte man Wellen durch Mehrfachraflexion zum erliegen bringen. Wird aber wohl im Aqua nicht funktionieren.

    Grüße
    Max

  • Hallo Herr Jansen,

    keiner will doch eine Wirkliche Wellensimulation mit 20cm Wellen auf der Oberfläche habe. Entscheident ist doch das Strömungsbild welches sich unter einer Welle annähernd ergibt. Hier funktioniert es ähnlich dem Prinzip eines "akkstischem Kurzschlußes" bei Lautsprechern. Die Energie, die ich in eine Richtung abgegeben wird, muß an einer anderen Stelle im gleichem Verhältnis kompensiert werden. Man sollte nichts für unmöglich halten
    Gruß
    Oliver

  • Hallo, Olliver,
    sorry für das Du, ich wurde aber daraufhingewiesen, das man sich hier duzt.....
    also, eine echte Wellensimulation ist für mich eine gleichmäßige Wiegeströmung, eben gleichmäßig von oben nach unten und nicht wieder eine laue Streicheleinheit für die Softkorallen. Punktförmiges Abblasen, mit minmalem Strömungsaustrittsöffnungen wie bei kleinen Strömungspumpen, ist auch nix.... was man eben will ist eine gleichmäßige Strömung. Aber der Denkansatz mit dem US-Wellengenerator ist auf jeden Fall techn. der richtige erste Schritt. Die Zukunft wird zeigen, ob die Technik sich bewährt. Überfällig ist es schon lange. Übrigens so neu ist die Idee mit dem Wavemaster gar nicht. Ich habe vor über 10 Jahren, bei einem Bastelfreudigem Renter ein Gerät gesehen, das dem US-Wavemaster sehr ähnlich ist. Die techn. Probleme konnten nicht gelöste werden, insbesondere der Antrieb und die Spindel waren dauernd defekt, die Kiste wurde nach 1 Jahr wieder aus dem Becken entfernt. Ich hab das Gerät hier im Lager. Der Motor war ein 12 Volt Scheibenwischermotor, der Antrieb wurde nicht über Riemen, sondern über Kunststoffgetriebezahnräder übertragen, die im Wasser liefen und so auch dann optimal geschmiert wurden. Vielleicht schaffst Du es ja, die Probleme zu bewältigen, dann lass mich es wissen, ich baue schon seit längerem an meinen 2 Meerwasserbecken und ich bin für neue Technologien immer aufgeschlosssen.

    Grüße.... Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

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