Hilfe: Bekomme eine zuverlässige Salzmessung nicht zustande!

  • Hallo,

    habe ein riesen Problem. Morgen (eigentlich heute) soll das Becken voll mit Seewasser werden und ich bekomme die Salzgehaltsmessung nicht richtig hin.

    Habe ein Refraktometer (angebl. von Deltec - steht aber nirgendst drauf) und ein WTW Leitwertmeßgerät (Standgerät). Allerding ist die Meßzelle eines unbekannten Alters und somit keine Ahnung, ob die Messungen vertrauenswürdig ist. Die Konstante, die ich im Gerät bei der Kalibrierung einstellen mußte, lag um die 0,610.

    Nun habe ich eine neue Kalibrierlösung von IKS gekauft. Die Ausführung 50 mS bei 25°C.

    Habe das WTW Gerät damit kalibriert (auf die Temp auch geachtet) und dabei eben eine Zellkonstante von 0,610 einstellen müssen, damit das Gerät die 50 mS auch anzeigt.

    Dann habe ich die Kalibrierlösung auf das Refraktometer getan (dieses habe ich davor mit exakt 25°C warmem Osmosewasser und Destiliertem Wasser auf den Nullpunkt eingestellt). Das Refraktometer zeigte bei der Messung der Kalibrierlösung auf der linken Skala 1.018 an und auf der rechten Skala die 24.

    Eignet sich Kalibrierlösung überhaupt zum Refraktometer überprüfen oder ist diese nur für Leitwertmeßgeräte zu verwenden?

    Dann habe ich eine zweite Vergleichsmessung vorgenommen:

    Das bisher hergestellte Salzwasser im Aquarium mit dem WTW Gerät gemessen, ergab 49 mS bei 24.8°C.

    Das gleiche Wasser mit dem Refraktometer gemessen ergab 1,026 auf der linken und 34 auf der rechten Skala.

    Beide Messungen habe ich mit dem Excel-Kalkulator von Thomas Chronz verglichen. Bei beiden Messungen müsste anderes herauskommen. Ich weis nicht was da falsch messen tut. Das WTW Gerät oder das Refraktometer. Die Abweichungen sind ja nicht mehr als klein zu bezeichnen. Möglicherweise messen beide Geräte falsch.

    Keine Ahnung was zu tun ist. Hat jemand eine Erklärung dafür?

    Vermutlich bleibt mir nichts anderes übrig als mit dem Refraktometer zu einem Seewasserhändler zu gehen und es überprüfen zu lassen. Aber vielleicht ist das nicht nötig und Ihr habt eine Idee was da los sein könnte.

    Gruss
    Artur

  • Hallo Artur!

    Zitat

    Original von seaart

    oder ist diese nur für Leitwertmeßgeräte zu verwenden?


    Davon würde ich mal grundsätzlich ausgehen...

    Zitat

    Original von seaart

    Dann habe ich eine zweite Vergleichsmessung vorgenommen:

    Das bisher hergestellte Salzwasser im Aquarium mit dem WTW Gerät gemessen, ergab 49 mS bei 24.8°C.

    Das gleiche Wasser mit dem Refraktometer gemessen ergab 1,026 auf der linken und 34 auf der rechten Skala.

    Das passt eh - Du willst eine Salinität von ca. 34-35 und Dein Leitwert sollte ja auch ca. 50 mS betragen. Also alles :thup !

    lg, Alex

  • Die Meßwerte passen doch halbwegs gut zusammen. Bei Refraks kommt relativ häufig vor das sie ~1psu zuviel anzeigen.

    34psu wären normalerweise 51,5ms/cm@24,8°C

    wenn du davon ausgehst das das Refrak etwas zuviel anzeigt (z.B 1 psu zuviel)
    33psu wären 50,16ms/cm@24,8°C, gemessen hast du 49 ms/cm @24,8°C

    Wenn Du es exakt wissen möchtest, würde ich einmal mit einer großen Spindel parallel messen und dann die Abweichung zur Refrakanzeige und oder zur Leitwertmessung ermitteln.

    und....vergesse einfach die Angabe der relativen Dichte des Refraks!

    Ob die Werte der verschiednene meßmethoden zusammenpassen kannst Du übrigens selbst mit dem Programm Teil "Salinitäts umrechnungen" von AquaCalculator überprüfen.

    lG Martin

  • Danke, Ihr habt recht. Habe gestern Nacht noch herausgefunden, dass die Dichte-Angaben auf dem Refrak nicht beachtet werden sollten. Das hat mich ständig durcheinander gebracht.

    Grüße
    Artur

  • HI Artur

    Wenn Du meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema hören willst: Schmeiss den ganzen elektrischen und optischen Mist weg und kauf Dir eine ordentlich große Spindel. Die sind ab Werk für alle Ewigkeit kalibriert und damit hast Du dann Ruhe. Selbst wenn Du irgenwelche tollen und komplizierten Geräte benutzen willst, dann würde ich die Spindel immer noch als Refernz in der Hinterhand haben.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Artur,

    eine reine LEITWERT-Kalibrierflüssigkeit kannst du nicht für das Refraktometer verwenden, da dieses nicht
    den Leitwert sondern die Lichtbrechung misst.
    Es gibt Kalibrierflüssigkeiten, die für beide Geräte geeignet sind, aber auf denen steht das dann auch drauf.

    Die WTW-Geräte sind nach meiner Erfahrung sehr gut, zumindest wenn die Temperatur nahe bei 25°C liegt.
    49 mS ergeben eine Salinität von 32.
    Dass das Refrak 34 anzeigt liegt wohl zum einen daran, dass es kein Meerwasser, sondern ein Kochsalzrefraktometer
    ist, die zeigen alle 1 zu viel im Meerwasser an. Und der Rest wird ein Kalibrationsproblem oder ein Ablesefehler sein.

    Ich bin zwar nicht so technikfeindlich wie Jens :grinning_squinting_face: empfehle dir aber ebenfalls im Zweifelsfall ein großes Aräometer
    zum Vergleich heran zu ziehen.

    Gruß Armin

  • Hallo,

    wollte nur weiter über meine Mess-Orgie berichten:

    Habe mir eine Leitwertflüssigkeit von Aqua Medic gekauft 50 mS bei 25 °C.

    Und eine aus Mruzek's Shop: Eine Salzlösung, die 53 mS und 35 ppm hat.

    Nun mit der Aqua Medic Lösung das WTW Gerät auf 50 mS eingestellt.

    Das Refraktometer mit Osmosewasser auf Nullpunkt eingestellt.

    Nun mit der Salzlösung von Mruzek auf dem Refrak getestet. Ergebnis: 35 ppm. OK.
    Dann mit der Salzlösung das WTW Gerät getestet. Ergebnis: über 57 mS. ???

    Das Chaos ist somit perfekt. Hat jemand eine plausible Erklärung oder Idee?

    Messe ich wiederum mein Seewasser mit dem WTW und dem Refrak, erhalte ich mit dem WTW ca. 53 mS und mit dem Refrak ca. 35 ppm angezeigt. Da stimmt es wieder.

    Das gegentesten in Aquaristikläden ist im übrigen witzlos. Habe in drei Läden am gleichen Tag das gleiche Wasser testen lassen. So verschlossen, dass nix verdunstet. Ergebnis: drei Läden, drei Tests, drei heftig abweichende Ergebnisse in alle Richtungen. Nach den Tess habe ich das Wasser nochmals getestet, es entsprach den gleichen Werten wie beim Einfüllen. Also hat sich während des Transports nichts verändert, was die Meßwerte hätte beeinflussen können.

    Grüße
    Artur

  • HI Artur,
    eine alte Weissheit sagt :

    Wer misst, misst Mist,
    wer mehr misst, misst mehr Mist ...

    lange Rede kurzer Sinn :

    Der absolute Wert ist garnicht so wichtig ( ob das jetzt 1.020 oder 1.023 in Dichte sind, es gibt wohl Händler, die halten Ihre Fische bei 1.018) ...
    Auch ist die Dichte in verschiedenen Meeren unterschiedlich.

    Viel wichtiger ist die Konstanz, daß der Wert nicht laufend unterschiedlich ist.

    Also nimm den Wert der Refrak's, lies es immer selbst ab und dann ist es gut.

    Die Salz-konzentration nach Leitwert sehe ich als nicht optimal:
    Ich habe ein kommerzielles temperaturkompensiertes Inline-Leitwertmeßgerät eingebaut .. ich komme mit dem Leitwert nie auf die Werte, die oben und in der Literatur angegeben sind : macht mir nix, denn mir reicht die Tendenz : geht der Leitwert nach unten, "wird das Salz weniger" und umgekehrt ... und dann messe ich mit dem Refrak nach ...
    Im Normalfall ist der Leitwert eine Gerade auf dem Schreiber .. dann ist's gut ..

    Ich denke, die Abweichungen des Leitwerts(LW) kommen daher, daß der LW ja eigentlich die Leitfähigkeit angibt, die durch die Inhaltsstoffe ( = Salze/Ionen ) erzeigt werden. Die sind ja auch bei jedem Salzhersteller unterschiedlich. Also sollte auch der LW bei gleicher Dichte bei Salzen unterschiedlicher Hersteller stwas unterschiedlich sein.


    Konrad

    Einmal editiert, zuletzt von Konrad S (26. Juni 2007 um 09:54)

  • Zitat

    Original von Armin Glaser
    Ich bin zwar nicht so technikfeindlich wie Jens :grinning_squinting_face: empfehle dir aber ebenfalls im Zweifelsfall ein großes Aräometer
    zum Vergleich heran zu ziehen.

    hi artur,

    wir halten es so wie armin sagt.

    immer wenn das leitwertteil einen differenten wert zum üblichen anzeigt, wird mit dem aräometer gegengemessen.

    und ansonsten in anlehnung wie konrad sagt: egal ob 1.021 oder 1.023 - hauptsache gesund. :]

    allerdings sind andere messwerte auch vom salzgehalt abhängig.

    das sollte dann bei starken abweichungen vom sollwert berücksichtigt werden.

    aber wie mit allen dingen: es wird nicht so heiss gegessen, wie es gekocht wird.

  • Hallo Artur,

    das hört sich ja seltsam an. Die einzige Erklärung die ich für das Leitwertmessgerät hätte, wäre die Temperatur.
    Wenn die Messtemperatur zu stark von 25°C abweicht, hat die Temperaturkompensation Schwierigkeiten, auch
    beim WTW.

    Ansonsten kann ich dir nur wieder ein großes Aräometer empfehlen. Und dann vergleiche mal die Ergebnisse
    mit diesem.

    Gruß Armin

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