Extrem schlankes Becken - meerwassertauglich?

  • Ein Hallo an die salzige Runde hier, mit der Bitte mich mit einem weisen Ratschlag zu einem ungewöhnlichen Beckenmass zu versorgen:

    ich könnte ein gebrauchtes Becken mit den Massen L 250cm T 35cm H 40cm bekommen. Macht schlappe 350l Inhalt bei einem sehr skurril anmutenden Längen-Tiefe-Verhältnis. Da ich interessierter Neuling in Sachen Meerwasseraquaristik bin, zielt meine Frage auf die Einschätzung der Experten, ob dieses Becken für einen Einstieg in dieses schöne Hobby geeignet sein könnte, oder ob der relativ geringen Tiefe und Höhe wegen davon abzuraten wäre.

    Gruss Thorsten

  • Hallo,

    ich maße mir den Titel Experte zwar nicht an, aber ich habe schon Becken mit ähnlichem Format gesehen.

    Zuerst behaupte ich ganz dreist dass es Geschmackssache ist und zweitens, dass es davon abhängt, was Du pflegen willst.

    Viele mögen Becken mit großer Tiefe. Ich selbst habe schon Angebote eingeholt für ein Becken 240x45x45, was aber dann doch aus Platzgründen gescheitert ist.

    Hier im Forum ist seit kurzem July Plankton vertreten, die hatte meines Wissens nach ein Becken mit ähnlichen Maßen. Ich denke, sie wird sich hier auch noch zu Wort melden und vielleicht auch ein paar Bilder davon einstellen.

    Viele Grüße
    Christian

  • :wink

    Ich hatte mal ein Becken mit 250x30x30...
    Habe mich nach 2 Jahren davon getrennt, weil man nichts vernünftiges damit machen konnte.
    Finde leider grad nur eine Ansicht von der linken Seite.
    Da kommen noch 1,5 Meter nach rechts. :grinning_squinting_face:

    Für Fische ist das nicht das Wahre, und ich hatte sogar Doktoren da reingepreßt.
    Aber wenn man weiß, was man möchte, und sich später auch daran hält, läßt da schon was machen.
    Ich hab mich nicht dran gehalten, deswegen hab ich später vergrössert.

    Tsumi: Schon passiert. :grinning_squinting_face: Habs gleich entdeckt.

    Liebe Grüsse Jule

  • Hi July - wo lagen denn deiner Meinung nach die Schwierigkeiten/Nachteile bei deinem doch sehr hübschen Bassin?

    Oder anders gefragt, was könnte ich mit meinem anfangen?

    Gruss Thorsten

    Einmal editiert, zuletzt von stp67 (17. April 2007 um 14:13)

  • Hi Thorsten

    ich würde mir das an deiner Stelle sehr gut überlegen.
    Die Maße sind m.M. nach nicht wirklich meerwassertauglich, außer man will nur ortstreue Tiere wie Knallkrebse pflegen.

    Die Tiefe wird dir fehlen, und das Höhen / Längen Verhältnis des Beckens ist wenig optimal.

    Ist aber sicher geschmackssache

  • Also ich finde die maße auch bicht gerade schön. Aber jeder Geschmack ist unterschiedlich auch gut so. Mir wäre zu wenig platz irgendwas auf zu bauen.


    MFG Pepe

  • Hi Thorsten,

    wir haben 100x60x60 und vergrößern jetzt auf 150x80x60.
    Das ist wie bei den Autos: Hubraum ( räumliche Tiefe ) ist durch nichts zu ersetzen :grinning_squinting_face:
    Und ich bin kein Autofreak.

    Aufbau ist bei vorhandener Tiefe einfach leichter zu gestalten.
    Und den Fischen bleibt ausreichend Schwimmraum.

    Wenn das Becken sehr billig ist,
    kannst Du es ja als Ablegerbecken für später kaufen.
    Da ist es eh besser wenn nicht so hoch und tiefe ist dann relatief

    Gruß,
    Wolfgang

  • Als Nachteil würde ich auch die grössere Fläche der Frontscheibe sehen. Du musst mehr putzen im Vergleich zu einer anderen Form bei gleicher Literzahl. :grinning_squinting_face:
    Als Vorteil der geringen Höhe ist natürlich , dass du weniger starke Lampen benötigst.
    Auch kleine Tiere sind durch die geringe Tiefe besser sichtbar, weil näher an der Frontscheibe.
    Ich denke, für den richtigen Besatz ist das eine interesante Sache. Nichts für Doctoren und andrere grosse Fische, aber kleine Grundeln, Anemonenfische und Korallen bestimmt geeignet.
    Nur würde ich es eher als Zweitbecken betreiben. Man ist doch zu sehr eingeschränkt und wird irgendwann wohl mehr wollen.

  • Tja ich merke schon, die Skepsis überwiegt - schade, es wäre aufgrund meines schlauchartigen Wohnungszuschnittes passend gewesen.

    Soeben habe ich auch erfahren müssen, dass keine Bohrungen im Becken vorhanden sind, was in Bezug auf die angesprochene Meerwassertauglichkeit einen weiteren Minuspunkt ausmacht.

    Ich denke, ich schwenke um auf südamerikanischen Bachlauf und versuche es mit rheophilen Raubsalmlern (Exodon paradoxus) - ist ja auch was Schönes...


    Danke für die Tips, vielleicht ergibt sich für mich ja noch die Möglichkeit des Einstieges..


    Gruss Thorsten

    Einmal editiert, zuletzt von stp67 (17. April 2007 um 16:28)

  • Probiere es doch!
    (halt ohne groß werdene Fischis )
    Wenns dann nicht taugt kannst es doch immernoch zu einem Bachlauf machen und fürs Riff ein anderes Becken aufstellen!

    LG Matze

  • oder du machst einen Strand auf einer Seite mit Krabben und Tieren, die auch an die Luft gehen.

  • Hhm - jetzt komme ich echt ins Grübeln - ein Mega-Nano mit Strandabschnitt wäre ja eine coole Stossrichtung.

    Nur die fehlende Bohrung für ein Technikbecken bereitet mir Kopfzerbrechen - es geht wahrscheinlich bei 350 l (bzw. minus Strand) auch ohne ein solches, oder?

  • kleb doch innen eine Abtrennung ein wo du deine Technik verbergen und installieren kannst! zb wie Andreas Pridzun (schreibt man den so?) also quasi auf einer seite ein Technikabteil!

    LG Matze

  • Das hat mit der Grösse nichts zu tun, eher mit dem Besatz.
    Man benötigt nicht unbedingt ein Technikbecken. Es gibt auch Abschäumer, die außen ans Becken gehangen werden. Du könntest aber auch einen kleinen Teil des Beckens abtrennen und dort die Technik reinsetzten. Also ein Technikbecken im Becken. Dazu benötigst du nur eine Scheibe die etwas weniger Höhe hat als der Wasserstand. Das Wasser fliesst dann in den Technikteil und wird dort gereinigt und dann mit einer Pumpe zurück ins Becken gepumpt.
    Du kannst aber auch nachträglich Löcher bohren (lassen) , oder einen Überlauf über den Beckenrad zu einem Technikbecken machen. DIe teile heißen Flow Box, oder Überlauf.

  • Meine Meinung her die tiefe und Höhe ist zu wenig.Aber nur als ablege für SPS u.s.w wäre optimal.

  • So dann mal vielen Dank für eure Anregungen - ist nett hier.

    Ich weiss zwar jetzt immer noch nicht genau, was ich machen werde, aber bin charmant in eine bestimmte Richtung gebracht worden, so dass ich jetzt ausreichend Material für Gedankenspiele habe.

    Gruss Thorsten

  • Mein Becken damals hatte auch keine Bohrung, aber die haben wir dann ganz schnell nachgeholt.
    Diamant-Lochfräser ausgeborgt, Glasscheibe eingeklebt und fertig.

    Meine Meinung zu so einer Größe ist:

    Vorteile
    -Man kann es echt genial einrichten und als Hinter-Sofa-Aquarium stellen
    -platzsparend
    -Als Anfänger kann man die ganze Entwicklung des Aquariums und des Ökosystems besser beobachten
    -Viel Fläche um kleinbleibenden Fischen Revier zu bieten, was z.B. bei einem Würfel so nicht möglich wäre.
    -Beleuchtung und Technik fällt trotz der Länge kleiner (und damit günstiger als) als bei vergleichbaren "großen Aquarien" aus.
    -Dosierung von Schnickschnack ist ebenfalls günstiger

    Nachteile
    -Docs und andere größere Fische sollte man sich echt klemmen (ich hab den Fehler trotzdem gemacht. Das geht ne Weile gut, ist aber auf keinen Fall eine Dauerlösung)
    -Die Wasserwerte lassen zu wünschen übrig, was bei mir teilweise wohl aber am Überbesatz lag
    -Die laminare Strömung (was anderes ist kaum machbar), gefällt nicht jedem Pflegling, hat bei mir aber zum Glück keine grösseren Probleme gemacht
    -Viele Leute zeigen mit dem Finger auf Dich. :grinning_squinting_face: Entweder weil sie es total gut finden, oder total abgeneigt davon sind. Das hat man dann gratis. :grinning_squinting_face:

    Wär mein Mann nicht teilweise so anstrengend, hätte ich das Becken gerne als Ableger-, Korallen oder Artenbecken behalten. :winking_face:
    Bedingung des großen Aquas damals war, dass alle anderen Aquas abgebaut werden müssen.
    Hab zwar jetzt mehr Aquas als vorher, aber das lange ist damals leider verkauft worden. :loudly_crying_face:

    Ich bereue den Schritt von damals nicht, obwohl ich das lange Wohnzimmer-Aqua trotzdem irgendwie vermisse... =)


    Hier mal eine Mittelansicht:

    Einmal editiert, zuletzt von July Plankton (17. April 2007 um 19:32)

  • N'abend allerseits - ich kann, wenn ich Vor- und Nachteile abwäge

    (Danke Frau Plankton - für günstigen Schnickschnack bin ich immer zu haben),

    mit den hier vorgeschlagenen Lösungen (kleinbleibende Fische, gemäßigter Besatz, genialer Strandabschnitt) sehr gut leben.

    Mal konkret gerfragt: welche Beleuchtung würdet ihr verwenden bzw wurde verwendet? Und wie gross sollte der abgetrennte Technikbereich (die Option innerhalb des Beckens) ausfallen ?

    Gute Nacht

  • Beleuchtung: T5!!
    Mit HQI gibts wohl nur eine riesen Verpuffung im Becken. :grinning_squinting_face:

    Technikbecken im Becken: Geht leider nicht. :winking_face: Dafür ist wahrlich zu wenig Platz.
    Das sieht auch nicht aus, wenn da ein riesen Abschäumer oben rausguckt.
    Hatte ganz am Anfang auch kein Technikbecken, hab dann aber freiwillig nach 2 Monaten eines nachgerüstet.

  • Raumverhältnisse in der Wohnung setzen leider immer wieder unseren Aquaträumen Grenzen. Wenn dieses Becken Dir jedoch aus diesen Gründen entgegen kommt würde ich den Versuch mit dem abgetrennten Technikbereich versuchen, kommt halt auf die Gesamtkonstruktion an. Den Technikbereich könnte man dann direkt ordentlich verkleiden, so dass das ganze wie aus einem Guss aussieht (Schrankähnlich). Über den Strand lässt sich streiten. Bin auch nach etlichen Süßwasserbecken vor Kurzem mit dem Red Sea Max ins MW eigestiegen und der Anblick von MW zu SW ist einfach doch ne Klasse geiler. Meerwasser schluckt zwar etwa 25 % der Tiefe, habe jedoch mal in Mexico hinter einer Theke ein Becken mit ähnlichen Maßen gesehen und war schwer begeistert. Und es gibt doch ne ganze Menge Fische die aufgrund ihrer Größe auch dieses Becken zum Hingucker machen würden, es müssen nicht immer Docs sein.

    Zur Beleuchtung würde ich T5 Röhren nehmen. Wieviele und in welcher Stärke überlasse ich mal den Cracks, die Ahnung davon haben. Denke aber mal dass 2 T5 Leuchtbalken 2 x80 Watt, gibts in Länge 1541 mm reichen dürften.

    @ July
    Ich finde selbst auf den Bildern wirkt Dein ehemaliges Becken sehr gelungen.

    3 Mal editiert, zuletzt von jailwarrior (18. April 2007 um 00:29)

  • Das erste Becken, für das wir jemals Riffkeramik gebaut hatten (eben wegen der Maße!) war 320 x 44 x 35(H).

    Die Keramik gibt es heute noch. Es war ein wunderschönes Aquarium in dem vor allem höhlenliebende Fische und viele Grundeln gepflegt wurden.
    Also:

    Ps. fridmanni
    Gramma loreto
    2 thominensis Doktoren
    und wie gesagt diverse Grundeln und Krebse.

    Es war später komplett mit Korallen zugewachsen, hatte außer zwei Strömungspumpen, damals Aquabee, später stream, keinerlei Technik. Beleuchtet wurde die 44er Tiefe mit je weils 4 T5.
    Ein wöchentlicher Wasserwechsel ist natürlich dann Pflicht.

    Leider habe ich keine Bilder von dem Becken sondern nur ein Video und wie man das in´s Netz quetscht, weiß ich leider nicht.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Das ist ja interessant - bei entsprechender Zurückhaltung im Besatz könnte also die Wasserbelastung nur durch das beckeneigene Ökosystem (Lebendgestein, Bakterienfauna) auch bei dieser Grösse abgefedert werden !

    Wieviel Wasser müsste dann wöchentlich gewechselt werden ?

    Gruss Thorsten

  • 5-10% grob über den Daumen.
    Auch um Ungleichgewichte und Ionenverschiebungen auszugleichen.
    Mehr würd ich persönlich nicht machen.
    Kommt natürlich immer auf die Werte an.
    Die Meinungen gehen da auch auseinander.

    Wenn ein Becken eingefahren wird, ohne Fische, mit etwas LS, wenigen einfachen Korallen und guter Abschäumung, ist ein Wasserwechsel in den ersten Monaten meistens nicht nötig.
    Man kriegt von alleine raus, wenn man damit anfangen sollte.

  • Zitat

    Original von stp67
    Das ist ja interessant - bei entsprechender Zurückhaltung im Besatz könnte also die Wasserbelastung nur durch das beckeneigene Ökosystem (Lebendgestein, Bakterienfauna) auch bei dieser Grösse abgefedert werden !
    Wieviel Wasser müsste dann wöchentlich gewechselt werden ?

    hi thorsten,

    nicht auch sondern gerade.

    das verhältniss von deko zu wasser ist m.e. in solch schmalen becken auf der deco seite.

    ein wasserwechsel richtet sich im allgemeinen nach der anstehenden belastung, falls vorhanden.

    ein muss wieviel gibts nur nach der üblichen, über-den-daumen-peil regel.

  • das ist imho das größte aller probleme...
    habe ja 2 becken.... das eine ohne abschäumer nur mit hang-on-filter und heizer und licht und einem ganzen fisch drinne und nie probleme (keine kieselalgen, keine cyanos, keine dinos... keine nix einfach!) nur wasserwechsel alle 2 wochen und gut. alle korallies stehen einfach nur prima
    wenn ich das mit der gradwanderung im großen becken vergleiche...wo aufgrund des echten überbesatz schon minimale änderungen den turm zum schwanken bringen...
    aber was soll man machen. habe halt alle tiere so ins herz geschlossen, das ich mich nicht trennen mag....


    nun zu deiner überlegung:
    technik bedarf es echt nicht wahnsinnig viel in einem solchen becken. 5-7 kleinere fische hinein, ein nano-reef-pack (als sicherheit, obwohl ich glaube, das du das bei 5-10% pro woche ww nicht brauchst)und so ab 6 power-head (1-2 mit ofa) über die länge verteilt und schon kann es losgehen....
    viel spaß
    norman

  • Hallo Zusammen .....


    Wie sollte jetzt so ein Becken beleuchtet werden ?????

    4X 54 Watt T5 reicht das ??


    (würde mich so ein Becken auch reizt!!!!!!)

    Danke ......

  • wenn ich das richtig in erinnerung habe, dürftest du bei 2,50m länge etwas probleme haben die 54ger unterzu bringen. lampen mit 2x54w t5 haben meistens so ~124 cm länge oder etwas mehr....
    eine beckenlänge von 2,60m wäre da schon besser...dann hat man noch luft in alle richtungen.
    die 4 x 54 sollten schon ausreichen, wenn du keine sps pflegen möchtest. da denke ich wäre 6 x 54 besser.
    was man bei diesen abmessungen auf jeden fall berücksichtigen sollte, dass die korallen ja auch wachsen...
    denn wird es schwieriger eine gute strömung aufzubauen.

    Einmal editiert, zuletzt von norman_r (21. April 2007 um 12:43)

  • Wie Joe schon sagte, liegt das Verhältnis, gerade bei kompletter Riffkeramik ausstattung, von Wasser zu Deko schon fast bei 2:1 also absolut unnatürlich. Durch die Porösität der Keramik hatten wir immer ein "Nitratproblem". Allerdings dahingehend, daß nie welches meßbar vorhanden war!
    Die Korallen wuchsen trotzdem wie verrückt, Dekoration war fast nicht zu erkennen.

    Man muß natürlich sehr auf den Phosphatwert achten, denn der Wasserwechsel betrug lediglich einen 20 Liter Eimer die Woche (abzüglich meiner Faulheit, wenn ich keine Lust dazu hatte!).

    Aber es gab, wohl aufgrund der Unmenge Korallen auch nie ein Phosphatproblem. Man darf aber nicht blind seinen Beobachtungen trauen sondern sollte schon messen.

    Wasserzugabe erfolgte täglich mit 5 Litern Kalkwasser.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

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