DSB im Hauptbecken?

  • Hi Claus,

    1. Die Wasserwerte sind schon cool. Bist Du Dir aber sicher, dass der hohe Nitratabbau im Boden stattfindet und nicht hauptsächlich in den LS, Algen usw? Im DSB ist doch der wichtigste Faktor die Korngröße, also hauptsächlich im Bereich 1/8 bis 1/4mm (aktueller Meerwasseraquarianer), damit der Detritus nicht einsickert und sich genug anaerobe und anoxische Zonen bilden können.

    2. Ich lese oft die Angabe NO3<1. Sind die Tests nicht hochauflösend genug, dass man einen exakteren Wert angeben kann (das könnte ja auch bedeuten: NO3=0)? Wenn doch, wäre die Angabe doch etwas vage, wenn man bedenkt, dass für die Filtrierer noch eine gewisse Menge an NO3 (1mg/l?) im Wasser sein sollte. Liege ich da richtig? Hatte bisher noch keinen solchen Test in der Hand...


    Gruß,
    Claus

  • von Seite 2:

    Zitat

    Original von iXware
    Hallo Claus,


    alle Tiere die sich vom Licht ernähren leiden darunter, denn die Ernähren sich ja nicht wirklich vom Licht sondern von den Produkten der symbiontischen Algen den sogenannen Zooxantellen. Diese Algen benötigen außer dem Licht auch noch andere Nährstoffe wie zB Nitrat und Phosphat. Wenn Du wirklich kein Notrat und kein Phosphat im Wasser hättest (was eigentlich recht unwarscheinlich ist - warscheinlicher ist ein schlechtes Verhältnis zwischen No3 und No4), dann würde bei dir fast gar nichts wachsen..

    Ok, nennen wir sie Zooxanthellaten.

  • Hallo Claus !

    Also ...

    Zitat

    Ich lese oft die Angabe NO3<1

    Also bei meinem Salifert NO3 Test ist bei "<1 mg/l" die kleinste Auflösung.

    Zitat

    Bist Du Dir aber sicher, dass der hohe Nitratabbau im Boden stattfindet und nicht hauptsächlich in den LS, Algen usw?

    Habe ja noch einen Algenfilter (mit Drahtalgen) parallel in Betrieb: Um die Abbauleistung des Algenfilters zu Unteruschen habe ich die Algen dort vor 3 Monaten auf ein Volumen von etwa 1 Liter begrenzt. Daraus resultierten aber keine Änderungen in den Wasserwerten. Daher gehe ich davon aus, das diese Menge an Algen vernachlässigbar ist.
    Bisher gehe ich davon aus, das es der Bodengrund ist.
    In der Einfahrphase habe ich übrigens Booster-Bakterienkulturen eingebracht und etwa 20 Liter echtes Nordseewasser. Kann ich nur empfehlen.:thup

    Hier mal men Besatz:

    2*Lysmata-amboinensis - Wei-bandputzergarnele.html
    2*Synchiropus splendidus - Mandarin-Zwergleierfisch
    2*Amphiprion ocellaris - Falscher Clown Anemonenfisch
    2*Amblygobius bynoensis - Baggergrundel
    1*Pseudocheilinus-hexataenia - Sechstreifen-Lippfisch (vor zwei Wochen leider in die ewigen Jagdgründe gesprungen;( )

    1*Kupferanemone-E-Quadricolor
    div. Schneckenarten & Einsiedler
    2*grabende Seesterne
    1* Pfaffenhut-Seeigel(ziemlich groß)
    div. Steinkorallen & Lederkorallen
    1*Lima-scabra---Flammenmuschel
    2*Sabellastarte-magnifica

    Gefüttert wird täglich - auch die Annemone und der Seeigel ! Die Flammenmuschel erhält alle 3 Tage zusätzliches Staubfutter. Die beiden Röhrenwürmer füttere ich übrigens nie - und das schon seit 4 Monaten.

    Gruß,
    Claus

    2 Mal editiert, zuletzt von ImRauschDerTiefe (1. Februar 2007 um 16:17)

  • Zitat

    Original von ImRauschDerTiefe

    Bisher gehe ich davon aus, das es der Bodengrund ist.


    Hm, interessant. Wenn die Wasserwerte konstant gut sind, ist es ja auch egal woher das kommt.

    Zitat


    In der Einfahrphase habe ich übrigens Booster-Bakterienkulturen eingebracht und etwa 20 Liter echtes Nordseewasser. Kann ich nur empfehlen.:thup

    Die Nordsee ist von mir aus schon ne ganze Ecke weg. :ylol Aber das mit den Bakterienkulturen merk ich mir. Es gibt aber doch auch einen bakterienhaltigen Sand (kein LiveSand, nur Bakterien). Habt ihr damit Erfahrung?

  • Hallo Claus,
    auch habe ja DSB in meinem Becken so ca 10cm in einer Körnung so 0,5-1,5 mm .
    Hab Testweise mal in einem Teil einen gröberen so um 2mm probiert, aber bald wieder rausgetan, da
    sich hier tatsächlich der grobe Dreck gesammelt hat. Also so fein wie möglich.
    Denn dann kann kein grober Detrius denn Boden verschmutzen.
    Ob das mit der verschiedenen Körnung auf Dauer hält, glaube ich kaum. irgenwann ist der feine unten und der grobe oben.
    Von DSB nur im Flterbecken halt ich nichts, denn ich verzichte auf Einiges, das gerade das DSB ausmacht.
    Eine reichhalterige Tierpopulation an Krebsen, Würmern, Bakterien, die direkt im Becken zu Reinigung beitragen Eine Reihe von Tieren, die einen hohen Bodegrund benörigen, wie einige lippfische, GRundeln, Seesterne.
    Wenn schon DSB im Filterbecken, dann gleich als Schlammfilter, beleuchtet, mit Algen oder Seegras.
    Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

  • Im Artikel im Meerwasseraquarianer wird beim DSB im Hauptbecken von der Haltung von Lippfischen und grabenden Grundeln etc. abgeraten, da diese sehr schnell alle Kleinstlebewesen im DSB fressen.
    Die Filterfunktion durch die Bakterien dürfte weiterhin gegeben sein, allerdings fehlen dann ja die vielen Kleinslebewesen, welche den Detrius langsam weiter nach unten befördern. Hier hilflt dann wohl nur wenn man versucht das mit grabenden Seesternen etc. zu kompensieren.

    Das man aber auf die vielen kleinen juwelen von Lippfischen und auf grabende Grundeln verzichten muss ist für mich eindeutig ein großer Nachteil von DSB im Hauptbecken. Der zweite große Nachteil ist der Verlust von 10cm an Höhe, man benötigt eine Sichtblende und das Becken wirkt viel kleiner.

    Der größte Nachteil von DSB im Filterbecken ist die Tatsache, dass man dafür viel Strömung im Filterbecken braucht, die man sonst eigentlich nicht benötigt hätte. Dafür kann man hier - wie VISREF schreibt - auch gut Caulerpa oder Seegras pflanzen und hat dann ggf. auch einen höheren Phosphataustrag und kann durch nächtliche Beleuchtung die Schwankung des pH-Wertes minimieren.

  • @Stefan, VISREF

    Danke für Eure Meinungen. Zu den Grundeln im DSB gibt es offenbar zwei Lager. Ich denke, das Wichtigste ist erstens, dass die gepflegten Grundelarten nicht zu tief in den Boden graben, und zweitens, dass die Bodenfauna so stark ausgeprägt ist, dass einige wenige Fressfeinde toleriert werden können.

    Wie weiter oben schon erwähnt: Aufgrund der Bauweise meines Unterschranks wird mein DSB im Hauptbecken landen müssen. Vielleicht werde ich dadurch ein Problem mit der Stickstofflimitierung bekommen, aber da ich keine Steinkorallen pflegen will, wird das nicht so schlimm werden. Dann brauch ich mir um zu große Futtermengen wenigstens nicht so große Sorgen machen und kann meine Fische schön rund füttern! :]

  • Was ich geschrieben habe waren auch eher Gedanken über mein eigenes geplantes Becken. Ich wollte bisher das Sandbed auch im Hauptbecken unterbringen. Beim schreiben ist mir allerdings bewußt geworden, dass mein Wunsch nach verschiedenen Lippfischen in dem Becken dazu vielleicht im Konflikt steht. Auf grabende Grundeln hätte ich ohnehin verzichtet.

    Alternativ muss ich halt eine große Anzahl von "Critters" einsetzen. Ich habe jetzt auf 115x50 Bodenfläche (nur 5cm Bodengrund) schon eine Flügelschnecke und drei grabende Seeigel ohne das man wirklich etwas davon merkt.

    Mit der Stickstofflimitierung sprichst du ein weiteres Problem an: Phosphat wird vom Sandbed in weit geringerem Maße aufgenommen wie Stickstoff. Das hat zur Folge, das sich langsam Phosphat im Becken ansammelt. Wieder etwas, das ein Algenfilter theoretisch besser kann. Aber Phosphat bekommt man ja mit Adsorbern auch sehr gut in den Griff.

  • Hi Stefan,

    ich glaube, dass die kleinen Krebse, Schnecken etc., die man gar nicht oder kaum sieht, die meiste Grabarbeit erledigen, ohne dass man davon viel merkt. Die Seesterne, Borstenwürmer etc., die so richtig pflügen, sind wohl wichtig für den Sauerstoffeintrag. Ich weiß da aber ehrlich gesagt auch nicht, wie viele von diesen Tiere man braucht.
    Shimek schreibt, dass es Detritivore Kits gibt, die man regelmäßig "zudosieren" sollte und die dieses Kleinvieh in großer Vielfalt enthalten. Ich hab soche Dinger aber noch nirgends gesehen.

    Zum PO4-Austrag: Ich find´s eigentlich ganz schon, wenn man auf einer größeren Sandfläche ein Stückchen Seegraswiese anlegt. Das ist zwar nicht mehr so in Mode, ich fänd´s aber nicht verkehrt. Vielleicht mach ich das.

  • Nun ich halte nur einen Lippfisch in dem Becken und ansonsten nur Fische, die keine Kleintiere aus dem Bodengrund fressen, und trotzdem ist da nichts! Allerdings habe ich auch nur Natures Ocean Livesand aus der Tüte genommen und keinen speziellen direkt aus dem Meer wie es ihn bei Coralsands gibt.

    Ich werde das neue Becken allerdings auch wirklich "gründlich" einfahren, bevor ich mit dem Besatz anfange. Dann sehe ich ja vorher wie es sich entwickelt etc.

    Wäre toll, wenn du uns mit deinen Planungen auf dem Laufenden halten würdest :smiling_face:

  • Klaro, werd ich machen. Du aber auch!
    Zwar sind Erfahrungen nie 1:1 übertragbar, aber je mehr Berichte, desto besser!

  • Hallo Stefan,Claus,
    Da mein Becken nun fast 4 Jahre mit DSB läuft, kann ich sagen, habs nicht bereut .
    (Wurde mir von einem amerikanischen Seewasserfreund nahegelegt.)
    das hin und wieder sich ein Tier oder Koralle verabschiedet ,das ist halt so.
    Man muß sich nur klar sein was man will. Alles geht nun mal nicht.

    Wichtig ist bei DSB:
    mind. 10cm feiner Aragonitsand ,Mischung aus Livesand und trockenen. Wenns GEld reicht ein paar kilo frischen Riffsand, da sind auch Krebse und Muschel mit drin.
    Starke Strömung. mind. das 20fache des Beckeninhaltes und gute Sauerstoffsätigung (Abschäumer).
    Zusätzliche Schnellfilterung über SChwamm oder Watte.
    Geht nicht(kaum) bei DSB
    Keine Mischung von verschiedenen Lagen verschiedener Stärken. Dann Jaubert. Eine Mischung funktioniert nicht auf Dauer.
    Kalkwasserzugaben. Dies bindet Po im Bodengrund und dieser verkrustet auch mit der Zeit.
    Am Boden liegenden Korallen wie Fungias. Auf Dauer reagieren diese beleidigt auf Sandablagerungen.
    GRundeln oder andere schnelle Wühler. Nicht wegen der Würmer oder Krebse, die gefressen werden. Sondern wegen der Wassertrübung durch Sedimente. Siehe Schnellfilterung.
    m.M. Vorteile DSB im Hauptbecken
    Reichhaltigeres Tierspektrum im Becken."Gute Futterverwerter". Kann meine Fisch gut füttern..
    Kann Tiere (z.B Lippfische, habe einen Halicheros marginatus drin, wegen der Planarien und sonstigen ungeziefern), halten ,die einen tiefen feinen Bodengrund benötigen oder die darauf lebenden Kleinlebewesen (Mandarinfische), oder Sandanemonen für die Anemonenfische.
    Wenn man sich nun an die diese Parameter hält, hat man ein noch stabileres System.
    Meine Ansicht:
    DSB richtet man sich nicht ein, um seine Nitrat oder Po Probleme zu lösen. (Was anderes liest man fast nicht im Forum), sondern das ist ein Weg der natürlicheren Haltung von Seewasseraquarien ein Stück näher zu kommen. Das das eine oder andere noch nicht "wissenschaftlich" beschrieben ist, ist mir ziemlich egal. Es funktioniert doch.
    GRuß Jim

  • Zitat

    Original von VISREF
    Meine Ansicht:
    DSB richtet man sich nicht ein, um seine Nitrat oder Po Probleme zu lösen. (Was anderes liest man fast nicht im Forum), sondern das ist ein Weg der natürlicheren Haltung von Seewasseraquarien ein Stück näher zu kommen. Das das eine oder andere noch nicht "wissenschaftlich" beschrieben ist, ist mir ziemlich egal. Es funktioniert doch.
    GRuß Jim

    Hinzukommen kann man sagen dass ein DSB unterm schnitt auch die "preiswerteste" Filterungs art ist!

    Kann mich aber auch Deiner Meinung anschliessen, dass es nicht dazu da ist um Nitrat oder Po Probleme zu lösen (da denke ich ist ein Schlammfilter bedeutend effizienter).

  • Erm Stefan... Abschäumer + DSB ist contraproduktiv!

    Ich weiss, dass einige ihr "DSB" so laufen lassen, davon halten tue ich nichts.

  • Ich glaub, da machst Du schon die nächste Tür auf. Shimek hat zu Anfang auch den Betrieb eines Abschäumers abgelehnt. Klar, schäumt man sich doch das schöne Plankton weg. Mittlerweile rät er aber auch zusätzlich zu einem Abschäumer (hab ich zumindest irgendwo gelesen), vermutlich, um zwecks Risiko des Kippens auf der sicheren Seite zu sein.

    Als ich das erste Mal von der Funktionsweise des DSB gehört habe, hab ich auch gleich gedacht, dass das mit einem Abschäumer doch nicht recht zusammengehen kann.

    @Maquard: Fährst Du schon lange Dein Becken ohne Abschäumer? Was würdest Du sagen ist das wichtigste, wenn man keinen anschließen will? Strömung?
    Wie machst Du das mit dem Sauerstoffeintrag, den ja ein Abschäumer zu einem großen Teil leistet?
    Könnte man eine Kombination aus beidem fahren? Also einige Stunden pro Tag den Abschäumer ausschalten?

    Einmal editiert, zuletzt von Claus Arnold (21. Februar 2007 um 13:55)

  • Der Sauerstoffeintrag dürfte immer hoch genug sein, wenn man einen Oberflächenabzug und ein Filterbecken hat.
    Ich selber habe (und hatte bisher) immer DSB ohne Abschäumer und auch nie Probleme damit.
    Strömung habe ich etwa das 10-Fache des Beckenvolumens, also nicht gerade viel.

    In meinem aktuellen Becken befindet sich das DSB im Filterbecken, früher hatte ich die Sandbeds bzw. das Jaubert-Plenum im Hauptbecken. In dem Filterbecken kultiviere ich Caulerpa und es wird nachts beleuchtet, also sehr ähnlich wie ein MiracleMud-Filter. Auch dadurch ist der Sauerstoffhaushalt in der Nacht sichergestellt.

    Ich bezog mich nur auf die "allgemeine" Meinung, dass man zum DSB einen Abschäumer fahren soll, Ron Shimek gibt dies so an in seinen Artikeln und im aktuellen Meerwasseraquarianer ist es auch so beschrieben.

    Meiner Meinung nach hat ein Abschäumer im Meerwasserbecken keine große Funktion, abgesehen davon, dass er die feinen grünen Algen rausholt (und damit Phosphat) und dass er Sauerstoff anreichert. Außerdem dürfte er auch noch Plankton schroten, aber wenn man Umwälzpumpen hat, dann braucht man sich um Plankton eh keine Gedanken machen.

    In meinem ersten Jaubert-Becken habe ich auch möglichst planktonschonende Pumpen (modifizierte Stream) eingesetzt und den Oberflächenabzug nur durch eine sehr kleine Eheimkreiselpumpe realisiert. Außerdem hatte dieses Becken eine dunkle Zone, die nie beleuchtet worden ist. In diesem Becken hat sich sehr viel Plankton entwickelt.
    Heute favorisiere ich jedoch DSB, da ich den hellen weißen Sand hübscher finde. Ansonsten halte ich das Jaubert-System für durchdachter. Abgesehen davon, dass Prof. Jaubert auch umfangreiche Tests durchgeführt hat, auch mit feineren Sänden.

  • Interessant. Da ich ich schon einen Abschäumer mitbestellt habe, werde ich den erstmal mit in Betrieb nehmen. Sollte alles in Ordnung sein, kann ich ja mal ein paar Tests mit abgeschaltetem Abschäumer wagen. Würd mich selber interessieren, was dabei rauskommt.

  • Zitat

    Original von Claus Arnold
    @Maquard: Fährst Du schon lange Dein Becken ohne Abschäumer? Was würdest Du sagen ist das wichtigste, wenn man keinen anschließen will? Strömung?
    Wie machst Du das mit dem Sauerstoffeintrag, den ja ein Abschäumer zu einem großen Teil leistet?
    Könnte man eine Kombination aus beidem fahren? Also einige Stunden pro Tag den Abschäumer ausschalten?

    Ich selbst fahre noch kein DSB :winking_face:

    Ich gebe nur wieder, was bei uns in der Firma steht und einwandfrei läuft.


    Ein Abschäumer ist auch dahingehend kontraproduktiv da Du ja auch einen nicht unerheblichen Austrag an Spurenelementen und Mineralstoffen hast. Welche dann ja wieder zugegeben werden müssen.

    Wir haben bei uns ein TB, wo aber ein Abschäumer drinne steht, sollte mal was kippen (als 1. Hilfemaßnahme!).

    Bisher steht das Becken seit ca. 2,5 Jahren ohne irgendwelche Probleme.

    Haben aber auch 25 fache Umwälzung in dem Becken!


    Claus ich würde es einfach mal testen.

  • Zitat

    Original von kenny
    Wenn man zum DSB noch einen Abschäumer braucht, dann ist es wohl kaum mehr preiswerter als etwas anderes, oder?

    Hallo Kenny,Claus
    liest mal was Wikipedia dazu schreibt.
    "Im Abschäumer werden dem Wasser eines geschlossenen Systems vor allem organische Abfallstoffe und angelagerte Substanzen in Form von Lipiden , Harnsäure, Peptide und Aminosäuren auf physikalische Weise entzogen, bevor sie im Stickstoffkreislauf weiter über Ammonium zu Nitrit und Nitrat abgebaut werden.":yidee

    Also je nach Besatz. Jeder hat in seinem Riffbecken Fische...
    Abgesehen vom Sauerstoffeintrag, der mit der Oberflächenströmung kaum zu bewerkstelligen ist, ausser man hat ein Wildbach, geht nichts an einem Abschäumer vorbei. Ich benutze seit Jahren den Comline von Tunze, der planktonschonend sein soll.
    Die oben genannte Stoffe (gelöste Ausscheidungen von Tieren) wären dann nur auf dem chemischen Weg (Kohle,Absorberharze u.s.w.) zu entfernen.
    Fazit: Was raus ist, muß nicht noch erst verarbeitet werden.

    :winking_face: Jim

  • Es fehlen objektive Untersuchungen, wieviel Sauerstoff im Wasser ist und ob ein Abschäumer wirklich in dem Maße zur Sauerstoffversorgung beiträgt wie immer behauptet wird. Ich nutze seit Jahren keinen Abschäumer und hatte nie Probleme.

    Aminosäuren geben die meisten SPS Halter künstlich zu.

    Fazit: Was drin sein soll sollte nicht rausgeholt werden.

  • Sehe ich ähnlich bishin genauso wie Kenny.

    Zumal Jim, ich weiss nicht ob Dir klar ist, was ein DSB ist...

    Es ist ein biologischer Filter.

    Wenn ich also einen Abschäumer betreibe, dann brauche ich kein DSB mehr und andersherum!

    Was den Sauerstoffeintrag anbelangt, keine Ahnung sollte ggf. mal getestet werden aber auch hier hätte der 100% DSBler die alternative ne zeitgesteuerte Luftpumpe in´s TB und gut ist, ja ich weiss man könnte dann gleich nen Abschäumer dranhängen.
    Aber das ist es ja eben was wir NICHT wollen, da wir ja uns extra die Arbeit machen und ein heiden Geld für Sand und sondermaß Aquarien ausgeben um eben nicht gnadenlos alles an Nährstoffen aus dem Becken zu knallen!


    Und der einzige "Nachteil" welcher bisher bei DSB langzeit systemen festgestellt worden ist, dass man von Zeit zu Zeit oder aber in geringem maße einen Phosphatabsorber mitlaufen lässt. Und nun der Hammer... selbst jehne, welche ihr System 100% nach "Berlinersystem" Laufen lassen haben mit unter irgendwelche Absorber drin laufen, um den Abschäumer zu unterstützen oder aber weniger abschäumen zu müssen und somit weniger Nährstoffe aus dem Becken auszutragen.


    Ebend... Du hast geschrieben "Was raus ist, muß nicht noch erst verarbeitet werden." Aber gerade das tut unser DSB ja. Es ist langsamer was anpassungen an Bestandsvergrösserung angeht, aber dafür und davon bin ich überzeugt am stabielsten!


    Und was bringt Dir ein Plankton schonender Abschäumer, wenn die Pumpe danach dir alles gnadenlos kleinhäckselt? :face_with_tongue:

    Einmal editiert, zuletzt von Maquard (22. Februar 2007 um 22:26)

  • Hallo Stefan,

    ein Abschäumer trägt ganz erheblich zum Sauerstoffeintrag bei. Es gibt da genug Unfälle. Wieviel Sauerstoff verbraten wird hängt vom Futtereintrag und Besatz ab. Objektive Aussagen kann man da nur sehr grob machen, z.B. wieviel Sauerstoff für 100g Frostfutter verbrannt werden. Behaupte mal daß es sehr viel ist.
    Dazu kommt daß Meerwassertiere im Gegensatz zu manchen Süßwassertieren nicht an Sauerstoffmangel gewöhnt sind. Im Meer gehts zwar nachts etwas runter aber bewegt sich im Bereich von 6-8mg/l.
    In älteren Becken hat man eine Riesenbiomasse durch die Tiere und Detritus. Da kann O2 sehr schnell kritisch werden. Ich würde das nicht riskieren nur nur aus philosophischen Überlegungen oder Kostengründen auf nen Abschäumer zu verzichten.
    Wenns bei Dir läuft ist das System wohl momentan ausgeglichen, aber beobachte mal zur Sicherheit die Atemfrequenz dre Fische morgens. Wenn die erhöht sein sollte wär das schon ein Alarmsignal.

    Ich fahre Kombi DSB und Abschäumer und die Becken laufen stabil. Ne Verdopplung dre Futtermenge jucken nicht so. No3 wird im Sand abgebaut, die Abschäumer schmeissen Schwebstoffe und fette Brühe raus. Lediglich Po4 wird in enormen Mengen abgelagert und rückgelöst. Ab 1-2 Jahren macht sich das spätestens je nach Furttermenge bemerkbar.

    Grüße
    Ulrike

  • Zitat

    Original von Ulrike Hardt

    Ich fahre Kombi DSB und Abschäumer und die Becken laufen stabil. Ne Verdopplung dre Futtermenge jucken nicht so. No3 wird im Sand abgebaut, die Abschäumer schmeissen Schwebstoffe und fette Brühe raus. Lediglich Po4 wird in enormen Mengen abgelagert und rückgelöst. Ab 1-2 Jahren macht sich das spätestens je nach Furttermenge bemerkbar.

    Du hast also schon ein System 1-2 Jahre ohne Abschäumer gefahren, oder woher weißt du das? Eine Verdopplung der Futtermenge wirkt sich jedenfalls bei mir auch nicht auf die Atemfrequenz der Fische aus oder ähnliches, ich beobachte das schon sehr genau. Ich fahre ja nicht erst seit gestern meine Aquarien ohne Abschäumer sondern seit jeher.

    Ein Abschäumer macht Luftblasen, in diesen blasen ist zu 21% Sauerstoff (O[t]2[/t]) und zu mehr als 70% Stickstoff (N[t]2[/t]). Ich bin kein Chemiker und kenne mich mit der Löslichkeit von Gasen im Wasser nicht aus. Aber da in einem Abschäumer ja auch immer eine gewisse Wassersäule steht, der Druck also höher ist als normal an der Luft, ist auf jedenfall der Partialdruck von Stickstoff (wenn auch geringfügig) höher als der von Sauerstoff.
    Reichert ein Abschäumer das Aquarienwasser auch mit Stickstoff an?

    Das Argument was Marquard angebracht hat war folgendes: Wenn es stimmt, das ein Abschäumer Sauerstoff anreichert, dann ist ein System mit Abschäumer darauf eingestellt, dass eine große Menge Sauerstoff eingetragen wird und dass ein großer Teil der Nährstoffe, Lipide, Aminosäuren etc. (siehe oben) ausgetragen wird. Fällt jetzt der Abschäumer aus, so fehlt dem System die primäre Sauerstoffquelle und es ist auch nicht in der Lage die anfallenden Nährstoffe selbständig abzubauen.

    In einem DSB-System wird der Sauerstoff entweder durch die Oberfläche eingetragen, oder durch die Korallen / Algen erzeugt. Alle Nährstoffe müssen im System selber umgewandelt werden. Daher ist anzunehmen, dass ein DSB-System biologisch deutlich stabiler ist, als ein System das mit Abschäumer gefahren wird.

    Da Korallenfische - wie du sagst - sehr empfindlich gegen Sauerstoffmangel sind kann man weiterhin unterstellen, dass in einem DSB-System genügend Sauerstoff vorhanden ist, denn ansonsten müssten sie ja Verhaltensauffälligkeiten zeigen.
    Ich werde aber nur zum Spaß mal einen O[t]2[/t] Test besorgen und schauen welchen Sauerstoffgehalt ich habe im Tagesverlauf und das dann hier posten.

    2 Mal editiert, zuletzt von kenny (23. Februar 2007 um 08:22)

  • Hallo Kenny,

    mal ein paar grundsätzliche Bemerkungen zu dem, was ein Abschäumer tut, außer abzuschäumen:

    Es geht um den Gasaustausch. Gasaustausch findet überall da statt, wo eine Grenzfläche zwischen Wasser und Luft
    besteht und ist abhängig von der Grenzflächengröße, der Bewegung und dem Druck- und Konzentrationsunterschied.
    Im Abschäumer hast du eine große Grenzfläche (Millionen von Luftblasen) und eine starke Bewegung. Das ist schon mal
    eine gute Voraussetzung für den Gasaustausch. Ob und in welche Richtung er stattfindet, hängt von der Umgebungsluft
    und von der Wasserzusammensetzung ab. Hast du im Becken zB eine KH von 7,5 dann wird im Abschäumer unterhalb
    pH 8,3 Kohlendioxid aus dem Wasser in die Luft abgegeben, wenn der Raum gut belüftet ist. Oberhalb von pH 8,3
    wird im Abschäumer CO2 ins Wasser aufgenommen. Genauso ist es mit Sauerstoff. Ist das Becken übersättigt (viele
    Zooxanthellen und andere Algen, wenige Fische), dann wird sogar Sauerstoff in den Raum abgegeben. Im Normalfall
    und vor allem nachts ist es umgekehrt.

    Die gleiche Funktion kann natürlich auch eine sehr große und sehr stark verwirbelte Wasseroberfläche übernehmen,
    oder die guten alten Ausströmersteine. Und es ist möglich, dass ein Becken auf Grund von ausgewogenem Besatz
    quasi "gasautark" ist, dass also der Sauerstoffgehalt auf Grund ausreichender Produktion und geringem Verbrauch
    auch nachts nie so weit absinkt, dass er ohne starken Gasaustausch zum Problem wird.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Original von Maquard
    Hallos ich antworte mal darunter,

    Zumal Jim, ich weiss nicht ob Dir klar ist, was ein DSB ist...
    > glaub schon das ich weiß was DSB ist. Mein Becken wird seit Anfang 2002 damit betrieben.
    Insgesamt steht dieses seit 1999. Also zu einer Zeit , wo die meisten meinten DSB ist eine Droge.
    (Seewasseraquaristik betreibe ich bereits seit 1974, Wilkens war mein Lehrmeister)

    Es ist ein biologischer Filter.
    > genau ein langsamer natürlicher b.......

    Wenn ich also einen Abschäumer betreibe, dann brauche ich kein DSB mehr und andersherum!
    > Das kommt doch immer noch auf den Tierbestand im Becken an. Ich möchte zu meinen Korallen auch Fische und sonstiges Getier pflegen und tus auch. diese müssen gut gefüttert werden.
    Dies alles dem DSB zu überlassen, geht bestimmt nicht lange gut.
    Für mich ist ein richtig dimensionierter Abschäumer unerlässlich um ein Becken jahrelang
    stabil zu halten. Hat sich ja auch bewährt.

    Aber das ist es ja eben was wir NICHT wollen, da wir ja uns extra die Arbeit machen und ein heiden Geld für Sand und sondermaß Aquarien ausgeben um eben nicht gnadenlos alles an Nährstoffen aus dem Becken zu knallen!
    > Also ob nun Lipide und Fischxekremete nun wünschenswerte Futter für Korallen sind ?
    Wenn dann nur in sehr sehr geringsten Mengen.Aminosäuren bekomme ich auch genügend
    wieder mit dem Trockenfutter rein.


    Und der einzige "Nachteil" welcher bisher bei DSB langzeit systemen festgestellt orden ist, dass man von Zeit zu Zeit oder aber in geringem maße einen Phosphatabsorber mitlaufen lässt.
    > Auch das tue ich, aber nur wenn ich auf längere Zeit beobachte, dass bestimmte Korallen, etwas braun werden und dann nur gringe Mengen mit langsamen Durchlauf

    Und was bringt Dir ein Plankton schonender Abschäumer, wenn die Pumpe danach dir alles gnadenlos kleinhäckselt?
    > Also was soll das mit dem Plankton. Welches Plankton? Man will doch ein glasklares Wasser.
    Da gibts kein Plankton. Meine Schwämme und Filtrierer bekommen komischerweise trotzdem'
    genügend Futter ab, denn diese gedeihen prächtig.

    Ich möchte behaupten 1-2 Jahre sind in Seewasser garnichts. Es gibt da das berüchtigte 3. und das 7. Jahr. Die ersten 2 jahre hat ein Becken genügend Reserven und ist immer noch beim "Einfahren".
    Danach wirds erst mit der Biologie im Becken interessant.

    :winking_face: Jim


    :winking_face: Jim

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