Schmieralgen und Silikat

  • Hallo liebe Leute,

    in dem einen oder anderen Beitrag über Schmieralgen (Cyanobakterien) habe ich des Öfteren gelesen, dass die Schmieralgenplage mit Hilfe von Filtermedien behoben worden ist, die Kieselsäure oder Silikat aus dem Wasser entfernen.

    Silikat wird von Algen der Klasse Bacillariophyceae, auch Diatomeen oder Kieselalgen genannt, für den Aufbau zweier Schalen gebraucht, die sich wie ein Schuhkarton und ein Deckel überlappen. Silikat ist für die Diatomeen der wichtigste Baustoff ihrer Zellwände. Ohne Silikat keine Diatomeen. Es gibt aber eine oder mehrere Arten, die äußerst robust sind und auch mit geringen Mengen an Silikat noch zurechtkommen, wobei andere längst keine Populationen mehr bilden können.
    Aufgrund ihrer Ausstattung mit Photosynthesepigmenten erscheinen sie braun oder gelb gefärbt, können aber unter besonderen Lichtverhältnissen auch grün erscheinen. Dies kommt aber selten vor.

    Schmieralgen oder Cyanobakterien gehören wissenschaftlich zu einer ganz anderen Gruppe im Organismenreich. Sie zählen zu den Organismen, die, unter anderem, keinen Zellkern enthalten (Prokaryoten) und sich somit grundlegend von den Algen unterscheiden, die einen Zellkern besitzen (Eukaryoten) sowie weitere, zellspezifische Bestandteile.
    Die Zellwände der Cyanobakterien und anderer Bakterien bestehen im Wesentlichen aus Murein. Murein kann man sich vereinfacht als eine Verbindung zweier besonderer Zucker vorstellen, die über bestimmte Eiweiße miteinander verbunden sind und somit eine Art Netz bilden. Sie benötigen in keiner Weise das Silikat als eine Verbindung, die sie zum Überleben unbedingt brauchen. Ganz im Gegensatz zu den Diatomeen!
    Farblich unterscheiden sie sich von den Diatomeen, da sie andere Pigmente für die Photosynthese besitzen.

    Wie gesagt, es ist nach meiner Erkenntnis wissenschaftlich nicht bekannt, dass Schmieralgen für ihre Vermehrung in irgendeiner Form Silikat benötigen, wie es bei den Diatomeen der Fall ist.

    Falls nun ein Aquarianer seine Schmieralgenplage durch den Einsatz Silikatbindender Filtermedien in den Griff bekommen hat, ist es mehr als fraglich, dass dies gerade an diesem Filter liegt. Wahrscheinlicher ist es, dass es hier und dort etwas gemacht hat, gleichzeitig den Filter angeschlossen hat und siehe da, die Bakterien sind nach einiger Zeit verschwunden.
    Das eine Schmieralgenplage „nur“ durch den Einsatz eines solchen Filters verschwindet ist sehr unwahrscheinlich.

    Vermutlich werden sich jetzt diverse Aquarianer melden und sagen, dass gerade nachdem der Filter angeschlossen wurde, sich die Lage gebessert hat. Dies mag vielleicht ein Zufall sein, der in Verbindung mit anderen Umständen im Becken seine Wirkung zeigt, aber im Wesentlichen ist dies nicht auf den Einsatz des Filters zurückzuführen. Wahrscheinlicher ist es, dass sich im Zuge dieser Arbeiten im Becken das Milieu für die Bakterien derart verschlechtert hat, dass sie sich nicht mehr so stark vermehren.

    Über die Vorgehensweise bei einer solchen Plage wird es wahrscheinlich fast so viele Tipps wie Aquarianer geben.


    Ich möchte hier Weißgott niemanden auf den Schlips treten!!
    Ich wollte hier nur einmal verdeutlichen, dass dieses Phänomen Schmieralgen/Silikat nicht unmittelbar in Zusammenhang steht.

    Auch wenn das Ganze der Eine oder Andere nicht so sehen wird, möchte ich hiermit vielmehr jeden aufrufen, wenn er eine Schmieralgenplage im Becken hat und diese bekämpft, doch bitte genaue Aufzeichnungen und Bilder zu machen, wie er vorgeht, und welche Wirkung dies auf die Cyano´s hat, damit man auf diese Weise vielleicht einen „Katalog“ möglicher und viel versprechender Möglichkeiten hat, diese jene loszuwerden und was vielleicht nicht so gut ist.

    Gruß, Lars

  • Zitat

    Original von Lars_Hauptmann
    Falls nun ein Aquarianer seine Schmieralgenplage durch den Einsatz Silikatbindender Filtermedien in den Griff bekommen hat, ist es mehr als fraglich, dass dies gerade an diesem Filter liegt. (...)
    Vermutlich werden sich jetzt diverse Aquarianer melden und sagen, dass gerade nachdem der Filter angeschlossen wurde, sich die Lage gebessert hat.

    Hallo Lars,

    könnte es nicht auch sein, daß diese Filtermassen irgendeinen Stoff abgeben, den "Schmieralgen" auf den Tod nicht abkönnen ?

  • Zitat

    Original von Lars_Hauptmann

    Auch wenn das Ganze der Eine oder Andere nicht so sehen wird, möchte ich hiermit vielmehr jeden aufrufen, wenn er eine Schmieralgenplage im Becken hat und diese bekämpft, doch bitte genaue Aufzeichnungen und Bilder zu machen, wie er vorgeht, und welche Wirkung dies auf die Cyano´s hat, damit man auf diese Weise vielleicht einen „Katalog“ möglicher und viel versprechender Möglichkeiten hat, diese jene loszuwerden und was vielleicht nicht so gut ist.


    Hallo Lars,

    prima Beitrag !

    aber wenn das jeder machen würde und man würde die Beiträge in einem Katalog zusammenfassen wird das Hamburger Telefonbuch dagegen wirken wie eines der
    2 dünnsten Bücher der Welt...........bekannt als
    "Amerikanische Kulturgeschichte"und"Italiänische Heldensagen" :grinning_squinting_face:

    aber die Idee finde ich gut..........schaun wir mal

    Gruß Jürgen

    Panoramabecken 200x70x60, Photon Plus 2x400W Megachrome Coral 14K E40 + 4x54W T5 Aqua Science Special 15K, 2x Tunze Stream 12000 l/h,ATK Abschäumer150cm mit The Pump 40

    Die Summe der auf der Erde vorhandenen Intelligenz bleibt ewig gleich. Nur die Bevölkerung wächst ständig...

  • Zitat

    Original von Doctor Fisch
    Hi Jürgen

    Was machen den deine cyanos?

    Hast du Sie oder haben Sie dich im Griff :winking_face:

    Frank

    Hallo Frank,

    danke der Nachfrage,ich glaube ich hab sie im Griff und wenn es so ist wie ich vermute sitzt das Hauptproblem
    im Moment vor meinem PC :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    wenn sich meine Vermutung bestätigen sollte (ich möchte mir in den A..... beissen)werde ich mich auch
    dazu melden.

    Gruß Jürgen

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  • OK,für mich bitte den grünen links.....und Prost :grinning_squinting_face:

    Gruß Jürgen

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  • Hallo Lars,

    die gleiche Diskussion habe ich auch schon mal geführt. Das Problem ist, das Schmieralgen hier alle jene Algen oder Cyanobakterien sind, die keine klare Struktur aufweisen. Dazu gehören auch die Dinoflagellaten. Es ist also schon viel gewonnen, wenn man in Erfahrung bringt, ob die Schmieralgen nun rot oder braun sind. Die Dinoflagellaten oder Dinophyceae kommen manchmal auch noch als braune "Fadenalgen" daher, weil sie durch Gasblasen aufschwimmen und etwas fädig erscheinen.
    Aber zum eigentlichen Sinn meines Geschreibsels: Ich wollte auch nicht glauben, dass an dem Zusammenhang Silikat - Schmieralgen etwas dran ist, bis ich merkte, dass mit Leitungswasser (6,59 mg/l Silikat) die Dinoflagellaten anfingen zu wachsen, mit RO-Wasser dagegen aufhörten zu wachsen oder zurückgingen. Es erschien mir danach nicht unwahrscheinlich, dass es irgendeinen Zusammenhang zwischen Dinoflagellaten und Silikat gibt.
    Auf Nachfrage stellte es sich auch meist heraus, dass "braune Schmieralgen" mit dem Silikarbon erfolgreich bekämpft wurden.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Lars @ Hans-Werner,
    wie ist es dann zu erklären das zum Beispiel bei einem Aquarium wo jahrelang gegen rote Cyanos angekämpft wurde ohne jeglichen Erfolg, bei vorausgesetzten guten Wasserwerten diese dan nach herrausfiltern der Silikate verschwanden :confused_face: Dieses übrigens nicht ein Einzelfall. Desweiteren treten die roten Cyanos ohne jegliche andere Veränderung des Systems bei geringen Silikat im Wasser wieder auf, was heist wenn der Filter erschöpft ist und dadurch wieder Silikate ins Aqaurienwasser gelangen :confused_face: Für mich persöhnlich steht fest, das da ein Zusammenhang besteht. In wie Fern muss wohl noch Erforscht werden.

    PS: Wie gesagt, es ist nach meiner Erkenntnis wissenschaftlich nicht bekannt, dass Schmieralgen für ihre Vermehrung in irgendeiner Form Silikat benötigen, wie es bei den Diatomeen der Fall ist.

    Lars,
    eventuell ist es noch nicht bekannt ???

  • Zitat

    Original von Stephan Busch
    Hallo Lars @ Hans-Werner,
    wie ist es dann zu erklären das zum Beispiel bei einem Aquarium wo jahrelang gegen rote Cyanos angekämpft wurde ohne jeglichen Erfolg, bei vorausgesetzten guten Wasserwerten diese dan nach herrausfiltern der Silikate verschwanden :confused_face: Dieses übrigens nicht ein Einzelfall. Desweiteren treten die roten Cyanos ohne jegliche andere Veränderung des Systems bei geringen Silikat im Wasser wieder auf, was heist wenn der Filter erschöpft ist und dadurch wieder Silikate ins Aqaurienwasser gelangen :confused_face: Für mich persöhnlich steht fest, das da ein Zusammenhang besteht. In wie Fern muss wohl noch Erforscht werden.

    PS: Wie gesagt, es ist nach meiner Erkenntnis wissenschaftlich nicht bekannt, dass Schmieralgen für ihre Vermehrung in irgendeiner Form Silikat benötigen, wie es bei den Diatomeen der Fall ist.

    Lars,
    eventuell ist es noch nicht bekannt ???

    Hallo Stephan,

    ne, ne ... so was wäre bekannt ... wenn ein Organismus derart vom Silikatgehalt im Wasser abhängig wäre, dann müßte er dieses Silikat irgendwo einlagern, und das würde auffallen. Also, wenn dann ist es wahrscheinlich schon bekannt.
    Aber es wäre mal wirklich klasse, wenn jemand ein mikroskopisches Bild von "seinen" Cyanobakterien hätte, die nach der Silikatentfernung in ihrem Bestand zurückgegangen sind. Vielleicht läßt sich ja irgend was erkennen.


    Hans-Werner: bist Du sicher, das es Dinoflagellaten waren und nicht Diatomeen. Entschuldige, ist vielleicht eine blöde Frage, die ich Dir da stelle.

    Ich denke, das Problem ist, das es allgemein unter einem "Biligmikroskop" schwer zu erkennen ist, ob es sich bei Zellfäden, die man beim Auftreten von Cyanobakterien i.d.R. sieht, um Cyanobakterien oder um Diatomeen handelt, denn auch unter den Diatomeen gibt es trichale Formen, also solche, deren Zellen in einer kettenförmigen Anordnung, Querwand an Querwand und und oft mit einer Gallerthülle umgeben angeordnet sind.

    Es gibt braune oder auch wirklich dunkle Cyanobakterien, die man mit Diatomeen verwechseln könnte. Aber ich weiß nicht, ob es auch rote Diatomeen gibt. Da will ich mich mal schlau machen.

    H Hersteller

  • Also ich wäre da mit der Zuordnung von braunem, rotem oder wie auch immer gefärbtem Algenschmier sehr vorsichtig. Denn nur am optischen Eindruck ist eigentlich gar keine Aussage über die Art der "Alge" möglich. Das kann dann alles sein Cyanobakterien, Dinoflagellen oder eben auch Diatomeen. Nur eine Untersuchung des Schmier unter einem guten Mikroskop kann da klarheit bringen.
    Ich fände es interessant wenn einer der solche Probleme hat vielleicht mal eine genaue Zuordnung machen könnte. Problem ist natürlich, dass die meisten wohl kaum ein Forschungsmikroskop mit 1000x Vergrößerung und ner Videokamera zuhause haben. Denn sonst könnte man hier mal Bilder posten. Naja mal sehen vielleicht habe ich dann solchen Schmier auch und dann kann ich das ja mal in der Uni machen.

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hallo Jörg,

    ich bin mir ziemlich sicher, dass es Dinoflagellaten waren, die den braunen, schleimigen Belag am Aquariumboden bildeten (Kieselalgen sehen meist eher nach "braunen Staub" aus).
    Das Mikroskop war kein 50-€-Mikroskop, sondern ein "russisches Forschungsmikroskop" (ja, ja, auch nich´soo toll) für den sechsfachen Preis. Aber es war beim Spiel mit dem Feintrieb bei den kugeligen Zellen (gibt es kugelige Diatomeen?) die gerade günstig lagen eine Längs- und eine Querfurche zu erkenne, die wohl als Erkennungsmerkmale für Dinoflagellaten ausreichen sollten. Sie sahen eigentlich aus wie Zooxanthellen (vielleicht ausgebüchst?).

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Jörg,
    Aber es wäre mal wirklich klasse, wenn jemand ein mikroskopisches Bild von "seinen" Cyanobakterien hätte, die nach der Silikatentfernung in ihrem Bestand zurückgegangen sind. Vielleicht läßt sich ja irgend was erkennen.

    <<<<<<Genau das ist es. Fände ich auch super Interresant. Ich kann einfach nicht glauben das es nichts mit den Silikaten zu tun haben soll. Persöhnlich kenne ich da halt einfach zu viele Aquarianer wo die (Cyanos) nach Enfernung der Silikate verschwanden und nicht wieder auf traten. Auser wie gesagt wenn der Reinstwassrfilter erschöpft war und sich wieder Silikate im Aquarienwassr ansammeln konnten!!! Eventuell sind es doch mehrere Partameter die der Reinstwasserfilter dem Wasser entzieht und die zusammen für die Cyanos verantwortlich sind :confused_face:

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Jörg,

    ich bin mir ziemlich sicher, dass es Dinoflagellaten waren, die den braunen, schleimigen Belag am Aquariumboden bildeten (Kieselalgen sehen meist eher nach "braunen Staub" aus).
    Das Mikroskop war kein 50-€-Mikroskop, sondern ein "russisches Forschungsmikroskop" (ja, ja, auch nich´soo toll) für den sechsfachen Preis. Aber es war beim Spiel mit dem Feintrieb bei den kugeligen Zellen (gibt es kugelige Diatomeen?) die gerade günstig lagen eine Längs- und eine Querfurche zu erkenne, die wohl als Erkennungsmerkmale für Dinoflagellaten ausreichen sollten. Sie sahen eigentlich aus wie Zooxanthellen (vielleicht ausgebüchst?).

    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,

    Dein Mikroskop meinte ich auch nicht :smiling_face: Diatomeen bilden oft sehr dichte Beläge aus, die teilweise richtig zäh sein können. Aber ich kenne auch diese Beläge, die man z.B. beim SCheibenreinigen "wegwedelt" und die dann eben so staubartig sind. Längs- und Querfurche ist in der Tat in gutes Erkennungsmerkmal. Innderhalb der Dinophyceae gibt es zwei große Ordnung, die Pennales, die eher spindelförmig aussehen, und die Centrales. Letztere sind i.d.R. kreisrunde Gebilde, manche sehen dann vielleicht auch kugelig aus. Hast Du denn Geißeln gesehen?
    Ansonsten ist es sehr häufig, das man Zooxanthellen v.a. auf der Aquarienscheibe wiederfindet.
    Naja, egal, werden wohl Dinos gewesen sein.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    Geiseln? was für Geiseln? Glaubst Du ich hätte sowas im Aquarium? Wäre das jetzt Freiheitsberaubung oder Tierquälerei?.... was!!!? Beides?

    Quatsch beiseite: Ich habe natürlich keine Geiseln gesehen, es war schwer genug die Furchen als helle Linien zu finden und die Dinos sind ziemlich klein bei 600 x und die Ölimmersion wollte ich nicht einpinseln, aber vielleicht hole ich das noch nach, ich hab noch Reste vom Teppich, der an bestimmten Stellen immer noch nachwächst...
    ...sooo, langer Satz, Schluß jetzt, Feierabend für heute.

    Grüße

    H-W

  • Hi!
    Ich komme auch nicht von dem Gedanken los, daß es mit Silikaten zu tun hat.
    Ich hatte eine Dentronephtia bekommen und da waren Cyanos darauf. Damals ging zur gleichen Zeit meine Membran von der Osmoseanlage ein und die Cyanos vermehrten sich, zwar nur an den LS, wo die Strömung schwächer war, aber nicht am Bodengrund. Als ich dann Silikarbon einbrachte, daß ich noch heute benutze, gingen die Cyanos wieder zurück. Jetzt sind sie fast wieder ganz verschwunden. Ach ja, Salzmischung hatte ich auch gewechselt.
    Deswegen auch mein Gedanke, daß Silikat mitspielen müßte.

    Gruß Geri

  • Hallo Forum!

    Interessante Diskussion. Ich glaube eher nicht, daß
    Kieselalgen der Grund für eine Cyanoplage sind. Meiner Meinung nach sind ausgefällte Phosphate eher für dieses Übel verantwortlich. Cyanos kommen sehr oft an schlecht durchströmten Stellen vor. Unter den Schmieralgen kommt immer ein weisslicher Staub zum Vorschein.(Calciumphosphat?) Vielleicht weiß einer der Experten mehr.

    Gruß

    Aquarius

  • Phosphate wären auch interessante Kandidaten, denn die meisten der sogenannten Silikatfilter entfernen auch PO4 und NO3 aus dem Wasser. Könnte also durchaus einen gewissen Einfluß haben wenn Phosphat im Osmosewasser noch nennenswerte Niveaus erreicht...

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hallo zusammen,

    da ich zZ ein Silicatproblem (Si 0,25+) habe, bilden sich bei mir auch schon seit ca. 2 Wochen Kieselalgen? Schmieralgen? Cyanos?
    Nun seit gestern habe ich drei verschiedene Arten!!
    1- die braunen mit den langen Fäden inkl. Sauerstoffbläschen, leicht weg zu wedeln oder zu saugen.
    2- ein paar braune Teppische, die man sehr einfach vom Gestein abziehen kann (feste Substanz)
    3- seit gestern nun (sehr wennig) Weinrote Beläge ohne Fäden, lassen sich mit der Zahnbürste realativ einfach entfernen (keine Kalkrotalgen).
    Ohne einen zu hohen Si, habe ich diese Probleme noch nie gehabt.
    Diese 3 Arten zu bestimmen ist mir leider nicht möglich, bin aber der Meinung das diese durch den Si Wert entstanden sind. (War vor 1 J. schon mal der Fall)
    Sonstige: PO4 0,02 / NO3 ~10
    Mal nebenbei- kennt jemand eine alternative zu Silicarbon? Habe mittlerweile 2 Packs im Einsatz, aber der Si Wert verringert sich nur sehr sehr langsam!

  • Hallo Hans-Werner,

    ich habe mir sagen lassen, dass das Filtermedium Silicarbon (hoffentlich richtig geschrieben) eine ähnliche Struktur hat, wie Aktivkohle. Somit werden wohl auch weitere Verbindungen aus dem System entfernt. Vielleicht liegt es zum Teil daran, dass im gleichen Zuge die Cyano´s ihr Wachstum verringern.
    .......................................................................................

    Hi Thomas,

    ich glaube nicht, dass Nitrat durch ein Filtermedium wie Silicarbon etc. entfernt werden kann. Mir ist derzeit keine Filtermöglichkeit bekannt, die Nitrat auf nicht-biologische Weise aus dem System entfernt. Wenn diese Filter schon ´ne geraume Zeit im Becken liegen und sich anaerobe Zonen gebildet haben, dann mag es sein, aber es liegt dann wohl nicht am Filtermedium.

    Grüße, Lars

  • Hi Thomas,

    dass das Silicarbon eine Substanz an das Wasser abgibt, die mit dem Verschwinden der Cyano´s zu tun hat, ist mir nicht bekannt. Es sind meines Wissens auch keine Untersuchungen dahingehend gemacht worden. Das muss aber nicht heißen, dass dies nicht im Bereich des Möglichen liegt.

    Tschau, Lars

  • Hi!
    Ich verwende Silikarbon zwischen Leitungswasser und Auffüllstation und die Cyanos verschwinden.
    Habe nur mehr einen kleinen Fleck.
    Jetzt habe ich mir folgendes überlegt, gebe diesen Stein in mein Aufzuchtbecken.
    Das Aufzuchtbecken ist ohne Silikarbon, mittlere Strömung, Auffüllwasser von einer Firma (Silikat nicht nachweisbar). Beckeninhalt: 2Gramma, verschiedene Weichkorallen, einige verschiedene Algenarten. Beleuchtung: 18W Narva und 18W Blaulicht.
    Mal sehen was passiert.

    Gruß Geri

  • Ich hatte mich eigentlich nicht so sehr auf Silicarbon o. Ä. bezogen sondern auf die Verwendung von Reinstwasserfiltern nach UO. Eine so eintretende Phosphatverknappung wäre doch zumindest theorethisch möglich. Nitrat spielt natürlich keine Rolle in den vorliegenden Konzentrationen. Phosphat ist dagegen für fast alle Algen ein absoluter Wachstumsfaktor, da sind auch noch kleinere Mengen im Nachfüllwasser auf die Dauer eventuell wirksam.

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

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  • Hallöle!

    ich gestehe: Mea culpa! Ich habe dazu geraten gegen Schmieralgen mit Silicarbon vorzugehen. Und wenn ich darf werde ich mich rechtfertigen ;o)
    Mir fiel auf, dass ein jeder Händler zu allem was schmierig aussieht Cyanobakterien sagt. somit werden auch eukaryotische Diatomeen den Cyanobakterien zugeordnet. Mag alles andere als korrekt sein (weiß Gott), aber es hilft einem Einsteiger mit solchen Problemen die anfängliche hohe Anforderung der Meeresaquaristik durch Vereinfachung zu meistern. Also gibt es eben Fische, Krebstiere, Korallen, höhere und niedere Algen und Einzeller.
    Es macht relativ wenig Sinn da dann die gesamte Protistologie aufzurollen von Diatomeen bis zu Dinoflagellaten. Ich denke es ist ihm relativ egal ob die Organismen, die das Aquarium zuschleimen nun einen Zellkern haben oder nicht, er will sie ja nur loswerden.
    In sehr vielen Fällen handelt es sich bei diesem Schleim doch um Diatomeen handelt denen man ihren Panzerbaustein mit Silikatentzug streitig machen kann.
    Quintessenz: Wenn's hilft!
    Dann, wenn man sie los ist und es einen interessiert, kann man sich mit den verschiedenen Einzellern, Pro- wie Eukaryoten auseinandersetzen und sich die Panzerplattenformen der Diatomeen anschauen.
    Mich würde es auch interessieren, welcher Schleim nun von welchen Organismen produziert wird, wenngleich ich momentan genug von den Protisten habe (jetzt kommen endlich die Cnidaria>Anthozoa dran *jippie*)
    Ich hab' leider mein AQ nicht hier und keine Schmieralgen drin, sonst könnte ich schon mal schauen, denn hier stünden die entsprechenden Mikroskope zur Verfügung (neuerdings sogar mit Phasenkontrast)

    Nochmals: der Zweck heiligt die Mittel,

    in diesem Sinne

  • Hy Matthias,

    du weisst gar nicht, wie du mir aus dem Herzen schreibst. Wenn Meeresaquaristik nur die betreiben dürften, die sich mit jedem Tier, was im Meer lebt(ich habe mir sagen lassen, es sollen sehr viele sein)

    exakt auskennen, dann bliebe es nur Wissenschaftlern
    vorbehalten. Meine einfache Erkenntnis lautet:

    Reinstwasserfilter ist gleich verschwinden von Belägen und damit gut.(was auch immer es ist, ich kann die verschiedenen Beläge bis heute nicht unterscheiden, zumindest einige aber kann durch beobachten feststellen, was sich tut, wenn ich dieses oder jenes tue)

    Aber mal im ernst. Ich bewundere alle, die sich so gut mit dem Aquarium auskennen und lese mit Freude solche Artikel, z. B. wenn Jörg Kockott was genauer erklärt und versuche auch daraus zu lernen, doch wenn ich mir nur dann Meerrestiere halten dürfte, bis ich auf der Stufe bestimmter erfahrener Aquarianer stehe, dann würde es wohl Jahre dauern.

    Und ich glaube das Meer wird uns noch in Jahrzehnten
    Geheimnisse bereithalten, die wir noch nicht entschlüsselt haben. Das sollte uns natürlich nicht von abhalten uns dafür zu interessieren.

    Gruss Thomas

  • Hi,

    naja, ich bin schon auch der Ansicht dass man Sachverhalte korrekt darstellen sollte. Aber wie gesagt, manchmal ist eine starke Vereinfachung (wenn auch mit Verfälschung) nicht richtig, aber hilfreich. Vor allem für noch nicht so bewanderte Meeresaquarianer und -biologen (zu denen ich mich auch zähle).
    Klar, Jörg kennt sich in der Biologie und Chemie sehr gut aus wie viele andere auch (sehr viele) mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen. Aber gerade hier im Meerwasserforum finde ich es weltklasse, dass hier jedem in allen Niveaus geholfen wird, und das wirklich nett.
    (Habe auch schon ganz andere Erfahrungen in einem Süßwasserforum gemacht, wo man praktisch als Depp abgekanzelt wird).
    In diesem Sinne!

  • @geri

    Hallo Geri,
    die von Dir angewandte Technik interessiert mich. Wie hast Du das Silicarbon zwischen Leitungswasser und Nachfüllbehälter bzw. Beckeneinlauf integriert ?

    Ich habe mir schon überlegt zwischen Pumpe im Nachfüllbecken und Auslauf ins Becken einen sog. Zwischenfilter mit Siliocarbon einzubauen. (um die doch hohen Kosten der Osmosewasserherstellung einzusparen-Wasserverbrauch ist ja schon immens).

    Meinst Du es funktioniert bzw. wirkt ?

    Gruß und Danke
    Jürgen

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