Kalium-Standardlösung ?

  • Die Frage nach einer Kalium-Standardlösung scheint immer drängender zu werden.

    Deshalb möchte ich folgenden Rezeptvorschlag zur Diskussion stellen. Das Natriumchlorid und das Magnesiumsulfat darin soll einen Teil der Störionen natürlichen Meerwassers darstellen. Möglicherweise kann auf das Magnesiumsulfat auch verzichtet werden.


    Lösung 1:
    32 g Natriumchlorid (NaCl, getrocknetes Kochsalz) und 7,7 g Magnesiumsulfat-Heptahydrat (MgSO[T]4[/T]*7H[T]2[/T]O) in 800 ml dest. Wasser auflösen, dann mit dest. Wasser auf exakt 1000 ml auffüllen.

    Lösung 2:
    7,63 g Kaliumchlorid (getrocknetes KCl) in 800 ml dest. Wasser auflösen, dann mit dest. Wasser auf exakt 1000 ml auffüllen.

    Standardlösung:
    100 ml der Kaliumchlorid-Lösung abmessen und mit der Natriumchlorid-Lösung auf exakt 1000 ml auffüllen. Diese Standardlösung enthält etwa so viel Natrium, Chlorid und Sulfat wie natürliches Meerwasser und genau 400 mg Kalium.

    Fragen:

    1. sind die Lösungen stabil genug?
    2. im Vergleich zu MW ist zu wenig Magnesium enthalten, könnte das ein Problem sein?
    3. kann auf das Magnesiumsulfat verzichtet werden?
    4. müsste auch noch Calcium rein?
    5. müsste auch noch der pH-Wert eingestellt werden?
    6. kann man anstelle des dest. Wasser auch UO-Wasser verwenden?
    7. ist die Fehlerquote vernachlässigbar, wenn mit 1% Genauigkeit gewogen und gemessen wird?


    7,63 g KCl = 4,00 g K
    32,0 g NaCl = 12,6 g Na + 19,4 g Cl
    7,70 g MgSO[T]4[/T]*7H[T]2[/T]O = 0,76 g Mg + 3,00 g SO[T]4[/T]

  • Hi Thomas ,

    Ich befürchte du wirst hier kaum antworten bekommen da wir zu wenig chemisches fachwissen besitzen um hier irgendwelche theorien aufzustellen ... da müsste man die lösung einfach mal ansetzen und in einem kleinen testbecken ausprobieren, eine andere möglichkeit sehe ich nicht.

  • Tja,

    die Frage war vor allem adressiert an hier im Forum anwesende Chemiker bzw. sonstige Forianer mit chem. Fachwissen: z.B. Armin Glaser, Jens Kallmeyer, Manfred Pitsch, Jörg Kokott, Marroc, ...

  • Hallo Thomas,

    zu deinen Fragen :
    1. Die Lösung ist stabil
    2.+3. Mg spielt für den K-Test keine Rolle
    4. Ca auch nicht
    5. pH ist zwar etwas niedriger als in Meerwasser, da bei den meisten K-Tests
    aber eh Lauge zugegeben wird, wird das ebenfalls keine Rolle spielen
    6. Für die vorhandenen Messgenauigkeiten ist UO-Wasser völlig ausreichend
    7. Mit 1% bzw. der sich daraus ergebenden Gesamtabweichung liegst du
    weit über der Genauigkeit der visuellen Trrübungstests.

    Ich würde mir übrigens gar nicht so viel Mühe machen. Eine mit einer üblichen
    Meersalzmischung angesetzte Lösung der Salinität 35 ist für die vorhandenen Tests gut genug.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    nur woher weiss ich, wie viel K wirklich im angesetzten Wasser ist? Du hast mal geschrieben, dass alle Salzmischung etwa 400mg K enthalten, aber allein auf dem AquaMedic steht schon 350mg. Und dass die Herstellerangaben wiederum auch nicht immer richtig sind, das wissen wir ja schon von den anderen Werten.

    Ich fände eine Standardlösung auch besser.

    Gruß
    Sven

  • Zitat

    Original von Armin Glaser

    Ich würde mir übrigens gar nicht so viel Mühe machen. Eine mit einer üblichen
    Meersalzmischung angesetzte Lösung der Salinität 35 ist für die vorhandenen Tests gut genug.

    Gruß Armin

    Das unterschreibt dir aber niemand. Wenn die Hersteller überhaupt Angaben zu den einzelnen Mengen machen, sind die wohl nicht verifiziert. Miß bitte mal die gut meßbaren Mengenelemente in unterschiedlichen Packungen. Die Werte sind nicht einmal innerhalb derselben Charge gleich. Also, was der Hersteller angibt und was wirklich drin ist, sind 2 Paar Schuhe.

    Gruß
    K.-D.

  • Hi Thomas,

    es geht dabei sicherlich nicht um die letzten 5 mg. Da diese Tests sehr schwer abzulesen sind, würde ich ohnehin erstmal reichlich Luft lassen bei der Anhebung der Werte. Wenn im Meer zwischen 380 und 420 mg vorkommen, sollte man über 1 - 2 Wochen erstmal auf den untersten Wert erhöhen und alles ganz genau beobachten und festhalten.

    Eigentlich könnte man schon mal mit Kaliumchlorid ein wenig erhöhen. Ich hatte ja schon mal frisches Tropic Marin Pro Reef mit etwa 340 und Reef Crystals mit etwa 345 mg gemessen. Da ich im Becken 240 mg gemessen habe, könnte man schon mal um 100 mg gefahrlos erhöhen.

    Gruß
    K.-D.

  • Hi K.-D. (Klaus-Dieter ?),

    da du zwischen 340 und 345 mg/l unterscheiden kannst, gehe ich davon aus, dass du eine Messmethode nutzt, die wesentlich genauer ist, als Thomas Pohls Kaliumtest. Darf ich fragen, welche Methode das ist und wie teuer solche Tests kommen ?

  • ich würde trotzdem auf keinen fall erhöhen , wie gesagt schon pohl selbst sagt dass es zum absterben der korallen führen kann , also gebt bitte acht !!!

  • Hi Thomas,

    ? ist richtig.

    Ich habe ja geschrieben "etwa". Der Test ist zwar nicht gut ablesbar. Ob ich mit etwas anderen Lichtverhältnissen die gleichen Werte ablese, möchte ich nicht beschwören. Aber Reef Crystals war da so 1 cm auf der Skala besser.

    Gruß

    K.-D.

  • Hi,

    Pohl weis eben was drin ist. Das wird nicht allein Kalium sein. Wenn ich nun erhöhen würde, dann würde ich das mit Kaliumchlorid machen und nicht mit K Balance. Wenn überhaupt jetzt schon erhöhen, solange nicht fest steht wie genau der Test denn ist, würde ich auch nur bis 340 - 350 mg nach diesem Test erhöhen. Denn das frische Wasser mit meinen Salzsorten hat ja nach diesem Test diesen Wert. Also bin ich, KA wie hoch, aber im grünen Bereich.

    Gruß
    K.-D.

  • Hallo K.-D.,

    du hast natürlich insofern recht, dass eine einfache Meersalzmischung
    als genauer Standard nicht ausreichend ist.

    Worum es mir geht ist, zu verhindern, dass auf Grund einer falsch durchgeführten
    Messung oder eines möglicherweise ungenau arbeitenden oder ungenau
    abzulesenden Tests vollkommen falsche Werte ermittelt werden
    und auf dieser Grundlage chemische Eingriffe ins Aquarium ausgeführt werden.

    Oder anders gesagt : Ich habe 400 mg/L K im Becken, messe aber nur 230
    und kippe dann Unmengen von K-Präparaten ins Becken, die in diesem Fall
    einen immensen Stressfaktor für alle darin lebenden Organismen darstellen.

    Dieser Fehler lässt sich durch eine Kontrollmessung mit frisch angesetztem
    Meerwasser vermeiden. Dass AquaMedic nur 350 mg K/L enthält war mir neu.
    Ich bezog mich auf eine Untersuchung von Instant Ocean, TM, HW, Reef Crystals,
    Red Sea, Kent, CaraLife und SeaChem. Dort wurden K-Konzentration von
    372(TM) bis 477(Kent) mg/L ermittelt. Ausreichend, um zu probieren, ob der K-Test
    dann mehr als 350 mg/L anzeigt.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    genauso sehe ich das auch. Wenn man frisches Wasser mit dem Pohl-Test mißt, kann man wohl ohne Risiko bis dahin anheben.

    Hast Du denn die Werte, die in TM und Reef Crystals sein sollten? Nach diesem Test hat TM Pro Reef ca. 340 und Reef Crystals ca. 345 mg Kalium. Wobei ich davon ausgehe, dass der Wert von Eimer zu Eimer schwankt.

    Gruß
    K.-D.

  • Hallo Thomas

    Hier mal die Zusammensetzung unseres "Standard Major Ion Seawater", welches wir fuer alle moeglichen Sachen benutzen. Alle Konzentrationen sind in g/L angegeben.

    KH2PO4, 0.2
    NH4Cl, 0.25
    NaCl, 25.0
    MgCl2*6H2O, 5.0
    KCl, 0.6
    CaCl2*2H2O, 0.15
    NaHCO3, 2.52
    Na2SO4 3.9
    PH Wert wird mit NaOH auf 8.2 eingestellt

    Die Loesung hat 373 mg/L K

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

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