Refraktometernachtrag

  • Schönen Abend wünsche ich!

    Also, ich habe mich mal bezüglich des Themas „Refraktometer“ bei einem Professor der Meereschemie, W. Balzer, an der Uni Bremen kundig gemacht, was er denn davon hält, die Salzdicht in einem künstlichem System mit Hilfe der Refraktometrie zu bestimmen.

    Um es kurz zu machen, wenn man nicht ständig die Salzmischung wechselt, und auch nicht dauernd Wasser nimmt, welches am Abend vorher angesetzt und belüftet wurde, also man keine ständige Ionenverschiebung vornimmt, dann ist diese Methode völlig in Ordnung, um seine Salzdicht zu bestimmen. Will man es wirklich genau wissen, muss man halt auf Methoden zurückgreifen, die sich wohl nicht jeder leisten kann.

    Die oben erwähnten physikalischen Eigenheiten sind ja auch nicht falsch, das will hier nicht bestreiten, aber wir wollen die Salzdicht nicht mit 10 Stellen hinter dem Komma messen. Da denke ich, ist diese Methode absolut vertretbar!

    Es bleibt auch die Frage offen, ob denn wirklich jedes Aräometer genau das anzeigt, was es auch soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in der Firma/den Firmen die Aräometer herstellen, jedes Gerät genau in wissenschaftlich standardisiertem Meerwasser kalibriert.
    Wer weiß denn schon, ob da jedes der Blätter, die im Schaft stecken, 100%ig das gleiche wiegt, oder ob sie alle in genau derselben Höhe stecken???

    Ich will hier keine der beiden Methoden schlecht reden. Jeder soll für sich die seiner Meinung bessere Methode entscheiden. Wenn man mit den Beiden Methoden unterschiedliche Werte ermittelt, das Becken aber ansonsten gut steht, worin liegt dann das Problem? Solange es den Tieren gut geht........................

    Auf das Refraktometer werde ich jeder Zeit ohne Bedenken zurückgreifen.

    Grüße, Lars


  • Hallo Lars,

    was bitte meinst du mit Salzdichte ???? Salinität oder spezifisches Gewicht ???

    mit dem Refraktometer wird lediglich die Salinität
    eines Mediums bestimmt angegeben in Promill (in welcher Zusammensetzung auch immer)

    Die Dichte eines Mediums beschreibt sein spezifisches
    Gewicht z.b. 1gr/ccm

    Nochmal für alle:

    Mit dem Refraktometer kann keine Dichte gemessen werden !!

    Es bietet lediglich auf der linken Scala einen Vergleichs-
    wert bei 20°C zur Dichte an !!

    Gruß Jürgen

    Panoramabecken 200x70x60, Photon Plus 2x400W Megachrome Coral 14K E40 + 4x54W T5 Aqua Science Special 15K, 2x Tunze Stream 12000 l/h,ATK Abschäumer150cm mit The Pump 40

    Die Summe der auf der Erde vorhandenen Intelligenz bleibt ewig gleich. Nur die Bevölkerung wächst ständig...

  • Zitat

    Original von Jürgen Rathje
    Mit dem Refraktometer kann keine Dichte gemessen werden !!

    und mit einem Aräometer wird genausowenig die Dichte gemessen, sondern die Millimeter, die er aus dem Wasser ragt. :winking_face:

  • Zitat

    Original von Thomas Chronz

    und mit einem Aräometer wird genausowenig die Dichte gemessen, sondern die Millimeter, die er aus dem Wasser ragt. :winking_face:

    Hallo Thomas,

    genau aus diesem Grund benutze ich in Zukunft mein
    Refraktometer :face_with_tongue:

    Gruß Jürgen

    Panoramabecken 200x70x60, Photon Plus 2x400W Megachrome Coral 14K E40 + 4x54W T5 Aqua Science Special 15K, 2x Tunze Stream 12000 l/h,ATK Abschäumer150cm mit The Pump 40

    Die Summe der auf der Erde vorhandenen Intelligenz bleibt ewig gleich. Nur die Bevölkerung wächst ständig...

  • Hallo Jürgen,

    ich wollte hier natürlich keine weitere Verwirrung stiften! Also danke für die Verbesserung.


    In wesentlichen Punkten ist der oberste Text richtig. Eine Relation zwischen Salzgehalt und Dichte oder Salzgehalt und Brechungsindex setzt voraus, dass wir eine konstante Ionenzusammensetzung haben (wie z.B. die von natürlichem Meerwasser). Nur unter dieser Voraussetzung kann man (nach Eichung) von Aräometer-Ergebnissen oder Brechungsindex-Ergebnissen auf die Masse der gelösten "Salze" schließen. Man kann natürlich keien genaue Aussage treffen, in wie weit die Zusammensetzung der Salze in den Aquarienwässern variiert. Am besten wäre es, wenn man von den verschiedenen Salzlieferungen jeweils Eichkurven aufnimmt.

    `nen schönen Sonntag noch, Lars

  • Hallo Lars,

    genau diese Aussage war auch Kern meiner Aussage im Betrag "Besser kein Refraktometer".

    Vielleicht ist es jetzt noch einmal etwas deutlicher geworden.

    Bei der Dichtebestimmung beim Ansetzten der synthetischen Salzsorten sehe ich auch nicht so das Problem. Wie siehst du aber die Messung von Beckenwasser mit dem Refraktometer?
    Dort dürften wir uns von der eigentlichen Zusammnesetzung der eingesetzten Salzmischung bereits entfernen. Es kommen ja nun viele weitere Stoffe durch Stoffwechsel im Becken hinzu, die den Brechungsindex beinflussen. Meine Befürchtung war, das eine Messung des Beckenwassers mit einem Refraktometer unter Umständen zu einer fatalen Fehlmessung führen kann.
    Wie ist dort die Aussage der Uni?

    Mir liegen Aussagen von mehreren Fachabteilungen eines großen Labors vor, die eine solche Dichtebestimmung mit einem Refraktometer für sehr zweifelhaft halten. Zumal beim "gebrauchtem" Beckenwasser. Das originale Zitat war eigentlich noch vernichtender.

    Nach einem Telefonat mit einem Besitzer des Greiner Refraktometers bin ich mir fast sicher das dort keine Dichte Skalierung angegeben ist. Rechts befindet sich wohl nur der Brechungsindex und auf der linken Seite eine Umrechnung in Salinität bezogen auf Natriumchlorid. Falls es so nicht stimmt, korrigiert mich bitte.

    Mein persönliches Fazit lautet im Moment eher so: Ich werde mit einem Refraktometer keine genaueren Werte ablesen, als mit einer Spindel. Unter Umständen ist eine Spindel zu der Dichtebestimmung des Beckenwassers eher geeignet.

    Ich persönlich bevorzuge sogar eher andere Messgrössen, als die Dichte. Sie ist von zu vielen anderen Faktoren abhängig und als vergelichendes Maß unterschiedlicher Wässer eher ungeeignet.

  • Zitat

    Original von Lars_Hauptmann
    Hallo Jürgen,

    ich wollte hier natürlich keine weitere Verwirrung stiften! Also danke für die Verbesserung.


    In wesentlichen Punkten ist der oberste Text richtig. Eine Relation zwischen Salzgehalt und Dichte oder Salzgehalt und Brechungsindex setzt voraus, dass wir eine konstante Ionenzusammensetzung haben (wie z.B. die von natürlichem Meerwasser). Nur unter dieser Voraussetzung kann man (nach Eichung) von Aräometer-Ergebnissen oder Brechungsindex-Ergebnissen auf die Masse der gelösten "Salze" schließen. Man kann natürlich keien genaue Aussage treffen, in wie weit die Zusammensetzung der Salze in den Aquarienwässern variiert. Am besten wäre es, wenn man von den verschiedenen Salzlieferungen jeweils Eichkurven aufnimmt.

    `nen schönen Sonntag noch, Lars

    tag lars,

    äonen von meerwasseraquarianern haben mit der spindel
    erfolgreich aquaristik betrieben.

    mitlerweile komme ich zu dem schluss, dass die refraktometermessung für unsere zwecke genauso
    genau oder ungenau zu sein scheint.

    den tieren ist es auch letztlich wurst, ob sie nun bei o,023
    spindelmessung oder o,023456 refraktomessung ihre
    gesundheit beweisen können.

    ein besserer korallenriffbetreiber bin ich nicht dadurch, dass ich mit nem refrakto messe.

    auch n schönen sonntach.

  • Hallo Leute.

    Auch wenn die frage blöd ist, aber womit messe ich denn jetzt ambesten den Salzgehalt in meinem
    Meerwasseraqua. ich finde es alles etwas verworren.
    ich messe den Leitwert und zusätzlich habe ich eine spindel im Filter...ähhhh im Technikbecken.

    Danke für die Antwort

    mfg udo

  • Hallo joe,
    was du sagst ist schon richtig. Wenn es dan nur so kleine Unterschiede sind. Es geht da aber auch mal schnell das die Spindel 1.022 anzeigt und es 1.027 sind :winking_face_with_tongue: Fakt ist doch das die Refrakometer alle identisch anzeigen zumindestens nicht solch großen Unterschiedeaufweisen. Soweit meine Meinung dazu!!!

  • Hallo,

    leider haben meine Bemühungen keine Erfolg gehabt, durch das Okkular meines Refraktometers ein Foto zu machen. Deshalb kann ich meine Erfahrung nicht mit Bildern unterlegen.

    Der Wertebereich der Strichplatte reicht in der Salinität von 0 bis 100 Promille, subjektiv erscheint sie meinem Auge ca. 4 cm groß (optischer Eindruck), der interessante Bereich um 35 überstreicht dabei nur wenige Millimeter.

    Es ist mir nicht möglich, den Wert genauer als plus/minus 0,5 abzulesen, dies auch nur mit äußerster Konzentration.

    Ob in meinem 400 Liter Becken nun 5 Liter zuviel oder zuwenig Osmosewasser drin ist, läßt sich nicht bestimmen, da die Differenz gerade mal plus/minus 0,35 ausmacht (bei einer Sollsalinität von 35 entspricht die Schwankungsbreite Werten von 34,65 bis 35,35).

    Sollte ich eine solche Schwankung durch eine Messung feststellen, so läßt sich nicht sagen, ob dies der Wirklichkeit entspricht, denn sie liegt innerhalb des Bereichs der Messungenauigkeit.

    Fazit: wer misst, misst Mist

  • Hallo Forum!

    Also ich sehe einen großen Vorteil beim Refraktometer. Es ist temperaturkompensiert. Ich hatte immer Probleme wenn die Temperatur im Becken stieg. Immer umrechnen. So habe ich jetzt einen Wert und den versuche ich einzuhalten.

    Gruß

    Aquarius

  • Zitat

    Original von Aquarius
    Hallo Forum!

    Also ich sehe einen großen Vorteil beim Refraktometer. Es ist temperaturkompensiert. Ich hatte immer Probleme wenn die Temperatur im Becken stieg. Immer umrechnen. So habe ich jetzt einen Wert und den versuche ich einzuhalten.

    Gruß

    Aquarius


    hallo aquarius,

    wie ist das denn im meer?

    da gibts auch themperaturunterschiede.

    weisst du oder jemand sonst, wie es sich im korallenriff verhält: so dichtemässig zwischen mittags und frühmorgens?

    ich bin bislang nicht auf die idee gekommen, wegen 2 grad rauf oder runter noch die themperatur zu berücksichtigen.
    (schmunzel)

  • Nabend,

    die Tests der Wasserparameter, die wir in unseren Becken durchführen, sind so gut wie alle Anhaltspunktmessungen, wobei wir den wirklichen Wert wohl nie exakt bestimmen werden. Selbst bei Messungen des Ph-Wertes oder des Redoxpotentials ist es fraglich, in wie weit diese Elektroden den absolut genauen Wert anzeigen. Man nehme mal das Beispiel einer Redoxelektrode. Die Hersteller geben an, dass Abweichungen von 20% nach oben und unten noch normal sind, selbst bei den richtig teuren Modellen, und das sind mit Sicherheit nicht Die, die man in der Meeresaquaristik benutzt! Da zeigt nun die eine Elektrode 300mV an und die Andere 350mV. Und, was macht es den Tieren im Becken?

    Nichts

    Jeder erfahrene Aquarianer kann mit einem Blick in sein Becken sagen, ob´s den Tieren gut gehr oder nicht. Da bedarf es nicht einer Spindel oder eines Refraktometers.
    Alle paar Wochen messe ich mein Wasser durch und schaue mal, was sich so tut. Nicht mehr und nicht weniger.
    Für Anfänger sieht das natürlich ein wenig anders aus. Da spielt es aber auch nicht die große Rolle, ob der Wert bei 1.021 oder 1.023 liegt. Kommt ja auch immer auf das Becken selber an!

    Die Firma Mrutzek Meeresaquaristik wird weiterhin die Messungen mit dem Refraktometer vornehmen.

    Grüßchen, Lars

  • Hallo Alle,
    nun habe ich mich lange vornehm zurück gehalten, aber jetzt will ich doch mal meine Meinung mitteilen. Ich prüfe seit 1975 den Salzgehalt (Dichte, spezifisches Gewicht, oder wie immer man das ausdrücken will) mit einem Aräometer und werde auch dabei bleiben. Auch weiterhin werde ich das verdunstete Wasser ohne viel Federlesen nachfüllen. Meine Tiere hat noch nie interessiert, ob das Wasser ein spez. Gewicht von 1,022g/ml oder eben 1,025g/ml hat. Außerdem machen geringe Dichteschwankungen den Tieren nichts aus.
    Um auf die Frage von Joe einzugehen: die Temperaturschwankungen im Riff sind machmal ganz erheblich! Wenn man plötzlich in eine kalte Strömung kommt, dann erschrickt man sich schon gewaltig. Vorausgesetzt man schwimmt ohne Neoprenanzug! Dichteschwnkungen gibt es aber auch an vielen Küsten. Wenn es in den Tropen regnet, dann ist das kein Nieselregen! Da wird das Wasser auch nicht vorsichtig vermischt, da kommt es vielmehr zu erheblichen Dichteschwankungen vor allem auf dem Riffdach und in den Lagunen. Man kann also über das oder den (?) Refraktometer denken wie man will, macht aber bitte keine Religion daraus!
    MfG Helmut

  • Hallo Helmut!

    Kurzfristige Dichteschwankungen wie im Meer sehe ich auch nicht als Problem. Aber das lange Verbleiben an der oberen oder unteren Grenze schon.

    Gruß

    Aquarius

  • Hallo zusammen,

    sicherlich soll jeder mit seiner Methode glücklich werden.

    Ich findes es nur sehr verwunderlich, das vor einiger Zeit, vielen (25 oder waren es mehr?) diese Spindeln zu ungenau waren. Nun spielt es keine Rolle mehr. das die hochgelobte Technik keinen Deut besser geeignet ist. Ist ja egal womit wir ungenau messen. :winking_face:

    Ihr seit mir schon ein Völkchen :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Eigentlich warte ich hier dringend auf einen Beitrag eines Users. Aber der macht gerade Forumspause.

  • Hallo,

    auf einer amerikanischen Website habe ich einen Artikel über ein Laborexperiment von Ferrier-Pages/Gattuso/Jaubert gefunden, der mich von der Notwendigkeit eines sehr exakten Verdunstungsausgleichs überzeugt hat.

    Kolonien von Stylophora pistillata, die über mehrere Jahre im Labor bei einer Salinität von 38 gehalten wurden, hat man auf verschiedene kleinere Becken aufgeteilt. Die Umweltbedingungen wurden bis auf den Salzgehalt nicht geändert. Die Salinität wurde behutsam auf andere Werte gebracht, so daß man nach 3 Wochen die Wachstumsraten bei Salzgehalten von 34, 36, 38 und 40 messen konnte.

    Zusammenfassend wird ausgeführt, daß die Wachstumsrate bei den Salzgehalten 34, 36 und 40 auf 50% zurückging, also sowohl bei zu hohem als auch zu niedrigem Salzgehalt. Ausschlaggebend für die Wachstumsstörung sei der Wechsel der Dichte an sich, egal in welche Richtung.

    -----------

    Tief in den Seiten der Great Barrier Reef Marine Park Authority versteckt finden sich Übersichtskarten einzelner Gebiete des GBR. Ein paar Klicks tiefer hat man die Möglichkeit, sich verschiedene mitgeloggte Temperaturen als Tabelle oder kommaseparierte Daten (für z.B. Excel) auswerfen zu lassen.

    Ein Beispiel: Die Tabellen zum Lizard Island Reef (ca. 15° Südliche Breite) ergeben über das Jahr 1999 gesehen: die wöchentliche Durchschnittstemperatur schwankt von 22,73 bis 29,69°C mit Extremwerten von 21,15 bis 31,83°C. Die Temperaturschwankungen innerhalb 24 Stunden werden nicht extra angegeben, eine oberflächliche Analyse von mir ergaben im Mittel 1,8°C, die größte Tagesschwankung war 3,9°C, die kleinste 0,4°C. Die Daten wurden aus 48 täglichen Messungen (Genauigkeit plus/minus 0,2°C) gemittelt.

    Thursday Island (ca. 10° südliche Breite) hatte wesentlich kleinere Schwankungen innerhalb eines Tages. Die größte Tagesschwankung waren 1,7 °C, die kleinste 0,1°C und die mittlere war 0,6°C. Die wärmste Temperatur im Jahresverauf stellte 31,12°C dar, die kälteste war 24,11°C, der Durchschnitt belief sich auf 27,6°C.


    Leider stammen unsere Tiere im AQ selten aus diesem Bereich der Welt und von Indonesien oder dem Roten Meer habe ich solche Listen noch nicht im WWW gefunden. Dennoch zeigen die Daten, daß wir am täglichen und jährlichen Temperaturverlauf in unseren Becken noch einiges naturgetreuer gestalten könnten. Ob sich das eher positiv oder negativ auf die Gesundheit der Korallen und Fische auswirkt, müssten längerfristige Versuche zeigen.



    _______________
    NACHTRAG:
    von der ziemlichen Ungenauigkeit des Refraktometers bin ich doch einigermaßen enttäuscht, da hatte ich mir mehr von versprochen. Meine Spindel kann das besser, wenn auch umständlicher.

  • Ich bin zwar noch in der Aufbauphase begriffen, aber kenne aus dem Laboralltag sowohl Spindeldichtemessung als auch Refraktometer. Die Messung mit Refraktometern ist sicherlich sehr bequem und schnell, ob die Genauigkeit bei Aquarienbedingungen besser/schlechter ist kann ich nicht beurteilen ich sehe allerdings auch gewisse Probleme bei der Umwandlung eines Brechungsindex in eine Dichte/Salinität. Schell und bequem ist es sicher...
    Die Spindelaerometer die ich verwendet habe waren halt wissenschaftliche Messgeräte (Kalibrierung besser?), aber mit diesen Geräten konnte die Dichte sehr genau abgelesen werden. Hierzu wurden die Flüssigkeiten allerdings in einem speziellen Messzylinder gemessen, also keine Wellen/Fische etc. Die Reproduzierbarkeit war eigentlich immer extrem hoch.
    Jetzt frage ich mich ob nicht die von euch beschriebenen Probleme darauf zurückzuführen sind, dass die Kalibration dieser Spindeln nicht/schlecht durchgeführt wird. Allerdings sollten selbst ungenaue Spindeln immer die gleiche Abweichung erzeugen. Da sollte man sich vielleicht einfach einmal einen verlässlichen Vergleichswert besorgen. Dies könnte zum Beispiel dadurch entstehen indem man mit Refraktometer/Spindel eine genau definierte Kochsalzlösung vermisst und die Temperatur dieser Lösung auf 0,1°C genau feststellt. Dann kann man die Dichte aus Sollwert der Lösung ziemlich sicher berechnen und mit der Spindel vergleichen. Die so gewonnene Differenz dient dann als Korrektur.....

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hallo allerseits
    Wir sind wieder online :grinning_squinting_face:

    Ich habe den tread erstmal überflogen und will kurz meine Meinung mitteilen.
    Ich nutze das Refraktometer ja schon eine Weile länger und bin auch immer noch davon überzeugt.
    Bei meiner ersten vergleichsmessung entsprach der Wert dem von Leitwertmessgeräten obwohl das Wasser aus meinem Aquarium war und so nach Frank fatale fehlmessungen ergeben müsste.

    Ich glaube die ganze Diskussion ist eher theoretisch.
    Wie gross sind die Abweichungen durch die Fremdsalze (alles ausser NaCl) denn?
    Kann ich die Abweichung überhaupt mit der Scalierung messen?
    Und wenn ich schon Dichteabweichungen durch andere Moleküle im Aquarium habe ist bestimmt nicht die Dichte mein Problem!

    Ich war immer ein Fan der Tropic Spindel. Nur nachdem die dritte kaputt war(trotz rohe Ei Behandlung) stand mein Entschluss fest.
    Der Vorteil ist auch das ich das Wasser aus den Tüten leicht messen kann ohne dass gleich Wassermangel auftritt.

    Ansonsten ist doch die Dichtemessung ein Stiefkind wenn ich an die vielen Teile denke die verkauft werden und in meinen Augen nicht mehr als Spielzeug sind.

  • Tach Harald,

    hatte schon befürchtet das Du irgenwann wieder online bist und dann alles wieder neu beginnt :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Zitat

    Original von Harald Mülder
    ....
    Bei meiner ersten vergleichsmessung entsprach der Wert dem von Leitwertmessgeräten obwohl das Wasser aus meinem Aquarium war und so nach Frank fatale fehlmessungen ergeben müsste.....

    Kann, Harrald nicht muss.

    Zitat

    Original von Harald Mülder
    ....
    Ich glaube die ganze Diskussion ist eher theoretisch.
    Wie gross sind die Abweichungen durch die Fremdsalze (alles ausser NaCl) denn?
    Kann ich die Abweichung überhaupt mit der Scalierung messen?....

    Das ist genau das Problem. das wird ohne vergleichende Messung keiner sagen können. Dazu müsste die Dichte des Salzwassers mit einer anderen genauen Methode (z.B Pyknometer) gemessen werden und zum Refraktometer im Vergleich gestellt werden.

    Zitat

    Original von Harald Mülder
    .....
    Und wenn ich schon Dichteabweichungen durch andere Moleküle im Aquarium habe ist bestimmt nicht die Dichte mein Problem! ....

    Nicht die Dichte ändert sich, sondern mit dem Beckenwasser sind weitere Substanzen in der Messung, die einen anderen Brechungsindex erzeugen können, ohne das sich die Dichte verändert hat.

    Denk doch mal an die Auscheidungen der Fische.

    Ob diese Faktoren aber eine auschlagegebende Rolle spielen, konnte hier nicht geklärt werden.

    PS.: Schön das ihr wieder online seit. Wollte dir mit den Beiträgen auch nichts persönliches. Hoffe Du hast es auch so verstanden.

  • Hallo Frank
    Ich bin ja keine Mimose :]

    ++Nicht die Dichte ändert sich, sondern mit dem Beckenwasser sind weitere Substanzen in der Messung, die einen anderen Brechungsindex erzeugen können, ohne das sich die Dichte ++verändert hat.

    Denk doch mal an die Auscheidungen der Fische. ++

    Das wollte ich genau damit sagen. Wenn die Ausscheidungen der Fische so "Messbar" werden sollte ich meine Haltungsbedingungen überdenken,gelinde gesagt.

    P.S.: Wie verhält sich eine Spindel bei unterschiedlichen Luftdrücken?

  • Pyknometer kann man sich als Flaschen mit genau definiertem Volumen vorstellen. Bei einem Nennvolumen von 100 ccm und einer Genauigkeit von 0,001 ccm hängt die Genauigkeit der Messung eigentlich nur noch von der Präzision des Thermometers und der benutzten Waage ab. :winking_face:

  • Zitat

    Original von Thomas Chronz
    Pyknometer kann man sich als Flaschen mit genau definiertem Volumen vorstellen. Bei einem Nennvolumen von 100 ccm und einer Genauigkeit von 0,001 ccm hängt die Genauigkeit der Messung eigentlich nur noch von der Präzision des Thermometers und der benutzten Waage ab. :winking_face:

    Hallo Thomas
    Stören dann nicht aber die gelösten Gaase??

  • Zitat

    Original von Harald Mülder
    Stören dann nicht aber die gelösten Gase??

    Hi Harald,

    wieso, die mißt du doch immer mit, ob mit dem Aräometer, reflektorisch oder elektrisch. Die ca. 20 mg/L machen sich außerdem erst an der 5. Stelle hinter dem Komma bemerkbar. Wenn es so genau werden soll, muß dann auch der atmosphärische Druck berücksichtigt werden.

  • Zitat

    Original von Thomas Chronz

    Hi Harald,

    wieso, die mißt du doch immer mit, ob mit dem Aräometer, reflektorisch oder elektrisch. Die ca. 20 mg/L machen sich außerdem erst an der 5. Stelle hinter dem Komma bemerkbar. Wenn es so genau werden soll, muß dann auch der atmosphärische Druck berücksichtigt werden.

    Hi Thomas
    Ich wollte ja nur mal aufzeigen wie unsinnig diese Diskussion ist. :grinning_squinting_face:

  • Hi Harald,

    da hab ich in meiner Antwort doch glatt die Grinsemännchen vergessen; hol' ich jetzt sofort nach:

    :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Mal ganz im Ernst:
    Die Dichte kann wissenschaftlich nicht ganz genau gemessen werden, weil niemand weiß, wieviel Wasser im Wasser gelöst ist; man weiß noch nicht mal genau, wie schwer ein Liter Aqua destillata eigentlich ist.

    Es kommt noch schöner:
    die Salinität, also der Salzgehalt, ist eine dimensionslose Größe, nichts mit Promille oder mg/L oder so. Salinität wird definiert durch eine Verhältniszahl zweier elektrischer Leitwerte. Näheres im schon öfter zitierten M.E.Q. Pilson ...

    :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

  • Hallo zusammen,

    also besser als Thomas hätte ich es auch nicht beschreiben können.

    Woher kennt er das Ding den schon wieder? :confused_face:


    Zitat

    Original von Thomas Chronz
    Pyknometer kann man sich als Flaschen mit genau definiertem Volumen vorstellen. Bei einem Nennvolumen von 100 ccm und einer Genauigkeit von 0,001 ccm hängt die Genauigkeit der Messung eigentlich nur noch von der Präzision des Thermometers und der benutzten Waage ab. :winking_face:

  • Hallo Jürgen, Joe, Harald, Thomas,

    Zitat Thomas:

    Zitat

    ...hängt Genauigkeit der Messung eigentlich nur noch von der Präzision des Thermometers und der benutzten Waage ab.

    und Grinsemännchen

    ... dann brauchen wir also noch ein Pyknometer, ein sehr präzises Thermometer und eine sehr präzise Waage :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:
    - ach ja hätt ich fast vergessen: immer schön brav nacheichen, damit kein Wert danebenliegt, denn dann...

    wie lange gibts schon Meerwasseraquaristik :confused_face: und funktioniert bei vielen sichtbar gut.

    Also wer sein Hobby mit der nötigen Ernsthaftigkeit betreibt, und überall entsprechend dazuschaut, für den sind die restlichen Parameter doch ziemlich egal. Irgenwann nach dem Komma, wenn dann die Sch... der Fische eventuell die nächste Ziffer ändert.

    Exkurs Anfang 
    Bei uns in der Luftfahrt wird für die Berechnung des Schwerpunktes (muß ja je nach Beladung eingestellt werden) auch immer ganz genau (bis auf 0,X Pfund!) das Flugzeug gewogen, jeder Weitere Ein-/Umbau, die Handbücher, dann noch die Koffer der Passagiere und dann wird für das Gewicht des Passagiers und dessen Handgepäck nur mehr ein Richtwert angenommen (und dann ist egal ob in den Flieger nur Leute meines Kalibers :grinning_squinting_face: oder lauter Leute wie Arnold Schwarzenegger oder andere noch wohlbeleibtere Personen einsteigen - ich weiß schon ist ein lagjährig ermitteltes Durschnittsgewicht - aber kommt immer der Durchschnitt daher?).
    Will damit sagen: der Grundwert ist so furchtbar genau, daß dann der Rest (ist ja auch so gesehen nur ein Bruchteil des Gesamtgewichts - bei der B747 mit max Startgewicht von 412.775 kg wiegen Passagiere mit Handgepäck ca. 42.000 kg) - vernachläßigbar - ungenau ermittelt wird.
    Exkurs Ende

    Also ich meine auch wenn wir halbwegs vernünftiges Werkzeug verwenden, dann können wir die paar anderen Faktoren sicher als geringfügig vernachlässigen.
    Beim nächsten Gerät läßt sich sicher auch noch was finden, wenn man lang genug sucht.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Harald,

    diskutieren wir mal ein wenig unwissenschaftlich:

    Also das Wasser "drückt" nicht auf eine Mechanik beim Pyrometer. Es findet keine Gewichtsmessung statt.

    Es ist eine optische Messung, bei der die Ablenkung eines Lichstrahles gemesssen wird, wenn dieser in einem Winkel auf ein andersartiges Medium trifft.

    Soweit sind wir uns hoffentlich einig.

    Dann weiter:

    Der Lichstrahl wird also aufgebrochen bei dem Übergang
    von einem optisch dünneren in ein optisches dichteres Medium. Dieser Effekt ist sehr gut sichtbar bei Vermischen von Flüssigkeiten oder bei Bildungen von Luftspiegelungen über heißen Flächen.


    Bei dem verwewendeten Refraktometer handelt es isch um ein sog. Jelly Refraktometer. Der Brechungsindex ist nicht nur von der Meßwellenlänge abhängig, sondern auch von der Dichte und Temperatur.

    Diese wird z.B benutzt um die Konzentration von Zuckersäften, Ölen, Alkohol usw. zu bestimmen.

    Dort wird der Brechungsindex benutzt um die Dichte zu bestimmen:

    Beispiel Ethanol: Brechungsindex nD 1,3617 Dichte 0,793 bei 20 Grad C.

    Nun komme ich zu einer alten Frage zurück, die bis heute keiner beantwortet hat. Ist die aufgedruckte Skala eine Dichte Skala oder der Brechungsindex? Falls darüber Unklarheit besteht, nehmt ein Tropfen Ethanol. Mit obiger Angabe ist es dann zu erkennen.

    Nun da wir uns einig sind, das nur ein optischer Effekt gemessen wird, sollte es auch klar sein, das die Brechung von den enthalten Stoffen der Lösung abhängig ist. Sonst würde man bei allen wässrigen Lösungen das selbe Meßergebnis haben.

    Soweit noch einig?

    Gut. Nun steht die Brechung des Lichtes durch einen Stoff aber nicht im direkten Zusammenhang mit seiner Dichte.
    Wenn die Zusammensetzung von Mischungen nicht verändert wird, kann daraus die Dichte bestimmt werden. Es wird einfach mit Umrechnungsfaktoren umkalibriert.
    Ist diese Zusammensetztung unbekant stimmen diese Umrechnungsfaktoren nicht mehr.

    Soweit zumindest in der Theorie noch einig?

    Nehmen wir das Beckenwasser. Vielleicht waren die Ausscheidungen von Fischen eher ein schlechtes Beispiel. Nehmen wir die Gelbfärbung - Phenole.

    Diese werden die Dichte nicht maßgeblich beinflussen. Wie sieht es mit dem Brechungsindex aus? Ich weiß es selber nicht.

    Da kommen wir zu den Punkten über die sich kaum jemand traut eine klare Aussage zu machen.


    Wir kommen in der Diskussion nicht weiter. Ich lasse mir mal ein Greinert kommen und bestimme damit die Dichte vom Beckenwasser. Dieses Wasser lasse ich danach im Labor bestimmen. Alles andere bringt nichts. Warum tue ich mir das eigentlich alles an? Ich habe doch gar kein Refraktometer :confused_face:


    Über eine ganz bestimmte Refraktometermessung unterhalten wir uns dann mal Privat. Du weißt sicherlich weilche? Gehört aber nicht hierhin.


    Zitat

    Original von Harald Mülder
    Hallo Frank
    Ich bin ja keine Mimose :]

    ++Nicht die Dichte ändert sich, sondern mit dem Beckenwasser sind weitere Substanzen in der Messung, die einen anderen Brechungsindex erzeugen können, ohne das sich die Dichte ++verändert hat.

    Denk doch mal an die Auscheidungen der Fische. ++

    Das wollte ich genau damit sagen. Wenn die Ausscheidungen der Fische so "Messbar" werden sollte ich meine Haltungsbedingungen überdenken,gelinde gesagt.

    P.S.: Wie verhält sich eine Spindel bei unterschiedlichen Luftdrücken?

  • Hallo Frank und alle anderen

    Ich habe gerade nei Aquariumwasser gemessen.
    1.022
    nun habe ich zwei würfel traubenzucker reingeschmissen.

    ...........wieder abgelesen und 1.022 also wo ist der Einfluss??

  • Hi Harald,

    lassen wir das im Forum mit derm Refraktometer. Ich habe den Eindruck, du meinst ich mache dich da für etwas verantwortlich. Dem ist nicht so.

    Da aber im ganzen Thread keine vernünftige Diskussion hochkam und alle Benutzer wohl andächtig die Texte lesen, ohne etwas zu äußern, vergeht mir so langsam die Lust mich da aus dem Fenster zu legen.

    Auf gezielte Fragen über das eingesetzte Refraktometer, die mehrfach gestellt wurden, wurde nicht geantwortet. Welche Skala auf dem Ding ist weiß ich immer noch nicht.....
    Also scheint kein Interesse daran zu bestehen und von meiner Seite aus ist das Thema beendet.

    Gezielte Problematiken hätte man diskutieren können. Zumal im meinem Background erhebliche Fachkompetenz aus der physikalischen und analytischen Chemie zur Verfügung stehen. Damit will ich meine Aussagen nicht aufwerten, aber dem problemlosen Einsatz von Refraktometern wird von dieser Seite aus widersprochen.

    Wenn meine Anmerkungen als unnötige Verunsicherung der Nutzer angesehen wird, dann werde ich es eben lassen.

    Manchmal macht es richtig Spaß hier zu diskutieren.

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