Gehen Anemonenfischnachzuchten in Anemonen?

  • Hallo!

    Habe gerade in der neuen MarinLife Zeitschrift einen Artikel von Joachim Frische zu diesem Thema gefunden.
    Da dieses Thema fast jede Woche im Forum diskutiert wird hier ein Kurzzusammenfassung.

    Nach Untersuchungen von Arvedlung, M. & Nielsen mit mehreren Anemonenfischarten und mehreren Anemonenarten muss der Laich der Anemonenfische mit einer Anemone in Berührung kommen. Dadurch erfolgt eine Prägung auf ein von dieser Anemone abgegebenes Hormon.

    Nachzuchtanemonenfische die als Laich mit keiner Anemone in Berührung kamen kennen das Lockhormon nicht und zeigen daher keine Reaktion wenn eine Anemone in Reichweite ist. Sie haben es auch schwieriger bei der Anpassung an die Anemone.

    Damit dürfte klar sein warum es manchmal bei Nachzuchttieren nicht klappt. Aber auch warum Wildfangtiere oft Probleme bereiten.

  • Hallo,
    und wieso gehen meine Clownkinder dann in eine Sarcophyton?
    (wurden unter Heteractis Crispa ausgebrütet,welche nicht im Aufzuchtbecken vorhanden ist)
    Grüsse Thomas

  • Hallo Reinhard,
    es ist mir schon klar,das es eine Ersatzhandlung ist,aber wieso gehen sie
    in eine Sarcophyton,wenn doch das Lockhormon ,worauf sie geprägt sind,fehlt?
    Wäre die Sache so zu verstehen,das Die Clownfischnachzuchten auch überhaupt kein Bedürfnis für einen Ersatz hätten,sofern sie nicht bereits
    im" Nest" dem Lockhormon irgendeiner(nach der Wahl der Eltern)Anemone Bekanntschaft gestiftet haben ?
    Schöne Grüsse Thomas

  • Hi Reinhard,
    das halte ich schlichtweg für Unfug. Meine vorletzten beiden A. ocellaris- Wildfänge haben sich, bis zu ihrem leider viel zu frühem Ableben durch eine bakt. Infektion ,für im Aqu. vorhandene Anemonen ( crispa und quatricolor) absolut nicht interessiert und zwar 10 Monate lang. Ihre Nachfolger (Nachzucht ohne Anemone), jetzt 14 Monate bei uns sind bereits nach 15 min in der crispa untergetaucht.
    Heinz

  • Hallo Reinhard,

    die These kann ich aus eigener Erfahrung so auch nicht bestätigen.
    Ich habe unter anderen auch ein Becken in dem sich ein Paar Amphiprion ocellaris
    ohne Anemone befindet. Dessen Nachwuchs gingen auch schon recht früh
    in eine von mir angebotene Kupferanemone.

  • Hallo
    Schon bei der Aufzucht beim Züchter sollte den kleinen
    eine Anemone angeboten werden.
    Nach und nach "aklimatisieren" sie sich an diese und gehen
    dann eher im neuen zuhause in die dortige Anemone.
    Bei großen Aufzuchtstationen ist das leider nicht der Fall
    wohl doch eher bei kleineren (Hobby) - Züchtern.
    Woran man das genau festlegen kann ob oder ob nicht, weiß ich nicht.
    Man kann versuchen durch Örtlich gezielte Fütterung die Amphiprion
    auf eine Anemone "aufmerksam" zu machen.
    Ein Versuch des Hineinstupsens mit Köcher oder ähnliches, halte ich nicht für sinnvoll.

    Carsten

    2 Mal editiert, zuletzt von Carsten S. (14. Juni 2006 um 13:50)

  • Hi zusammen,

    Diese Theorie, die übrigens wirklich nicht neu ist, kann ich ebenfalls nicht bestätigen.

    Mein Zuchtpaar Ocellaris hat meistens auf einem Stein mit großen Scheibenanemonen oder aber auf einem "leeren" Stein oder an der Aquarienscheibe abgelaicht.

    Die Eier hatten also nie Kontakt zu einer Symbioseanemone und wie ich ja schon oft schrieb, gingen meine Tiere immer ohne Zögern in Anemonen.

    @Carsten
    Auch wenn die Aufzucht mit Anemone zweifelsohne schön ist, halte ich es für unrealistisch, das immer in die Tat umzusetzen zu wollen.
    Denn man benötigt dann schon mehrere, sehr große Anemonen für einen einzigen Wurf Fische. Wenn man nicht ausreichend "Anemonenfläche" zur Verfügung stellen kann, dann sollte man es gleich lassen, weil es sonst nur Unruhe und Ärger gibt.

    Übrigens hat es bei meinen Fischen keinen Unterschied gemacht, ob sie mit oder ohne Anemone aufwuchsen. Ihr positives Verhalten beim Erstkontakt mit einer Anemone war immer gleich.

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo!

    Der Artikel scheint schon sehr gut aufbereitet zu schein.

    Gerade das nicht in die Anemone gehen von Wildfängen bestätigt doch die Untersuchungen. Nicht "Ihre" Anemone -> daher uninteressant.

    Auch das "Anemonenlose Nachzuchten" doch in Anemonen gehen ist kein Widerspruch. Es war eben die vorhanden Anemone die innen besser gefallen hat als alle sonstigen Korallen im Becken.
    "Anemonennachzuchten" reagieren bereits auf den Geruch der Anemone ohne sie zu sehen. Sie gehen selbst aktiv auch die Suche nach "Ihrer" Anemone.

    Was die Anemonenfische machen wenn sie "Ihre" Anemone nicht finden ist einen andere Sache und wurde in der Untersuchung nicht behandelt.

    Der Artikel hat 7 Seiten reinen Text und behandelt das Thema sehr ausführlich.

  • Carsten,

    da die Hobbx Züchter derzeit auf jedem Fall noch Geld und Zeit draif legen müssen ist dieser Vorschlag nicht machbar. Denn mann müsste die Jungfische in so viele kleine Becken unterbringen damit sie nicht in großer Stückzahl die Anemonen "zu tode kuscheln". Dazu kommt das der häufige Wasserwechsel mit "Fish only salt" auch nciht ideal für die Anemonen ist. Auch das häufige reinigen der Jungfischbecken führt nur zu mehr Streß der Anemonen. Das vorhanden sein von Anemonen wird bei Agressiven Arten zu noch mehr Aggression führen und damit zu Todesfällen bzw zu schlechterem Wachstum da die Jungfische merh Zeit in Kämpfe als in Fressen investieren. Meine Baby Premnas sind da wahre Gladiatoren.

    All diese würde die Aufzucht nur weitere verlangsamen und auch verteueren.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo,
    da ich ja auch schon ein paar tausend Anemonenfische gezogen habe kann ich dies nicht bestätigen.
    Eins meiner Zuchtpärchen hat überhaupt keine Anemone im Becken.
    Trotzdem gehen alle Babys innerhalb von minuten in die von mir angebotenen Heteractis magnifica und Entaqumea quadricolor die sich in den Aufzuchtbecken befinden.
    Kein Tier kommt also in den Handel ohne das es mal für ca.3 Monate in einer Anemone war.
    Der Vorteil von Anemonen bei der Zucht ist klar : Die Tiere sind einfach gesünder es ist bei uns zumindest kein Einsatz von Medikamenten erforderlich
    Bild

    2 Mal editiert, zuletzt von Heinz-Georg (15. Juni 2006 um 22:03)

  • Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Dazu kommt das der häufige Wasserwechsel mit "Fish only salt" auch nciht ideal für die Anemonen ist.


    Hi Peter,

    Auch wenn es etwas OT ist: Verwendest Du für die Aufzucht wirklich FO-Salz und wenn ja, welche Marke?

    Habe mir solche Versuche aus Sorge um den Nachwuchs bisher verkniffen und verwende nur riffbecken-erprobtes Salz, aber interessieren würden mich deine Erfahrungen schon.

    Viele Grüße
    Inken

  • Zitat

    Original von Heinz-Georg

    Eins meiner Zuchtpärchen hat überhaupt keine Anemone im Becken.


    tut das denn Not?

    oder wollen die keine??

    Einmal editiert, zuletzt von Schleimer (16. Juni 2006 um 17:29)

  • Hallo Schleimer,
    Ich hatte Ihnen schon mal welche angeboten.
    Da sie aber gewandert sind und die anderen SPS vernesselt haben hab ich sie wieder entfernt. Sie waren sowieso nie in den Anemonen.
    Meine Zuchtpärchen in den Artenbecken gehen natürlich in einer Anemone ins Bett.

  • das ist wohl der Albtraum eines Anemonenfischpflegers der nur ein Becken hat.
    Verliert sich das Verhalten möglicherweise wegen des fehlenden Feindruckes?
    Oder ist es rein individuell?
    Könnte es auch bedeuten, daß wenn ich nur ein Pärchen alleine in 200Liter halte, es noch wahrscheinlicher ist, daß die Tiere so schlechtes Benehmen zeigen werden????

    fragen fragen fragen
    André

    Einmal editiert, zuletzt von Schleimer (16. Juni 2006 um 22:23)

  • Zitat

    Original von Inken Krause


    Hi Peter,

    Auch wenn es etwas OT ist: Verwendest Du für die Aufzucht wirklich FO-Salz und wenn ja, welche Marke?

    Habe mir solche Versuche aus Sorge um den Nachwuchs bisher verkniffen und verwende nur riffbecken-erprobtes Salz, aber interessieren würden mich deine Erfahrungen schon.

    Viele Grüße
    Inken

    Inken,

    ja absolut. Das was gerade günstig zu bekommen ist. Im moment Instand Ocean. Wolfgang Mai und Joachim Großkopf sind sogar der Meinung das die Spurenelemente und sonstigen Additiven u. U. schädlich sind. Joachim (persönliche Mittteilung) führte sogar Jungfischsterben und Wachstumsschäden darauf zurück.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo
    Auch ich biete meinen bicinctus eine quadri in den Nachzuchtbecken an.
    Sie hält sich gut und zeigt keine Anzeichen einer degeneration.
    Meine bicinctus nehmen sie gut an.
    Da ich aber nicht große Stückzahlen ( meisten nicht mehr als 50) aufziehe, wie Heinz-Georg, kann ich nicht beurteilen wie es sich verhält, wenn erheblich mehr amphiprion sich um eine Anemone kappeln.
    Große agressivität kann ich nicht erkennen, liegt auch daran, dass sie nicht längere Zeit bei mir bleiben um das Verhalten diesbezüglich beobachten zu können.

    Gruß Carsten

  • Hi Peter,

    Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    ja absolut. Das was gerade günstig zu bekommen ist. Im moment Instand Ocean.


    Kann bei den bekannten Onlinehändlern kein IO finden. Wie liegt das preislich?

    Zitat

    Wolfgang Mai und Joachim Großkopf sind sogar der Meinung das die Spurenelemente und sonstigen Additiven u. U. schädlich sind. Joachim (persönliche Mittteilung) führte sogar Jungfischsterben und Wachstumsschäden darauf zurück.


    Klingt irgendwie recht weit hergeholt, wie argumentieren die beiden?

    Wie auch immer, wenn die Erfahrungen mit FO-Salz gut sind, werde ich es wohl auch mal probieren. Würde bei meinem Salzverbrauch wohl durchaus lohnend sein :O

    Viele Grüße
    Inken

  • Zitat

    Original von Inken Krause
    Klingt irgendwie recht weit hergeholt, wie argumentieren die beiden?

    moin inken,

    nun, weiss zwar nicht wie die beiden argumentieren, aber ist es heute nicht trendy, aufgrund der steinkorallen jede menge spuries in überdosierung dazuzugeben?

    was der empfindlichen brut nicht unbedingt zuträglich sein dürfte...?!

  • Hi Joe,

    Das wäre natürlich eine Erklärung!

    Wobei das mit den überdosierten Spuris doch wohl eher für spezielle "Riffsalze" gelten wird.

    Glaube irgendwie nicht, daß in Salzen wie TM-Classic (benutze ich gerade) so übertrieben viel enthalten ist, oder?

    Viele Grüße
    Inken

  • Inken,

    mir geht es derzeit bei den Jungtieren schlicht und einfach um die Preiswerteste Salzvariante. Ob die ganzen Spuris wirklich schädlich sind kann ich nicht beurteilen, aber nützen tun sie sicher nicht und da muss ich sie auch nicht bezahlen :winking_face:

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Ich verwende das Wasser aus dem Hauptbecken für meine babies! Negatives sei mir aber bisher nicht aufgefallen?!

    Mfg
    Chris

  • Zitat

    Original von Christian H.
    Ich verwende das Wasser aus dem Hauptbecken für meine babies! Negatives sei mir aber bisher nicht aufgefallen?!

    Mfg
    Chris

    das bekommen meine auch nach der vierten bis fünften Woche. Ich behalte immer 60 Liter Wechselwasser aus dem großen Becken im Faß und wechsle es dann nach und nach in den Nachzuchtenbecken.

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