Nochmal ne Frage zur Nachzucht von Garnelen

  • Hy,

    also meine Futtergarnelen tragen jetzt zum zweiten Mal Eier.
    Das Becken besteht aus 22l Nanobecken, 2 lebende Steine usw. Stroemung ueber ne kleine Stroemungspumpe.

    Nachdem ja die Kleinstkrebse im Becken auch so in Massen wachsen dachte ich ich lass den ersten Wurf einfach mal auf sich gestellt aber das wurde nichts.

    Was mache ich nun um den naechsten Wurf durchzubekommen?

    Folgende Gedanken dazu:

    1. Stroemungspumpe ausstellen und nur leicht belueften.
    oder
    2. Extra Becken mit Phytoplankton und leichter Belueftung
    2a: Larven abfischen und umsetzen - WIE?
    2b: Muttertier umsetzen bis Schlupf

    Werden die Kleinen evtl. von den Kleinstkrebschen gefressen?

    Gruß
    Roger

  • Hi Roger,

    Habe mir noch nie die Mühe gemacht, Futtergarnelen selbst aufzuziehen. Denke aber, es sollte nicht allzuschwer sein.

    So würde ich vorgehen:

    - geschlüpfte Larven vorsichtig abschöpfen
    - in ein kleines, leicht belüftetes Aufzuchtbecken überführen
    - Fütterung mit großvolumigem Zooplankton, z.B. Brachionus oder frischgeschlüpften Artemianauplien
    - ggf. mit Phytoplankton stabilisieren

    Wie gesagt, habe keine Erfahrung, denke aber, es sollte so klappen.

    Vielleicht melden sich ja noch Leute mit eigenen Erfahrungen.

    Viele Grüße
    Inken

  • Hy Inken,

    naja, ist evtl. etwas viel Aufwand fuer Futtergarnelen, aber soll ja auch als Übung dienen fuer weitere Nachzuchten :smiling_face:

    Um die abzuschoepfen muss ich aber meine Stroemung abdrehen bis die geschluepft sind, oder? Also mach ich heute Stroemung aus und haenge ne Lupftpumpe rein?

    Wie schoepfe ich die ab? Glas mit Wasser, absaugen oder Artemiensieb?

    Gruß
    Roger

    Einmal editiert, zuletzt von RHT (3. Januar 2006 um 11:10)

  • Hi Roger,

    Ja, Strömung würde ich ausschalten. Ich weiß nicht, wie empfindlich diese Larven sind, aber wenn Du sie mit einem geschlossenen Gefäß (Glas, Meßbecher usw.) abschöpfst, ist das am besten für die Tiere.

    Manche Larven vertragen auch ein Fangen mit dem Netz, aber das ist imho ein unnötiges Risiko.

    Vieel Grüße
    Inken

  • kurze frage zwischendurch: welche temperatur mögen futtergarnelen denn am liebsten ?

    Tatsachen schafft man nicht aus der Welt, indem man sie ignoriert.

  • Wolfgang schrieb in nem alten Thread von mir, dass die ab 28 Grad massive Probleme bekommen und sterben. Ideal duerften so um die 20 Grad und Solinität 1,0016 - 1,0020 sein ....

    gruß
    Roger

  • Hallo Sascha,

    der Bericht wurde auch im anderen Thread erwaehnt und den kannte ich daher schon. Trotzdem danke.

    Problem ist nur, dass ich kein 500l Freibecken habe welches mit Fadenalgen überwuchert ist - und ich denke auch, dass die Zucht auch in anderen Umgebungen klappen muss.

    Eben dazu suche ich Tips / Ratschlaege / Erfahrungen usw.

    Mir ist zum Beispiel noch nicht klar wie ich die anfangs fuettern soll - Mit Artemia erscheint mir etwas unwahrscheinlich ... Ne Brachiozucht hab ich auf die Schnelle jedoch nicht.

    Aber Du wolltest doch fuer Deinen Fangi auch mal Garnelen zuechten. Was ist denn daraus geworden? Klappt das mit dem 20l Becken?

    Naja, wir werden sehen ...

    Gruß
    Roger

    Einmal editiert, zuletzt von RHT (3. Januar 2006 um 13:30)

  • Zitat

    Original von RHT
    Mir ist zum Beispiel noch nicht klar wie ich die anfangs fuettern soll - Mit Artemia erscheint mir etwas unwahrscheinlich

    Hi Roger

    Geht mit Artemia-Nauplien aber ganz super - Ich hatte das eiertragende Weibchen, als es soweit war separiert, und nach dem Absetzen der Larven zurück ins Aqua gesetzt. - Die Larven hatte ich dann in einem getrennten Gefäß mit etwas Phytoplankton und einer leichten Durchlüftung großgezogen (ein Eimer tuts).
    Falls Du die Aufzucht im Becken mit den erwachsenen Garnelen probierst, stell den Larvenschredder (Strömungspumpe) aus. Auch würde ich denken, daß die erwachsenen Garnelen nur schwer wiederstehen können, wenn sie die Larven serviert bekommen - oki, in einem großen Freilandteich werden trotzdem ein paar Larven überleben :winking_face: - aber effektiv ist anders ;).
    Ansonsten einfach wie Inken oben geschrieben hat - oder wie für die verwandte Art Palaemon elegans im Nachzuchtenregister beschrieben - oder wie wir im letzten Tread schon diskutiert haben.

    Du brauchst keine Brachionus, keine Copepoden und keine Futteranreicherung - sogesehen ist die Zucht einfach - wenn auch nicht so einfach wie Guppies ;).

    LG Martin

    The only reason many species have not yet been successfully reared is that too few people have tried (Naomi Delventhal)

    Many species might go extinct, as too few people look out for them (Martin Reith). Help to change this http://accion-salva-una-especie.org/

  • Hallo Roger!

    Eigentlich hat Martin schon alles gesagt. Insbesondere Strömungspumpen sind sicher für die zunächst freischwimmenden Larven vernichtend. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass die Palaemonetes varians keine kräftige Strömung mag und sich in ruhigerem Wasser wohler fühlt. Das dürfte für die schwebenden Larven noch mehr gelten. Ich würde daher das Muttertier isolieren in ein ungeheiztes Becken mit nur ganz leichter, grobperliger Belüftung und nach dem Schlupf wieder entfernen. Bei Temperaturen bis ca. 25° C dürfte die Aufzucht noch klappen, günstiger wären aber schon deutlich tiefere, so um die 18 - 20° C. Obwohl ich im Freilandbecken auch Brachionus zugefüttert habe, bin ich wie Martin zu dem Ergebnis gekommen, dass es auch nur mit Artemien sehr gut geht. Es sollten aber zum einen wirklich frisch geschlüpfte Nauplien sein und zum anderen eine genügend große Menge, so dass die Larven stets im Futter stehen. In kleineren Becken kann sich dadurch allerdings eine Milieuverschlechterung durch absterbende Nauplien ergeben. Das kann man einigermaßen vermeiden, indem man etwas Phytoplankton zugibt, weil dann die Nauplien nicht verhungern und einfach (mit den Garnelen) mitwachsen. Aber auch wenn mit dieser Methode dauerhaft Artemien im Becken sind, sollte man täglich frisch geschlüpfte Nauplien zugeben, weil größere Artemien in der ersten Zeit für die Larven kein geeignetes Futter sind. Man kann ja die größeren Artemien abschöpfen und anderweitig verfüttern = 2 Fliegen mit einer Klappe :].
    Allgemein habe ich mit der Aufzucht im Haus größere Probleme als im Freiland. Das liegt aber wohl an der dort zur Verfügung stehenden größeren Wassermenge.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

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