Redoxpotential erhöhen

  • Hallo Aquafreunde!
    Fakten:
    Mein plan war es mit meiner IKS Anlage das Redoxpotential auf 430mV zu halten. Ich habe ein Ozonisator 100 (neue Serie) an die IKS Steckdosenleiste angeschlossen. Ich habe eine Luftpumpe an diesen Ozonisator angeschlossen und weiter geleitet an meinem Eiweißabschäumer ( Motorabschäumer Turboflotor 1000 von Aquamedic).

    Problem:

    Das problem was ich habe ist das sich der rx Wert von ~180mV nicht verändert aber mein Wohnzimmer nach Ozon stinkt (habe den Ozonisator abgeschaltet wegen der Gesudheit meiner Familie).

    Was habe ich falsch gemacht?? Warum geht der rx wert nicht hoch??

    Vielen Dank im vorraus

    Thomas Schumacher

  • Hallo!

    Erstmal Danke das du Joe so schnell geantwortest hast.

    Ich habe gedacht das ich ein ergebnis in 2-3 std sehen würde :smiling_face: Dann bin ich beruhigt und werde Ozon runter drehen.

  • Hallo Thomas,

    mit deiner Konstruktion bewegst du dich auf ganz dünnem Eis !

    Die Redoxmessung ist sehr schwierig und erst mit viel Messerfahrung
    kannst du sie dazu verwenden, Veränderungen im Aquarienmileu zu erkennen.

    Als Dosiersteuerung für eine potentiell toxische Substanz wie z.B. Ozon
    würde ich eine Redoxmessung NIEMALS VERWENDEN !!!

    Wenn du Ozon dosieren willst, dann richte dich nach Erfahrungsberichten von
    Aquarianern, die es schon lange und ohne Probleme anwenden, nimm zuerst
    weniger, als dir empfohlen wird und krieg mit der Zeit heraus, was für dein
    Becken gut ist.

    Noch ein Tip : Da du sicherlich eine Silber/Silberchlorid-Elektrode verwendest,
    bedeutet der angezeigte Wert von 180 mV ein Redoxpotential von 390 mV.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Zitat

    Original von Armin Glaser

    Noch ein Tip : Da du sicherlich eine Silber/Silberchlorid-Elektrode verwendest,
    bedeutet der angezeigte Wert von 180 mV ein Redoxpotential von 390 mV.

    Gruß Armin

    Hallo Armin !

    Das erklär mal bitte genauer ! Hab ich ja noch nie gehört ! Woran kann ich denn so eine Elektrode erkennen !?

    Gruß Gerd

  • Hallo Armin!

    Erstmal vielen Dank für deine Antwort. Könntest du mir das bitte auch nochmal genauer erklären? Ich habe nun einen Redoxwert laut IKS von 434 mV, bedeutet das ich jetzt in wirklichkeit einen Redoxwert von 868 mV habe???

    P.S.: Ich habe den Ozonisator mitlerweile auf kleinster Stufe laufen, der geruch ist wef und IKS zeigt einen rx wert von ~430 an

    MfG

    Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas23Ne (31. Dezember 2005 um 08:12)

  • Hallo,

    das Problem mit den Redoxwerten ist folgendes :
    Eine Redoxmessgerät ist aus einer Elektrode und einem Millivoltmeter aufgebaut,
    das ist ein hochempfindliches Spannungsmessgerät. Dieses Spannungsmessgerät
    zeigt die Spannung an, die die angeschlossene Einstabmesskette, vereinfacht Elektrode genannt, liefert.

    Und jetzt kommt der komplizierte Teil :
    Das Redoxpotential ist für die sogenannte Normalwasserstoffelektrode definiert.
    Das ist eine Elektrode, die aus einem Platinblech, das von Wasserstoffgas umspült wird, besteht.
    Da so eine Konstruktion viel zu teuer und zu umständlich für den Alltag ist,
    nimmt man statt dessen eine praktische Alternative, die Silber/Silberchlorid-Elektrode.
    Diese kann das Redoxpotential genauso gut messen, zeigt aber, da sie aus
    anderen Materialien aufgebaut ist als die Normalwasserstoffelektrode, einen
    anderen Wert als diese an. Bei einer Wassertemperatur von 25°C zeigt die
    Ag/AgCl-Elektrode genau 207 mV weniger an, als die Normalwasserstoffelektrode anzeigen würde.

    Kurzum : Um das Redoxpotential zu errechnen, muss man (bei 25°C) zum Anzeigewert 207 dazuzählen.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin !

    Zitat

    Um das Redoxpotential zu errechnen, muss man (bei 25°C) zum Anzeigewert 207 dazuzählen.

    Dann müsste ich einen Redoxwert von 557 haben !!!??? :yiih Bin jetzt echt total verwirrt !!!

    Gruss Gerd

    Einmal editiert, zuletzt von Gerd Guddat (2. Januar 2006 um 09:31)

  • Hallo Armin,

    erst mal ein gutes und gesundes neue Jahr.
    Wie verhält es sich dann mit den Testflüssigkeiten, da zeigt die Redoxmesselektrode genau das an was sie sein sollte? Mit dieser Testflüssigkeit ist meine IKS-Redoxelektrode kalibriert.

    Gruß
    Peter I

  • Hallo zusammen und ein gutes neues Jahr.

    @ Armin,

    jetzt hast Du hier die Verwirrung aber komplett. Es stimmt zwar das die Elektroden nicht auf Wasserstoff basieren, aber das angezeigte Redoxpotential ist auf Wasserstoff nomiert.

    Mann kann mit zuviel Wissen die Gemeinde auch verwirren :wink

    Fang jetzt bloß nicht an noch die Druck und Temperaturabhängigkeiten zu erwähnen :winking_face_with_tongue:

    Die Erklärungen darfst Du dann ganz alleine liefern :grinning_squinting_face:

    Nebenbei möchte ich das Becken sehen das einen echten (wasserstoffnomierten) Redox von 800mV hat.

    @ All

    Die Annahme das die mV Anzeige von Redox Messgeräten nun abähngig von der Elektrode vom Anwender umgerrechnet werden müssten, ist schlicht falsch. Dafür hängt zwischen den "Halbzellen" der Elektrode und der Anzeige noch ein wenig Technik die uns die Arbeit abnimmt.

    Die ausgegebenen Werte eines fertigen Redoxmessgerätes sind also immer bezogen auf Wasserstoff und somit korrekt. Bei der Anzeige 300 mV eines Aquastar ist diese 300mV und da muß nichts gerechnet werden.

    Wenn ich mir im Chemieuntericht eine Redoxelektrode selber baue und direkt die Spannung messe, dann trifft die Aussage von Armin zu. Bei fertigen Geräten eben nicht. Wo kommen wir auch dahin wenn jedes Messgerät eine andere Referenz zu Grunde legt.

    Was wir aber daraus gelernt haben, das wir keine andere Elektrode nehmen dürfen, weil sonst die Messungen nicht mehr stimmen. Im aquaristischen Handel gibt es aber meines Wissens keine andere Bezugselektrode.

    2 Mal editiert, zuletzt von matuta (2. Januar 2006 um 10:50)

  • hallo

    wofür denn die redoxpotentiale eurer aquarienwässer?
    warum macht ihr das?

    gruß und frohes neues jahr

  • Hallo Frank,

    das wäre praktisch, wenn es so wäre.

    Ich kann definitiv sagen, dass Labormessgeräte KEINE messkettenabhängige
    Wertberichtigung vornehmen.

    Hast du aus dem aquaristischen Bereich eine Herstellerangabe (zB von IKS),
    die diese Kompensation bestätigt ? Wenn ja, dann gebe ich auch gleich Ruhe :]

    Peter : Bei der Kalibrierflüssigkeit ist die Kompensation sicherlich berücksichtigt,
    da musst du nix umrechnen.


    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    wir können jetzt stundenlang diskutieren wie es früher war und wie es mittlerweile ist. Alte Messgeräte im Laborbereich haben so gearbeitet, neuere tun das zumeist auch nicht mehr- ist viel zu kompliziert, weil eben permanent umgerechnet werden muß.

    Es ist auch ein Unterschied ob ich ein Spannungspotential oder ein Redoxpaotential angebe. Das Redoxpotential bezieht sich immer mit dem Potentials des Wasserstoffs als willkürlichen 0 Punkt.

    Aber es geht hier nicht um Laborgeräte sondern um 0815 Messgeräte.

    Ob ich eine Bestätigung von IKS habe? Hinweis: Es kann ein Redoxpotential von -300 bis +900 mV gemessen werden. Gegenfrage: Glaubst du an ein Aquarium mit den hier bereits erwähnten (umgerechneten) + 800mV? Also ich nicht.

    Noch ein Hinweis von einem Elektroniker. :face_with_rolling_eyes:
    AD Wandler die wirklich negativ messen können sind sehr teuer und finden bei solchen einfachen Systemen keine Verwendung. Um -300mV messen zu können, wird der AD Wandler auf ein höheres Bezugsspotential festgesetzt und dieser Wert als 0 definiert. Es ist also ein leichtes an dieser Stelle auch die Kompensation der Messkette durchzuführen.

  • Hmm,

    also fuer meine Verwendung des gemessenen Redoxpotentials ist mir das
    herzlich egal, ob ich die Werte korrigieren muesste, oder nicht.

    Ich kenne den Wert, den der IKS anzeigen muss wenns dem Becken gut
    geht (Beobachtung) und werde lediglich wach, wenn selbiger sich merklich aendert.
    Ob der Wert nun absolut gesehen richtig oder falsch ist spielt folglich keine Rolle.

    Abgesehen davon verwende ich den rH-Wert, welcher den pH-Wert (der auch einen
    Einfluss auf das Redoxpotential hat) mit einbezieht.

    Gruesse, Ralf

  • Hallo Ralf,

    mit deiner Rangehensweise bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
    Was du mit einer Redoxmessung machen kannst, ist das Erkennen von
    Veränderungen, unabhängig wie hoch dein "Normalwert" ist.

    Wegen dem Thema "welcher Wert wird wirklich angezeigt" habe ich
    Kontakt mit iks aufgenommen. Sobald ich die Antwort habe, stelle ich
    sie hier rein.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo Frank (und alle anderen),

    ich habe gerade mit iks gesprochen, es ist tatsächlich so, wie ich es gesagt habe :

    Die Anzeige beim iks (und wohl auch bei allen anderen Redoxmessgeräten)
    zeigt direkt die Spannung an, die die Ag/AgCl-Elektrode erzeugt. Da wird nix
    auf Wasserstoffelektrode und Normalpotential umgerechnet !

    Um das Redoxpotential zu errechnen, muss also, wie ich schon gesagt habe,
    bei 25°C 207 mV zum angezeigten Wert addiert werden.

    UND WAS BEDEUTET DAS FÜR DIE PRAXIS ?

    Eigentlich nix, also bloß nicht nervös werden und plötzlich irgendwas am Becken
    ändern ! Nach wie vor von dem Wert ausgehen, den das Gerät anzeigt, wenn
    sich die Messung eingependelt hat und im Becken alles in Ordnung ist. Wenn sich
    dieser Wert plötzlich ändert, dann muss nach der Ursache gesucht werden. Die kann
    ein Problem im Becken oder einfach nur ein Problem der Messung sein, z.B.
    eine verschmutzte Elektrode.

    Gruß Armin

    PS: Wer übrigens in der wissenschaftlichen Literatur nach dem Standard-Redoxwert
    von Meerwasser sucht, der wird nicht fündig. Dieser Wert ist so veränderlich,
    dass wir im Aquarium immer von unserem selbst ermittelten Wert im gut
    laufenden Becken ausgehen müssen. Vergleiche mit dem Meer oder anderen
    Becken machen wenig Sinn.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin!
    Was mich aber mit den 207mV Ag/AgCl zur SWE noch stutzig macht sind die gemessenen Werte der anderen User!
    Wie kann es sein das Leute mit einer CSE-Elektrode (Ag/AgCl) 350- 450mV messen?
    Das wären dann doch 557-657mV und das kann nicht sein, oder?
    Cu Teac

  • Hallo Armin,

    Es ist sehr interessant. Ich habe immer gelesen, dass Refoxwert soll zwischen 300-400 ins Aquarium sein. Dann Deine Vorschlag ist zwischen 500-740? Ich benutze Ghl Profilux mit Ghl Platin Elektrode.

    Danke!

  • Hallo Stephan,

    empfehlen tue ich überhaupt keinen Redoxwert, da ich davon ausgehe,
    dass die Messungen oft fehlerbehaftet sind.

    Wenn du ein Redoxmessgerät betreiben willst, dann schau dir den Wert an,
    der sich in deinem Aquarium einstellt. Wenn er sich verändert,
    dann schau dir deine Korallen genauer an und überlege, ob du irgendetwas
    verändert hast oder einen Fehler gemacht hast.

    Gruß Armin

  • Danke Armin!
    Noch eine Frage. Ich habe ein Platin elektrode habe ich aber mit diese AM Flüssigkeit kalibliert, welches für Ag elektrode geeignet ist. Dann ist meine Kalibrierung und die aktuelle Wert falsch?

    Gesendet von meinem Sony Tablet S mit Tapatalk

  • Ich habe diese Kaliblierungsflüssigkeit zu Hause. 400 mV für Ag Elektrode, bedeutet das, dass 193mV für Platin Elektrode? Wenn ja, dann kann ich meine GHL neu kaliblieren.

    Gesendet von meinem Sony Tablet S mit Tapatalk

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