Nachzuchten von Zwergkaisern

  • http://www.rcthawaii.com/angel/6.htm


    Centropyge fisheri, Centropyge flavissimus, Centropyge loriculus, Centropyge multicolor, Centropyge interruptus, Centropyge resplendens, Centropyge colini und Paracentropyge multifasciatus. Ich wusste gar nicht, was die schon alles nachziehen können. RESPEKT!


    und kaufen kann man die auch: http://www.rcthawaii.com/purchase/1.htm

    und die Seite bietet auch generelle Informationen zur Nachzucht usw. Ich finde es ganz nett zu lesen....

  • Hi Ilja,

    Hast recht, ist eine klasse Seite. Kenne die schon länger und muß sagen, das ist besser als jedes Buch zu dem Thema.

    Sehr beeindruckend, was sich im professionellen Bereich so alles machen läßt. Auch wenn die Zucht von Centropygen für Hobbyzüchter noch sehr weit entfernt liegt, ich denke, die Zeiten werden (hoffentlich) kommen...

    btw: Ich selbst bin sogar zu dämlich, Zwergkaisereier nach dem Laichen erstmal nur abzuschöpfen :face_with_tongue:

    Viele Grüße
    Inken

  • Ilja,

    abgabe erfolgt NUR an einen USA Grosshändler und NICHT direkt nach Europa. Hab mit denen schon mehrfach versucht Kontakt aufzubauen. Fazit: Die sind völlig desinteresssiert.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo,
    ich habe immer gedacht Zwergkaiser können nicht gezüchtet werden.
    Da bin ich ja eines besseren belährt worden 8o.
    Mit freundlichen Gruß
    Lukas

  • Hallo zusammen,

    schade dass man bei uns keine kaufen kann. Besonders der Centropyge interruptus hat mich begeistert, leider sind die Preise auch ganz schön heftig. Das sind halt Träume, die sich wahrscheinlich nie erfüllen.

    Viele Grüße Peter Ismaier

  • Zitat

    Original von Lukas Scheib
    ich habe immer gedacht Zwergkaiser können nicht gezüchtet werden.


    Hi Lukas,

    Naja, die ersten Zuchterfolge liegen bestimmt schon 5 Jahre zurück, also unmöglich ist es nicht mehr. Aber bisher eben weltweit wenigen Profis auf diesem Gebiet vorbehalten.
    Bemerkenswerte Zuchterfolge gibt es schon mit einigen Arten (viel mehr als man denkt), aber bis man kommerziell den Bedarf befriedigen kann, ist es dann immer noch ein sehr lager Weg.
    Selbst bei wirklich leicht zu züchtenden Arten wie Amphiprion sp. gibt es ja immernoch Wildfänge im Handel...

    @ Peter
    Den Interruptus meine ich schon (natürlich als WF) bei TM auf der Liste gesehen zu haben. Und der war auch nicht übermäßig teuer.

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo Inken,

    danke für den Tipp, ist mir bei Trans Marine leider noch nicht aufgefallen, da komme ich regelmäßig vorbei und lese auch laufend die aktuelle Preisliste durch. Da muss ich nun besonders aufpassen ob ich mal welche im Angebot sehe, vielleicht kann ich auch welche bestellen.
    Nochmals vielen Dank für deinen Tipp.

    Gruß Peter

  • Hallo Inken

    Das würdem ich aber dann doch echt wundern. Er ist zwar nicht so teuer wie ein Boylei aber der Interruptus wird meines Wissens deutlich über 1000 Euro liegen wenn er denn überhaupt angeboten wird.
    Aber vielleicht ist der Peter Elgner günstiger :smiling_face:


  • Hi Robert,

    Ja, ich hab mich auch sehr gewundert.

    Nur bei TM im Shop sind diese reizenden Tierchen für 37 Euro(!) gelistet und ich hab sie wie gesagt auch schon auf der Bestands-Liste gesehen.

    Kann natürlich auch ein Irrtum sein, falsche Art usw...

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo Inken,

    ja das stimmt im Shop von Trans Marine wird der Interruptus für 37.-€ angeboten. Ich habe mal jetzt 2 Stück bestellt, mal schauen was der Peter Elgner anwortet. Ich kann mir den Preis ehrlich gesagt nicht vorstellen.

    Gruß Peter

  • Hi zusammen

    Na dann bestelle ich auch gleich, aber dann 4.
    2 je Becken :smiling_face:

    Aber mal im Ernst, ich denke es handelt sich um einen Fehler, entweder im Preis oder in der Art. Glauben tu ich es nicht.

  • Kurze klarstellung

    hab grad mit Peter vonTrans Marine telefoniert
    Zitat:
    Centropyge interruptus hatten wir noch nie
    farrugatus ja interruptus nein


    Peter Schmiedel
    hatte das Glück bei Frank Bänsch wärend meines Urlaubs
    im August 2005 zu Gast sein zu dürfen.Er wohnt kaum 15 Minuten vom Waikiki aquarium entfernt
    Ich hab den Frank zusammen mit Charles Delbek und Leng Sy besucht
    und war nur am staunen was bei der Zucht von Zwergkaisern bereits möglich ist.

    Lieferungen nach Deutschland sind derzeit undenkbar, selbst wenn er 5000 Stück hätte wären die sofort vergriffen

    H

  • soweit ich weiß verwendet Frank derzeit nur Wildfang Plankton
    und wechselt in siener Anlage täglich etwa 600 Liter Merwasser
    welches er vom Waikiki Aquarium bekommt, die es wiederum
    in größerer Entfernung und etwa 40 Meter Tiefe aus dem Meer entnehmen.

    H

  • Hallo,

    Ehrlich gesagt wäre ich bei der Seite etwas vorsichtiger. Für mich hört sich das alles so an als ob die Seitenbesitzer vielleicht den ein oder anderen nachgezogen haben aber die kommerzielle Reife, die mit der Seite suggeriert wird, bisher auf keinen Fall erreicht ist.

    Was mir die Seite auch so suspekt macht ist, dass die Seite genau auf das abzielt worauf alle schon Jahrzehnte gewartet haben und das gleich mit mehreren Arten auf einmal.

    Es ist vielleicht vieles möglich aber eben nicht alles auf einmal.

    ???GROßES FRAGEZEICHEN???

    Gruss
    Johannes

    EDIT: Nur noch ein Beispiel: Seepferdchen und Seenadeln sind meines Wissens das erste mal in den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Aquarium nachgezogen worden. Bis heute gibt es keine kommerzielle Reife der Nachzucht von Seepferdchen und Seenadeln auch wenn die Tiere im Hobbybereich regelmäßig nachgezogen werden.
    Einen Markt, insbesondere für Pferde gibt es mit Sicherheit.

    Einmal editiert, zuletzt von Johannes Peschke (27. November 2005 um 09:29)

  • Hallo Johannes

    Oh an der Zucht von Frank Baensch ist nichts suspekt. Es gab letztes Jahr in Fachartikel schon veröffenlichungen über die gelungenen Zuchten und auch in dem neuen Buch von Schmettkamps über Nachzuchten ist ein grosser Teil darüber drinn.

    Es ist so das die schon (für unsere Verhältnisse) viele Arten züchten, aber um damit den Markt zu decken, das reicht niemals. Ist ein Tropfen auf dem heissen Stein.

    Ich habe grossen Respekt vor der Leistung von Frank Baensch.

  • Zwischenfrage
    Was hat es mit Profi zutun wenn man die Möglichkeiten hat, auf natürliches Futter und natürliches Wasser zurück zugreifen :confused_face:
    Mit den uns gegebenen Möglichkeiten wären die genauso weit wie wir, hätten wir deren Möglichkeiten würden wir auch züchten.
    Echte Paar haben sehr viele Leute hier, also was soll da Profi sein?

  • Da Ich persönlich vor Ort war und die Zuchtergebnisse und laufenden Zuchtprojekte auch gesehen habe,erlaube ich mir zu bemerken
    das man sich in naher Zukunft noch wundern wird was auf dem Sektor Nachzuchtbereits möglich ist.
    Frank hat etwa 25000 Liter Wasser in der Zuchtanlage und es 14 Zuchtpaare unterschiedlicher Gattungen in den Zuchtbehältern zu je 1000 Litern .

    Er arbeitet momentan an der Nachzucht eines extrem selten zu bekommenden Kaisers mit einem Zuchtpaar das einen 5stelligen Dollarbetrag kostet (falls man drankommt)
    Das seine Arbeit nicht als kommerzieller Erfolg zu bezeichnen ist
    ist absolut richtig nur wir brauchen solche Pioniere um die Grundlagen für die kommerzielle Nachzucht zu schaffen.

    H

  • Zitat

    Original von Frank Mohr
    Zwischenfrage
    Was hat es mit Profi zutun wenn man die Möglichkeiten hat, auf natürliches Futter und natürliches Wasser zurück zugreifen :confused_face:
    Mit den uns gegebenen Möglichkeiten wären die genauso weit wie wir, hätten wir deren Möglichkeiten würden wir auch züchten.
    Echte Paar haben sehr viele Leute hier, also was soll da Profi sein?


    Hi Frank,

    Nun, natürlich sind die Bedingungen mit Wildfang-Plankton besser als wenn man im Binnenland auf Kulturplankton zurückgreifen muß.
    Es stellt bestimmt niemand in Frage, daß der Erfolg von Frank Baensch zu großen Teilen auf den idealen Futterbedingungen aufbaut.

    Ich glaube trotzdem nicht, daß die Zwergkaiserzucht unter diesen Bedingungen in irgendeiner Weise als einfach einzustufen ist. Ich denke, alle Leute, die schonmal irgendwelche salzigen Fische nachgezüchtet haben wissen, daß auch viele andere Dinge außer dem Futter wichtig sind.

    Wenn Du laichende Zwergkaiser hast (gehe ich jetzt mal von aus), dann kannst Du ja mal versuchen, die Eier abzuschöpfen und erstmal zum Schlupf zu bringen. Dafür brauchst Du noch kein Futter, aber leicht wird es trotzdem nicht sein...

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo Inken
    wie Albert schreibt handelt es sich hier um Zuchtanlagen teiweise Jenseits das 1000Liter =) + natürliches Futter + natürliches Wasser, also sicherlich kein Vergleich mit der Pfützenzucht die hier betrieben wird.
    Und überleg mal, du müsstest dir ums Futter keine Gedanken machen, auch die Wasserwerten wären stabiel (durch das Volumen der Zuchtbecken) was ist dann da noch der grosse arbeitliche Aufwand? Ich denke einfach das mit diesen Möglichkeiten wie sie dort vorhanden sind, eine Zucht viel einfacher ist, als das was du z.B. betreibst.

  • Hallo Albert,

    ich bekam vom Peter Elgner eine andere Mitteilung.

    "Hallo Herr Ismaier,
    Sie wissen doch wir haben nur Tiere die auf der Stockliste sind. Im Shop sind alle die wir jemals hatten, da der Aufwand den Shop jedesmal nach Liste abzuändern zu groß ist."

    mfg Elgner

    Und in dieser Shop-Liste ist der Centropyge interruptus aufgeführt. Manmal glaube ich, er weis selber nicht was er so verkauft.


    mfg Peter

    Einmal editiert, zuletzt von Peter Ismaier (27. November 2005 um 11:00)

  • Hi Frank,

    Ja, da stimme ich dir auch absolut zu. Ist ja mehr als verständlich, daß es mit einer entsprechend ausgestatteten Anlage und Wildplankton/Frischwasser im Überfluß leichter geht, als wenn man im Binnenland ohne diese Möglichkeiten züchten muß.

    Allerdings ist es übertrieben zu sagen, die Zucht wäre mit den entsprechenden Möglichkeiten ernsthaft leicht.
    Z.B. reicht es für Centropyge Larven nicht nur immer ausreichend Copepoden zu haben, sondern es müssen für die Larvenaufzucht auch immer die richtigen Stadien erwischt werden, da adulte Copepoden u.U. Fischlarven fressen und nicht andersherum...

    Aber wie gesagt, auf die Feststellung, daß es mit den Möglichkeiten, die Frank Baensch zur Verfügung stehen bedeutend leichter ist, können wir uns gerne einigen :winking_face:

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo Robert,

    Ich glaube ich kenne die Artikel über die du sprichst aber mit Sicherheit kenne ich das Buch.

    Genau aus diesem Grund rede ich hier von Vorsicht. Vielleicht verstehen wir ja etwas anderes unter kommerziell?

    Kommerziell heißt für mich nicht groß und viel. Kommerziell heißt für mich kostendeckend/rentabel. Unterm Strich muß mit dem eingesetzten Kapital eine vernünftige Rendite erzielt werden.
    Wie die Technologie auch immer aussieht: Mit oder ohne offenen Kreislauf, mit oder ohne Naturplankton, ist da wenig entscheidend.

    Ich will in keiner Weise die Leistungen derjenigen die sich um die Zucht verdient machen schmählern. Sicherlich ist an der Zucht als solches auch nichts suspekt, die kommerzielle Reife die auf der Seite suggeriert wird hat die Zucht aber wahrscheinlich nicht.
    Das ist zumindest auch mein Fazit aus den mir bekannten Artikeln jüngeren Datums und dem schon erwähnten Schmettkamp Buch.

    Also nix für ungut! Ich bin nur nicht so euforisch wie Andere.

    Gruss
    Johannes

    Einmal editiert, zuletzt von Johannes Peschke (27. November 2005 um 17:50)

  • Zitat

    Original von Johannes Peschke

    EDIT: Nur noch ein Beispiel: Seepferdchen und Seenadeln sind meines Wissens das erste mal in den 30iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Aquarium nachgezogen worden. Bis heute gibt es keine kommerzielle Reife der Nachzucht von Seepferdchen und Seenadeln auch wenn die Tiere im Hobbybereich regelmäßig nachgezogen werden.
    Einen Markt, insbesondere für Pferde gibt es mit Sicherheit.

    spezialisierte gewerbliche Seepferdchenzüchter:
    in den USA: http://seahorse.com/
    in Irland: http://www.phorest.com/seahorse/seahorses.htm
    am anderen Ende der Welt:http://www.saseahorse.com/seahorse.htm
    und http://www.seahorse-australia.com.au/

    Und dann gibt es noch einige Firmen, die nebenher auch Seepferde züchten. wie:
    http://www.orafarm.com/seahorses.html
    http://www.proaquatix.com/index.asp
    http://www.tmc-ltd.co.uk/hatchery/species-list.asp

    und in Deutschland/Österreich und der Schweiz wird natürlich auch kräftig gezüchtet und es gibt zudem einige Privatzüchter.
    http://www.pro-marin.de/
    http://www.ifmn.net/
    http://marinfischzucht.ma.funpic.de/
    http://www.nachzuchtenregister.de/home.htm

    Ohne jetzt die Rendite der einzelnen gewerblichen Anbieter zu kennen - sehe ich hier durchaus Grund zum Optimismus :winking_face: - Auch wenn es bis zum ersten europäischen Zwergkaiser - nicht nur wegen des Wild-Planktons, wohl noch etwas dauern wird :winking_face:
    (Inken, Laich abschöpfen :winking_face: ).

    LG Martin

    Das jetzt plötzlich so viele Zwergkaiserarten gezüchtet werden können, liegt sicher auch daran, das die Zucht-Techniken wohl zum Teil übertragbar sind.

    The only reason many species have not yet been successfully reared is that too few people have tried (Naomi Delventhal)

    Many species might go extinct, as too few people look out for them (Martin Reith). Help to change this http://accion-salva-una-especie.org/

  • Zitat

    Original von seegraswiese
    Ohne jetzt die Rendite der einzelnen gewerblichen Anbieter zu kennen - sehe ich hier durchaus Grund zum Optimismus :winking_face: - Auch wenn es bis zum ersten europäischen Zwergkaiser - nicht nur wegen des Wild-Planktons, wohl noch etwas dauern wird :winking_face:
    (Inken, Laich abschöpfen :winking_face: ).


    Hi Martin,

    Lach...ich geb mir Mühe. Mein Problem beim Anschöpfen ist nur, daß meine Loriculus bevorzugt in der Nähe der 6000er Stream ablaichen. Natürlich werden die winzigen Eier innerhalb von wenigen Sekunden im ganzen Aquarium verteilt.
    Stelle ich die Stream ab, fühlen sich die Fische irritiert und laichen nicht.

    Naja, das Abschöpfen wäre warscheinlich trotzdem das kleinste Problem. Die Futterfrage stelle ich mir im Binnenland weitaus komplizierter vor. Copepoden in großer Menge zu kultivieren dürfte sehr kostenintensiv sein.

    btw: "Deine" Copepoden gedeihen sehr gut. Habe schon ganze 10l Kultur :] :grinning_squinting_face:

    Viele Grüße
    Inken

  • Hi Inken

    Die Fische oft genug beim Laichen beobachten - an der Stromzufuhr der Stream warten, bis es wieder passiert - Stream sofort abstellen (Rückförderpumpe schon vorher abstellen, damit die Eier nicht im Überlauf verschwinden) - Licht wieder an, und die im Gegenlicht sichtbaren Eier abschöpfen (so hat es zumindest bei meinen LSD geklappt :winking_face: ) - oder besser, wie Frank Baensch, einfach eine automatische Eierfalle im Überlauf montieren 8).

    Zu den Zwergkaisern:

    Die Futterfrage allein, scheint ja auch noch nicht der Schlüssel zur Zwergkaiserzucht zu sein - wichtig ist es (nach Frank Baensch) wohl auch die Larvenentwicklung durch die entsprechende Signale, die zur Umwandlung der Larven zum Jungfische führen, möglichst stark abzukürzen. Mit diesen Schlüsselreizen kann man die Überlebenschanchen der Jung-Fische und die Wirtschaftlichkeit der Zucht wohl sehr stark erhöhen.

    - Diese Signale/Umweltbedingungen sind allerdings (im Gegensatz zum Larven-Futter) noch nicht veröffentlicht worden (und ein Firmengeheimnis). - Das ist wohl der Punkt, an dem man nochmal ganz schön zu knabbern hätte, wenn man es selbst mit der Zucht von Zwergkaisern versuchen wollte.

    Insofern würde ich Frank Mohr hier widersprechen: Natürlich sind in Meeresnähe wohl wesentlich bessere Vorausetzungen zu Zwergkaiserzucht, als im Binnenland vorhanden (Inken - wie weit ist es eigentlich von Dir bis zum Meer? ;)) - Doch wenn man den Ausführungen von Frank Baensch folgt, gibt es (mindestens im Hinblick auf die Zwergkaiserzucht) wohl auch einen erheblichen know-how Vorspung in Hawaii.

    Ob Frank Baensch jetzt in absehbarer Zeit den kommerziellen Erfolg hat, (den ich ihm wünsche) ist für die Zukunft der Korallenfischzucht wohl nicht mehr wirklich wesentlich. - Er hat gezeigt, daß die Probleme der bisher unmöglich erscheinenden Zwergkaiserzucht durchaus lösbar sind - und das allein, gibt den weltweiten Zuchtbemühungen schon erheblichen Auftrieb.
    Trotzdem bin ich natürlich sehr gespannt welche Nuss als nächstes, von den hauptberuflichen Züchten z.B. in Hawaii, oder den ambitionierten Liebhabern weltweit, geknackt wird ;). Sehr viele Fisch-Arten (darunter auch Viele, die mit bereits nachgezüchteten Arten sehr nahe verwandt sind - und die sich wahrscheinlich nach +-identischem "Rezept" züchten lassen) aber auch ganze Großgruppen, wie z.B. die Falterfische, Drückerfische, Doktorfische, Halfterfische, Büschelbarsche, Klippfische u.a. warten noch auf ihre Erstnachzucht :).

    LG Martin

    The only reason many species have not yet been successfully reared is that too few people have tried (Naomi Delventhal)

    Many species might go extinct, as too few people look out for them (Martin Reith). Help to change this http://accion-salva-una-especie.org/

  • Zitat

    Original von Frank Mohr
    Zwischenfrage
    Was hat es mit Profi zutun wenn man die Möglichkeiten hat, auf natürliches Futter und natürliches Wasser zurück zugreifen ...

    Na ja Frank, ganz einfach: PROFESSIONELLE Standortwahl. Wer würde schon in der Sahara fernab jeder "Karawanenroute" eine Fischzucht hochziehen??

    cu as

  • Hallo Martin,

    Zitat

    Die Futterfrage allein, scheint ja auch noch nicht der Schlüssel zur Zwergkaiserzucht zu sein...

    Das ist übrigens nicht nur bei Zwergkaisern so, sondern bei allen Fischen die man züchten will.

    Zitat

    ...wohl auch die Larvenentwicklung durch die entsprechende Signale, die zur Umwandlung der Larven zum Jungfische führen, möglichst stark abzukürzen.

    Die Ontogenese bei Fischen läßt sich nicht verkürzen sondern nur die Rahmenbedingungen (Temp, Licht, Futter u.s.w.) zu den Ansprüchen der Tiere optimieren. Die Entwicklung vom Ei zum Fisch ist bei allen Fischen mit externen Triggern gekoppelt. Ohne Kenntnis der Trigger wird die Entwicklung der einzelnen Individuen stark auseinandergezogen. Beispiel: Die erste Larve frißt schon und die anderen zehren noch an Ihrem Dottersack. Es kommt also darauf an die Entwicklung der Individuen zu synchronisieren. Das ist entscheidend für die Überlebensrate in den einzelnen Phasen und damit ein Teil des wirtschaftlichen Erfolgs.

    Zitat

    Ob Frank Baensch jetzt in absehbarer Zeit den kommerziellen Erfolg hat, (den ich ihm wünsche) ist für die Zukunft der Korallenfischzucht wohl nicht mehr wirklich wesentlich.

    Das sehe ich ganz anders. Ein Erfolg in der experiementellen Zucht hat noch nichts mit dem kommerziellen Erfolg in der Praxis zu tun. Beispiele aus der Meerwasseraquakultur: Im Falle von Seeigeln lagen da etwa 10 Jahre Forschung dazwischen. Im Falle von Garnelen 15-20 Jahre.

    Auch wenn vielleicht der ein oder andere nun denkt: Das ist nicht zu vergleichen - von der Aquakultur auf die Aquaristik schließen - der irrt.

    Es geht meiner Ansicht nach genau darum: Aus den experimentellen Erfolgen in der Aquaristik ökonomisch rentable, praxistaugliche Technologien, also Aquakulturverfahren, zu entwickeln.

    Der kommerzielle Erfolg und die Praxistauglichkeit ist die entscheidende Voraussetzung, dass die Zucht von Korallenfischen einen signifikanten Effekt auf den Schutz der natürlichen Bestände haben wird und damit die Erwartungen erfüllt die an Sie gerichtet werden.
    Leider sind die meisten Projekte (auch Deine Linkliste, Martin) bisher nicht über die experimentelle Phase hinausgegangen, agieren ausschließlich im Hobbybereich oder sind eher an dem Vertrieb von Aquaristikprodukten und T-Shirts interssiert.

    Erst wenn die Zucht den experimentellen Pfad hinter sich gelassen hat wird es Leute/Institutionen geben die in die kommerzielle Fischzucht von Korallenfischen und damit in den Schutz der natürlichen Bestände investieren.

    Ich möchte nochmal betonen, dass mir in keiner Weise darum geht irgendetwas schlecht zu machen oder die Leistungen der Leute zu schmälern.
    Bis zu einen wirklichen Durchbruch in der Zucht für den Meerwasseraquaristikmarkt ist jedoch noch Einiges zu tun.

    Gruss
    Johannes

    P.S.
    Andreas
    Manchmal ist es nicht so einfach wie es scheint.

    Die Israelis haben Ihre kommerziell erfolgreichen Aquafarmen mitten in die Wüste gebaut. Ausschlaggebendes Argument der professionellen Standortwahl war viel Sonne und damit eine hohe Primärproduktion, das günstige Land und genug sauberes Wasser aus extra angelegten Tiefbrunnen.

  • Hallo alle zusammen,

    Hier noch ein Nachtrag:

    Ein kurzes sehr vereinfachtes Beispiel in Anlehnung an die derzeitigen Verhältnisse in der kommerziellen Aquakultur wie zum Beispiel dem Lachs u.ä.:
    Es sei vorausgeschickt das in der Aquakultur nicht Stück sondern kg als Maßeinheit dient weil die meisten Produktionskennzahlen Gewichtsrelationen darstellen und sich mit denen im Bezug auf den Fisch besser rechnen läßt.
    Weiterhin wird unterstellt das wir einen ausgebildeten Fischzüchter mit Erfahrung haben der sein eigener Chef ist. Die Arbeitskraft, die über die des Fischzüchters hinaus geht, wird durch temporäre Aushilfskräfte geleistet. Weiterhin gehen wir davon aus, das der Fischzüchter Geld verdienen will und nicht nur ein großangelegtes Hobby betreibt. Subventionen, Beihilfen u.ä. werden nicht berücksichtigt.
    In den europäischen Industirestaaten rechnet man etwa mit 100t Produktion pro Fachkraft und Jahr (ausgebildet mit mehrjähriger Berufserfahrung; etwa 55.000 Jahresgehalt). Bei einem Fischpreis von 6 Euro pro kg sind das 600.000 Euro die eine Fachkraft produzieren muß damit Aquakultur in Industrieländern ökonomisch Sinn macht. Nehmen wir 1 kg pro Fisch an, dann sind das 100.000 Fische.
    Bei einem Futteraufwand von 1:1,5 (kg Fisch/kg Futter) sind das ca. 195.000 Euro Aufwand allein für das Futter (1300 Euro/t Mastfutter). Im Vergleich dazu Zierfischfutter (Im Geschäft: 1l Dose = 10 Euro) kosten 40000 Euro/t.
    Tiefer möchte ich in die Zahlen jetzt nicht einsteigen aber ich denke die Zahlen verdeutlichen die Situation in den Industrieländern.

    Unterstelle ich die gleiche technologische Reife (was an sich schon zweifelhaft ist) bei der Produktion von Nemos komme ich auf folgende Zahlen:
    Bei einem Erlös von 5 Euro pro Nemo (das sind dann vielleicht 10-15 Euro für den Aquarianer) und einem Gewicht von etwa 10 g pro Fisch wären das ein Erlös von 500 Euro pro kg Nemo. Der Nemofarmer müßte demnach 1200 kg produzieren um auf den gleichen Erlös von 600.000 Euro zu kommen, was sein Jahreseinkommen von 55.000 Euro rechtfertigt. Das entspricht 120.000 Nemofischen pro Jahr. Ich persönlich habe schon meine Schwierigkeiten mir vorzustellen diese Anzahl an Nemos abzusetzen. Bei geschätzten 50000 Meeresaquarianern in Deutschland sind das 2,2 Fische pro Jahr je Aquarianer. Aber vielleicht können ja die Händler hier im Forum was zu Ihren Nemostückzahlen/Jahr sagen.
    Die Zeit vom legen bis zum Schlupf dauert etwa 12 Tage. Das Zuchtpaar macht auch Pausen was angenommen dazu führt das 50% der Zeit im Jahr keine Eier gelegt werden. Die Gelege haben eine Größe von 400 Eiern von denen 50% die Größe von 10g erreichen. Ein Paar könnte demnach etwa 3000 Nemos produzieren. Um die geforderte Anzahl an Fischen und damit den geplanten Erlös zu erzielen sind also mind. 40 Zuchtpaare notwendig. Ich hätte durchschnittlich 1 Gelege pro Tag das schlüpft und müßte natürlich das ensprechende technische Equipment dafür haben. Den zeitlichen und apparativen Aufwand der bei Methoden wie derzeit im Hobbybereich oder auch in experimentellen Zuchten betrieben nötig wäre, können sich glaube ich nur diejenigen wirklich vorstellen die schonmal Nemos gezüchtet haben.
    Unwegbarkeiten wie Missbildungen, Zeichnungsfehler u.s.w. sind überhaupt noch nicht berücksichtigt.
    Damit eine Person bei durchschnittlichem Lebensstandard von der Nemozucht leben kann ist das angeführten Beispiele realistisch genug um den Unterschied zwischen experiementeller oder Hobbyzucht zur kommerziellen Zucht ansatzweise deutlich zu machen. Ich habe das Beispiel Nemo gewählt weil andere Arten die bereits nachgezogen werden entweder eine schlechtere Reproduktionsleistung haben oder die Überlebensrate der geschlüpften Larven weit unter den angenommenen 50 % liegt.

    Vielleicht wäre es an der Zeit sich einzugestehen: "Das mit der erfolgreichen Nachzucht der ein oder anderen Art die eigendlichen Herausforderungen erst anfangen."
    Wenn wir es mit dem Ziel "Schutz der natürlichen Bestände" wirklich ernst meinen, ist es noch ein weiter Weg bis wir das Thema als erledigt betrachten können.

    Gruss
    Johannes

    3 Mal editiert, zuletzt von Johannes Peschke (30. November 2005 um 12:14)

  • Zitat

    Original von seegraswiese

    Insofern würde ich Frank Mohr hier widersprechen: Natürlich sind in Meeresnähe wohl wesentlich bessere Vorausetzungen zu Zwergkaiserzucht, als im Binnenland vorhanden (Inken - wie weit ist es eigentlich von Dir bis zum Meer? ;)) - Doch wenn man den Ausführungen von Frank Baensch folgt, gibt es (mindestens im Hinblick auf die Zwergkaiserzucht) wohl auch einen erheblichen know-how Vorspung in Hawaii.

    LG Martin


    Hallo Martin,
    und dieser konow-how-Vorsprung ist das Resultat der unmittelbaren Nähe zu einem tropischen Meer und der permanenten Verfügbarkeit von praktisch allen Planktonarten.
    Grüße, Rainer

  • Hi Martin,

    Zitat

    Original von seegraswiese
    Die Fische oft genug beim Laichen beobachten - an der Stromzufuhr der Stream warten, bis es wieder passiert - Stream sofort abstellen (Rückförderpumpe schon vorher abstellen, damit die Eier nicht im Überlauf verschwinden) - Licht wieder an, und die im Gegenlicht sichtbaren Eier abschöpfen (so hat es zumindest bei meinen LSD geklappt ;).


    Hm, mal sehen vielleicht bin ich ja mal schnell genug. Im Moment habe ich leider absolut keine Zeit, jeden Abend vor dem Aqua zu sitzen und auf die Eiabgabe zu warten. Denn die Balzrituale und eventuelle Scheinlaichabgaben ziehen sich über mehrere Stunden hin. Aber irgendwann will ich wenigstens mal Eier erwischen...
    Zu den LSD: Wie bringst Du die Eier zum Schlupf? Larvenquirl?


    Zitat

    (Inken - wie weit ist es eigentlich von Dir bis zum Meer? ;))

    Naja, bis Kiel sind es immerhin noch 60km. Also für tägliche Wasserwechselaktionen definitiv zu weit.

    Viele Grüße
    Inken

  • Zitat

    Original von Johannes Peschke

    Vielleicht wäre es an der Zeit sich einzugestehen: "Das mit der erfolgreichen Nachzucht der ein oder anderen Art die eigendlichen Herausforderungen erst anfangen."
    Wenn wir es mit dem Ziel "Schutz der natürlichen Bestände" wirklich ernst meinen, ist es noch ein weiter Weg bis wir das Thema als erledigt betrachten können.

    Gruss
    Johannes

    Hallo Johannes

    Das wir mit der Nachzucht von Meeresfischen gerade erst am Anfang stehn und das dieses Thema noch lange nicht erledigt ist, sehe ich genauso - umso mehr freut es mich, das dieser Bereich offensichtlich mit grossen Schritten voran kommt. :winking_face:
    (ja ich bin Optimist :winking_face: )

    Zitat

    Original von Rainer
    Hallo Martin,
    und dieser konow-how-Vorsprung ist das Resultat der unmittelbaren Nähe zu einem tropischen Meer und der permanenten Verfügbarkeit von praktisch allen Planktonarten.
    Grüße, Rainer

    Hallo Rainer

    Wenn Know-how aus der unmittelbaren Nähe zu tropischen Meeren resultiert, sollten wir den Forschungs und Produktionsstandort Deutschland schliessen und alle an ein tropisches Meer ziehen, um unser know-how zu verbessern ;).
    - Der Gedanke gefällt mir - ich komme auf jeden Fall mit ;).

    Zitat

    Original von Inken Krause
    Hm, mal sehen vielleicht bin ich ja mal schnell genug. Im Moment habe ich leider absolut keine Zeit, jeden Abend vor dem Aqua zu sitzen und auf die Eiabgabe zu warten. Denn die Balzrituale und eventuelle Scheinlaichabgaben ziehen sich über mehrere Stunden hin. Aber irgendwann will ich wenigstens mal Eier erwischen...
    Zu den LSD: Wie bringst Du die Eier zum Schlupf? Larvenquirl?

    Hi Inken

    :winking_face: mir gehts gerade mit einer Art genauso :winking_face:
    - die balzen und balzen - und ich bekomme Augenränder :winking_face:

    Larvenquirl für LSD sollte funktionieren - nötig ist er nach meiner Erfahrung allerdings nicht.

    LG Martin

    The only reason many species have not yet been successfully reared is that too few people have tried (Naomi Delventhal)

    Many species might go extinct, as too few people look out for them (Martin Reith). Help to change this http://accion-salva-una-especie.org/

  • Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Ilja,

    abgabe erfolgt NUR an einen USA Grosshändler und NICHT direkt nach Europa. Hab mit denen schon mehrfach versucht Kontakt aufzubauen. Fazit: Die sind völlig desinteresssiert.

    Hi Peter,

    habe wieder mal etwas gestöbert... :winking_face:

    How and where do we ship?
    We ship our fish worldwide. Orders outside of the US are shipped on an airline through cargo express.

    und die Centropyge resplendens gibt es dieses Jahr auch wieder, für schlappe $785. Bei dem Euro kein Thema :grinning_squinting_face:

  • Hi Ilja,

    Danke für das Update!

    Wäre ja schön, wenn man die Tiere auch irgendwann in Europa bekommen könnte.

    Vielleicht stellt sich ja einer der Händler hier für eine Foren-Sammelbestellung zur Verfügung :grinning_squinting_face:

    Die $785 für die Resplendens sind imho übrigens recht günstig. Natürlich nur im Vergleich zu anderen Quellen und wenn man es hat :winking_face:

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo,

    was ist an dem Centropyge resplendens so besonders das man diesen Preis bezahlen muß ?

    Andreas

  • Zitat

    Original von Andreas G.
    Hallo,

    was ist an dem Centropyge resplendens so besonders das man diesen Preis bezahlen muß ?

    Andreas

    Es gibt diesen Fisch NUR (!) auf Ascension Island, da kommt man nur sehr schwer hin, Ausfuhr von Fischen ist verboten und alle Jubeljahre kommt halt mal ein Schmuggler durch und vertickt die Fischies dann fuer 2000 Dollar das Tier in Japan. Ausserdem ist es der ideale Zwergkaiser, ist echt winzig (max 6 cm), ist planktivor und geht nicht an Korallen (da er nicht weis was Korallen sind), laesst sich bzw. muss in Gruppen gehalten werden.
    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hi Andreas,

    1) C. resplendens kommt endemisch bei Ascenion Island vor und dürfte daher als WF kaum zu bekommen sein. Also Seltenheitsfaktor.

    2) Orientieren sich die Preise auch bei NZ an denen für WF.

    3) Sind die Resplendens meines Wissens fast nur als NZ-Version erhältlich. Da es für Centropyge NZ erst eine Quelle gibt, sind die Züchter in der angenehmen Lage, sich ihren Aufwand wenigstens halbwegs angemessen bezahlen lassen zu können.

    Auch Standard-Arten sind daher als NZ sehr teuer, d.h. im Bereich mehrerer Hundert Dollar.

    Viele Grüße
    Inken

    Edit: Okay, Jens war schneller :winking_face:

  • Zitat

    Original von Andreas G.
    Hallo,

    was ist an dem Centropyge resplendens so besonders das man diesen Preis bezahlen muß ?

    Andreas

    Andreas, müssen tut man nicht. Man kann, wenn man möchte :grinning_squinting_face:

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