"Muschelmilch"?

  • Hallo,

    Ich habe in einem alten Aquaristikbuch von 1970(habe heut in der Bücherei nur kurz reingeschaut) etwas drüber gelesen, dass der Autor "Röhrenwürmer und andere Filtrierer" u.A. mit "Muschelmilch" füttert und damit offensichtlich auch gute Erfolge hat- kann mich mal jemand aufklären was das ist und ob es auch für andere Filtrierer(Haarsterne? Goniopora?) geeignet ist?

    Liebe Grüße,
    Jannes

  • Hi Jannes

    das ist pürierte Muschel (ich denke ohne Schale :winking_face: ), ob das für haarsterne etc. taugt weis ich nicht - Statistisch sicher in 35% aller Fälle :D.

    Grüsse Martin

    The only reason many species have not yet been successfully reared is that too few people have tried (Naomi Delventhal)

    Many species might go extinct, as too few people look out for them (Martin Reith). Help to change this http://accion-salva-una-especie.org/

    2 Mal editiert, zuletzt von seegraswiese (31. Oktober 2005 um 20:09)

  • Hallo,

    Ah, danke! :]

    Woher bekommt man sowas? Bekommt man das fertig oder hole ich mir letztlich ein paar Muscheln aus dem Feinkostladen und gehe dann mit Pürierstab und Mörser dran?

    Wie sieht es mit dem Nährwert und der Aufnahmebereitschaft bei schwierigeren Tieren aus?

    EDIT: :rofl:

    Einmal editiert, zuletzt von Jannes Freiberg (31. Oktober 2005 um 20:11)

  • HI

    Nimm nicht Mamas Puerierstab/Mixer etc. wenn sie dabei ist. Den will sie danach nie wieder benutzen....habe da so meine Erfahrungen mit Mitmenschen mit empfindlichem Magen

    Schau mal hier, das koennte ein einigermassen gutes Rezept sein

    http://www.reefcentral.com/forums/showthr…threadid=176530

    ICh wuerde trotzdem eher zu UltraPac, geladen mit reichlich feinem Material raten. Muschelmilch ist echt ganz uebel was die Wasserbelastung angeht

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hi Jannes

    ich habs bisher nur mir einzelnen gekochten Muscheln und dem Mörser probiert - aber das wurde nicht richtig fein - der Mix aus dem Link klingt furchtbar :smiling_face: werd wohl auch mal einen Mixer zweckentfremden und dann gleich ne grössere Mischung machen ;). - Muscheln gibts ja jetzt wieder frisch - ich weiß nur noch nicht wie man die Dinger aufbekommt, solange sie nicht gekocht sind :winking_face: - gibts da einen Tipp von den Friesen??? - oder soll ich sie doch vorher kochen?

    LG Martin

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  • Hi Klumpi,

    also ich mache das mit den Muscheln anders:

    - 2 Zehen Knoblauch zerdrücken
    - 1 Zwiebel klein Würfeln
    - beides in 150 ml Wein aufkochen
    - ca. 1,5 Pfund Muscheln rein
    - gar kochen, abgießen -> ESSEN :grinning_squinting_face:

    MfG Marcus

    (Sorry ich glaube das war o.t. :face_with_rolling_eyes: )

  • Hallo,

    Danke für die Antworten!:D

    Als Ergänzungsfutter zu anderen Mikrofuttersorten werde ichs auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten, kann ja nicht schaden es mal mit Abwechslung zu probieren.

    Und wer sich Sorgen um den Pürierstab macht: Wer schon mal einen Junggecko mit Insektenbrei füttern musste, weiß warum ich einen eigenen habe... :face_with_rolling_eyes:

  • Hi Jannes,

    Wenn ich mich richtig entsinne, verklebt Muschelmilch die Filtrierapparate und ist deshalb aus der Mode.

    Gruß
    Uwe

  • Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Jannes,

    das war noch aus Zeiten als es nicht das heutige Sortiment an Staubfutter und Plankton gab. Ich würde eher auf das heutige Futter zurückgreifen.

    Hi Jannes,

    kann mich Peter und Co. Anschließen. Das ist nicht mehr wirklich das wahre. Heute ist man viel weiter :winking_face:

    Auch was die Abwechslung angeht. Schau mal bei Claude auf die Homepage nach seinen Ultraprodukten. Das sind die mit am fortschrittlichsten Entwickelten Produkte für azooxanthellate Korallen und Filtrierer wie Muscheln etc. habe sehr gute Erfahrugnen damit gemacht bislang und bin da nicht der einzigste.

    Mit Muschelmilch machst du sicher mehr Kaputt wie gut. Das Lehrgeld haben andere schon bezahlt, lass es besser sein.

    Grüße Thilo

  • man nimmt dazu frische muscheln, mit gekochten geht das nicht.
    Hab das früher auch ins becken gekippt, obs was gebracht hat??

    ich glaubs nicht.denke mal, es waren eher die duftstoffe, die die tiere kurzzeitug besser aussehen liessen. aber es gab halt nix anderes

    Einmal editiert, zuletzt von Thomas Geisel (1. November 2005 um 18:23)

  • Hallo,

    Muschelmilch (MM) ist meiner Meinung nach eines der besten, aus natürlichen Rohstoffen hergestellte, "Planktonersatzfuttermittel".
    Sinngemäß gilt für MM Gleiches wie für die Bäckerhefe die kürzlich hier im Forum diskutiert wurde.
    Ich würde die MM aber nicht so einfach ins Becken gießen sondern eher geziehlt an die Filtrierer verfüttern.
    Gießt man die MM einfach so ins Becken ist die Belastung doch relativ hoch - höher als bei Hefe. Ein "ZU VIEL" ist bei MM noch einfacher als bei Hefe. Die Zusammensetzung ist dafür aber besser als die der Bächerhefehefe. MM sind n' haufen Proteine und eine Reihe von anderen Stoffen die durch die Muschel quasi direkt aus dem Plankton filtriert wurden.

    Im Gegensatz zu Hefe verklebt Muschelmilch den Filtrierapparat normalerweise nicht. Aber auch da wird es auf die Dosierung ankommen.

    Die ungekochte Muschel öffnet man indem man die beiden Schalenhälften gegeneinander verdreht/verschiebt. Nach etwas Übung, wenn man den "Dreh" raushat geht das relativ fix.

    Muschelmilch läßt sich einfrieren und über längere Zeit auf Vorat halten.

    Ich denke, das MM nicht deshalb aus der Mode gekommen ist weil es inhaltlich bessere Futtermittel gibt, sondern weil das Handling und die Zubereitung bei den kommerziellen Produkten einfacher ist. Vielleicht aber auch nur deswegen weil die kommerziellen Produkte ein besseres Marketing hatten als die MM.

    Eine alleinige Fütterung mit MM ist wie bei allen anderen Futterstoffen (kommerziell und slelbstgemacht) nicht empfehlenswert. So wie bei allen anderen Futtermitteln auch kommt es auf eine abwechslungsreiche Fütterung an. MM reiht sich da quasi in die Reihe der Alternativen ein.

    Gruss
    Johannes

  • Hallo,

    Danke, nun bin ich wirklich verwirrt. :grinning_squinting_face:

    Also, wenn ich das nun richtig verstehe- wenn MM dann nur in kleinen Dosen und quasi direkt am Tier anwenden, also etwa mit einer Pipette und dann vor dem betreffenden Haarstern o.Ä. rauslassen?

    Die Ultra-Reihe ist mir wohl bekannt, UltraClam habe ich sogar hier, aber wenn ich mich tatsächlich mal an ein entsprechendes Art-System für einen Haarstern wagen sollte will ich diesen eben nicht einseitig ernähren... Bisher siehts auch ganz gut aus, sollte es tatsächlich dazu kommen habe ich hier eine ellenlange Liste mit verwendbaren Futtersorten. Und wenn ich damit dann Kombinationen mache gebe ich ein Aquaristik-Kochbuch heraus :grinning_squinting_face:

  • Hi Klumpi,

    sach mal, ich lese immer, dass du mit Filtrieren liebäugelst, eine Goni hälst ... wie schaffen das deine Nanobecken denn mit dem Nährstoffabbau? Oder wechselst du pro Woche 200% Wasser?

    MfG Marcus

  • Hi,

    Die meiste Zeit liebäugle ich ja nur- den Haarstern gönne ich mir, wenn ich mehr Platz und eine Spezialanlage habe...*seufz*

    Ich halte meine Becken für sehr stabil, insbesondere das 15er ist was das angeht sehr gut. 3l Wasserwechsel die Woche, auswaschen von Frostfutter und ständiges Austauschen der Filterwatte(geht hier zum Glück völlig stressfrei und ohne die Pumpe zu beeinflussen oder abzuschalten) sind das einzige was ich aktiv dazu tue, der Rest wird durch sehr gute Beckenbiologie übernommen- bei mir läuft eigentlich alles bis zum erbrechen durch und wird verwertet, das ist manchmal beängstigend wie die Coppepoden und Amphipoden sich um Fischkot streiten können :confused_face: Futterreste bleiben eigentlich auch nie, die Garnele und die Einsiedler(und z.T. auch die Asterinas) halten die Steine sauber, die Signigobius den Boden und die Priolepis die Höhlen im Stein- ein überraschend gut funktionierendes System mit guten Wasserwerten, trotz zusätzlicher Fütterung der Goniopora...

    Durch die ständigen Fütterungen habe ich übrigens ein enormes Wachstum bei Jungröhrenwürmern(<-dazu mehr zu gegebener Zeit, noch weiß ich nicht was draus wird; bin aber zuversichtlich), Mini-Röhrenwürmern und Foraminiferen, was aber letztlich auch gut aussieht.

    Größere Probleme in so einem Becken kann man ja auch durch radikalerer Wasserwechsel in den Griff bekommen, das ist der Vorteil im Nano-Riff; auch wenn ich davon erst einmal Gebrauch machen musste.(Tod einer Mini-Tridacna, ich trauere dem Tier heute noch nach- wenn ich je wieder eine mit blutrotem Mantel sehen sollte kaufe ich sie...)

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