Fütterung von Dendronephtya

  • Hallo

    habe gerade mal in der Suchfunktion "Dendronephtya" eingegeben, in der Hoffnung hier etwas Neues über die Haltung und Erfahrungen bei der Fütterung dieser Art zu erfahren. Wirklich aufschluß und vor allem hilfreich war nur ein Themenstart von 2002 (besonders von Claude Schum.).

    Die Erkenntnisse und das ständige Vorwärtsstreben in der Meerwasserszene geht ja in der letzten Zeit, zu Gunsten unseres Hobbys, immer schneller voran. Vor allem was die Haltung von Korallen betrifft und hier vor allem auch die, der vorher für unhaltbar betittelten Arten.
    Wie sieht es denn nun derzeit mit der Haltung und Fütterung von Dendronephtya - Arten aus. Wer kann denn hierzu Gutes oder auch Negatives berichten. Vor allem, was würdet ihr füttern. gibt es im Handel Produkte, welche sehr zu empfehlen wären?
    Erfahrungsberichte von Forianern, welche sich mit dieser Art beschäftig(t)en, würden mich interessieren. Oder sollte man immernoch die Finger davon lassen und von einem Kauf abgesehen werden?.

    Bin gespannt ob hier schon jemand gute Erfahrungen gemacht hat.

    Tschau Sven D.

  • Hi!

    Würde immer noch die Finger davon lassen. Zu starke Belastung für das Becken da das Tier sehr viel gefüttert werden muss. Wenn Ultraclam. Aber ich würde es lassen. HAtte mal eine 6 Monate durchgebracht aber frage nicht mir welchen Aufwand und dann ist ISe doch langsam degeneriert. :frowning_face: :wink

  • Hi Sven,

    Mit Erfahrungen kann ich nicht dienen, aber die Produktserie Dendro-System von Fauna-Marin wäre bestimmt interessant für Dich.

    Viele Grüße
    Inken

  • Hi!

    Hier in München gabs Gotts sei Dank gibts Ihn nicht mehr einen Händler der hat die fast immer gehabt. Super schöne Tiere. Kaufte natürlich jeder. Ist auch eine waansinns schöne Koralle immer in rot. Ich habe mir auch eine gekauft die besagte(Verkaüfer sagte damals zu den Kunden ist eine von den leichtern zu haltenden dendros)!!!. Kostete damals nur 30 DM. Heute sehe ich Sie nicht mehr. Jeder Händler den ich kenne weis um die Problematik und verkauft dewegen auch keine mehr :winking_face:

  • Hi Steffen,

    Hier im Norden gelegentlich in manchen Händlerbecken zu sehen. Meist aber schon in recht desolatem Zustand...

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo zusammen,
    hier im Westen gibt es manchmal wunderschöne orange und rote Dendronephthya bei Aquatop in Würselen bei Aachen (z.T. super Zustand).

    Leider haben selbst die Profis in Schauaquarien auf Hawaii (z.B. Deelbeck) gewaltige Probleme diese Tiere länger als wenige Monate in Aquarien zu pflegen, dabei ist die Fütterung ein Problem. Ein zusätzliches Problem ist die Art der Wasserbewegung, diese sollte laminar sein. Für die Lösung des Problems wurden sogar speziell konstruierte Aquarien eingesetzt (s. Ausgabe Zeitschrift "Koralle" über das Thema "Weichkorallen").
    Was ist allerdings nicht so recht verstehe ist, warum Peter Wilkens, ein Pinonier in der Meerwasseraquaristik, Ende 1970 bis Anfang 1980 Dendronephthya-Weichkorallen offersichtlich halten konnten (wenn auch nur etwa 1-2 Jahre). Jetzt aber, trotz aller modernen Technik, können diese wunderschönen Korallen kaum länger als wenige Monate gehalten werden können.
    Man weiss halt noch viel zu wenig.....

    Gruß.
    Marco

  • Hi,

    Ich habe auch nur ein einziges mal eine Dendronephtya gesehen, vermutlich im selben Becken wie Inken- leider auch schon mit absterbendem Fuß... :frowning_face:

  • @ doktorfisch: vielleicht lag es einfach daran,dass damals die becken mehr organische bestandteile hatten, da die gesammte technik primitiver war.

    Ich hab damals auch häufiger welche gekauft, haben sich bei mir
    aber auch nie lange gehalten.

    Später dann nochmal die roten "klunzinger" versucht( kamen mal ne zeitlang häufig aus ägypten) aber auch nur misserfolge damit

  • Hallo

    Das mit den Dendros ist so eine Sache. mit Claudes Dendro System laesst sich schon sehr viel machen, aber selbst wenn man damit das Futter Problem im den Griff kriegt hat man immer noch einen Haufen andere Probleme.
    1) Die Tiere kommen z.T. in einem erbaermlichen Zustand beim Haendler an, da sie falsch und zu lange bei den Ex/Importeuren gehaeltert werden und waehrenddessen nichts zu fressen kriegen. Komplett verschrumpelte Exemplate kann man wieder hochpaeppeln, aber schlappe Tiere praktisch nicht mehr.
    2) Wenn die Tiere verletzt sind kann man es praktisch gleich sein lassen. Joerg Kokott hat auch damit schon Erfolg gehabt, aber er hat auch andere Moeglichkeiten. Ich selber habe mal eine Dendro mit einer faulenden Stelle gehabt, nachdem ich den ganzen Arm abgeschnitten hatte loeste sich das Tier innerhalb von 24 Std komplett auf. Gleiches gilt fuer Borstenwurm Frass, ein sicheres Todesurteil.
    3) Wenn man das Dendro System von Claude einsetzt, dann braucht man eine EXTREM leistunsstarke Filterung, allerdings reicht ein Abschaeumer der Koenigsklasse alleine nicht aus, denn das Futter ist so extrem fetthaltig, dass es den Abschaeumer lahm legt, und zwar jeden! Meiner Meinung nach geht es ohne ein grosses Refugium mit Algen garnicht.
    4) Das Futter ist sehr naehrstoffreich, d.h. die Wasserwerte gehen ohne gute Filterung durch die Decke.
    5) Dendros scheinen extrem empfindlich gegen schlechte Wasserwerte zu sein, besonders Gelbstoffe moegen sie nicht, leider produziert das Futter genau das. Man kommt in einen boesen Kreislauf, die Tiere brauchen permanent viel Futter, das Futter legt den Abschaeumer lahm und verpestet das Wasser, das koennen die Tiere nicht gut ab und gehen seltener auf, man muss noch mehr fuettern..........:mauer:
    6) Der Futterbrei muss selber angeruehrt werden, allerdings haelt sich das Zeug ca. 1 Woche, momentan experimentiere ich mit der Herstellung von Frostfutter, welches sich beim Auftauen langsam aufloest, so dass man mit 2 Fuetterungen pro Tag auskommt.
    7) Dendros haben keinen Tagesrythmus, d.h. sie gehen trotz gleichmaessiger Fuetterung zu unterschiedlichen Zeiten auf und zu, keine Ahnung woran das liegt, ist im Riff das gleiche.
    Folglich muss mehr oder weniger permanent Futter zur Verfuegung stehen.
    8 ) Es soll etwa 100 Arten von Dendronephtya geben und noch mal mindestens genausoviele Arten von Scleronepthya. Im Handel werden haeufig genug schon Dendros und Scleros durcheinandergeschmissen, von Artenbestimmung ganz zu schweigen. Haben alle diese Arten die gleichen Lebensbedingungen? Wahrscheinlich nicht! Auf jeden Fall gibt es einen grossen Unterschied zwischen Dendros und Scleros, im Riff kann man Dendros naemlich auch im ganz flachen Wasser zwischen Acroporen finden, waehrend die Scleros meistens wirklich dunkel unter Ueberhaengen etc. stehen.
    9 ) Viele Autoren schreiben, dass die Dendros Phytoplankton fressen, das halte ich fuer totalen Unsinn. Wenn man sich mal Macroaufnahmen von Dendros anschaut, dann haengen praktisch immer Schleimfaeden an denen. Dieser Schleim besteht aus kleinsten Sedimentkoernchen und Bakterienschleim. Da kann auch mal eine Zelle Phytoplankton dranhaengen, aber mehr nicht.
    Bei Wilkens soll eine Dendro mal 13 Jahre alt geworden sein, er hat dabei regelmaessig den Bodengrund aufgeruehrt und das Tier reagierte positiv auf die Schwebeteile. Diese Schwebeteile sind ja nichts weiter als feine Sedimentpartikel mit Bakterienfilmen.
    Claudes Dendro System greift genau da an, indem es diese Bakterienfilme mit dem UltraPAC simuliert.

    Momentan pflege ich selber keine Dendros, denn hier in der Gegend kann ich keine bekommen, und per mail order solche Tiere bestellen traue ich mich nicht, da ich nicht sicher sein kann wie die Tiere bei mir ankommen. Im Riff wachsen die wie Unkraut, von daher habe ich wenig Hemmungen solche Tiere bei Experimenten zu plaetten, nur wenn bei mir Tueten mit Schleim ankommen und ich dafuer dann $ 50 pro Tuete zahlen soll, dann haelt sich meine Lust in Grenzen. Mein Becken (120x60x60) hat diverse azooxanthellate Tiere drin und wird massiv mit dem Dendro System versorgt (ist ja auch gut fuer die anderen Tiere). Allerdings habe ich ein Refugium das ueber 1/3 der Beckenflaeche gross ist, plus einen Grotech HEA 150, plus Phosphatadsorber, plus Kohle, plus 2 mal pro Woche 40 L Wasserwechsel (=20% pro Woche) mit natuerlichem Meerwasser.
    Damit kriege ich die Wasserwerte sehr gut in den Griff und die SPS freuen sich auch, aber der Aufwand ist halt sehr hoch. Hoffentlich komme ich in den naechsten Wochen an vernuenftige Dendros dran, dann werde ich weiter testen und auch darueber berichten.
    Meiner Meinung nach haben sich die Dendros in der Haltbarkeit von Unhaltbar auf extrem schwierig "verbessert"

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Inken,

    Genau... , super Info-Seite, sehr hilfreich (nicht nur für Dendronephtya). Habe gleich mal alles preislich überschlagen und komme da auf ca. 80,- Euro - uuuuuuupppppssssssssss!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?
    Den hergestellten Brei, b.z.w. einige Produkte sind dann auch nur eine Woche haltbar. Na da kann man ja schnell arm werden. Von dem techn. Aufwand und der zu investierenden Zeit ... :frowning_face: :frowning_face: :frowning_face:

    Danke Inken

    Tschau Sven D.

  • Hallo Steffen,

    Zitat

    Klingt wie der passende Besatz für Leute mit einem überdimensionierten Abschäumer

    ... wenn es nur so einfach wäre :loudly_crying_face:

    Zitat

    Werden diese Tiere denn im Handel angeboten ?

    Hier und da, ja. Die meißten guten Händler lassen aber lieber die Finger davon. Verständlich!!! Im Internet, auf gewissen Seiten werden sie auch immer wieder angeboten und ich kann jeden gut verstehen, wer dieser Weichkoralle nicht wiederstehen kann. :smiling_face:
    Habe edliche Jahre schweren Herzens die Finger davon gelassen, vorrige Woche hat es mich nun doch erwischt. Möchte nun auch mal sehen in wie weit man hier dieser Korallenart etwas bieten kann.

    Zitat

    Hab ich noch nie bewusst gesehen.

    EINIGE Bilder stehen im Netz. Z.B. auf Google bei Bilder einfach Dendronephtya in die Suchfunktion eingeben.
    Die Artenvielfalt scheint sehr groß zu sein, denn man kann immer wieder andere Farbvarianten sehen.

    Bei dieser konnte ich nun nicht wiederstehen:

    Tschau Sven D.

    Einmal editiert, zuletzt von Sven D. (27. August 2005 um 01:25)

  • Hallo Sven,

    von diesem Futer braucht man aber nicht so viel, das reicht für Monate, da hochkonzentriert. Kostenmäßig ist das zu ertragen.
    Der Brei besteht ja nur aus nem Teelöffel Futter höchstens.
    Ich habe seit 9 Monaten ne weiße Dendro, die zwar eher degeneriert, aber sie pumpt sich noch auf. Ist ja schonmal nicht gar so schlecht. Bisher wurde sie mir Ultraclam/UltraminF/-S gefüttert. Seit kurzem mit dem PAC/Booster etc-Brei. Mal sehn, ob sie sich entwickelt.
    Das PAC-Zeug ist wie Gelatine, da reiv´chen geringe Mengen und muß ordentlcih verrührt werden.
    @jens: hab schonmal gelesen, daß sie mehrere Polypen/Tag wachsen, ist das so, wenn Du sie 'Unkraut' nennst?

    Meine steht in laminarer Strömung in einem Miracle-Mud-Becken mit mäßiger Abschäumung und allgemenin starker Fütterung. Die Wasserwerte sind aber ganz anständig (No3 5, Po4 0,25).

    Grüße
    Ulrike

  • hallo Ulrike,

    dann hab ich da etwas falsch verstanden. Die Haltbarkeit von 1 Woche bezog ich auf ein in dieser Reihe anzuwendendes Mittel. Habe gerade nochmal nachgelesen. Stimmt,die Haltbarkeit bezog sich auf den hergestellten Brei. Somit läßt es sich rechnen.

    Tschau Sven

  • Zitat

    Original von Ulrike Hardt
    @jens: hab schonmal gelesen, daß sie mehrere Polypen/Tag wachsen, ist das so, wenn Du sie 'Unkraut' nennst?

    Hallo Ulrike

    An frischen Wracks kannst Du nach einem Jahr bereits Dendros von einem halben Meter Groesse finden. Ansonsten ist der Stahl noch nackt und die Farbe blaettert munter ab,nichts anderes waechst, aber die Dendros sind schon fleissig am Wachsen. An Land wuerde so was unter Wohl unter Unkraut fallen.

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens,
    du schreibst

    Zitat

    9 ) Viele Autoren schreiben, dass die Dendros Phytoplankton fressen, das halte ich fuer totalen Unsinn.

    sicherlich ist nicht bewiesen, dass alle Dendros Phytoplankton fressen, aber Fabricius hat doch experimentell gezeigt, dass zumindest eine Art (D. hemprichi aus dem Roten Meer) Phytoplankton aufnehmen und fressen kann (Science 1995, 268, 90-91).

    Letztes Jahr hatte ich selbst eine schöne Dendro gehabt (Herz siegte über den Verstand) und diese mit Nepro-Rella (Fa. Nestmann (http://nestmann.de)), Peletts einer Süßwasseralge, gefüttert (Leider konnte ich keine Meerwasseralge als Pellet finden). Das Pellet wurde mit einem Mörser zerkleinert, mit Meerwasser aufgeschwemmt und an die Dendro verfüttert (3x täglich eine Tablette=200mg Trockengewicht, direkt in die Polypen).
    Interessanterweise hat die Dendro die Algen aufgenommen, man konnte sehr schön sehen, dass der Gastralraum der Polypen sich grün verfärbte und nach 2 bis 3 h keine grüne Färbung mehr verhanden war.
    Zumindest wurden die Algen aufgenommen. Aber auch verdaut? Zumindest stand die Dendro 3 Monate ganz toll!

    Jedoch hatte ich ausgerechnet dann (nach 3 Monaten) technische Problem mit meiner Aquarienanlage (Murphy lässt grüßen!). Zuviel vollentionisiertes Wasser wurde ins System gepumpt, die Dichte sank auf 1,019. Leider hat die Dendro und zwei Steinkorallen diese Prozedur nicht überlebt. Sehr schade! Sonst war mit dem Aquarium alles OK, weil ich das Problem zum Glück schnell genug behoben hatte.


    Viele Grüße,
    Marco

  • Hallo Marco

    Erwischt! Da habe ich mich ungenau ausgedrueckt, danke fuer die Korrektur.
    Die Arbeit von Fabricius kenne ich auch, von daher kommt ja auch dieser ganze Wahn einiger Leute ihre Becken mit Phytoplankton zu fluten. Es stimmt das Dendros, wie praktisch alle anderen Filtrierer auch, AUCH Phytoplankton fressen, aber nicht ausschliesslich. Wenn man sich die Riffe mal anschaut, in denen die Dendros etc. wachsen, dann ist das Wasser blau, nicht gruen. Die Phytokonzentration ist einfach zu gering, als das sich die Tiere ausschliesslich damit ernaehren koennten. Die Aufnahme von Chlorella ist schon interessant, allerdings bezweifle ich weiterhin, das eine Dendro nur damit ueberlebt. Damit bleibt die Frage offen: Hat die Dendro in Deinem Becken noch irgendwelche anderen Futtersorten zur Verfuegung gehabt, z.B. durch aufgewirbelten Detritus, Futterreste etc., oder ist in den Algen Tabletten noch irgendwas anderes drin, was als Nahrung verwertet werden konnte, z.B. anhaftende Bakterien.

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

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