Wodka Überdosierung mit Folgen

  • Hallo Reinhard und die , die es "noch" interessiert,

    ich betreibe mein Becken mit starker Abschäumung und Kalkreaktor. Beim sog. Berliner System wird glaube ich Kalkwasser genommen. Meine Messwerte an Nitrat und Phosphat sind im Becken wie geschrieben sehr gering. Ich traue der Sache aber nicht ganz. Nicht wegen der Messgenauigkeit, sondern eher wegen der, sagen wir es Probennahme. Ich habe in meinen 700 Litern (500 + 200 an einem Technikbecken) nicht wenige gefräßige Fische. Zwei Würfel Frostfutter, etwas Granulat und neuerdings hin und wieder Cyclop Eeze und Grünfutter müssen es da schon täglich sein. Nicht nur, dass dies ein hoher Nährstoffeintrag ist, auch der Kalkreaktor gibt nachweislich einiges an Phosphat ab. Beides finde ich wie gesagt im Beckenwasser nicht wieder. (WW alle 4 Wochen 15%). Aber irgendwo muss es ja bleiben, evtl als Ca-Phosphat im Boden oder Gestein. Da mich schon immer auch Cyanos oder was auch immer dieser braune Film tagsüber ist (Keine Kieselalgen!) plagen, der Versuch mit Alkohol. Im original Artikel hört sich die Methode in der Tat ein wenig nach Wundermittel an, wenn sie denn anschlägt (Einschränkungen wurden natürlich genannt). Die Tiere waren laut Autoren einfach "mit der Gesamtsituation :tongue:" zufriedener.
    Frank

    Grüße,

    Frank

  • Zitat

    Original von Dr. Frank Dübner
    Da ich die Lösung mit einer Dosierpumpe zugab, passierte nach dieser Zeit was irgendwann passieren muss: Statt alle drei Stunden 7 ml zu dosieren, dosierte die Pumpe plötzlich alle 3 Minuten 7 ml.

    Hallo Frank,
    welche Pumpe (oder Zeitschaltuhr) war das und wo liegt die Ursache des Problems? Habe auch vor, die Zugabe über Dosierpumpe vorzunehmen (zumindest im Urlaub).
    @all: Habt ihr eine Idee, wie man das verhindern kann? Gibt es besonders sichere oder auch eventl. unzuverlässige Pumpen und Zeitschaltuhren?
    Gruß an alle,
    André

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  • Hallo Andre´,
    die besagte Dosierpumpe hatte schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Ich glaube die Marke heißt Aquarex. Es ist eine der Pumpen, an denen ein Rad für die (grobe) Einstellung der Pausenzeit, und ein Rad für die (grobe) Einstellung der Laufzeit ist. Sind die Werte mal eingestellt, verstellen sie sich eigentlich nicht mehr. Warum die Pausenzeit auf einmal nicht mehr eingehalten wurde, weiß ich nicht. Ich habe die Pumpe entsorgt. Ich benutze weiterhin neuere Pumpen von Dupla. Die kosten zwar einiges mehr, lassen sich aber elegant, weil digital, auf beliebige Dosiermengen und -zeiten einstellen. Als Sicherheit kann ich jetzt nur jedem empfehlen, den Voratsbehälter für z.B. max 1-2 Wochen zu befüllen. Ist immernoch weniger Aufwand als jeden Tag mit Hand dosieren zu müssen. Und das gilt für alle Mittelchen, die dosiert werden, nicht nur Wodka.
    Frank

    Grüße,

    Frank

  • Hallo Frank!

    Habe gefragt weil ich dachte das bei Becken mit starker Abschäumung der Alkohol nach einigen Stunden sowieso verdampft (ausgast) ist.

    Deine Futtermenge hört sich für mich nicht nach viel an. Könnte es nicht sein das Du schon vor dem Pumpenfehler knapp bei einer Phosphatlimitierung gestanden bist? Manche Tests (z.b.: Hanna) zeigen nie 0 Werte.

    Reinhard

  • Zitat

    Original von André Nuyken
    welche Pumpe (oder Zeitschaltuhr) war das


    Hallo Andre,
    bei einem Freund passierte das (nicht mit Wodka) mit einer iks-Schlauchpumpe.

  • Hallo Klaus,
    mir ist bei der IKS aufgefallen, daß wenn der Schlauch nach längerer Benutzung nicht mehr richtig abdichtet je nach Flüssigkeitsstand der Schlauch entweder langsam leerläuft oder eben anders rum....
    Ist bei mir schon nach wenigen Monaten mit neuem Schlauch so gewesen, benutze die IKS aber nur zum Ausgleich von verdunstetem Wasser.
    War das auch das Problem bei deinem Freund?
    Für Wodka habe ich mir eine ADT bestellt - hoffe daß die ein wenig sicherer ist. Hat da jemand Erfahrungen?
    Gruß,
    André

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  • Reinhard,

    das mit dem Futter ist natürlich relativ.
    An Limitierungen in dem Zusammenhang glaube ich nicht. Für mich ist ein geschlossenes System, wie ein Aquarium mit Fischen, wie ein Teich, der langsam aber sicher eutrophiert wird (daher Wasserwechsel zur Abhilfe). Ich bin sicher, ich gebe mehr rein, als irgendwie wieder rauskommt. Der Abschäumer holt ja fast nur unlösliche Bestandteile heraus, den Rest müssen die Mikros machen. Dennoch, Nitrat ist N.N., Phosphat bei etwa 0,05 mg/l. Wenn sollte wohl eine Nitratlimitierung vorliegen.
    Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang aber, dass spätestens nach der Überdosierung eine massive Bakterienblüte, wie sie üblicherweise beschrieben wird, beobachtbar war. Wenn sowenig Phosphat/Nitrat vorhanden ist, wie konnten die dann so schnell wachsen? Wurde Phosphat aus anderen Quellen aufgeschlossen?Vielleicht gibt es ja Erfahrungen von anderen Wodka-Anwendern ohne akutem Phosphatproblem mit ähnlichen Beobachtungen? Bei einer "Limitierung" dürften die Bakterien ja garnicht wachsen, es dürfte also nicht zu dem Punkt Trübung kommen.
    Frank

    Grüße,

    Frank

  • Hi,

    nur mal kurz ohne zu zanken:D :

    selbst bei meinen hohen PO4 und NO3 werten habe ich maximal 4 ml vodka auf 100 liter wasser gegeben. Nach drei momanten dosierung verlor eine tridacna stellenweise die farbe und eine galaxea öffnete nicht richtig. Der wert wurde auf 2 ml auf 100 liter gesenkt und die farben der muschel sind binnen 2 wochen (!) zurückgekommen!

    Man sollte wirklich berücksichtigen wieviel "schadstoffe" im wasser sind. Viel PO4 bedeutet bei mir über 2 mg! Und bei mir wurden 4 mg PO4 und 150 mg NO3 gemessen.

    Jetzt stellt euch mal die relation vor bei 8ml Vodka auf 100 liter für ein 0,... PO4 - Problem.

    Manchmal verstehe ich nicht was einige leute bei ihren 0,0ml Schadstoffbecken mir Vodka anfangen wollen :confused_face:

    :grinning_squinting_face: iP!!

    iP's Most Rated Sept/06:
    1. ENUR - Calabria 2006
    2. Pete Heller - Big Love[Steven Lee Remix]
    3. Roger Sanchez - Lost[Eddie Thoneick Remix]
    4. Mashtronic - Supernova[Demis 16 Bit Remix]
    5. Justin Timberlake - Sexy Back[Dean Coleman Remix]

  • Hallo IP,
    dann gehörst du ja zu den ganz schlimmen! :winking_face: Gibst bewusst soviel Schnaps ins Becken dass sich die Tiere nicht mehr wohl fühlen.

    Soweit bin ich mit meinen ----> max 2ml/100l nicht gegangen.

    Und übrigends hat man vor nicht wenigen Jahren nach dem Nutzen von Computern gefragt obwohl es doch gute Schreibmaschinen gab :grinning_squinting_face:

    Frank

    Grüße,

    Frank

  • Zitat

    Original von André Nuyken
    Hallo Klaus,
    mir ist bei der IKS aufgefallen, daß wenn der Schlauch nach längerer Benutzung nicht mehr richtig abdichtet je nach Flüssigkeitsstand der Schlauch entweder langsam leerläuft oder eben anders rum....


    Hallo Andre!

    Da kann man je nach verwendetem Schlauch für die Zuführung etwas machen. Wenn der Behälter mit der zu dosierenden Flüssigkeit unterhalb der Pumpe steht, kann die Flüssigkeit sowieso nur in Richtung des Behälters laufen, aber nicht in Richtung des Beckens. Wenn Du in den zuführenden Schlauch ein Rückschlagventil einbaust (wie es z.B. Aqua Medic bei der Pumpe SP3000 mitliefert) kann nichts mehr zurücklaufen (habe ich so im Einsatz).

    Gruß,

    Michael

  • Zitat

    Original von Dr. Frank Dübner
    Für mich ist ein geschlossenes System, wie ein Aquarium mit Fischen, wie ein Teich, der langsam aber sicher eutrophiert wird (daher Wasserwechsel zur Abhilfe).


    Hallo Frank!

    [Klugscheiß] Ein AQ ist kein geschlossenes System. Es ist ein offenes. Du hast einen Eintrag von Substanzen (Futter, ggf. Spurenelemente, Aminosäuren etc.) und einen Austrag (Abschäumer, abgesaugter Mulm, gelöste oder suspendierte Substanzen mit dem Wechselwasser). [/Klugscheiß] :grinning_squinting_face:

    Die meßbaren Werte von Nitrat und (Ortho)Phosphat würde ich zur Beurteilung einer Nährstofflimitation nicht heranziehen, da ja die (für uns Aquarianer) nicht meßbaren stickstoff- und phosphorhaltigen gelösten, suspendierten oder sedimentierten Substanzen mit eine Rolle spielen und in ihrer Menge sicher nicht in einer konstanten Relation zu Nitrat- und Phosphatwerten stehen. Eine Nährstofflimitation läßt sich nur am Bild der Korallen beurteilen.

    Zitat

    Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang aber, dass spätestens nach der Überdosierung eine massive Bakterienblüte, wie sie üblicherweise beschrieben wird, beobachtbar war. Wenn sowenig Phosphat/Nitrat vorhanden ist, wie konnten die dann so schnell wachsen? Wurde Phosphat aus anderen Quellen aufgeschlossen?

    Auf jeden Fall wurden die von mir o.g. stickstoff- und phosphorhaltigen Substanzen genutzt, die wir halt mit einfachen Mitteln nicht messen können.

    Gruß,

    Michael

  • Zitat

    Original von Michael Riediger
    Auf jeden Fall wurden die von mir o.g. stickstoff- und phosphorhaltigen Substanzen genutzt, die wir halt mit einfachen Mitteln nicht messen können.

    Gruß,

    Michael

    Ein weiteres Indiz hierfür sind die Probleme, die viele trotz geringer oder nicht messbarer Werte mit Steinkorallen haben (siehe dazu Threads über LS, Phosphatproblematik u.a.).

  • Hallo,
    zuerst freu ich mich, dass wir wieder sachlich sind. Denn als einer derjenigen, die aufgrund der Vielzahl Hobbys und Familie, nicht die Zeit haben immer alle Treats und auch noch Bücher zu lesen, bin ich auf dieses Forum angewiesen. Hier bekomme ich aktuelle Infos und schnelle Hilfe, besser gehts nicht.
    Doch nun wieder zum Thema : ich hab ja die Wodkadosierung wieder aufgegeben, auch den vorher betriebenen Wodkafilter, weil ich kein Nitrat hatte und die Korallen schlecht wuchsen. Inzwischen bin ich zu TOM´s Methode übergegangen und dosiere mit dem Nachfüllwasser über eine Dosierpumpe Amoniumchlorid. Damit halte ich den Nitratwert knapp unter 10. Mit viel füttern bei vielen Fischen hab ich nicht mehr geschafft. Jetzt läuft der Abschäumer wesentlich besser, alle Tiere sehen sehr gesund aus und die Korallen wachsen wie blöd. Warum sollte ich in so ein Becken noch Wodka kippen. Ehrlich gesagt hab ich das mit der Nährstofflimitierung noch nicht ganz verstanden.

    Mit salzigem Gruß
    Dietmar

  • Du scheinst Glück zu haben - die richtigen Nährstoffe im richtigen Verhältnis.
    Leider, leider gibt es keine pauschale Regel.....

    Ich habe es in meinem 1700-l-Becken geschafft, durch 6malige Fütterung täglich den Nitrat von 5 auf 20 und Phosphat von 0,03 auf 0,2 zu bringen - innerhalb von 4 Wochen. Dennoch gibt es keine negativen Auswirkungen auf die Korallen.

  • Hallo Michael,
    danke für den Tip!
    Die Pumpe befindet sich oberhalb des Nachfüllbehälters.
    Mein Unterbecken (ehemals Filterbecken) in das ich dosiere steht jedoch auf gleicher Höhe und wenn der Wasserstand im Nachfüllbehälter höher ist als im Unterbecken, kann das Wasser doch in die andere Richtung laufen. Im Moment tröpfelt es jedoch nur ab und an, je nach Position der Pumpe im Stillstand (sie dosiert ja nur alle 10 Sekunden). Wenn nur eine der beiden "Rollen" den Schlauch quetscht ("Achse" steht senkrecht), scheint es also nicht mehr so ganz dicht zu sein.
    Bleibt also nur ein Schlauchwechsel.
    Gruß,
    André

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