Unterschiedliche Korallenreaktionen bei Vodka Methode

  • Hallo zusammen,

    ich wende die Vodka methode nun schon seit längerem ununterbrochen an. Mittlerweile werden die werte auch nicht mehr so genau überprüft, da sich die tägl. vodkadosierung bei ca 30 ml. eingependelt hat. Was mir auffällt:

    - Weichkorallen stehen sehr gut
    - Mushrooms gedeihen prächtig
    - seltsamerweise sind die Planarien zurückgegangen?!?!?! :confused_face:
    - Krusenanemonen stehen sehr gut
    - Stolonifera stehen sehr gut
    - Mördermuscheln stehen gut
    - Galaxea Koralle steht schlecht

    Die galaxea macht nicht mehr richtig auf. Sie stirbt nicht ab, wird nicht farblos, öffnet sich aber auch nicht mehr. Bei den muscheln hatte ich bei der größten (Tridacna crocea (?) ca. 30 cm) anfangs einige stellen mit bleichem gewebe bekommen. Teilweise sind diese blanken stellen, an denen sich scheinbar die zooxanthelen auflösten, auch noch gewachsen. Nach ca. 2 Monaten konnte man langsam wieder ein schaches muster auf den weissen stellen sehen. Mittlerweile haben sich die zooxanthelen wieder ausgebreitet. Man kann sich das so vorstellen als würde man bei einem grafikprogram das Alpha auf 50% haben. Da die farbe dieser einen muschel wieder zurückkommt, werte ich das als positives zeichen. Allerdings ist auch nur diese muschel betroffen, alle anderen sind vollkommen unverändert.


    Ist es möglich dass bestimmte korallen diese methode nicht ganz so gut vertragen? Ich habe von vielen MW-betreibern gehört, ihre korallen seien ausgebleicht. Unter den ausgebleichten waren mindestens 50 % galaxea korallen. Zufall? Anbei will ich auch anmerken, dass so ziemlich 90% der Vodka anwender zu schnell zu viel vodka reinkippen. Trotz meinen hohen Phosphat und Nitratausgangswerten bin ich nie über die 45 ml grenze gegangen. Die täglichen 30 ml scheinen den nötigen erfolg zu bringen.

    Seltsamerweise gaben viele Vodka-Anwender bisher an, sie hätten vor der methode keine nachweisebaren wasserbelastungen gehabt. Daraufhin stelle ich mir die frage: "Wozu dann der Vodka?"


    Viele Grüße,

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Hallo iP,

    wegen der Farben vielleicht? "Porzellanfarbene" Acroporas sind gerade "in".

    Seltsamer finde ich, Wodka reinzukippen und ihn dann durch einen Rieselfilter zu jagen. Ich überlege noch, ob das dann als CO2-Düngung zu werten ist.

    Die unterschiedlichen Reaktionen verschiedener Korallen sind nicht ungewöhnlich. Ich würde sagen das liegt daran, dass Steinkorallen auf unausgewogene Nährstoffangebote empfindlicher reagieren. Außerdem leiden die eher großpolypigen wie Galaxea stärker unter Nährstoffmangel.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Ich würde mal auf die Erzeugung von Bakterienplankton tippen, um den Korallen eine zusätzliche Nahrungquelle anzubieten, ansonten würde es pers. für mich keinen Sinn geben bei Nullwerten noch Wodka zu dosieren.Zur Unterschiedlichen Korallenreaktionen bei der Zugabe von Wodka kann ich leider nicht viel zu Sagen, bei mir stehen SPS,LPS,Gorgonien und Filtrierer alle gleich gut ( habe auch 2 Galaxea im Becken ).

    Gruß Stefan

  • Schade dass hier nicht mehr zu dem thema geschrieben wird.
    Ich guck da in richtung jörg k., robert b., michael m., usw.

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Das kommt bestimmt noch, Kopf hoch :grinning_squinting_face: mal eine Frage wie groß ist dein Becken eigentlich weil du irgendwas von max. 45 ml Wodka schreibst ???

    Gruß Stefan

  • Hallo,

    jetzt sind wir schon zu dritt!

    Vielleicht sollte man mal überlegen, ob die Intensität oder Art (Ausströmer vs. Dispergator) der Abschäumung bei den unterschiedlichen Erfahrungen der Aquarianer eine Rolle spielen könnte. Es ist ja ganz klar ein großer Unterschied, ob ich 0 reakives Phosphat und 0 Nitrat mit oder ohne Plankton als verfügbare Nährstoffe habe. Denn das Bakterioplankton enthält zweifellos auch Stickstoff und Phosphat, auch wenn unsere Messwerte bei 0 sind.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,

    Vielleicht sollte man dann auch mal überlegen, in wie weit Bakterioplankton überhaupt von Korallen verwertet werden kann und wie hoch die biologische Wertigkeit überhaupt ist, wenn es von gewissen Arten verwertet werden kann. Zumindest ist mir nicht bekannt, das solche Bakterienblüten in der Natur vorkommen ...

    Grüße
    Oliver

  • Hallo Oliver,

    in meiner Korallen-"Bibel", dem Sorokin (Coral Reef Ecology, Springer 1993) auf Seite 348 werden die relativen Aufnahmeraten von Steinkorallen angegeben. Dabei wird der Konsum von Artemia-Nauplien bei einer Konzentration von 3-5g/Kubikmeter mit 100% angesetzt. Bei einer Bakterioplankton-Konzentration von 1-3 g/Kubikmeter liegt die relative Aufnahmerate für Acropora squamosa bei ca. 40%. Die anderen geprüften Gattungen erreichten von 10% (Goniastrea) bis über 100% (Leptastrea), d. h. letztere fing bei den gegebenen Konzentrationen mehr Bakterioplankton als Artemia-Nauplien ein.

    Die Wertigkeit würde ich als hoch einschätzen, da ich die Bakterien für die entscheidenden Phosphat- und Spurenelementanreicherer im Riff halte. Sie sind, denke ich, die einzigen von Steinkorallen direkt erreichbaren Organismen, die das bei niedrigen Konzentrationen bewerkstelligen können.
    Im übrigen leben auch Wiederkäuer zu einem nicht geringen Teil von ihren Darmbakterien, die alleine die Cellulose verwerten können.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo zusammen,

    ich hab diesen Beitrag übersehen, tut mir Leid, sonst hätte ich mich schon vorher eingeklingt. Nicht persönlich nehmen iP :grinning_squinting_face:

    Allerdings ist es wohl utopisch zu denken, dass irgend jemand eine Antwort darauf hätte, warum die Galaxea rummotzt :winking_face:

    Eigentlich ist Galaxea eine Koralle, die sehr hart im Nehmen ist. Aber trotzdem kann es sein, dass sie sich nicht so schnell an die neuen Nährstoffverhältnisse akklimatisieren kann wie andere Korallen in diesem speziellen Becken. In anderen Aquarien sind das vielleicht andere Korallen, ist halt sehr unterschiedlich.

    Zum Bakterioplankton: es wird definitiv genutz, Hans-Werner hat ja bereits zitiert. Weil wir es schon von Sorokin hatten, der hat z.B. in den 1970er Jahren Messungen veröffentlicht, in denen er gezeigt hat, dass der Phosphorbedarf untersuchter Korallen bevorzugt über Bakterioplankton abgedeckt wird, obwohl anorganisches Phosphat im Wasser vorhanden war.

    Unabhängig davon, was es genau für Bakterien sind (was in jedem Becken sicher auch anders ausschaut), sind Bakterien voll mit KIohlenstoff, Stickstoff und Phosphor. Darüber hinaus ist es für die Koralle eine gute Quelle für Aminosäuren.

    Korallen fressen sogar Sedimente, die mit Bakterien (in den Biofilmen, die die Sedimentkörner umgibt) beladen sind.

    Meiner Meinung nach ist die Nutzung von Bakterioplankton als sehr hoch zu bewerten.

    Unterschiede zwischen den verschiedenen Abschäumersystemen sind sicherlich gegeben, da gebe ich Hans-Werner recht, kommt aber auch darauf an, wieviel Bakterien im Wasser drin sind. Ich würde eher zu leistungsstarken Abschäumern tendieren, denn immerhin müssen die Bakterien erst mal zum Abschäumer kommen, wie alles andere auch, das abgeschäumt werden soll. Auf dem Weg zum Abschäumer bleibt sicherlich immer noch genug an den Korallen hängen.
    Je nachdem wie viel Bakterien entstehen, ist es sicherer einen leistungsstarken Abschäumer zu nehmen, damit die Nährstoffe letztlich wirklich aus dem System rausgezogen werden.

    H Hersteller

  • Hi IP :smiling_face:

    Ja ja finden muss man sie halt die Beiträge...lol.
    Nun denn:
    Das wichtigste glaube ich wurde schon genannt.
    Jede Koralle reagiert anders, und zwar nicht nur mit Wodka auch ohne. auch so muckt mal die eine oder andere, oder wieder eine andere stirbt ohne ersichtlichen Grund einfach ab.
    Denke das man deine Beobachtung mit der Galaxea dazu zählen könnte. Es ist einfach so das die tiere ein gewisses Mass an Nitrat und Phospaht gewohnt waren und nicht alle mit der Senkung zurecht kommen.

    Ich halte 30 ml schon für reichlich viel auf Dauer. Ich bekam eine blüte bereits nach 12 ml am Tag, verteilt auf 6 mal 2 ml pro Tag Zugabe.

    Ich denke daher das es so was immer geben wird, 95 % der Tiere stehn bombastisch ein zwei nicht. Die Galaxea würde ich wie Jörg auch als hartes bis härtestes tier einschätzen, also durchaus hart im nehmen.
    Sie ist ja alleine schon durch ihre Nesselkraft gegenüber vielen Korallen im Vorteil.

  • Hallo Jörg,

    was die Abschäumung angeht mag ich dir nur bedingt recht geben. Starke Abschäumung ist vielleicht in Ordnung, solange die Nährstoffgehalte hoch sind, aber ich denke, dass durch den effektiven Entzug via Abschäumer und den durch Wodka vermutlich verstärkten Abbau in Deko/Bodengrund irgendwann für viele Aquarien der Punkt kommen wird, an dem die Nährstoffe für das Überleben der Korallen nicht mehr ausreichen. Das mag vielleicht erst nach einem halben oder einem Jahr der Fall sein aber es kommt
    .
    Ich würde dann lieber weniger abschäumen und weniger "staubfüttern".
    Das Bakterioplankton hat m. E. den Vorteil, dass es nicht gammelt und so auch keine Nährstoffe daraus freigesetz werden.

    Ich glaube, dass die Korallen die Formen, in denen die Nährstoffe im Bakterioplankton vorliegen, die Proteine, Nukleoside und Nukleotide incl. Spurenelemente usw. also, gut für das eigene Wachstum nutzen können und nur wenig Nährstoffe daraus an die Zooxanthellen abgeben müssen. Das ist ja typisch für heterotrophe Ernährung. Die anorganischen Nährstoffe wie Nitrat, Orthophosphat können dagegen überwiegend oder fast ausschließlich über die Zooxanthellen genutzt werden. Ich halte es deshalb für sinnvoll den Gehalt an anorganischen Nährstoffen im Wasser mit der Wodka-Methode abzusenken, das Bakterioplankton aber weitgehend zu schonen und dafür nur die Fische und wenige Korallen zu füttern anstatt das ganze Becken zu füttern und so wieder anorganische Nährstoffe ins Wasser zu bringen.

    Was hälst du davon? Gibt es gute Gründe, die dagegen sprechen?

    Grüße

    Hans-Werner

  • Eine Bitte an alle:
    könntet ihr eure Angaben der Wodkamengen normieren, also auf ml Wodka pro 100 Liter Aquarium umrechnen? Das wäre viel weniger verwirrend, nicht von jedem hat man das Beckenvolumen im Kopf. :aeh:

    Meine Wodkagabe ist z.B. wieder runter auf 1,0 ml/100l :smiling_face:

  • Klar doch Thomas machen wir alles :smiling_face: ich bin auch bei 1ml Wodka pro 100 liter Wasser am Tag sprich 3ml Täglich für mein 300 liter Teich.

    Gruß Stefan

  • Hallo Thomas!

    Ich bin mittlerweile bei 0,24ml/100 Liter angekommen und kann einfach kein Nitrat und nur ganz wenig Phosphat messen.
    Solange sich da nichts mehr tut, werde zu zuwarten und dann eventuell noch ein wenig zurückgehen.

    Servus,
    Peter

  • Nur kurz:

    4ml auf 100 liter. Das ganze schon seit ca. Januar.

    Mehr kann ich grad nicht schreiben weil sehr sehr kurz angebunden. Ich melde mich bald wieder :winking_face:

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Hallo nochmal,

    warum die galaxea rummotzt weiss ich leider noch nicht. Habe allerdings nun zwei seeigel rausgeschmissen, welche mir regelmäßig meine krusten zerfleischten. Vielleicht sind die auch mal so kurz über die galaxea gefahren?

    Sollte ich den Vodka weniger dosieren? Haltet ihr 4 ml auf 100 liter für zu viel?


    Viele Grüße,

    :grinning_squinting_face: iP!!

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    Einmal editiert, zuletzt von iP (22. März 2004 um 12:22)

  • Zitat

    Original von iP
    Sollte ich den Vodka weniger dosieren? Haltet ihr 4 ml auf 100 liter für zu viel?

    *HOCHSCHIEB*

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Hallo iP,

    ich halte die Fragestellung für nicht ganz richtig. Es ist völlig egal, ob das hier jemand für zuviel hält oder nicht, wenn Dein Becken es braucht. Und ob Dein Becken es braucht, kannst nur Du selber wissen. Zum Beispiel durch Messergebnisse. Wenn Dein NO3- und PO4-Wert nahe 0 bzw. nn sind, dann wäre eine Reduzierung vielleicht nicht so unklug. Wenn die Werte wesentlich höher liegen und Du ansonsten (mit Ausnahme der Galaxea) zufrieden bist, lass es so. Dann braucht Dein Becken das einfach, weil Du möglicherweise viel fütterst bzw. viele reinsch***** :winking_face:

    Viele Grüsse Kathrin

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  • Hallo Kathrin,

    schon verstanden :grinning_squinting_face:

    :grinning_squinting_face: iP!!

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