Nochmals Zeovit

  • Hallo,
    will in meinem Becken nun auch Zeovit einsetzen.
    Dazu hab ich aber noch eine Frage :
    Sollte der Einsatz des Zeovits vor oder nach dem Abschäumer stattfinden ?
    Wenn nach dem Abschäumer :
    Ich will nicht unbedingt noch einen extra Topffilter für dass Zeovit anschließen. Mein Rücklauf vom Unterschrankbecken ins AQ hat ca 1500l/h. Reicht es, das Zeovit - in einen Strumpfbeutel gepackt - an die Ansaugöffnung der Förderpumpe zu legen, oder muß der Durchfluß noch größer sein ?

    Gruß
    Alexander

  • Hallo Adaniker,

    ich hab´s nach dem Abschäumer, d.h. mein Abschäumerwasser fließt direkt auf´s Zeovit.
    Auch habe ich - wie Du- das Zeovit an der Pumpe sitzen.
    Einen Damenstrumpf würde ich nicht nehmen, da ich die Erfahrung machte, dass dieser durchs Salzwasser sehr schnell porös wird.
    Ich hole mir meistens Filterbeutel im Zooladen.

    Gruß
    Jürgen

  • Hallo Alex,

    unbedingt den Abschäumer hinter das Zeolith setzen. Das Zeolith gibt einige Substanzen wie z.B. Eisen und Mangan v.a. innerhalb der ersten Woche stetig ans Wasser ab. Wie bei den Flüssigphosphatadsorbern reagieren Eisen wie auch Mangan in einer Fällungsreaktion mit Phosphat und diese ausgefällten Phosphatverbindungen treiben als winzige Flocken in der Wassersäule und können vom Abschäumer erfaßt werden.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    wunderte mich schon woher die Flocken im Abschäumer sind. Tippte zuerst auf Schnee - aber bei der Jahreszeit :grinning_squinting_face:

    Spass beiseite. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Flocken auch so erfaßt werden.
    Mein Becken 180 cm (ursprünglich für Süßwasser geplant) hat eine sogenannte biologische Kammer (Becken im Becken mit Ein- u. Ausgang) in er ich das Zeovith liegen habe. Durchspült, besser gesagt durchgesaugt wird es mit ca. 1.5oo l/h.
    Vor der Kammer habe ich mir einen Oberflächenabsauger konstuiert und angebracht(funktioniert super) in dem die Pumpe des "Huckepack-Abschäumers" sitzt, ansaugt und das Wasser auf´s Zeovit abgibt.
    Wasser kommt von oben und unten in den OAs.
    Somit werden diese Flocken sehr gut angesaugt und "entsorgt".

  • Hi!

    Mal eines vorweg: Zeovit gehört in jedes Becken!

    Ich hatte immer so Problemchen mit Nitrat (ca. 15 mg/l) und Phosphat. 2 Wochen seit das Zeovit drin ist: Phosphat 0mg/l und Nitrat 5 mg/l!!!!!

    Um die Aufnahmefähigkeit des Gesteins möglichst lange aufrecht zu erhalten wäre es doch sinnvoll, den Abschäumer VOR das Zeovit zu schalten. Denn dann ist dieses schon mal nicht durch die Verbindungen, die der Abschäumer erfasst hat, belastet. somit nimmt es mehr von den 'unabschäumbaren' Stoffen auf.
    Hab's übrigens auch direkt im Durchfluss, nach mechanischer Filterung und Siporax.

  • Hallo Alex,

    unbedingt den Abschäumer hinter das Zeolith setzen. Das Zeolith gibt einige Substanzen wie z.B. Eisen und Mangan v.a. innerhalb der ersten Woche stetig ans Wasser ab. Wie bei den Flüssigphosphatadsorbern reagieren Eisen wie auch Mangan in einer Fällungsreaktion mit Phosphat und diese ausgefällten Phosphatverbindungen treiben als winzige Flocken in der Wassersäule und können vom Abschäumer erfaßt werden.

    [/QUOTE]


    tag jörg,

    sprechen wir jetzt vom zeovith oder gilt das auch im allgemeinen für zeolithe anderer hersteller?

    meinem verständniss nach binden zeolithe phosphat in sich selbst.

    wieso geben sie substate ans wasser ab?

    bedeutet dies, dass wenn sie keine substate mehr ans wasser abgeben, zeolithe erschöpft sind?

    oder noch weiter ausgeholt - wenn sich das phosphat an die freien substanzen bindet, diese im aqua als detritus abgelagert werden können?

  • Hallo Joe,

    ich muß natürlich richtig vom Zeovit sprechen, aber in der Eile passieren mir solche Verwechslungen. Ich hätte auch sagen sollen, das sich meine Aussage auf die Befunde beziehen, die sich aus Lars Analyse (siehe seine HP) herausstellen lassen. Natürlich ist die Analyse von Lars etwas kritisch zu sehen, weil es eben nur eine einzige Probe dieses Zeolithgemisches war, die auch nur aus einem einzigen Aquarium stammte. Aber dennoch weisen die Ergebnisse aus Lars Analyse darauf hin, das das Zeovit weniger Substanzen adsorbiert, als das Substanzen (ungiftige, Gott sei Dank!) ans Wasser abgegeben werden.
    Das diese Substanzen z.B. mit Phosphaten reagieren und ausflocken erkärt die bislang phänomenhafte Klarheit des Aquarienwassers innerhalb weniger Tage nach dem Einsatz des Zeovits.
    Und dadurch ist das Zeovit wie Du richtig sagst irgendwann verbraucht und muß erneuert werden, wenngleich die Bakterienaktivität auf und in dem Zeovit hiervon nicht beeinträchtigt ist.

    Die ausgeflockten Verbindungen können natürlich theoretisch in strömungsarmen Zonen sedimentieren und zu einem gewissen Prozentsatz wird dies wohl auch geschehen. Der Vorteil gegenüber den flüssigen Phosphatadsorbern ist jedoch der, das die Abgabe der Substanzen über mehrere Tage und damit langsam erfolgt und der sehr feine Niederschlag, der ja auch eigentlich nicht beobachtet werden kann, sicher und beinahe vollständig vom Abschäumer erfaßt wird. Bei Flüssigpräparaten kippt man fast überproportional den Adsorber ins Wasser und dabei steigt der Anteil an Niederschlag, den der Abschäumer nicht erfaßt. Aber ohne eine gute Abschäumung sollte man vom Zeovith die Finger lassen (wie gesagt vom Zeovit, das gilt nicht für alle Zeolithe!).

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    Wie lange kann man denn das Zeovit üblicherweise benutzen? Wann ist es verbraucht?


    Zitat

    Original von Jörg Kokott

    Und dadurch ist das Zeovit wie Du richtig sagst irgendwann verbraucht und muß erneuert werden, wenngleich die Bakterienaktivität auf und in dem Zeovit hiervon nicht beeinträchtigt ist.

    Gruß Ralf :grinning_squinting_face:
    {400l-Riff,Aquastar-automatisiert,HQI 2x150W+Blau/Mondlicht,Ström.-Ebbe/Flut/Wellen,Kalkreaktor,Ozon,UV,Stand+Dichte-Regelung mit autom. Wasserwechsel,Titan-Kühler,Rieselfilter,Zeovit,autom. Plankton+Spurenelemente/Aminosäuren-Dosierung}

  • tag jörg,

    danke für deine antwort.

    wobei sich für mich die frage stellt, ob es sinnvoll ist, verbrauchtes zeovith im filterkreislauf zu belassen.

    siedlungssubstrat für bakterien gibt es schliesslich ausreichend im riffbecken.

    ich denke da nur an die geschichte mit nass- oder rieselfiltern als nitratproduzenten.

  • Hallo Joe,

    Rieselfilter und Zeovit als Bakteriensubstrat sind nicht vergleichbar! Das Zeovit hat einen ganz entscheidenden Vorteil gegenüber einem "herkömmlichen" Nitratfilter: es adsorbiert sehr wahrscheinlich Ammonium.
    Begründung: Bei einer derart hohen Durchflußrate, wie sie für einen "Zeovitfilter" empfohlen wird, wäre der Abbau von Nitrat über Denitrifikanten im Zeovit so gut wie unmöglich, weil die Interaktionszeit zwischen dem Ion und dem Bakterium viel zu kurz ist.
    Dennoch kann man durch den Einsatz von Zeovit den Nitratgehalt unter Umständen (siehe unten) effektiv senken. Es muß also eine Vorstufe von Nitrat "eingefangen" werden, und das kann aus physikalisch-chemischen Gesichtspunkten heraus nur Ammonium sein. Dieses eingefangene Ammonium kann von den Bakterien auf der aeroben Oberfläche des Zeovits aufgenommen und über Nitrit zu Nitrat umgesetzt werden. Der Weg des Nitrats in das anoxische Innere ist derart kurz (wie bei Lebenden Steinen), das ein Großteil dieses Nitrats sehr schnell denitrifiziert werden kann. Durch das "Abweiden" von gebundenem Ammonium wird wieder Oberfläche frei, an das neues Ammonium binden kann. Deshalb ist die "biologische" Filtereigenschaft des Zeovits letztlich viel langanhaltender als die normal empfohlene Verweildauer und v.a. auch unbedenklich, wenn das Material regelmäßig ausgewaschen wird.

    Was das o.g. "unter Umständen" angeht. Wenn die Hauptstickstoffquelle nicht Ammonium ist, sondern z.B. direkt Nitrat, funktioniert das ganze nicht mehr und der Nitratgehalt läßt sich nicht absenken. Wenn zum Beispiel organisches Material im Sediment (=Detritus) verrottet, dann entsteht bereits hier Nitrat! Ich habe von einige Leuten gehört, das sie mit dem Zeovit den Nitratgehalt kaum mehr runter bekommen, vielleicht wäre das eine Erklärungsmöglickeit.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg, war echt nicht schlecht erklärt!

    Joe, mein MM-Filter funktioniert aber immer noch und mitlerweile habe ich auch noch zwei weitere Aquarien(ein Nano und ein 54 Liter Quarantäne), die ich mit dieser Filtermethode betreibe und bin rundum zufrieden damit.
    Aber das MM-System so genau erklären wie Jörg das gerade mit Zeovit gemacht hat, das kann ich ehrlich gesagt nicht. Vielleicht in einigen Monaten, wenn ich auch noch die ganzen Feinheiten herausgefunden habe. Ich arbeite jedenfalls daran!

    Cu Markus

  • tag markus,

    zumindest für unseren deutschsprachigen raum leistest du mit dem mm ja so etwas wie pionierarbeit.

    und manche sachen lassen sich nur durch feldversuche
    beweisen.

    selbst wenn funktionieren, ist das wie u.u. noch nicht gleich zu erklären.

    so sind ja auch die erklärungen von jörg erst mal nur ein ansantz, denke ich.

    so denke ich weiterhin, dass auch die zeo-methode noch lange weiterlaufen muss, um hier tatsächlich ein resüme ziehen zu können.

    also: weiter so.

    da kann ich dir nur die daumen drücken.

  • Joe, dankeschön, es gibt ja mittlerweile doch schon einige, die es auch auf die natürliche Art versuchen, aber ich halte Euch schon auf dem laufendem.

    Cu Markus

  • Hi Markus :smiling_face:

    Nun aber mal nicht so bescheiden :smiling_face:
    Denn ohne dich würde es hier in Deutschland wirklich dunkel aussehen in Sachen Schlammfilter. Ich weiss mittlerweile was dazu gehört neues anzupacken. Man wird doch zu gerne von anderen blockiert.

    Schön das es aber so hingehauen hat, ich denke nach und nach wird es immer mehr geben die darüber berichten. Und wir bereuen es auf keinen Fall, im Gegenteil das kleine 112 Liter macht mit dem Schlammfiter eine menge Spaß.

    Ist halt wirklich Pionierarbeit, der Joe hatte das schon ganz gut bezeichnet.

    Zitat

    Original von Markus R.
    Joe, dankeschön, es gibt ja mittlerweile doch schon einige, die es auch auf die natürliche Art versuchen, aber ich halte Euch schon auf dem laufendem.

    Cu Markus

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