Phosphatfilter - Nitratbombe ?

  • Guten Morgen,

    ich habe mal wieder eine Frage.

    Da ich durch den Umstieg von Kalkwasser auf die Balling-Methode bei mir ein Phosphatproblem entstanden ist, habe ich mir von Aqua Medic den Phosphatfilter zugelegt und mit Contraphos bestückt. Ich dachte mir bei einer Zwangsdurchströmung ist das ganze effektiver. Nun habe ich gestern mal wieder verschiedene Wasserwerte ermittelt, wobei folgendes Problem aufgetreten ist.

    Der Nitratwert ist in meinem Becken von 10 mg/l auf 25 mg/l (Salifert) angestigen. Da ich alle Nitartbomben vor langer Zeit entfernt habe, war ich anfangs ratlos. Dann kam mir die Idee das Wasser aus dem Phosphatfilter, ist im Prinzip eine Plesiglasröhre mit 1 Liter Fassungsvermögen, zu testen. Das Ergebnis hat mich doch sehr erstaunt. Ich konnte einen Wert von 50 mg/l ermitteln.

    Nun meine Frage: Liegt es an dem Contraphos oder an dem Phosphatfilter, dass ich mir eine neue Nitratbombe ins Haus geholt habe. Zur weiteren Erklärungh muss ich noch anführen, dass ich den Phosphatfilter einmal in der Woche ein wenig bewegt habe, damit das Contraphos nicht "verbackt".

    Als Sofortmassnahme habe ich das Contraphos entsorgt, weil die Aufnahmekapazität wohl erschöpft war. Den Phosphatfilter habe ich abgeklemmt (lief im Bypass). Wie soll ich also nun am besten vorgehen um das Phospaht aus dem Wasser zu holen ? Absorber in einen Filterstrumpf und dann ins Technikbecken legen ?

    Gruß Michael

  • Morgen auch,

    habe mir genau diesen Reactor auch bestellt, sollte heute ankommen. Werde das ganze gleich mal testen, Nitratwerte vorher also messen und sehen, wie sichs entwickelt. Bin sehr gespannt, hoffentlich ist dem nicht so :frowning_face:

    Wie lange hast du den Reaktor betrieben, bis sich die erhöhten Werte gezeigt haben?

    Gruß
    Sven

    Einmal editiert, zuletzt von Sensay (26. November 2003 um 10:15)

  • Hallo Sensay,

    also ich hab den Phosphatfilter ca. 8 Wochen betrieben. Zu diesem Zeitpunkt habe ich auch meinen letzten Nitrattest durchgeführt. Ich habe allerdings bisher nicht den Originalabsorber von Aqua Medic benutzt, sondern eben das Contraphos. Alles nach dem Motto "Immer das Beste für die Tiere".

    Gruß Michael

  • Hoffentlich antworten hier noch mehr, denn es ist ein sehr interessantes thema. Sollten sich aerobe bakterien auf dem contraphos ansiedeln, ziehst du zwar das phosphat aus dem becken, führst aber nitrat zu. Ob das möglich ist weiss ich nicht, prinzipiell könnten solche bakterien das substrat aber als siedlungsraum nutzen. Da das substrat meist einen monat im system hängt, könnte es problematisch werden.

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Ich würde mal sagen in 8 Wochen war das Contraphos mehr als erschöpft oder so mit organischen ablagerungen besiedelt das es keine Wirkung mehr haben dürfte, soviel zur Phosphatbindung. Im zwangsdurchlauf wird natürlich auch das Contraphos Irgendwann mit Bakterien besiedelt und wenn dann organisches Material in den Phospahtabsorber gelangt wird er natürlich zur Nitratschleuder.

    Ich würde das Contraphos alle 2 Wochen ersetzten.

    Mit meiner Aktivkohle im baugleichen Carbolitreaktor gehe ich genauso vor. Spätestens alles 2 Wochen befülle ich den reaktor mit einem neuen Liter Aktivkohle.

    Was soll inacktives Contraphos von anderen zur beseidlung von Bakterien geeignetes Filtermaterial unterscheiden? Und wenn das Material 8 Wochen im Filterkreislauf bleibt muss man sich nicht wundern wenn Nitrat produziert wirt.

  • Eben... :face_with_rolling_eyes:

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Hallo,

    ich habe hier u.a. gelesen, dass bei einer größeren Menge die Standzeit des Materials länger ist. Aus diesem Grund habe ich bei mir auch zwei Päckchen Contraphos eingesetzt. Ich habe nicht geahnt, dass ich mir hierdurch ein Nitartproblem ins Becken holen könnte.

    Wenn ich nun alle 14 Tage Contraphos wechseln muss wird das natürlich ein kostspielige Angelegnheit.

    Gruß Michael

  • Wohl war, dann wird´s richtig teuer.

    Aber wie gesagt, werde das Ganze auch mal testen und die Wasserwerte dabei im Auge behalten. Mal sehen, ob das MAterial bis zum Zeitpunkt der normalen PO4-Sättigung durchhält, also nicht biologisch aktiv wird.

    Werde dann berichten, ist aber noch was hin, wie sieht es bei den anderen hier mit Erfahrungen aus? Soweit ich weiss wechselt kaum jemand das Contraphos / Antiphos in so kurzen Abständen wie 2 Wochen.

    Gruß
    Sven

  • Natürlich erhöht sich mit 2 Pakungen die Bindungskapazität nur nach einer gewissen Zeit setzt sich das Material zu und ob nun die bindungskapazität erreicht ist oder nicht das Material kann kein Phosphat mehr aufnehmen und wird dann natürlich biologisch aktiv. Darum lieber nur 1 Paket und dann alle 2 Wochen wechseln.

  • Zitat

    Original von Michael Petri
    Wenn ich nun alle 14 Tage Contraphos wechseln muss wird das natürlich ein kostspielige Angelegnheit.

    Zitat

    Original von Marc P.
    Darum lieber nur 1 Paket und dann alle 2 Wochen wechseln.

    Oder ein halbes Paket und alle 2 Wochen wechseln. Musst du selbst ausprobieren wieviel du brauchst. Aber warum sollte es teurer werden, wenn man es öfter wechselt? :confused_face:
    Angebrochene Packung folgendermaßen aufheben: Beutel umfalten, Gummi drum und in nen Eimer mit Deckel auf dessem Grund etwas Wasser ist um die Luftfeuchtigkeit zu gewähren.

    Grüße
    Hanno

  • Apropo Phosphatfilter, als ich nach längerer Zeit mal
    wieder Phosphat gemessen habe war ich schockiert:
    5mg/l !!!

    Habe einen Tag später Rowa-Phos reingetan und einen weiteren Tag später nur noch 1.5 mg/l gemessen.

    Ist dieser Abbau in nur einem Tag normal ?

    Könnte dadurch das Rowa-Phos schon gesättigt sein ?

    (werde Ende der Woche nochmal messen)

    iP: änder bitte dein Avatar, ich halte das nicht mehr aus :grinning_squinting_face:

    Einmal editiert, zuletzt von StefanStraat (26. November 2003 um 21:27)

  • Zitat

    Original von StefanStraat
    Könnte dadurch das Rowa-Phos schon gesättigt sein ?


    Hi Stefan,
    das kannst Du doch leicht ausrechnen.
    @Alle,
    ich benütze den ab (jetzt AquaMedic) PO[H]4[/H]-Filter schon lange. Zur Zeit mit ElimiPhos von TropicMarin. Der Filter wird gut zur Hälfte gefüllt und mit einer Eheim 600l/h (im Bypass hängt der Schuran- Kalkreaktor) betrieben. Dabei wird das Material bis knapp unter den Auslauf hochgeschwemmt und ständig umgewälzt. Erst wenn der PO[H]4[/H]-Gehalt steigt wird das ElimiPhos getauscht. Einen Nitrat-Anstieg kann ich nicht feststellen

    Marc,
    Weshalb soll der Phosphat-Absorber nach einem bestimmten Zeitraum getauscht werden? Der Sättigungszeitpunkt richtet sich doch nach Phosphatbelastung des Wassers und Durchströmung des Absorbers. Weshalb soll ich diesen wechseln, wenn er z.B. erst zu 60% belastet ist. Allerdings kann auch ein Wechsel schon nach wenigen Tagen nötig sein.

  • @ KS

    Der Absorber welcher auch immer wird ja nicht nur inaktiv wenn er gesätigt ist, sonder er wird ja auch immer von Bakterien besiedelt, und wenn die Oberfläche des Absorbers mit Bakterien besiedelt ist ist es vorbei mit Phosphatbindung ob er nun gesätigt ist oder nicht. Darum würde ich den Absorber regelmäßig wechseln. Und wenn der Absorber erst mal mit Bakerien besiedelt ist unterscheidet ihn wie gesagt nichts von anderen Filtermaterialien und es wird sich Nitrat im Filter bilden.

    Ich würde die Absorber egal ob gegen Phosphat oder Silikat auch nicht frei Schwimmen lassen, dann kommt es zu reibnung und Abrieb der Oberfläche zum einen gelangt so an der oberfläche des Absorbers gebundenes Phosphat oder Silikate ins Becken und wer weiß ob der Absorber das nicht irgendwann wieder freigibt. Ich gabe diese frei Schwebende Methode mal bei Silicarbon angewandt und habe mich einige Tage Später gewundert das die Watte in meinem Schnellfilter die ich Täglich wechsele plötzlich noch dunkler war als ohnehin schon immer, bis ich dies auf den Abrieb des Silicarbos zurückführte seitdem wird der holraum im Carbonreaktor egal ob bei Absorber einsatz oder Kohle mit Watte ausgefüllt. Die ja dann auch nach 1 oder 2 Wochen mit Absorber oder Kohle ersetzt wird.

  • Hallo Klaus,

    es ging bei der Frage "wann wechsle ich den Adsorber" ja darum, ob bevor die Bindekap. erreicht ist nicht schon Nitrat produziert wird, da nach einer gewissen Zeit das MAterial biologisch aktiv wird.

    Die Frage ist nur wann?

    Wenn man weniger reinmacht, kann man das Problem wohl umgehen. Aber dann muss man als fauler Mensch auch öfter wechseln. Aber wegen der besseren Umwälzung und damit Ausnutzung des Materials im Reaktor ist mir das den Aufwand wert, denke ich.

    Meiner wird heute angeschlossen, mal sehen wie lange das dann hält bei kleinerer Befüllung.

    Gruß
    Sven

    Einmal editiert, zuletzt von Sensay (27. November 2003 um 08:40)

  • @MArk:

    Ja stimmt, es gab dazu ja auch letztens einen Thread, von wegen nicht durhckneten und so. Ich benutze PhosEx von JBL, da stand meine ich auch was in der Anleitung, dass angeblich abgeriebene Partikel die Korallen schädigen können. In welcher Weise, das stand dort nicht.

    Hmm, also vieleicht doch ohne Verwirbelung :confused_face:

    Gruß
    Sven

    Einmal editiert, zuletzt von Sensay (27. November 2003 um 08:56)

  • Zitat

    Original von Sensay
    es ging bei der Frage "wann wechsle ich den Adsorber" ja darum, ob bevor die Bindekap. erreicht ist nicht schon Nitrat produziert wird, da nach einer gewissen Zeit das MAterial biologisch aktiv wird.


    Genau. Wie gesagt, meine Füllung ist wochenlang im Reaktor, ohne daß Nitratbildung oder nachlaßende Wirkung bemerkbar wäre. Einfach ausprobieren und in der Praxis gesammelten Werte weitergeben.

  • Hallo zusammen,

    die hier geschilderten Erfahrungen sind wie so oft sehr unterschiedlich. Aus diesem Grund werde ich mal folgendermaßen vorgehen:

    Ich werde meinen Phosphatfilter mit einer Packung Contraphos bestücken und regelmäßig den Nitratwert ab der 2 Woche überwachen. Mal sehen wann das Material biologisch aktiv wird. Sobald ich neue Erkenntnisse habe, werde ich das Thema wieder aufgreifen und berichten.

    Gruß Michael

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