Kalkwasser

  • Hallo,

    da ich seit langer Zeit Kalkwasser benutze denke z.Zt. über die Anschaffung eines "Kalkwasserreaktors" nach, also das verdunstete Wasser mittels Pegelschalter und Kalkwasser nachzufüllen. In diesem Zusammenhang bin ich einfach mal wieder den einen oder andere Bericht durchgegangen und komme wieder etwas ins grübeln, schließlich will eine Anschaffung gut überlegt sein.
    Diese Methode wird ja nun schon recht lange eingesetzt, wobei die so zugeführte Kalkmenge bei dem heutigen Korallenbeständen wohl kaum ausreicht, zumindest bei mir nicht, und meist noch eine zweite Variante genutzt wird. Bei mir sind aber die eigentlichen Gründe die Erhöhung bzw. Stabilisierung des ph-Wertes und die Phosphatausfällung durch die Zugabe von Kalkwasser.
    Was die Phosphatausfällung betrifft wird ja immerwieder gewarnt das es über kurz oder lang wieder zu einer Rücklösung des Phosphates kommen kann und man sich somit eine Zeitbombe ins Becken holt. Hat jemand schon solches beobachten können oder handelt es sich dabei doch mehr um ein theoretisches Zenario, nach dem Motto "Was wäre wenn?"
    Die zweite Frage die mich bewegt ist wie stark werden die pH-Wertschwankungen unterdrückt bzw. ausgeglichen, da ja einige Fischarten sehr anfällig darauf reagieren? Also wer von Euch kontrolliert seinen ph-Wert dauerhaft mit Hilfe eines AquaComputers und kann dazu mal seine gespeicherten Daten befragen?

    Danke und Gruß

    Henry

  • Henry,

    da ich 200 Kg "gebrauchte" Steine aus einem "Kalkwasser-Becken" übernommen habe, kämpfe ich seit einigen Monaten mit erheblichen PO4 Problemen. Diese haben leider auch dazu geführt das ich einige meiner schönsten Steinkorallenstöcke verloren habe. Natürlich zeigte der Po4 Test nichts an. Details auf meiner HP.

    Ich würde dir raten das Geld statt dessen in eine 4Kanal Dosierpumpe zu investieren, drei Kanister zu kaufen und in den bekannten Online shops mal die Balling Chemiekalien zu bestellen. Als "Sparfuchs" geht das ganze auch manuell ohne Dosieranlage.

    Schnell. Einfach. Keine Unterhaltungskosten. Im der minimal Version keine Technik. Vielfach bewährt.

    Frag mal wer hier wie Ca zuführt, der größte Teil nutzt ausschließlich oder zumindest zusätzlich Balling

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Henry!

    Ich dachte auch bis vor kurzem darüber nach, bei dem steigenden Kalziumverbrauch in meinem immer stärker mit Steinkorallen besetzten Becken einen Kalkwassermischer oder einen Kalkreaktor einzusezen.

    Die Informationen aus vielen Threads in diesem Forum ließen mich jedoch zunehmend daran Zweifeln, ob einen von beiden oder gar beide in Kombination einzusetzen nicht vielleicht erheblich aufwendiger und teurer ist, als die Balling-Methode zu praktizieren.

    Ich habe mich daher entschlossen, die Balling-Methode einzusetzen und auf Kalkwassermischer und Kalkreaktor zu verzichten. Probleme wie Phosphatausfällungen, wie sie Peter beschrieb, oder Karbonathärte- und pH-Schwankungen bzw. übermäßiger CO[T]2[/T]-Eintrag und deren Folgen sind damit kein Thema.

    Natürlich wirst Du auch Stimmen von Aquarianern hören, die mit diesen Methoden traumhafte Becken betreiben und wunderbar damit zurechtkommen.

    Sammle also möglichst viele Infos (laß Dir dazu auch ruhig etwas Zeit) und zieh schließlich Deine eigenen Schlüsse. Du mußt Dich nacher mit der Methode Deiner Wahl auch zufrieden fühlen.

    Gruß,

    Michael

  • Nachtrag zum Thema "Aquacomputer":

    Ich habe mir das System "RiffControl" von ATS Systems gekauft (inkl. Dosierpumpen). Über pH-Messungen kann ich leider nichts sagen, da Herr Schon von der Firma ATS Systems auch drei Monate nach dem Kauf noch nicht in der Lage war, mir die bereits gezahlte pH-Sonde zu liefern.

  • Hallo,

    der Witz ist ich benutze ja die Ballingmethode und bin demit sehr zufrieden. Das Kalkwasser ist halt nur wegen des ph-Wertes (welcher ohne bei ca. 7,6-7,9 liegt) und der Phosphatfällung wobei ich mir gerade bei der Phosphatfällung halt doch langsam unsicher werde.

    Peter,

    bist Du Dir sicher das es ein Phosphatproblem war, schließlich konntest Du ja keines messen und wie soll sich das Po4 bei einem Ph-Wert von ca. 8 wieder lösen, ich dachte eigentlich das dazu ein Wert unter 7 notwendig wäre welcher wohl nur im Bodengrund aber nicht auf den Steinen erreicht werden kann.

    Gruß Henry

  • Hallo Henry!

    Hast Du eine Erklärung, warum der pH-Wert so niedrig ist? Ich würde mal eine geringe KH vermuten (pH-Abfall dann z.B. durch die Bildung von Säuren bei Abbauprozessen und unzureichender Pufferung).

    Gruß,

    Michael

  • Zitat

    Original von Henry
    Hallo,

    der Witz ist ich benutze ja die Ballingmethode und bin demit sehr zufrieden. Das Kalkwasser ist halt nur wegen des ph-Wertes (welcher ohne bei ca. 7,6-7,9 liegt) und der Phosphatfällung wobei ich mir gerade bei der Phosphatfällung halt doch langsam unsicher werde.


    Gruß Henry


    Hai Henry,
    wo ist das Problem mit dem pH-Wert?
    wenn du Balling konsequent einsetzt, die kH so stabil wie möglich hältst, wird dir der pH-Wert nicht mehr unter 7,9 nachts absinken.
    Habe auch schon vieles probiert, (Kalkwasser) dies ist aber nur ein kurzfristiger Effekt.
    Ich weiß, von was ich rede, denn ich hatte meinen pH schon morgens bei unter 7,5. (falls man den Sonden trauen kann).
    Markus R. betreibt sein Becken mit Kalkwasser und Balling in Perfektion. Bei mir funktioniert es nicht. :angry_face:
    So oder so, am Ende muß jeder für sich selbst entscheiden.
    Hätte ich beinahe vergessen: mein pH-Wert liegt jetzt morgens bei 7,9 und tags bei 8,3.
    Servus Stefan

    Servus
    Stefan

  • Hallo,

    für den niedrigen ph-Wert habe ich folgende Erklärung, reichlich Fische welche ordentlich gefüttert werden, daraus resultierende Ablagerungen(welche trotz ca. 18facher Umwälzung) nicht komplett entfernt werden und einem Bodengrund aus Korallenkies mit 1-3 mm Körnung ca. 2-5 cm hoch, alles in allem werden hier wohl organische Säuren der Grund sein.

    Die KH liegt bei ca. 7 max. 8 und Ca bei 400, Grund Zeovit und No3 = NN (laut Empfehlung sollten KH und Ca in dem Bereich sein). Zeitweise habe ich die KH auch höher gebracht, ohne Wirkung auf den pH-Wert, bis jetzt hat da halt nur Kalkwasser geholfen.

    Gruß Henry

  • Hallo Henry

    Nachdem ich von der Ballingmethode auf nur Kalkreaktor umgestellt habe fiel mir der niedrige PH wert meines Aquariums auf. Ich versuchte den Ca Wert mit dem Kalkreaktor zu halten aber das funktionierte nicht.

    So hatte ich immer niedrigen PH Wert, niedrigen CA Wert und hohe Karbonathärte.

    Dann habe ich auf Ca Hydroxid Zugabe umgestellt und lasse den Kalkreaktor nur noch sehr langsam laufen.

    Bei mir wird das CA Hydroxid so dosiert: Gesteuert wird das Ganze über einen Pegelregler von Zajac, dieser offnet ein Magnetventiel und das Aufbereitete Wasser(Osmose und Reinstwasserfilter) kann fließen.

    Es wird von unten her durch ein 60mm Röhre geführt in der unten ein ca 5-10 cm hoher Calziumhydroxidschlamm steht. Durch die Fließgeschwindigkeit des Osmosewassers schwemmt der Kalkschlamm auf und steigt nach oben.
    Die Höhe des Rohrs muss so gewählt sein dass immer nur klares Wasser rauskommt.(Bei mir ca 50 cm hoch).
    Interessant ist dass immer fast alles Ca rückstandslos aufgebraucht wird und kaum Reste übrigbleiben.
    Nur selten nehme ich das Rohr mal aus der Wandhalterung und Schüttel es.
    Das neue Cahydroxid wird durch einfaches oben aufschrauben nachgefüllt.
    Das Rohr war vorher eine Ionenaustauscherröhre.

    Diese Zugabe ist nun seit 2 Jahren in Betrieb, hat so mansche Tücke (Es darf kein Wasser zurück in den Ionenaustauscher fließen sonst ist der hin )die beachtet sein will, aber es funktioniert super

  • Halllo Henry,

    zu Deinen chemischen Fragen:

    Die Rücklösung von Phosphaten ist kein theoretisches Problem sondern kann gut beobachtet werden bei Einsatz eines Phosphatadsorbers. Zunächst ist der erschöpft und immer noch Phosphat im Wasser obwohl er von der Kapazität her hätte reichen sollen oder man kann bei einem moderaten Einsatz von Phosphatadsorbern kaum Wirkung beobachten.
    Nachdem der Phosphatadsorber erschöpft ist, steigt der Phosphatgehalt rasch auf den ursprünglichen Wert. In Verkennung der tatsächlichen Zusammenhänge heißt es dann, der Phosphatadsorber setze das Phosphat wieder frei, tut er aber nicht! Die Deko ist es!

    Oder Du machst 50% Ww und rechnest damit, dass sich Dein Phosphatwert halbiert. Wenn Du Glück hast kannst Du den Rückgang gerade so messen, weil er vielleicht bei 10% liegt.

    Phosphate sind auch bei hohen pH-Werten über 8 löslich aber die Löslichkeit nimmt mit sinkendem pH-Wert zu. PH-Abhängig treten Phosphat, Hydrogenphosphat und Dihydrogenphosphat (mit abnehmenden pH-Wert und entsprechender Löslichkeit in Gegenwart von Calcium) in unterschiedlichen Proportionen auf, wie beim Carbonat-Hydrogencarbonat-Puffersystem. Auch da liegen ja verschiedene Spezies mit unterschiedlicher Löslichkeit der Calciumsalze vor, je nach pH-Wert.

    Eine andere unangenehme Erscheinung ist das Auftreten von hartnäckigen Cyanobakterien auf den phosphathaltigen Ablagerungen. Es hat seinen Grund weshalb die vor allem in älteren Becken auftreten (--> Wilkens, Fossa & Nielsen)

    Beim Wechsel von Kalkwasser auf z. B. Reaktor können dann noch Fadenalgen dazukommen.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (24. November 2003 um 08:29)

  • Hallo Hans Werner,

    also habe ich ein großes Problem, setze ich das Kalkwasser ab steigt mein Phosphat, benutze ich weiter Kalkwasser lager ich immermehr Phosphat ein und bekomme über kurz oder lang Algenprobleme.

    Wie wäre denn jetzt die richtige Vorgehensweise, Kalkwasser absetzen und immer reichlich Po4 Absorber einsetzen in der Hoffnung das sich irgendwann alles Po4 aus der Deko gelöst hat ?(. Das wird teuer.

    Gruß Henry

  • Lass doch zu deinem Kalkwasser einen PO4 Absorber mitlaufen ein teil wird auch soweit ich weiß mit Abgeschäumt.

    Gruß Stefan

  • Hallo Henry,

    Zitat

    Original von Henry
    Kalkwasser absetzen und immer reichlich Po4 Absorber einsetzen in der Hoffnung das sich irgendwann alles Po4 aus der Deko gelöst hat ?(. Das wird teuer.

    ich würde es auf jeden Fall so machen - an deiner Stelle - denn teuer als das Becken neu einzurichten ist es auf keinen Fall.

    MfG, Frank


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    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • Hallo Chemiker!

    Zwei Fragen?

    Wird bei Einsatz von Calciumchlorid auch Phosphat ausgefällt?


    Kann ein niedriger Calciumgehalt im Aquarium durch die Verbindung des Calciums mit Phosphat hervorgerufen werden?

    Gruß

    Aquarius

  • Hallo Jürgen

    Ich bin kein Chemiker, eher der Praktiker und Beobachter..

    Zu Frage 1:
    Ja, aber nur bedingt und bei weitem nicht so wild wie immer behauptet wird. Ich halte es bei gleichzeitigem Einsatz eine Adsorbers und einem ab und zu absaugen des Bodengrundes für vernachlässigbar.

    War da nicht vor kurzem was in der Zeitung der MEERWASSERAQUARIANER? Genau über das Thema...? Mir war da so..

  • Hallo Henry,

    was Du vorschlägst ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit.

    Alternative ist, es abzuwarten, wie schlimm es wird mit den Algen und dann mit Algenfressern (Seeigel usw.), mechanisch und durch Absaugen einzugreifen.

    Hallo Aquarius,

    Calciumchlorid führt eher zu einer pH-Absenkung und somit zu keiner nennenswerten Phosphat-Ablagerung, wenn man extreme Maßnahmen einmal außer Acht läßt. Calciumchlorid alleine senkt aber die KH.

    Zur zweiten Frage ein klares "Nein".
    Phosphat ist ein "Kristallisationsgift" der Kalkbildung und verhindert damit Kalkausfällungen. In hoch mit Phosphaten belasteten Aquarien findet man mitunter hohe Ca- und Magnesiumwerte und hohe KH, die schwer abzusenken sind. Kommt aber eher in stark mit Fischen besetzten Becken vor, kaum in Steinkorallenbecken.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,

    schönes Thema und ich glaube, ich habe genau das beschriebene Problem bekommen.

    Ich bin von Kalkwasser auf die Balling-Methode umgestiegen, weil mit Kalkwasser der Bedarf nicht zu decken war. Seit dem Umstieg habe ich Fadenalgen-Probleme im Becken. Also hab ich 1000 ml Contraphos per Zwangsdurchströmung eingesetzt. Dennoch messe ich einen Phosphatgehalt von 0,1 mg/l (Tropic-Marin, Salifert und auch Red Sea).

    Ich gehe also davon aus, dass das durch Kalkwasser ausgefällte Phosphat nun nach und nach zum Vorschein kommt. Schöne Sch*.

    Nach einigen Tage bildet sich auf dem Bodengrund auch ein leichter brauner Belag. Ich dachte eigentlich das das Kieselalgen sind und habe einen Reinstwasserfilter gekauft. Dieser ist seit ca. 5 Wochen im Einsatz, aber leider zeigte sich zunächst nur eine kleine Besserung. Meine Lederkoralle zieckt seit dieser Zeit auch rum. 2 - 3 mal am Tag werden die Polypen eingezogen und nach ca. 1 Stunde wieder ausgefahren.

    Gruß Michael

  • Zitat

    Original von Henry
    immer reichlich Po4 Absorber einsetzen in der Hoffnung das sich irgendwann alles Po4 aus der Deko gelöst hat ?(. Das wird teuer.

    Genau das mache ich gerade. Schon 7 Kg Adsorber verbraucht .. aber ich sehe wenigesten Wirkung!

    Grüße und schönen Tag
    Peter

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