Durchmesser Ablaufrohr und Reduzierung nur um in einen Vliesfilter abzuleiten

  • Hi zusammen,

    je nach gewünschter Durchflussrate, dem Wunsch möglichst geringe Reibungswerte oder was auch immer zu erreichen, ist das ja alles legitim entsprechend große Ablaufrohre zu verwenden so lange das Ablaufrohr direkt ohne weiteres in den Technikbereich geleitet wird.

    Jetzt haben aber mittlerweile viele einen Vliesfilter im Einsatz und die meisten der gängigen Modelle haben hier, wenn ich das richtig sehe, einen maximalen Anschluss von 32 mm.

    Bei einer Konstellation wo man also ein Ablaufrohr geplant hat mit einem größeren Durchmesser als 32mm und man dann am Ende eh wieder auf 32mm runter reduzieren muss um in den Vliesfilter zu kommen, macht es doch am Ende keinen Sinn die Ablaufrohre mit einem größeren Durchmesser zu planen, oder habe ich hier einen Denkfehler??

    Wäre dankbar wenn mich jemand hierzu etwas erleuchten könnte :-).

    Gruß, Panos

  • SoNap August 16, 2025 at 11:13 PM

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  • Du solltest zuerst mal überprüfen, ob der Vliesfilter überhaupt den Durchfluss aufnehmen kann, wenn da ein 40er Rohr volle Socke Wasser einleitet. Ich hatte z.B. ernüchtert feststellen müssen, dass der Clarisea SK5000 nicht wie angegeben 5000l pro Stunde schafft sondern kaum 2000l, und selbst dann enstanden Kavitationsblasen im Filter. Bei so einer Gurke kannst Du beruhigt runterdrosseln, musst aber mit dem geringen Durchfluss leben.

    Zweiter Punkt ist, der Durchfluss wird auch von der Fallhöhe bestimmt. Wenn der Unterschrank niedrig ist wird auch der entsprechende Druck niedrig sein. Durch das Aufstauen im Filter reduziert sich diese Höhe noch einmal, der Filter selbst bremst also den Durchsatz.

    Letztens: wenn Du 40er Rohr Anschluss haben möchtest, was hindert Dich, das entsprechend umzubauen? Vorausgesetzt die oberen Punkte machen das nicht schon hinfällig.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Hi Sandy,

    ja das hört sich ja nicht so prickelnd mit dem Clarisea an.

    In meinem Fall geht es um den Reefmat 1200 der scheinbar maximal 9000 Liter die Stunde packen soll.
    Wie das allerdings bei dem 32er Anschluss funktionieren soll erschließt sich mir nicht ganz (wobei ich beim Reefmat ja auch mit zwei Rohre in den Vliesfilter gehen kann, das erklärt es dann eventuell).
    Aber wenn der rund 3600 schaffen würde, dann wäre das für meinem Fall ausreichend da ich mit einem dreifachen Durchfluss meines Beckeninhaltes geplant hatte.

    Kann das aber wie gesagt nicht ganz glauben, außerdem habe ich 50er Abläufe (zwei Stück, auf Grund von Bean Animal Ansatz).
    Wenn ich die zwei 50er jetzt also auf 32 reduziere um dann in den Vliesfilter zu gehen, dann frage ich mich ob zwei 50er Ablaufrohre die kurz vor dem Vliesfilter auf 32 reduziert werden, bei einer ungefähren Rohrlänge von jeweils ca. 2,3m, wirklich zusammen diese ca. 3600 Liter packen?

    Desweiteren, hätte ich mir dann ja die 50er Abläufe generell sparen können, wenn ich am Ende dann eh wieder auf 32 reduziere.

    Gruß, Panos

  • Spasseshalber habe ich mal ein RE Speedy 80W bei 32er Leitung auf voller Leistung betrieben, da kam schon ziemlich heftig Durchsatz zusammen. Ich schätze mal 5000l/h waren das netto. Bei optimierter Leitung geht das. Der Clarisea hat den Durchsatz brutal gedrosselt, andere Vliesfilter werden da ähnlich sein. Nimm diese Durchsatzangaben einfach als Werbeversprechen und ähnlich realitätsnah wie Waschpulverangaben oder Spritverbrauch von Autoherstellern. Da steht dann meistens "bis zu..." wenn etwa das Becken 2m hoch ist und das Wasser dann mit gewaltig Druck durch die Leitung donnert. In der Praxis ist das ganze deutlich weniger.

    Der RE Vliesfilter etwa schafft deutlich mehr Durchsatz kostet aber auch deutlich mehr. Entweder Du baust den Vliesfilter um, suchst Dir einen besser geeigneten Filter oder gibst Dich mit einem eingeschränkten Durchsatz zufrieden. Einen Tod musst Du sterben.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Danke für deine Bemühung das mal zu testen Sandy :thumbs_up:.
    Schon blöd das es hier scheinbar keine bessere Lösung gibt.

    Was würdest denn Du in so einem Fall machen wenn du 50er Leitungen auf 32 reduzieren musst um in den Vliesfilter zu kommen, bezogen auf das Membvranventil das ich kurz davor einbauen will um entsprechend den Filterschacht anzusatuen?

    Würdest du eher auf ein 50er Mebranventil setzen bevor man die Leitung reduziert, auch wenn das deutlich größer und teurer als das 32 Gegenstück sein wird (werde was gescheites in Form eines GF Membranventils verbauen) oder dann doch eher das 50er Rohr auf 32 reduzierne und dann stattdessen ein 32er Membranventil verwenden?

    Gruß, Panos

  • Hmm muss mir das mal anschauen wenn ich wieder im Land bin.
    Wenn so ein Umbau irgendwie funktioniert dann müsste\sollte ich schon auf einen 50er Anschluss gehen dann stellt sich auch nicht die Frage welche Größe das Mebranventil haben sollte. Allerdings muss ich dann schauen wo ich diesen Trümmer dann tatsächlich unterbringe.

    Mal angenommen ich reduzier das jetzt erstmal von 50 auf 32 damit ich ohne großartigen Umbau usw. direk an den Vlieser kann, bietet es sich dann an das Membranventil auch eher als 32er nach der Reduzierung einzubauen oder spricht es eher dafür ein 50er Membranventil zu nehmen?

  • Bei 80 cm Fallhöhe kommt durch ein 32er Rohr sicher 2,8 m3/h durch. Bei 9 m3/h muss die Fallhöhe schon gewaltig sein.

    Membranventile immer in der Größe nehmen, in der die Hauptverrohrung gebaut ist.

    LG Burkhard

  • Wie kommst du auf, bzw. warum erwähnst du 9 m3/h?
    Bezüglich Membranventil sollte ich also doch idealerweise die Größe für die Hauptverrohrung nehmen.
    Das hatte ich schon befürchtet, muss mal schauen wo ich das klobige Teil tatsächlich unterbekomme.

    Ich hab das THema mit der Durchflussmenge mal generell mit ChatGPT bis ins kleinste Detail durchgekaut und das sollte an sich alles passen, sprich die angestrebte Durchflussmenge sollte kein Thema sein, selbst wenn ich hintenraus von 50 auf 32 reduziere.
    Der limitierende Faktor ist, wie Sandy bereits schrieb, allein der Vliesfilter.
    Wenn Red Sea angibt das der ReefMat maximal 9000 Liter pro Stunde schafft dann hoffe ich mal das zumindest mal die Hälfte in der Praxis bzw. unter reelen Umständen zu Stande kommen und dann sollte das passen.

  • Der limitierende Faktor ist, wie Sandy bereits schrieb, allein der Vliesfilter.

    Nein, das ist nicht ganz korrekt. Es gibt mehrere Faktoren, die den Durchsatz begrenzen oder ungünstig beeinflussen können.

    Fallhöhe: Das ist der hydrostatische Druck, der auf die Leitung wirkt, nominell der Höhenunterschied zwischen Wasserspiegel Schaubecken zu Wasserspiegel Technikbecken bzw. Vliesfilter. Je geringer die Fallhöhe desto stärker macht sich der Vliesfilter als limitierender Faktor störend bemerkbar. Bei einem Becken mit 78cm Unterschranköhe war das teils brutal, wie der Vliesfilter das ausgebremst hat. Wenn das ganze aus dem Stockwerk über dem Becken runtergeht macht das kaum noch etwas aus.

    Strömungshindernisse: im Prinzip alles, was eine laminar fließende Strömung behindert. Turbulenzen sind laut und behindern den Durchfluss. Dazu gehören Winkel, besonders 90°-Winkel, zu lange Leitung, schlechte Verklebung (keine glatten Übergänge, aufgeschobene Kleberreste, die in das Rohr ragen, Durchmesserveränderungen aller Art). Baust Du eine saubere Verrohrung, wo drei 90° Winkel in der Leitung sauber dem Verlauf der Wand folgen, hast du eine elegante Rohrverlegung, aber ein Drittel des Durchsatzes verloren allein wegen der Winkel.

    Verhältnis Durchsatz/Rohrdurchmesser: Wenn die Fliessgeschwindigkeit im Rohr mehr als etwa 2m/s ist steigt der Anteil turbulenter Strömung stark an und behindert den Durchsatz und erhöht den Geräuschpegel des Fliessens. Dann muss der Durchmesser der Leitung erhöht werden. Dies gilt insbesondere für die Rückförderleistung. Besser ist es noch, wenn die Fliessgeschwindigkeit nicht über 1,5 m/s geht.

    Die 9000 l/h waren wohl aus der maximalen Kapazität gekommen, welche der Reefmatfilter angeblich hat.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Exakt, Sandy.

    Noch ein paar Anmerkungen.

    Druckleitung von RFP zum Aquarium: genau hier sollten die 1,5 m/s nicht überschritten und keine Winkel, besser Bögen verwendet werden. Der Rohrdurchmesser sollte so sein, dass der gewünschte Durchsatz gewährleistet wird - nicht die maximale Leistung der Pumpe. Und: Der Durchmesser an der Pumpe hat NICHTS zu bedeuten für die Rohrleitung.
    Zu große Rohre sollten ebenfalls vermieden werden: Sedimentation, Blasenbildung bei waagerechten Rohren. Unter 0,6 m/s kann das beginnen.

    Saugleitung der RFP: hier sollten 1 m/s nicht überschritten werden. Am besten keine oder wenig Bögen verwenden und die Rohrleitung so kurz wie möglich halten. Zu schnell kann die Pumpe kavitieren und verursacht Verschleißkosten. Außerdem wird die Bildung von kleinsten Bläschen unterstützt, die dann echt suboptimal im Aquarium aussehen.

    Überlauf zum Filterbecken: wie diese Leitung verlegt wird, ist fast egal, so lange die gewünschte Wassermenge durchkommt. Im Normalfall wird sowieso reduziert mit Kugelhahn (nicht so gut einstellbar), Membranventil (höherer Widerstand) oder Schrägsitzregelventil (niedriger Widerstand). Nur eins darf man nicht: Das Rohr darf auf keinen Fall teilweise wieder nach oben verlegt werden. Dann bilden sich Lufttaschen, die eine Einstellung zur Unmöglichkeit treiben könnnen.
    Man könnte diese Leitung bis zum äußersten treiben, indem der Durchmesser so gewählt wird, dass fast keine einstellbare Reduzierung mehr nötig ist. Funktioniert! Auf Grund der hohen Wassergeschwindigkeiten kann es aber Fließgeräusche geben. Also ebenfalls supoptimal.

    LG Burkhard

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