Salinität, Xenien, Montis und Acros

  • Hallo Gemeinde,

    ich schreibe nochmal wegen meiner Xenien, Montis, bzw. Acros. Ich hatte bis vor zwei Wochen eine Salinität von 33, gemessen mit einem geeichten Refrac (ATC). Obwohl das ja bei Salinität und ATC keine Rolle spielt. Ich habe den Wert innerhalb einer Woche um 0,5 auf 33,5 angehoben und werde Richtung 35 gehen. (ca. 2 Wochen, Tropic Marin Salz, altes Gemisch). Seit der Anhebung wachsen meine Xenien etwas besser und meine Montis zeigen bessere Wachstumsränder und verschiedene Acros längere Polypen. Meine Frage wäre ob da ein Zusammenhang besteht oder ob das reiner Zufall ist. Ich habe sonst nichts im Becken verändert. Meine anderen WW wie folgt:

    Nitat 0,2
    Phosphat Test alle, aber keine Algen
    CA 440
    MG 1400
    PH 8,1
    KH 7
    Temp. zwischen 25,5 und 27 je nach Tageszeit und Aussentemp.

    Gruß,

    TOM

    Einmal editiert, zuletzt von Tom Horn (23. September 2003 um 08:10)

  • Hallo Tom,

    ich kann Dir zwar nicht direkt eine Antwort geben.
    Ein Denkansatz aber doch: hast Du die Erhöhung des Salzgehaltes über vermehrte Wasserwechsel bewerkstelligt? Dann hat das sicher einen positiven Nebeneffekt :grinning_squinting_face:
    Denn über Salz und Wasserwechsel kommen ja Spurenelemente rein.

    Eine Frage hätte ich noch:

    Zitat

    Ich hatte bis vor zwei Wochen eine Salinität von 33, gemessen mit einem geeichten Refrac (ATC). Obwohl das ja bei Salinität und ATC keine Rolle spielt.


    Das versteh ich jetzt nicht ganz :confused_face:
    Vor allem den zweiten Satz.
    Denn damit Du richtige Werte bekommst, mußt Du das Gerät sehr wohl am Anfang mal mit (normalerweise 20 Grad warmem/kaltem) destiliertem Wasser geeicht haben!

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Markus,

    sicher wurde das Gerät vor ca. 3 Monaten geeicht. Aber wenn ich mir die ganzen Vorträge im Forum anschau, spielt die Temperatur bei der Salinität keine Rolle, oder ist das eine falsche Interpretation?

    WW: Ich mach' sowieso 1 x die Woche 10% WW. Zusätzlich dosiere ich noch QFI Elemente , Strontium, Aminivit tägl.

    Gruß,

    TOM

  • Hallo Tom,

    wenn Du mehere Wasserwechsel gemacht hast, möchte ich Markus nur zustimmen.
    Ich denke, das gerade das durch den Wasserwechsel eingebrachte Jod den Xenien auf die Beine geholfen hat.
    Jod ist ein flüchtiges Element, was abgeschäumt wird.
    Irgendwann ist es nur noch in Spuren oder gar nicht mehr vorhanden, wenn es nicht nachdosiert oder über regelmäßige Wasserwechsel zugeführt wird.
    Wir haben ebenfall festgestellt, daß regelmäßige Jodgabe nicht nur den Xenien gut bekommt. Genauso wie bei Dir haben auch die Steinies ein schöneres Wachstum.
    Ohne Jod konnte man bei den Xenien weniger Pumpaktivität und weniger "Flauschigkeit" feststellen.

    Viele
    Grüße
    von
    Claudi

  • Hallo Claudi,

    was ich vergaß, ich dosiere auch 16 Tropfen QFI Jod täglich. Also kann es das nicht gewesen sein oder es fehlt einfach mehr Jod. Was denkst du über die Salinität? Ist das auch eine Möglichkeit?


    Gruß,

    TOM

  • Hallo Tom,

    einmal richtig geeicht stimmt das, dass die Temperatur keine Rolle spielt und man einfach die Salinität ablesen kann. War etwas missverständlich geschrieben im ersten posting.

    Und zum Thema Jod - da gibt es widersprüchliche Meinungen - hat ja Harald grade was laufen dazu.
    Vielleicht machen wir ja doch ein eine Umfrage - denke ich starte das mal...

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Tom,
    ich denke, das nicht die Salinität das Problem ist und dann wohl auch nicht das Jod.
    Es war eine Zeit lang oft im Gespräch, daß Xenien aus dem Roten Meer eine höhere Salinität bevorzugen.
    Das eigendliche Problem ist wahrscheinlich eher, was Du vor ein paar Wochen gepostet hast:

    Auf die Gefahr hin, daß ich zerrissen werde, ich denke, daß das wenige Nitrat und Phosphat der Grund für die schlechter aussehenden Korallen ist.
    Wenn Du Bernd nach der Jodzusammensetzung fragst, frage ihn mal nach seinen Nitrat und Phosphat-Werten.

    Auch wenn ich mich wiederhole...
    ...bin ein Nitrat-Junkie und stehe dazu.

    Gruß
    von
    Claudi

  • Hallo Claudi,

    das ist auch insgeheim mein Tipp. Ich glaube das bei 10 mg Nitrat und etwas Phosphat alles besser wächst, habe alllerdings auch schon das Gegenteil gesehen, aber das halte ich mittlerweile für eine schmale Gradwanderung. Herr Killgenstein fährt sein Becken auch mit beiden erhöhten Werten und hat lt. Jürgen Schmidt/Mendig ein supertolles Aqua.

    Gruß,

    TOM

    P.S.: Ich habe durch starkes Füttern versucht die Werte etwas zu erhöhen. Bisher kein Erfolg.

  • Hallo nochmal,

    ich habe heute nochmal die WW gemessen, inkl. Phosphat. hier die Werte:

    Nitrat 0,2
    Phosphat zwischen 0,3 und 0,5
    CA 440
    MG 1400
    PH 8,1
    KH 7
    Temp. zwischen 25,5 und 27,5 je nach Tageszeit und Aussentemp.

    Sollte ich den Phosphat Wert so lassen oder was dagegen tun? Die Xenien sehen jetzt etwas besser aus aber noch immer nicht gut.

    Gruß,

    TOM

    P.S.: Vielleicht kann Bernd Mohr etwas zu den WW von sich und dem Jod schreiben für Claudi.

    Einmal editiert, zuletzt von Tom Horn (25. September 2003 um 21:58)

  • Hallo Tom!

    Bei diesen Phosphatwerten schauen Xeniden nicht mehr gut aus, und auch SPS mögen diese Werte nicht.Senke deinen PO4 Gehalt unter 0.1 mg und du wirst sehen, die Tiere blühen auf. Durch das vermehrte Füttern steigerst du nur den PO4 Gehalt, Nitrat wird viel schneller abgebaut.

    Gruß

    Aquarius

  • Hallo Jürgen (Aquarius),

    Zitat

    Bei diesen Phosphatwerten schauen Xeniden nicht mehr gut aus, und auch SPS mögen diese Werte nicht.

    das kann ich so nicht ganz unterschreiben. Meine Phosphat- und Nitratwerte sind auch etwas höher ( :D) und ich hab keine Probleme beim Wachstum der Xenien (gebe laufend ab und hab mir ja gerade erst ein Ablegerbecken eingerichtet) oder der SPS.
    Spielen sicher noch ein paar andere Faktoren eine Rolle.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Markus und Aquarius,

    wie ich heute von Bernd Mohr gelernt habe, sollte der Nitratgehalt das zwanzigache des Phosphatgehaltes sein. Also 0,5 Phosphat = 10 mg Nitrat. Bei mir herrscht also ein Misverhältnis, da mein Nitrat zwischen 0 und 2 mg ist., d.h. ich senke den Phosphatgehalt auf ca. 0,1 mittels Contraphos und hebe Nitrat mittels Calciumnitrat entsprechend an.

    Danke nochmal an Bernd für die Tipps.


    Gruß,

    TOM

  • Hallo Markus!

    Was ist ein bischen höher. Ich glaube nicht, daß dein PO4 Gehalt bei 0,5 mg liegt, sonst hättest du sicherlich Probleme. Wie hoch ist der PO4 Gehalt bei dir?

    Hallo Tom!

    Der Weg ist so richtig, senke den PO4 Gehalt, der NO3 Gehalt ist mit 10mg nicht schlecht. Das Verhältnis der beiden zueinander ist auch wichtig da hat Berd Mohr auch recht.

    Gruß

    Aquarius

  • Zitat

    Original von Aquarius
    Der Weg ist so richtig, senke den PO4 Gehalt, der NO3 Gehalt ist mit 10mg nicht schlecht. Das Verhältnis der beiden zueinander ist auch wichtig da hat Berd Mohr auch recht.


    Hallo Aquarius,
    ist das nicht nur eine Vermutung von Stüber?

  • Hallo
    Da mein Name hier mehrmals genannt wurde , möchte ich dazu auch eine Aussage machen.Ja , KS du hast recht , es stammt von Stüber u. nennt sich Grenzwert . Danach soll der Nitratwert mindest 20 x so hoch sein wie der Phosphatwert , um das von Aquarius genannte Verhältnis zu bekommen. Mein Becken wird seit langer Zeit nach dieser Methode gefahren u. die es kennen werden bestätigen , daß es nicht so falsch sein kann .Übrigens die beiden Werte liegen in meinem Aquarium konstant bei : Nitrat 10 - 20 mg , Phosphat 0,1 mg.Beide Werte sind so gewollt u. verhelfen meinen Korallen zu super Farben u. einem sehr guten Wachstum.Wer es nicht glaubt , kann es sich gerne ansehen.

    Gruß Bernd

  • Hallo Bernd,

    kann ich nur bestätigen. Super Aqua, supefarbige Korallen!!!

    Vielleicht kannst du was zum Jod schreiben für Claudi. Danke,


    Gruß,

    TOM

  • Hallo Bernd!

    Ich kenne dein super Becken und bewundere es sehr. Ich sehe das Problem auch nicht im Nitrat von Tom sondern in o.5mg PO4. Ich glaube auch, man darf dein Becken mit vielen Verbrauchern nicht mit einem schwach besetzten Becken vergleichen. Übrigens: ich werde dich im November wegen eines Besuches kontaktieren, wenn ich darf?

    Gruß

    Aquarius

  • Zitat

    Original von KS
    ist das nicht nur eine Vermutung von Stüber?


    Aquarius, @Bernd,
    hier sollte die Betonung auf "Vermutung" liegen :grinning_squinting_face: Ich werde mir die Artikel mal hersuchen.

  • Zitat

    Original von Bernd Mohr
    Danach soll der Nitratwert mindest 20 x so hoch sein wie der Phosphatwert , um das von Aquarius genannte Verhältnis zu bekommen. Mein Becken wird seit langer Zeit nach dieser Methode gefahren u. die es kennen werden bestätigen , daß es nicht so falsch sein kann .Übrigens die beiden Werte liegen in meinem Aquarium konstant bei : Nitrat 10 - 20 mg , Phosphat 0,1 mg.


    moin bernd,

    in der tat, deine tiere stehen super.

    allerdings sind 10 - 20 mg nitrat das 100 - 200 fache von o,1 mg po4.

    ???

  • Hallo Aquarius , hallo Joe
    Jürgen auf Deinen Besuch freue ich mich schon jetzt , denn es war immer gute Unterhaltung , wenn du bei uns warst.
    Joe ,
    Die Betonung bei dem Nitratwert liegt bei mindestens 20 x so hoch.

    Gruß Bernd

  • Ich kann die Tendenz bestätigen - mein Nitratwert ist von anfangs 15mg auf mittlerweile 5 mg gesunken, bei gleichbleibendem Phosphatwert von 0,1 mg.

    Ich habe den Eindruck, dass das Wachstum langsamer geworden ist bzw. stagniert.
    Ich werde wohl den Fischbesatz noch etwas erhöhen....

  • Hallo Claudi
    Auf Wunsch von Tom Horn , möchte auch zur Jod-Frage Stellung nehmen.Die in Deiner Mail vom 23.09 . 08:49 Uhr abgegebene Aussage kann ich aus gemachten Erfahrungen voll u. ganz bestätigen.Aus den bei Dir angeführten Gründen gebe ich alle Spurenelemente 2 X täglich ins Aquarium.

    Gruß Bernd

  • Zitat

    Original von Bernd Mohr
    Joe ,
    Die Betonung bei dem Nitratwert liegt bei mindestens 20 x so hoch.
    Gruß Bernd

    hallo bernd,


    ja, logo!

    allerdings hat das mit verhältniss kaum noch was zu tun.

    demnach gibts kaum ein becken, in dem das 'verhältniss' nicht stimmt!

    und man muss sich schon doll anstrengen, es nicht verhältnissmässig hinzubekommen.

  • Hallo Joe
    Dann hat sich wohl Tom Horn sehr angestrengt . Ich kann an Deine These nicht so recht glauben.

    Gruß Bernd

  • Zitat

    Original von Bernd Mohr
    Hallo Joe
    Dann hat sich wohl Tom Horn sehr angestrengt . Ich kann an Deine These nicht so recht glauben.

    Gruß Bernd

    hallo bernd,

    nun, ein verhältnis steckt m.e. einen raum ab, der nur geringe spielräume zuläst.

    wenn ein verhältniss (mindest) 20 : 1 ist, steckt ein verhältnis von
    100 : 1 oder 200 : 1 usw. doch einen imens großen spielraum ab und dürfte wohl auf den großteil der aquarien zutreffen und somit kaum der diskussion wert sein.

    d.h., es braucht sich der kleinste teil der beckenbetreiber gedanken darüber machen, dass das verhältniss nicht stimmt.

    anders ist der fall gelagert, wenn es jemand schafft, unter dieses mindest-verhältnis zu kommen.

    halt bei 0,1 mg po4 nur 2 mg nitrat und weniger nachzuweisen.

    oder bei 0,01 mg po4 nur 0,2 mg nitrat usw. was für den otto-normal-aquariener ja gar nicht mehr messbar ist.

    by the way - wenn es das mindestverhältniss gibt, wie sieht das maxiverhältniss aus?

    gibt es darüber erkenntnisse?

  • Hallo Joe,

    Maxiverhältnis?

    Keine Ahnung.

    Habe schon ein Becken gesehen mit 70 mg/l NO3 und 0,1 mg/l PO4,
    dennoch wunderschön wachsenden farbigen Steinkorallen.

    Konnte es selbst kaum glauben.

  • Hallo Bernd,

    vielen Dank für Deine Antwort zur Jodzugabe.

    Es ist schön zu wissen, daß Du auch gute Erfahrungen damit gemacht hast.

    So langsam sind wir richtig neugierig und würden euch gerne mal
    besuchen.

    Wir melden uns ob/wann wir mal vorbeischauen dürfen.

    Viele Grüße von

    Claudi

  • Hallo,

    Stüber hat dazu mal was geschrieben, und das fand
    ich ehrlich gesagt nicht so toll bzw. war gut gedacht aber irgendwie
    unsinnig.

    Redfield gibt für marines Phytoplankton eine Zusammensetzung in den
    Nährelementen C : N : P = 106:16:1 an. Also nicht 20:1, sondern 16:1.
    Für marine Makroalgen gilt es nicht, da habe ich die Zahlen aber
    nicht im Kopf, weil sie ziemlich krumm sind!

    Wir reden dabei aber von der absoluten Konzentration der
    Nährelemente, und nicht nur von Nitrat und Phosphat. Wir können das
    Redfield Verhältnis bei uns nicht anwenden, weil wir
    Gesamtstickstoff und Gesamtphosphor nicht messen können.

    Dass sich das Redfield Verhältnis auf Phytoplankton bezieht ist zwar
    OK, weil unsere Zooxanthellen letztlich auch mal Phytoplankton war,
    bevor sie in die Koralle gekommen sind.
    Aber ich hatte damals schon gesagt, dass wir das Redfield-Verhältnis nicht
    auf die intakte Koralle-Zooxanthellen Symbiose anwenden können, weil der
    Korallenmetabolismus massgeblich die Nährstoffverfügbarkeit der Algen
    beeinflußt. Die Zooxanthellen sind nicht zwangsläufig auf die Aufnahme
    von Nährstoffen aus der Umgebung angewiesen, und von daher können wir
    auch nicht ausschließlich auf den Nährstoffgehalt im Wasser fokussieren.
    Wenn die Koralle gut ernährt wird könnte rein theoretisch gar nichts
    an Stickstoff und Phosphor im Wasser sein, aber das was die Koralle aus
    ihrem Futter rauszieht und metabolisiert, dass gibt sie den Algen ab.

    Das 10 mg/L Nitrat und 0,1 mg/L Phosphat bei dem ein oder anderen irgendwo
    paßt mag ja stimmen. Aber wenn ich absolut kein Eisen im Becken habe ist
    das auch ziemlich nutzlos. Wir dürfen nicht nur auf Sticktoff und Phosphor
    schauen sondern immer ein ganzes System betrachten, und das ist
    bei jedem anders. Es gibt sicher auch irgendwo Becken, die mit 10 mg/L
    Nitrat und 0,1 mg/L Phosphat nicht funktionieren und andere, bei denen es
    mit 0,1 mg/L Phosphat und 50 mg/L Nitrat paßt.

    Bezüglich Iod und Xenien. Elementares Iod wird in Meerwasser ziemlich
    schnell zu Iodid hochoxidiert, und Iodid reagiert mit Wasser zu Iodat,
    und das akkumuliert im Wasser. Iodat ist aber für Algen anscheinend
    ziemlich schwierig aufzunehmen. Und das mit den pumpenden Xenien
    ist wohl auch eher ein Gerücht. Bei mir hörten die Xenien auf zu Pumpen,
    wenn der Nitratwert hoch ging, und fingen wieder an als der Nitratwert
    wieder runter ging. Und ich hatte das Gefühl, das es mit Eisen und Mangan-
    zugaben auch irgendwie besser gepaßt hat. Aber bei Iod (als Lugol'sche
    Lösung und später auch als PVP-Iod) habe ich eigentlich nie eine
    Korrelation bemerken können.

    H Hersteller

  • Hallo,
    ich habe vorhin bei, Blättern in Bd.1 vom Korallenriffaquarium Fossa/Nielsen 2.Auflage auf S. 28 eine interessante Tabelle entdeckt. Wasserwerte im Great Barrier Riff: (Küstenriff, Sommer) PO[H]4[/H] (Phosphat) 0,015 und NO[H]3[/H] (Nitrat) 0,0019
    Also Nitrat erheblich niedriger als Phosphat

  • @ Jörg Kokott:

    Hallo Jörg,

    wenn ich deinen Beitrag richtig deute, dann sollte ich Eisen und Mangan zugeben? Ich weiß das es einen Eisentest gibt, Mangan weiß ich nicht.
    Du hast sicher meine WW gelesen. Das einzige was nicht passt ist der Phosphat Wert. Mittlerweile ist er Dank Contraphos nach 5 Tagen auf 0,3 gefallen (stabil) Tendenz eher fallend. Meine Xenien pumpen immer noch nicht. Ich denke ich werde das Contraphos bis zu einem Wert von kleiner 0,1 verwenden und sehen was passiert. Jod werde ich allerdings weiter dosieren, auch wegen der Häutung der Garnelen/Einsiedler, dies geschieht nämlich jetzt regelmäßig. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.


    Gruß,

    TOM

    P.S.: DAnke Klaus für die INFO.

    Einmal editiert, zuletzt von Tom Horn (5. Oktober 2003 um 00:46)

  • Hi Klaus,

    das ist das, was ich meine. Alleine eine Aussage über Orthophosphat und
    Nitrat zu treffen ist für die Füsse. Gerade inshore hat man einen nicht
    unerheblichen Anteil gelöster und partikulärer organischer Substanzen,
    die wir zu Hause einfach nicht messen können.

    In der Regel wird auch bei Untersuchungen nicht nur auf Ammonium oder
    Nitrat geschaut, sondern auch den gelösten und partikulären organischen
    Stickstoff gemessen, damit man den Gesamtstickstoffgehalt ausrechnen kann.

    Bsp: ein neu erschienenes Buch von Miles Furnas gibt einige Daten für
    das GBR an. Alles in ug/L (das u soll mycro heissen), und es wird
    Ammonium-Stickstoff und Nitrat-Stickstoff angegeben (also nicht der
    Nitratgehalt, sondern nur der Stickstoff im Nitrat)

    Far Northern GBR (Yape York - Cape Flattery)

    NH4 - N nicht gemessen
    NO3-N: 0,4 (inshore, midshelf und outer shelf)
    DON = gelöster organischer Stickstoff: 63 inshore, 62 midshelf, 68 outer shelf
    particulärer Stickstoff: < 0,2 (inshore, midshelf, outer shelf)

    Central GBR (Cape Tribulation - Whitsunday Islands)

    NH4-N: 0,4 inshore, 0,1 midshelf, 0,1 outer shelf
    NO3-N: 0,3 inshore, 0,4 midshelf, 0,6 outer shelf
    DON: 20 inshore, 14 midshelf, 14 outer shelf
    particluärer N: 20 inshore, 14 midshelf, 14 outer shelf

    Southern GBR (Mackay - Gladstone)

    NH4-N: 0,6 inshore, 0,4 midshelf, 0,6 outer shelf
    NO3-N: 3 inshore, 1 midhshelf, 0,7 outer shelf
    DON: 93 inshore, 66 midshelf, 69 outer shelf
    particulärer N: 22 inshore, 21 midshelf, 14 outer shelf

    Quelle: Furnas, M. (2003). Catchments and Corals. Terrestrial Runoff to the
    Great Barrier Reef. Australian Institute of Marine Science, Townsville.

    Das sollte wohl zur Anschauung genügen. Man muß sich nur mal das Verhältnis
    zwischen den anorganischen Stickstoffverbindungen und dem organischen Sticktoff
    anschauen, dann wird erstens klar, das Korallenriffe nicht nährstofflimitiert
    sind, und zweitens das wir mit unseren Nitrat und Orthophosphatmessereien
    eigentlich gerade aufhören und uns das Geld sparen können.
    Und ich bin sicher, trotz Abschäumung werden wir auch in unseren Aquarien
    organische Nährstoffe haben, die wir nicht erfassen können.

    Und wie gesagt, aus genannten Gründen ist das Redfield-Verhältnis für
    uns absolut nicht brauchbar.

    Darüber hinaus sind in der Aquaristik nur die Daten für Phytoplankton
    publiziert. Wenn wir das Makroalgenwachstum betrachten, gelten diese
    Zahlen nicht.

    Für Makroalgen gilt 550 C : 30 N : 1 P

    und nicht 106 C : 16 N : 1 P

    H Hersteller

  • Tom,

    nein, Deine Algen/Korallen sind wenn dann stickstofflimitiert, aber nicht
    Eisenlimitiert. Dein Nitratgehalt ist das Problem,
    der ist gegenüber Phosphat zu niedrig. Also machst Du genau das richtige,
    nämlich Phosphat senken, damit sich der Nitrat- und Phosphatgehalt angleicht.
    Die Werte 0,2 mg/L Nitrat und 0,3-0,5 mg/L Phosphat stimmen doch, oder?

    Bei Eisentests bin ich skeptisch, dass sie in Meerwasser richtige Werte
    anzeigen. Mangantests gibt es nicht auf dem aquaristischen Markt, das
    ist noch schwieriger zu messen als Eisen, weil die Konzentration noch
    geringer ist. Ich würde an Deiner Stelle erst mal nur Phosphat senken
    und sonst nix machen.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    ja die Werte stimmen. Der Phosphatwert hat sich allerdings etwas gebessert auf 0,3 (Tropic Marin) Tendenz fallend, sowie Nitrat etwas Richtung 0 (Merck Test Analysestäbchen) wenn meine Augen nicht trügen.

    Das ist der Stand von Gestern. Es ist seit 6 Tagen ContraPhos im Durchlauffilter (ca. 60-80 L/Std) im Einsatz. Ich wollte das Phosphat so langsam wie möglich herunterfahren.


    Gruß,

    TOM

  • Hallo Jörg!

    Wenn ich dich richtig verstehe, können wir den messbaren Teil von Stickstoff und Phosphat gegen 0 senken, ohne eine Limitierung befürchten zu müssen. Es sollte dann immer noch Stickstoff und Phosphat vorliegen, sie wir mit unseren Mitteln nicht messen können. Das würde dann auch die Aussagen erklären, NH3 und PO4 nicht messbar und trotzdem massive Probleme. Oder irre ich mich?

    Gruß

    Aquarius

  • Hi,

    das kommt auf das Aquariensystem an. Bei allen Aquarien ohne Abschäumung
    und insbesondere Becken, die Refugien besitzen, werden durch das
    Wachstum aller Organismen Nährelemente wie Kohlenstoff, Stickstoff
    und Phosphor ans Wasser abgegeben. Und sehr oft sind die an organische
    Substanz gebunden, vor allem wenn Algen absterben setzen sie organisch
    gebundene Nährstoffe frei. Was Du sagst, würde für solche Aquarien ohne
    Abschäumer stimmen.
    Gleiches gilt auch, wenn man einen unterdimensionieren oder schlecht
    eingestellten Abschäumer hat, der nicht viel anrichtet.

    Bei Becken mit richtig grossen Abschäumern - und Bernd Mohr hat
    einen richtig grooooßen - wird der von den Algen und Tiere
    freigesetzte organische Teil ziemlich effektiv
    abgeschäumt. Von daher wundert es mich nicht, das Bernd empfielt
    Nitrat : Phosphat = 20:1, weil er ausser Nitrat und Phosphat wahrscheinlich
    nichts anderes drin hat. Ich habe Bernd's Becken noch nicht gesehen, weil ich
    es zu meiner Mainzer Zeit nicht gebacken bekommen habe, mal kurz
    nach Rüsselsheim zu fahren, aber was ich so hörte, zieht Bernd
    wirklich alles aus seinem Becken raus, was so an organischen Sachen
    drin rumschwimmt. Deshalb auch die Warnung, dass das, was für Bernd
    optimal ist, nicht für alle anderen Becken gilt.

    Du hast recht, dass organische Nährstoffe der Grund dafür sind,
    wenn bei 0 Nitrat und 0 Phosphat Algen trotzdem schön vor sich hinwachsen.
    Irgendwo muß es ja herkommen.

    Aber bitte nicht falsch verstehen, wenn ich sage, wir brauchen Nitrat
    und Phosphat eigentlich nicht zu messen. Hätte ich besser
    nicht geschrieben. Dann will ich nur darauf hinweisen,
    das wir es im Hinterkopf behalten müssen, dass da noch mehr rumschwirrt
    als nur Nitrat und Phosphat. In den meisten Aquarien gibt es halt
    Nitrat und Phosphatprobleme, und da ist es auch gut, wenn man das misst.
    Aber es ist halt nicht der Weisheit letzter Schluss.

    H Hersteller

  • Hallo Jörg!

    Erst mal Danke für deine Ausführungen. Ich habe ein 3000 Liter Becken mit einer Standzeit von 14 Jahren. Der Stickstoff bereitet mir keine Probleme aber der Phosphor. Du sprachst kürzlich vom" Old Tank Syndrom", Jetzt glaube ich, daß dies die Ursache für meinen immer wieder ansteigenden PO4
    Wert ist. Und das, obwohl ich sehr massiv Phosphatadsorber einsetze, und sehr viel Wasser wechsle. Ich habe jetzt am Wochenende ca 500 Liter Wasser gewechselt, und dabei die alten Ablagerungen im Ausgleichstank abgesaugt. Der Tank fasst ca 900 Liter.Kann ich noch andere Maßnamen setzen. Übrigens: Ich kenne das Becken von Berd Mohr sehr gut, es ist wirklich ausgezeichnet.

    Gruß

    Aquarius

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