Doku im ZDF "Zierfische in Gefahr"

  • Hallo Hajo,

    wo der Fisch schließlich mit den giftigen Substanzen in Berührung kommt, oder die eine oder andere chemische „Prophylaxe“ erleiden muss, ist völlig schnuppe. Die eine Chemie gegen die andere auszuspielen grenzt schon an Haarspalterei. Richtig ist, dass das Tier nicht freiwillig mit diesen Produkten in Berührung gekommen ist.

    klingt zwar gut, ich muss aber gestehen, dass ich nicht genau erkennen kann, was Du damit meinst. Was meinst Du mit "giftigen Substanzen", "chemische Prophylaxe", "die eine Chemie gegen die andere auszuspielen"?

    Eine Aussage neueren Datums beleuchtet in diesem Artikel ausschließlich den Markt in den USA, (der ja, wie jeder weiß, mit Abstand der Hauptabnehmer in Sachen Aquarienfisch ist (pers. Meinung))

    Ich schätze, die USA als derzeit noch größten Markt und Hauptabnehmer zu bezeichnen, muss man nicht als persönliche Meinung kennzeichnen. Auch wenn der nähere und fernere asiatische Markt aufholt, ist meines Wissens die USA immer noch in allen Statistiken anführend.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    ich meine folgendes damit. Cyanid ist zwar mit großem Abstand das bevorzugte Nervengift. Es werden aber noch andere Betäubungssubstanzen eingesetzt, die zum Teil pflanzlicher Natur sind, aber zu ähnlichen Ergebnissen führen. Mit „Prophylaxe“ meine ich zum Beispiel, was auf dem Weg zum Kunden durchaus üblich (kann bereits schon auf der Fangstation geschehen), die vorbeugende Behandlungen mit Kupfer oder kupferähnlichen Präparaten. Wie man hört, wird dies gerne bei besonders wertvollen Tieren praktiziert. UV-Bestrahlung wäre zwar weitaus milder, aber bei weitem nicht so effizient. Im weitesten Sinne gehört für mich die Dämpfung des zentralen Nervensystems durch einschlägige Beruhigungsmittel (während des Transportes) auch dazu. Wer kann schon sagen welche Wechselwirkungen bei bestimmten Konzentrationen mit anderen Verfahren auftreten können? Dem Tier ist vorerst nicht anzusehen, soweit es noch einen halbwegs stabilen Eindruck vermittelt, welchem Sättigungsgrad der Giftwolke es beim Fang ausgesetzt war. Ein langer Transportweg, witterungsabhängige Frachtverzögerungen, stark veränderte klimatische Bedingungen und eventuell noch zusätzliche chemische Behandlungen gegen z. B. Kiemenwürmer und Darmparasiten etc. tragen kaum zur schnellen Stabilisierung des Fisches bei. Die negativen Einflüsse addieren sich auf dem Weg zum Kunden und verstärken so den Leidensdruck des Fisches erheblich. Nur die „Harten“ werden überleben. Jemand, der Giftfischerei leugnet, jedoch chemische Prophylaxe fischgiftiger Natur toleriert, spielt in meiner Bewertung im übertragenden Sinne das eine Übel gegen das andere aus, indem er das kleinere Übel favorisiert oder zumindest duldet, um vom brisanteren Thema abzulenken oder um es zu ignorieren.
    Übrigens sei nicht immer so pingelig. :grinning_squinting_face: Ich habe "pers. Meinung" nur deswegen erwähnt, da es sich sonst mit dem Originaltext vermischt hätte und dann erst recht Anlass zur Kritik geben könnte.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,

    vielen Dank für Deine Ausführungen. Mit dieser Textstelle kann ich aber immer noch nichts anfangen.

    Jemand, der Giftfischerei leugnet, jedoch chemische Prophylaxe fischgiftiger Natur toleriert, spielt in meiner Bewertung im übertragenden Sinne das eine Übel gegen das andere aus, indem er das kleinere Übel favorisiert oder zumindest duldet, um vom brisanteren Thema abzulenken oder um es zu ignorieren.

    Ich sehe nicht ganz, wo das in diesem Thread der Fall war, oder kam das in der Sendung vor? Es befürwortet hier ja keiner die prophylaktische Behandlung mit Kupfer oder Malachitgrün.

    Auch scheint mir die Darstellung doch etwas undifferenziert. Vor längerer Zeit erschien mal ein Artikel von Kirchhauser in einer Zeitschrift, wonach einige Fische, es handelte sich um bodenlebende Fische, ich glaube Fledermausfische, ohne Wurmbehandlung nicht lange überleben. Ist es besser, wenn man sagen, "nach drei Wochen zwar nicht an einer Behandlung, dafür aber an mitgebrachten Würmern gestorben"? :confused_face:

    Ich denke, eine solche differenzierte Sichtweise muss man überall anwenden. Es gibt immer wieder mal Zeitschriftenartikel und Vorträge, dass Fischer im Umgang mit Stellnetzen und nadelfeinen "Speeren" geschult werden um umweltverträglichen Zierfischfang zu fördern. Pauschale Aussagen helfen nicht und solchen Projekten am allerwenigsten.

    Problematisch sehe ich auch die Beiträge, dass man ja doch nichts machen können, höhere Preise kämen ausschließlich den Händlern zugute. Das ist im Endeffekt eher eine bequeme als eine sinnvolle Haltung. Ich bin ziemlich sicher, dass es Möglichkeiten gibt, entsprechende Projekte zu fördern, und wenn es durch Spenden ist.

    Außerdem ist es meines Wissens so, dass Giftfang nicht überall oder zumindest nicht überall in gleichem Maße angewandt wird, auch hier wäre Differenzierung hilfreich.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Problematisch sehe ich auch die Beiträge, dass man ja doch nichts machen können, höhere Preise kämen ausschließlich den Händlern zugute. Das ist im Endeffekt eher eine bequeme als eine sinnvolle Haltung. Ich bin ziemlich sicher, dass es Möglichkeiten gibt, entsprechende Projekte zu fördern, und wenn es durch Spenden ist.

    Außerdem ist es meines Wissens so, dass Giftfang nicht überall oder zumindest nicht überall in gleichem Maße angewandt wird, auch hier wäre Differenzierung hilfreich.

    Hallo Hans Werner ,

    ja ich kann mir es wirklich schlecht vorstellen , das ein etwaiger "fair trade" zuschlag beim händler in europa noch beim fischer ankommt , wie sollte das funktionieren ?

    bequem wäre es allemale (für uns),dann bräuchten wir uns für ein kleines entgeld keine weiteren gedanken zu machen (?)

    und selbst wenn wir die fischer damit retten könnten,wer garantiert denn,das sie die erworbene lohnerhöhung nicht dazu nützen,um mehr benzin zu kaufen,und neue , weiter entfernte riffe zu "erobern" ...

    ...es hat ja schonmal den versuch gegeben , aktuelle probleme des thema zierfischhandel organisatorisch zu lösen,aber es hat leider nicht hingehauen...und das ist schon eine zeitlang her.

    http://www.fishchannel.com/sustainable-re…um-council.aspx


    wenn ich mir dann auch noch händler ansehe,die "mac" zertifiziert waren , dann wird mir auch leicht übel , man muss sich nur mal durchlesen,was man sich dort so zusammenlügt (und bilder vom Dietmar haben sie auch noch geklaut :face_with_rolling_eyes: :frowning_face:

    http://www.korallenriff.de/artikel/1191_E…e,_Holland.html


    ich gebe dir insofern recht , da bleibt nur noch spenden - aber wer soll das organisieren,was würde dies kosten,und wieviel müsste gespendet werden,um reellen nutzen zu haben ?

    wie du schreibst,ist es aber nicht überall gleich schlimm (mit dem fischfang wie in indonesien),in australien und bei hawai z.b. kann ja schon länger keiner machen,was er will,und gut ist es :winking_face:

    was wir mit den zuständen in indonesien machen können (in australien sind wir ja auch nicht verantwortlich :winking_face: ) weiss ich leider wirklich nicht , da kann wohl nur etwas auf politischer ebene geschehen ?

    was sollen wir da machen , wenn wir dort nichts mehr kaufen , wird die armut die dortigen leute am ende dazu zwingen,die fische zu essen anstatt zu versenden ...

    ich habe keine ahnung ,wie verbreitet der giftfang heutzutage noch ist,vor jahren las ich mal,es sei vorbei damit,verboten ist es ja immerhin,praktiziert aber augenscheinlich immer noch ,und nicht nur ausnahmsweise...

    fakt ist , das all diese probleme uralt sind, und bis jetzt ausser mehr oder weniger viel gerede nicht viel passiert ist, ein weiteres beispiel der immer wiederkehrende vorschlag,keine arten mehr zu importieren,die nachzüchtbar sind , warum wird das nicht umgesetzt ?

    frohe ostern

    thomas

  • Ich denke, eine solche differenzierte Sichtweise muss man überall anwenden. Es gibt immer wieder mal Zeitschriftenartikel und Vorträge, dass Fischer im Umgang mit Stellnetzen und nadelfeinen "Speeren" geschult werden um umweltverträglichen Zierfischfang zu fördern. Pauschale Aussagen helfen nicht und solchen Projekten am allerwenigsten.


    Hallo Hans-Werner,

    Im Laufe der Diskussion würde ich dieses "Nischendasein" nur erwähnen, wenn zugleich auch das eigentliche Hauptproblem, nämlich der Giftfang, angesprochen wird. Das eine zu erwähnen ohne das andere kritisch zu beleuchten, geht in meinen Augen nicht. Manch einer könnte auf den Gedanken kommen, diese weltweit noch raren fisch- und umweltverträglichen Methoden seien Standards und als Normalität anzusehen. Welch ein Irrtum.
    Gerade diese Aussagen irritieren mich immer wieder. Warum wird versucht, in solchen Diskussionen stetig unkritische Nebenschauplätze ins Blickfeld zu rücken, wo eigentlich der Hauptschauplatz woanders liegt und deutlich zu kritisieren wäre? Ich will ja gar nicht leugnen, dass solche ehrenwerten Vorhaben auch hier und da umgesetzt werden oder bereits vor einiger Zeit etabliert worden sind. Meist wird noch in diesen Berichten gezielt auf irgendwelche kleinen Fang- oder Zuchtstationen verwiesen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, unter bestimmten Bedingungen, wenig komplizierte Meerwasserfische zu züchten. Alles gut und schön und sehr lobenswert. Das betrifft aber nicht die eigentliche Masse an Fisch. Und ist nicht das eigentliche Thema. Das Hauptproblem ist und bleibt für uns immer noch der professionelle Giftfang. Wer das leugnet, möge mir das Gegenteil beweisen oder wenigstens eine vernünftige Erklärung abgeben.
    Die Strukturen des Fischfangs auf den Philippinen und Indonesien scheinen sich nicht wesentlich verändert zu haben. Auch Gesetze und Selbstauflagen scheinen nicht den notwendigen Stellenwert zu bekommen, den man sich bei Abschluss mancher Verträge (Vereinbarungen) gewünscht hätte:
    85% aller weltweit exportierten Fische für das Aquarium kommen allein aus dieser Gegend. Geschätzte! 75% von diesen sind gefangen worden unter Verwendung von Cyanid. Ungefähr 35-40 Millionen Fische und mehr werden in der Indo-Pacific-Region jährlich gefangen und weltweit exportiert, durch Groß- und Einzelhandel. Hauptsächlich nach Europa und USA, wo zusammen die Nachfrage fast die 90% - Marke erreicht. Was für ein wirtschaftlicher Faktor! Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern es kann nachgelesen werden, wobei die Zahlen in den verschiedenen Quellen hier und da leicht variieren. Aber selbst eine angenommene Fehlerquote von 10% nach unten wäre noch viel zu viel.
    Dass Giftfang nicht überall oder zumindest nicht überall in gleichem Maße angewandt wird, will ich gern glauben. Doch wer erkennt den Unterschied beim Kauf dieser Tiere? Erkennt man sie etwa am speziellen Label? Sind sie gar zertifiziert? Mir geht es um eine klare Aussage zur Ehrlichkeit, nicht um die Vernebelung bestehender, miserabler Zustände.
    Mit meinen Zeilen versuche ich etwas Klarheit zu erarbeiten. Ins rechte Licht gerückt,versteht der eine oder andere Mitleser vielleicht besser, wo mich der Schuh drückt. Vielleicht ist es ja auch sein Schuh? Es ist nicht nur der Giftfang an sich, sondern (zusätzlich) in der Summe ebenfalls manch schlechte Transportbedingung und das Durchlaufen von chemischer Torturen, wie Kupfer, Malachitgrün oder Antibiotika etc.. Alles das in Addition trägt keineswegs zum Wohlbefinden eines Tieres bei. Dass bei auftretenden Krankheiten Medikamente zum Einsatz kommen, auch um damit den Bestand oder den Geldwert zu retten, ist nicht unbekannt. Diese Medikamente sind nicht angebracht, wenn sie fortlaufend für einen Generalverdacht missbraucht werden. Das war der Grund, warum ich es erwähnt habe. Nicht die eigentliche Notwendigkeit des gezielten Einsatzes zur Bekämpfung von Krankheiten habe ich kritisiert, sondern den mancherorts praktizierten Rundumschlag.
    Mir fällt in letzter Zeit, nicht immer, aber immer öfter, der schlechte Gesundheitszustand der importierten Fische auf. Man kann ,etwas überspitzt, von Glück sagen, wenn man ein gesundes Tier erwirbt und sich nicht die „Mauke“ ins Becken holt. Ich kenne manchen Aquarianer, der zig-mal beim Händler um die Becken schleicht, um dann vor lauer Zweifel ob der Gesundheit der Fische, den Laden wieder verlässt. Man kann auch treffend sagen: Gebranntes Kind scheut´s Feuer.
    Dieses Verhalten hat schließlich seine Ursache. Nicht immer liegt im Fehlverhalten des Pflegers der Grund für das plötzliche Sterben. Darüber weiter nachzudenken war das eigentliche Ziel meiner Zeilen.
    Ist das jetzt differenziert genug, Hans-Werner? =)
    Gruß
    Hajo

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  • Geschätzte! 75% von diesen sind gefangen worden unter Verwendung von Cyanid.

    Wenn Du solche Zahlen nennst, dann doch bitte mit Quellennachweis. Und jetzt bitte nicht wieder auf Google verweisen

  • Mich würde interessieren ob es eine Möglichkeit gibt Marubius ins Spiel zu bringen. Was wäre realistisch und realisierbar? Unser Hobby wird in Zukunft immer mal wieder unter Beschuss geraten. Wäre schön wenn man dann offensiv Erfolge in Nachhaltigkeit präsentierten könnte und nicht irgendwelche Statistiken um die Ohren geschlagen bekommt in denen zweidrittel der Fische von Fang bis zum Endkunden sterben.

    Beispiel: Marubius baut eine Fangstation in Indonesien auf in denen die Fänger deutlich mehr verdienen als in anderen Fangstation. In denen evtl auch Korallen gezüchtet werden. Eine abgelegene Region in der durch die Fangstation ein ganzes Dorf bevorteilt würde. Es könnte eine Schule gebaut werden etc. Die Mitarbeiter würden gezielt geschult und würden finanzielle Vorteile erzielen wenn besonders wenig Fische beim Export sterben.....

    Unsere Händlern würden sich bestimmt nicht dagegen wehren. Ich würde sofort deutlich mehr für diese Tiere zahlen. Dieses ist nicht nur Idealismus sondern auch wirtschaftlich nicht uninteressant.

    Vielleicht gibt es hier Personen die eher Möglichkeiten aufzeigen können...

    Grüße Torben

    Gesendet mit Tapatalk

  • Wenn Du solche Zahlen nennst, dann doch bitte mit Quellennachweis. Und jetzt bitte nicht wieder auf Google verweisen


    Auf was soll ich denn sonst verweisen? Auf die Stadtbücherei?


    Gruß
    Hajo

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  • Hallo zusammen ,

    ja da muss ich Klaus rechtgeben,quellen wären da hochinteressant,obwohl es mich überraschen würde,wenn man wirklich verlässliche zahlen finden würde,da ja schon mit den gehandelten tieren rein zahlenmässig geschummelt wird , zweifle ich sehr daran,das jemand den sauberen durchblick mit den dabei verwendeten drecksmethoden hat und das dann auch noch publiziert...

    ...ich habe aber tante google mal bemüht :face_with_rolling_eyes: ,das erste was ich auf die schnelle fand :

    http://www.fishchannel.com/fish-magazines…arium-fish.aspx


    macht eigentlich einen wie ich finde seriösen eindruck (obwohl auch hier leider keine präzise quellenangaben dabei sind )

    dort steht u.a. zu lesen:

    - das ein marktanteil in den usa zu 50-60 % aus indonesien kommt

    - man habe den cyanidanteil in aquarienfischen über 8 jahre hinweg getestet,dabei habe man im schnitt 25 % betroffene tiere ermittelt.
    dieses testen hatte anscheinend eine abschreckende wirkung,da der anteil von 43 % in 1996 auf 8 % in 1999 abgesunken sei.
    In den letzten jahre sei der anteil aber wieder gestiegen,und(bzw. weil) die meisten labore,wo das gestet wurde,haben inzwischen wieder dicht gemacht ...

    ausserdem wird erwähnt,das über 80 % der fische den fang und transport mit cyanid gar nicht überleben , was wiederum bedeutet , der anteil der mit cyanid gefangenen tiere in unseren aquas macht nur einen winzigen anteil im verhältnis zum ursprünglichen fang aus

    so es kommt also sehr drauf an,wann man die prozentanteile misst - direkt nach dem fang,unter dem transport,bei der ankunft, beim händler,oder bei den (wenig übrig bleibenden ) exemplaren im kundenbecken
    je mehr zeit vergeht,umso mehr tiere sind bereits verreckt,und umso schwieriger wird es,das gift noch zu entdecken

    allein diese tatsachen dürften es ziemlich schwierig machen,irgendwelche gefundenen zahlen sinnvoll zu differenzieren :winking_face:

    ganz klar ist , das "rest"elend beim endkunden ist nur die äusserste spitze des eisberges ,prozentual ...

    mfg

    thomas

  • Auf was soll ich denn sonst verweisen? Auf die Stadtbücherei?

    Ganz einfach die Quelle für die von Dir zitierten Zahlen nennen. Deine Beiträge scheinen ja oft nicht aus eigenen Erfahrungen, sondern aus im Internet zusammengesuchten oder in der Literatur gelesenen Artikeln zu stammen. Da solltest Du doch zumindest wissen, wo Du es her hast.

  • Einige dieser Berichte habe ich auch gelesen. Nur kam man dort zu einem anderen Fazit. Das Absinken der Quote von 43% auf 8% war das Ergebnis nicht korrekt ermittelter Laborwerte. Die Nachweisbarkeit soll mit den angewandten Methoden nicht geklappt haben. Die Ergebnisse sind dann leider in Statistik eingeflossen. Diese unzulaenglichen Untersuchungen fuehrten dann zu den niedrigen Werten. Diese Werte hat man dann zum Anlass genommen auf weitere Kontrollen zu verzichten. Absichtlich?
    Gruss
    Hajo

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  • Hallo Hajo ,

    wo hast du das denn gelesen ?

    hier noch eine quelle , wo es haufenweise zahlen und andere info gibt zum thema,(nicht zuletzt immer wieder interessant,das trotz transportverluste "normalerweise" doppelt soviele tiere ankommen als losgeschickt werden :grinning_squinting_face: ,jedenfalls den zahlen der exporteuren/importeuren nach )

    http://www.unep.org/pdf/from_ocean_to_aquarium_report.pdf


    auf seite 34 wird auch von cyanid tests geschrieben,hier wird ein prozentanteil von 80 % in 1993 und 20 % in 1998 angegeben

    interessanterweise ist die eine angegebene quelle dieselbe wie in meinem ersten link,es wird aber eine weitere angegeben

    tja , was soll man glauben ?
    es wird aber auch berichtet,das ein teil der fischer,die man versucht hat,auf andere (schonende) fangmethoden umzustellen,wieder rückfällig wurden ...

    also für meinen teil sieht es nicht so aus,als ob man das thema giftfänge schon in die geschichtenbücher schreiben kann ....

    mfg

    thomas

  • [quote='hajo','index.php?page=Thread&postID=697573#post697573']Auf was soll ich denn sonst verweisen? Auf die Stadtbücherei?

    Ganz einfach die Quelle für die von Dir zitierten Zahlen nennen. Deine Beiträge scheinen ja oft nicht aus eigenen Erfahrungen, sondern aus im Internet zusammengesuchten oder in der Literatur gelesenen Artikeln zu stammen. Da solltest Du doch zumindest wissen, wo Du es her hast.[/quote

    Auf Deine Unterstellungen gehe ich nicht mehr ein. Das habe ich bereits damals kund getan. Ich hatte bereits früher darauf hingewiesen, das ein Forum nicht nur von eigenen Erfahrungen getragen wird, sondern auch durch das Heranziehen vieler wissenschaftlicher Erkenntnisse und Veröffentlichungen weltweit anerkannter Spezialisten. Ein nur auf eigenen Erfahrungen aufgebautes Forum wird irgendwann an Substanz verlieren. Ueber den Tellerrand zu schauen, hat noch nie geschadet. Es ist schon sehr bezeichnend, wenn man das kritisiert.
    Hajoo

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  • Hallo Thomas, hallo Hajo, hallo zusammen

    wenn man Zahlen anführt sollte man auf eine Nachfrage einen Link angeben. Zwischen 20% und 75% ist schon ein Unterschied.

    Irgendwelche Schwarzmalereien ohne Substanz nutzen doch nichts und sind mir aus diesem und anderen Foren sehr gut bekannt. Man findet sie aber in keinen zuverlässigen Quellen und selbst Greenpeace wird nicht solche aus der Luft gegriffene Zahlen veröffentlichen.

    Dass die Fischer "die Fische" selbst essen ist eine eher seltsame Vorstellung. Was ich gesehen habe, ist, dass kleine, sardinenähnliche Fische getrocknet und im Dorfladen verkauft werden. Wertvollere (Speise-)Fische werden entweder an das nächste Restaurant geliefert oder an die großen Märkte China, Singapur usw.. Die Fischer dürften neben Reis eben diese kleinen Fische, Eier und ab und zu ein Huhn, das um die Hütten herum sein Futter sucht, essen. Soviel habe ich auf einer kurzen Reise in Indonesien und aus allgemein zugänglichen Quellen wie Zeitschriften, Fernsehdokus usw. schon mitbekommen. Die diesbezüglichen Infos, die ich habe, sind da nicht widersprüchlich.

    Interessant fand ich auch, dass an einem Restaurant, welches Tridacna-Sushi anbot, der Zugangssteg mit Tridacna-Schalen etwas abgesichert war. Tridacna-Schalen als Befestigungsmauern.

    Von daher sehe ich allen Grund, von den forenüblichen Schwarzmalereien und Übertreibungen Abstand zu nehmen und zumindest nachzufragen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Thomas,

    wie Du ja bereits erkannt hast, gibts Berichte jeglicher Couleur. Den Kern meiner Angaben habe ich unter "Cyanid and Livestock Collection, by Ivan Steward" gefunden.WetWebMedia.
    Es gibt natürlich auch andere Angaben und auch andere Sichtweisen. Nur in einem scheint man sich sicher zu sein: Das Problem der Giftfischerei ist noch nicht vom Tisch.
    Gruss
    Hajo

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  • Hallo zusammen ,

    ja,das die giftfischerei noch immer existiert,kann keiner vom tisch reden,leider kann oder will niemand dokumentieren , in welchem ausmass das der fall ist ..

    ...somit müssen wir wohl weiterhin im ungewissem leben :frowning_face:

    leider scheint dies überhaupt der fall zu sein , auch was andere bereiche des hobbies betrifft (handelszahlen,überlebensraten,transportverluste,soziale verhältnisse in den fangländern)

    das sollte man allerdings bald besser in den griff bekommen , sonst werden handelsbeschränkungen früher oder später doch auftauchen,und dann wird es zu spät sein...
    ...obwohl , dann lohnt sich vielleicht das züchten doch irgendwann :winking_face:

    mfg

    thomas


  • Dass die Fischer "die Fische" selbst essen ist eine eher seltsame Vorstellung. Was ich gesehen habe, ist, dass kleine, sardinenähnliche Fische getrocknet und im Dorfladen verkauft werden. Wertvollere (Speise-)Fische werden entweder an das nächste Restaurant geliefert oder an die großen Märkte China, Singapur usw.. Die Fischer dürften neben Reis eben diese kleinen Fische, Eier und ab und zu ein Huhn, das um die Hütten herum sein Futter sucht, essen.

    Interessant fand ich auch, dass an einem Restaurant, welches Tridacna-Sushi anbot, der Zugangssteg mit Tridacna-Schalen etwas abgesichert war. Tridacna-Schalen als Befestigungsmauern.

    Hallo Hans Werner ,

    warum sollten die fischer ihre beute nicht verzehren,wenn sie sie nicht weiterverkauft bekommen ?
    diese meine "seltsame vorstellung " stammt zum einem von meiner erfahrung mit einer eingewanderten familie aus den philipinnen ,auf einer gemeinsamen angeltour hier,da war kein fisch zu klein,alles wurde mitgenommen,und ging daheim mit kopf und flossen in die fritteuse :winking_face:

    zum anderen meine ich des öfteren doktorfische auf den märkten in asien gesichtet zu haben :face_with_rolling_eyes:

    seltsamer erscheint die vorstellung vom triacna sushi - was würde so ein gericht wohl bei uns im restaurant kosten :winking_face_with_tongue:
    ...mit sicherheit nix für's buffet in sindelfingen :smiling_face_with_sunglasses:

    ich nehme an,die muscheln sind so schlecht bezahlt (und/oder so zahlreich), das man sie genausogut essen wie exportieren kann ?
    und wenn die schalen auch noch zur anwendung kommen,ist doch sicher hübsch...

    mfg

    thomas

  • Hallo Thomas,

    auf den Märkten bringen die Fische Geld, wenn man die wertvolleren Arten, ich glaube z. B. Red Snapper ist ein Hochpreis-Fisch, verkauft, egal ob lokal oder überregional. Die Fischer leben davon. Die kommerzielle Fischerei wird normalerweise nicht für den Eigenbedarf sondern als Einkommen betrieben.

    Zurück zum Thema. Mal ein anderer Ansatz: Wenn man behauptet, die Fische würden nach Wochen an einer Cyanidvergiftung sterben, dann sollte man das eigentlich nachweisen (müssen!), sonst ist das einfach nur eine Behauptung, die vielleicht nur andere Missstände oder eigene Unfähigkeit kaschiert. Wie aber wird man eine Cyanidvergiftung nachweisen, wenn nicht anhand der Symptome?! Was sind aber die Symptome einer Cyanidvergiftung und was ist der langfristige Verlauf?

    Einfachster Ansatz: Wikipedia . Cyanidvergiftung führt akut zum Tode oder das Cyanid wird vom Körper rasch ausgeschieden. Keine Schilderung von Symptomen chronischer Cyanidvergiftung.

    Und dann gibt es doch bestimmt wieder einmal wissenschaftliche Untersuchungen diese Themas, bei all der heißen Diskussion. Ja gibt es hier , leider Zahlungspflichtig. Ich zitiere mal die zentrale Aussage:

    "EFFECTS OF CYANIDE
    When administered at anaesthetic doses, cyanide appeared to cause no
    detectable reduction of the mucosal lining of the anterior intestine of P. coelestis.
    Neither the thickness of the mucosa nor the mucosal surface area changed as a
    result of the cyanide treatment. Likewise, it did not appear to have any marked
    effect on post-treatment mortality rates. These results are surprising given the
    widespread reports of high mortality rates and feeding disorders in some marine
    aquarium fishes, both of which are usually attributed to the use of cyanide during
    capture."

    Eine andere, neuere Untersuchung geht ungünstiger aus, ebenfalls kostenpflichtiger Zugang:

    "In contrast, the liver O2 consumption rates were profoundly infuenced by both
    direct exposure to cyanide (reduced rates) and the combined effects of stress
    and cyanide exposure (elevated rates). Under non-stressed conditions it is
    possible that a pulse exposure to cyanide resulted in irreparable liver damage
    (i.e. like that of cirrhosis of the liver), affecting the liver performance. Following
    an additional stress, 2.5 weeks after exposure, the metabolic rates of the liver in
    exposed fish dramatically rose to levels 6- to 17-fold greater than the controls.
    These changes seem the most promising indicators of post-cyanide anaesthesia.
    Visual inspection of the livers of the exposed fish were also indicative of
    cyanide exposure. The livers of fish that had been exposed were typically dark
    red and/or specked with red clots suggesting pycnosis, a condition involving
    contraction of the nucleus and condensation of the chromatin into heavily
    stained clumps. The normal, healthy livers of the control fish were an even
    orange-brown colour, with no obvious red specking. Dixon and Leduc (1981)
    reported similar changes in hepatic tissue. Fish exposed to 0.01 mg/l of cyanide
    displayed pycnosis and cytolysis (an increase in cytoplasmic viscosity followed
    by swelling of the cytoplasmic membrane). Furthermore, they found the severity
    of the condition increased with higher exposure concentrations."

    Auch eine dritte Untersuchung (konstenpflichtig) rechnet mit bleibenden Leberschäden, zitiert dafür allerdings ältere Literatur:

    "HCN enters a fish’s bloodstream through the gills and intestine
    and is rapidly distributed to other body tissues. The
    toxic effects can be traced to the fact that cyanide interferes
    with oxygen metabolism by blocking the key enzyme systems,
    cytochrome oxidase (Metzler, 2001), and blocks enzymatic
    pathways in the liver (Solomonson, 1981). Some of the
    effects, such as blocking enzyme functions, are irreversible
    and hence lead to the death of the fish (Way et al., 1988 )."

    Hier gibt es Daten zu Anteilen von mit Cyanid gefangenen Fischen unter Zierfischen und Speisefischen und Trends von 2003.

    Neuerdings sind neue Testmethoden in Aussicht , die bessere Aufklärung über das Problem geben könnten.

    Hier noch ein Artikel über Sterberaten bis zum Export mit einer kurzen Einschätzung des Cyanid-Problems.

    Leider also kein Artikel, der definitiv die langfristigen Überlebenschancen von cyanidgefangenen Fischen aufklärt und über äußere Symptome/Verhalten der langfristigen Vergiftung berichtet. Bei Fischen, die an den Spätfolgen einer Cyanidvergiftung sterben, sollten sich Veränderungen an der Leber zeigen. Veränderungen im Verdauungssystem treten eher nicht durch Cyanidvergiftung auf sondern sind auf Hunger und Stress zurückzuführen.

    Jeder ist natürlich aufgefordert, nach besseren Artikeln zu suchen, um mehr zur Aufklärung des Problems beizutragen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Jeder ist natürlich aufgefordert, nach besseren Artikeln zu suchen, um mehr zur Aufklärung des Problems beizutragen.

    Grüße

    Hans-Werner


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    Hallo Hans-Werner,

    besten Dank für weitere aufschlussreiche Quellen. Das Filetstück für mich ist die Abhandlung über den Nachweis von Cyanid bei lebenden Fischen. Ich hoffe, ich habe es richtig verstanden. In der Politik hat es keinen großen Regelbedarf gegeben. Untersuchungsmethoden an toten Exemplaren hat es ja früher schon gegeben, zu welchem Nutzen auch immer. Dass sich neueren Datums Forscher auf den Weg gemacht haben, das Cyanidproblem bei Aquarienfischen zu untersuchen, hatte wohl seinen Grund.
    Wie zu lesen war, scheint die Forschung mittlerweile schon so weit zu sein, dass nicht nur im Transportwasser des Fangs, sondern sogar noch im Transportwasser der bereits importierten Tiere, Stoffe aus dem Urin des Fisches zu Aufschlüssen führen können. Das gab es noch nicht.Wenn ich es richtig verstanden habe, kann diese Untersuchungsmethode auch noch während der Quarantänezeit in den Importländern bei Händlern oder Großhändlern zu positiven Ergebnissen führen. Dann hätte man eine Möglichkeit Giftschäden zu erkennen. Aber will man?
    Gruß
    Hajo

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  • Zurück zum Thema. Mal ein anderer Ansatz: Wenn man behauptet, die Fische würden nach Wochen an einer Cyanidvergiftung sterben, dann sollte man das eigentlich nachweisen (müssen!), sonst ist das einfach nur eine Behauptung, die vielleicht nur andere Missstände oder eigene Unfähigkeit kaschiert. Wie aber wird man eine Cyanidvergiftung nachweisen, wenn nicht anhand der Symptome?! Was sind aber die Symptome einer Cyanidvergiftung und was ist der langfristige Verlauf?

    Einfachster Ansatz: Wikipedia . Cyanidvergiftung führt akut zum Tode oder das Cyanid wird vom Körper rasch ausgeschieden. Keine Schilderung von Symptomen chronischer Cyanidvergiftung.

    Hallo Hans Werner ,

    da braucht man nur die sprache zu wechslen,und schon gibt's doch was zu chronischen vergiftungen :winking_face: :

    http://en.wikipedia.org/wiki/Cyanide_poisoning

    ist die quelle nun eine bessere ?

    es ist doch aber (wenn man von den neuen testmethoden,die du zitierst hast,die aber wohl auch noch nicht für jedemann zugänglich sind,absieht)
    nahezu unmöglich für den hobbyaqurianer, den beweis für eine cyanidvergiftung zu führen.

    auch ein sezieren des toten fisches müsste im labor geschehen

    ich denke mal genau deswegen ist diese nun 50 jahre alte saurei auch so langlebig
    es ist schon traurig das bei dem thema immer noch soviel ungeklärt ist

    davon abgesehen halte ich bei dem thema die gesundheit bzw. sterblichkeit im aquarium am wenigsten interessant , wenn auch nur die hälfte von dem material , was es zum thema gibt (und wie man sieht gibt's reichlich davon) , stimmt,sind die schäden,die während des fanges geschehen , wesentlich verheerender,da sind wir uns doch hoffentlich einig ?

    mfg

    thomas

  • Hallo nochmal,

    hier noch ein artikel zu Hans Werners link angehend neue testmethode für cyanid , und wie es funktioniert :

    http://www.advancedaquarist.com/blog/a-new-fas…-a-game-changer


    http://www.plosone.org/article/fetchS…ne.0035355.s001


    mit einem einfachem salifert test geht's noch nicht...sieht eher aus wie ein fall für Peter Gilbers :winking_face:

    mfg

    Thomas

  • mit einem einfachem salifert test geht's noch nicht...sieht eher aus wie ein fall für Peter Gilbers :winking_face:

    mfg

    Thomas


    Ich mach gleich schon mal eine Vorbestellung! :grinning_squinting_face:

    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Thomas,

    ich hatte mich falsch ausgedrückt, eigentlich ging es mir nicht um die chronische Cyanidvergiftung sondern um Langzeiteffekte einer kurzzeitigen Cyanidexposition sublethaler Dosis. Chronische Cyanidvergiftungen bei Süßwasserfischen sind besser untersucht als unsere Problematik weil Cyanid häufig durch Bergbau und andere Industrien freigesetzt wird.

    Dass die Anwendung von Cyanid und die dadurch verursachten Schäden am Riff eine Sauerei sind, darin sind wir uns einig. Die Frage, die sich mir stellt, ist, wie groß ist der Anteil der Aquarienfische, die mit Cyanid gefangen werden, auch im zeitlichen Verlauf. Bei den Untersuchungen auf den Philippinen ist herausgekommen, dass der Anteil der Speisefische, die mit Cyanid gefangen werden, noch deutlich größer ist als bei den Zierfischen.

    Wenn die Behörden der Herkunftsländer offenbar nicht in der Lage sind, Cyanidfischerei wirksam zu kontrollieren und zu unterbinden, wäre ein einfacher Test sehr hilfreich, die entsprechenden Exporteure ausfindig zu machen und zu meiden oder sogar zu "brandmarken".

    Die Untersuchung der Leber bei auffälligen Todesfällen wäre aber auch schon ein Hinweis und kann m. E. auch vom interessierten Laien durchgeführt werden.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner,

    ich bezweifle stark,das der laie zu einer sicheren diagnose im stand ist - dazu müsste er wissen,wie eine gesunde leber aussieht,und welche variationen es gäbe,ohne das eine vergiftung schuld dran wäre.

    Das Scenario,welches Klaus Schatz (im beitrag 26) beschreibt,passt schonmal schlecht mit den beschreibungen in den wissenschaftlichen arbeiten,die du verlinkt hast.

    Ich selber habe im laufe meiner anglerkarriere schon haufenweise fische ausgenommen,und besonders bei salzwasserfischen gibt bei keinem anderem organ so viele verschiedene zustände (was auch jedesmal registriert wird,da eine "gute" leber immer eine besondere delikatesse ist :winking_face: ),wobei cyanid garantiert niemals eine rolle spielt...

    ...mal abgesehen von der grösse.Ich möchte schlechtweg behaupten,die mehrzahl der aquarianer würden die leber zumindsest bei kleinfischen wie grundeln nicht einmal identifizieren können,selbst wenn sie "normal" wäre ...

    angehend des tests - von einfach kann wohl auch nicht direkt die rede sein,immerhin ist der link schon 3 jahre alt,und bisher ist dahingehend noch nichts im angebot.
    Die sache wäre auch wohl eher etwas für grosshändler , beim endverbraucher würde er eher weniger sinn machen,es sei denn,der endverbraucher schickt bei jedem kauf schon das transportwasser ein ...
    ...die frage von hajo,ob von dieser möglichkeit (sofern sie denn überhaupt tatsächlich exixtiert) gebraucht gemacht wird/würde,ist somit wohl äusserst berechtigt

    das immer wiederkehrende argument,alle probleme wären bei speisefischen grösser,halte ich für wenig dienlich,man sollte meiner meinung nach vor der eigenen türe kehren.
    dazu käme noch,das zahlenunterlagen zu dem thema fraglich sind

    Ich hatte auch (ähnlich wie Klaus Schatz es im beitrag 26 beschreibt) gedacht,das problem giftfischerei gehöre der vergangenheit an,mittlerweile bin ich mir nicht mehr so sicher...immerhin sollte man immer bedenken,das die fische ,die in unseren becken landen,diejenigen sind,die es am besten überstanden haben,und je nach ausgesetzter dosis sterben schliesslich nicht alle tiere daran ...

    ...die frage bleibt,wieviele tiere gehen "unterwegs" drauf für jedes tier,was überlebt
    transportverluste sind so oder so preistreibende faktoren,und so gesehen muss man sich über die gewaltigen preissteigerungen vom fänger bis zum händler nicht wundern ?

    mfg

    Thomas

  • Hallo Thomas,

    was hat die Feststellung, dass der Speisefischfang ebenfalls, scheinbar sogar noch stärker, betroffen ist, mit dem Kehren zu tun.

    Das bedeutet ganz einfach, dass das Problem größer, vielleicht sogar wesentlich größer ist, als wir es sehen, und dass es möglicherweise nicht völlig gelöst ist, selbst wenn kein einziger cyanidgefangener Zierfisch mehr in die Läden kommt. Angeblich werden für hochwertige Speisefisch astronomische Summen, selbst für unsere Verhältnisse, auf den großen Speisefischmärkten bezahlt.

    Dass kein einziger cyanidgefangener Zierfisch mehr in die Läden kommt, ist ja nicht zuletzt im Sinne der Eingangsfrage in unserem Sinne, selbst wenn wir die Umweltschäden dabei gar nicht anschauen.

    Grüße

    Hans-Werner

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