P. hexataenia nachsetzen

  • Hallo,

    in meinem Becken wohnt seit ca. 4 Wochen ein kleiner Sechsstreifen Lippfisch. Er ist noch recht klein, ca. 3-4 cm und absolut friedlich, sogar eher feige.
    Eigentlich hätte ich wirklich gerne zwei gehabt, aber der Händler hat mir so intensiv abgeraten, das ich mich nicht getraut habe und nur einen mitgenommen habe.

    Ich habe schon sehr viel zur Paarhaltung von dem Fisch gelesen, hier und in anderen Foren, und es gibt wohl kaum einen Fisch, über den so viel Gegensätzliches berichtet wird. Fr. Prof. Thaler schreibt z.B. in der letzten Ausgabe der Koralle, das ALLE Lippfische sich früher oder später zum "Primärmännchen" umwandeln und dann unweigerlich so aggressiv gegeneinander werden, das einer der beiden sehr leiden oder sterben wird. Anderseits gibt es ja auch einige Berichte von Sechstreifenlippfischpärchen, die in Frieden und Harmonie zusammen leben.
    Daher fänd ich's echt nett, wenn sich nochmal Leute, die persönlich Erfahrungen mit einem Paar dieser Fische machen konnten, etwas dazu berichten könnten. Vor allem würde mich interessieren, wie lange diese Paare zusammen leben bzw. wie groß diese Fische schon sind.

    Außerdem liest man öfter, das man unbedingt nur kleine Fische (unter 3cm) nachsetzen sollte, da diese sicher Weibchen sind. Sollte ich dann zu meinem ca. 3-4 cm großen Fisch einen in etwa gleich großen (am besten vom gleichen Händler, also auch gleicher Herkunft) setzen oder eher einen größeren oder noch warten, bis meiner größer ist, um noch einen kleinern dazu zu setzen.

    Klingt alles ganz schön kompliziert. oder? :grinning_squinting_face:

    Ich danke Euch für Eure Berichte und Euren Rat!

    Viele Grüße
    Daniel

  • Hallo Daniel,

    ich hatte auch zwei gleich große Tiere besetzt die aber schon 4 cm waren, die Tiere haben ca. 3-4 Wochen gebraucht um sich zu vertragen. Das dominante Tier hat das andere wirklich unerbittlich gejagt.
    Dabei scheint ein Männchen zum Weibchen geworden sein, so meine pers. Annahme.

    Es scheint aber richtig zu sein, dass man kleinere Tiere leichter nachsetzen kann.

    Meine Erfahrung mit Sechsstreifen-Lippfischen ist, dass sie alleine oft zu aggressiven Tieren werden.
    Meine zwei jagen und spielen mit einander, stänkern auch mal mit den anderen Fischen, aber es sind ja "Lippfische" :smiling_face:

    Trotzdem beschäftigen die beiden sich miteinander, was bei der Einzelhaltung fehlt.
    Zu der Aussage von Frau Prof. Thaler würde ich sagen, sie stimmt, die Frage ist ob das eine existierende,
    die Umwandlung wie bei Amphiprion spec. unterdrück. Oder ob eine Rückwandlung unmöglich ist.

    Was ich oft höre, das folgende Erfahrungen gemacht worden sind:

    1. Sechsstreifen-Lippfische sind aggressiv ..
    2. Sechsstreifen-Lippfische knabbern an Leierfischen herum ..
    3. Sechsstreifen-Lippfische zupfen auch an SPS ..
    4. Sechsstreifen-Lippfische fressen Planarien ..
    5. Sechsstreifen-Lippfische fressen Acroporen-Schädlinge ..
    6. Sechsstreifen-Lippfische sin in Gruppen/Rotten (M / 3-4 W) haltbar ..
    7. Sie fressen kein Flockenfutter ..

    1. Alle Lippfische sind keine friedlichen Beckenbewohner, aber bei Beschäftigung erträglich.
    2. Das habe ich noch nie selbst gesehen.
    3. Machen sie, ob da ein Tierchen im oder auf dem Polypen saß, sicher möglich.
    4. Ja, dies tun fast alle Pseudocheilinus spec.
    5. Ja, sie suchen die Acroporen in allen meinen Becken die ich bisher hatte sehr gewissenhaft ab.
    6. Darüber gibt es positive Berichte.
    7. Meine mögen Pellets, Flocken und besonders trockene Mini Gammarus.

    Ich hoffe das hilft.

    MfG Philipp

  • Hi Philipp,

    danke für Deine Antwort! :smiling_face:

    Wie lange schwimmen Deine beiden schon bei Dir? Wie groß sind sie inzwischen ca.?

    Das Sechsstreifenlippfische friedlicher sind, wenn sie zu zweit gehalten werden, habe ich auch schon gelesen und leuchtet mir auch ein. Das ist ja auch einer der Gründe, warum ich so gerne einen Zweiten dazu setzen würde. Anderseits ist der vorhandene ja bis jetzt auch noch ein ausgesprochenes Lämmchen.

    So wie ich den Beitrag von Fr. Thaler verstanden habe, ist die Geschlechtsumwandlung bei Lippfischen eben nicht reversibel, also immer Jungtier -> Weibchen -> Sekundärmännchen -> Primärmännchen, und lässt sich auch durch nichts aufhalten. Also nicht wie z.B. Amphiprion durch andere Tiere unterdrücken.

    Viele Grüße
    Daniel

    2 Mal editiert, zuletzt von Gump (3. März 2013 um 13:14)

  • Zitat

    Original von Gump
    Anderseits gibt es ja auch einige Berichte von Sechstreifenlippfischpärchen, die in Frieden und Harmonie zusammen leben.

    hi,

    nunja, das eine schliesst das andere ja nicht aus.

    nur irgendwann krachts und der sich umwandelnwollende flieg raus.

    der rest verbleibt dann in harmonie, bis sich der nächste anschickt....

    in einer stabilen fischgesellschaft stänkert er auch nicht mehr, als andere.

    nur beim ergänzen des fischbesatzes mit anderen, kleineren fischen gibts halt (oft) dresche für die neuen.

  • Ich halte seit 2 Jahren den Sechstreifenlippie als Pärchen. Klappt tadellos. Hin und wieder wird sogar gelaicht.

  • Hallo und guten Abend,
    wir hatten auch erst nur einen Sechsstreifen, aber ich bin ein absuluter Verfecher der Paarhaltung. Also haben wir uns allen Unkenrufen zum Trotz dazu entschlossen einen Sechsstreifen nachzusetzen. Ich habe darauf geachtet, dass der Neuzugang deutlich kleiner war als der schon im Beckem befindliche. Beim Einsetzen des Neuen habe ich Blut und Wasser geschwitzt vor Angst. Eine Stunde ging auch die Luzie ab ..... so schnelles Hinterhergeschwimme, dass keiner erkennen konnte wer hinter wem her schwamm. Daraus wurde aufeinander zu schwimmen mit schräg legen und Piouretten drehen ..... Sie sind seit dem ersten Tag ein Paar, seit nunmehr über einem Jahr. Jeden Abend wird geflirtet und "getanzt" mit anschließendem ablaichen. Sie ist öfter mal schlecht gelaunt als er und stänkert schon mal ein bissi rum, allerdings ohne jeden körperlichen Übergriff. Letztendlich ein wunderschönes Paar auf das wir nicht verzichten wollen. Bisher ist von Geschlechtsumwandlung nichts zu bemerken. Sie ist immer noch sehr deutlich kleiner und macht keine Anstalten. Hoffentlich bleibt das auch so.
    Liebe Grüße
    Beate

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